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Meine Top 10 Trekkingausrüstung 2021

Am Kungsleden, Foto: Martin Hülle

Wie bereits gegen Ende des Jahres 2020 habe ich auch jetzt – jaja, etwas verspätet – meine Top 10 Trekkingausrüstung für das aktuelle (zurückliegende) Jahr aufgelistet. Einige Produkte meiner ersten Momentaufnahme finden sich hier wieder, andere sind getauscht oder ganz weggefallen und dafür neue hinzugekommen. Durch frische Erfahrungen auf den letzten Touren hat sich manche Änderung so ergeben. Die Rangfolge ist dieses Mal erneut recht willkürlich und daher keine Wertung – jedes Teil hat weiterhin seine eigene Wichtigkeit!

1. La Sportiva Akyra GTX

2020 war der TX Guide von La Sportiva meine Entdeckung des Jahres. War ich bis dahin auf Trekkingtouren mit schwerem Rucksack nahezu ausnahmslos mit klobigen Wanderstiefeln unterwegs, wagte ich es seinerzeit erstmals mit leichtem Schuhwerk und schlüpfte in einen lauforientierten Zustiegsschuh. Es war ein Erfolg und der TX Guide jedem Gelände gewachsen. Nur wenn es sehr feucht zuging, drang Wasser auf direktem Weg durch das luftige Material an meine Füße. Manche schwören gerade bei leichtem Schuhwerk darauf – denn was schnell nass wird, trocknet auch fix wieder. Für mich war das aber sehr ungewohnt und für eine lange Wanderung über den Kungsleden im letzten Jahr suchte ich nach einer Alternative. Und fand sie in den La Sportiva Akyra GTX Trailrunningschuhen. Hiermit kam ich nochmals besser zurecht – auch dieses Mal mit über 20 kg Gepäck auf dem Rücken und in allen möglichen Geländearten. Egal ob Geröll- oder Schneefelder, steinige Pfade oder steile Auf- und Abstiege. Und dank der Gore-Tex-Membran blieben meine Füße selbst in diesen Halbschuhen die meiste Zeit trocken. Bis auf die Momente, in denen wir bewusst mit den Wanderschuhen – ohne zuvor in extra Watsche zu wechseln – einige Flüsse durchquerten und die Schuhe im Nu vollliefen. Hier hätten membranlose Treter tatsächlich Vorteile, doch auch die GTX-Modelle trockneten für mein Gefühl anschließend ausreichend schnell. Der schützende und komfortable Akyra wird mich sicherlich noch häufiger begleiten.

2. Woolpower Skilled Classic 400

Ich kann mich gar nicht mehr genau daran erinnern, seit wann ich nahezu ausschließlich Socken von Woolpower trage. Egal ob auf großer Tour oder im Alltag. Egal ob die leichten 200er und mittleren 400er solo oder als Liner, oder darüber noch die dicken 600er oder gar 800er. Gerade in schweren Wander- oder Skischuhen waren die Kombinationen immer top. Doch jetzt – mit den leichteren Schuhen an den Füßen – stolperte ich über den jüngsten Spross der schwedischen Wollsocken-Reihe: die Woolpower Skilled Classic 400. Im Gegensatz zu den „alten“ 400er-Modellen sitzt die Skilled-Version aufgrund eines anderen Gestricks enger am Fuß. Selbst in nassem Zustand. Diese technischen Socken sind äußerst funktional und harmonierten perfekt mit meinen Trailrunnern.

3. Hilleberg Nallo 4 GT

Seit geraumer Zeit ist das Hilleberg Nallo 4 GT unser go-to Familienzelt auf langen Wandertouren. Das Red-Label-Model vereint eine exzellente Mischung aus Robustheit, Wetterschutz und Raumangebot bei gleichzeitig sehr geringem Gewicht und Packmaß. Für drei Personen bietet es viel Platz im Schlafbereich und der Apside und ist darüber hinaus auch unter schwierigsten Bedingungen schnell und einfach aufzubauen. Es ist eine zuverlässige Behausung für das ganze Jahr, die sich immer wieder als perfekter Unterschlupf bewährt.

4. Osprey Aether Plus 85

Bis Ende 2020 war ich ja noch mit verschiedenen Xenith-Modellen von Osprey unterwegs. Im vorigen Jahr nutzte ich dann stattdessen den „Nachfolger“, den Osprey Aether Plus 85. Erneut ein sehr gut sitzender Rucksack, mit dem sich Lasten jenseits der 20-Kilo-Marke solide und bequem tragen lassen und in dem sich eine umfangreiche Ausrüstung gut und übersichtlich verstauen lässt. Die integrierte Regenhülle war hilfreich, auf das abnehmbare und zum Daypack umzuwandelnde Deckelfach hätte ich aber verzichten können. Größtes Manko bleibt das relativ hohe Eigengewicht des Aether Plus – vielleicht lasse ich deshalb auf einer zukünftigen Tour einfach mal die Deckelfach-Daypack-Kombi zu Hause, nutze nur den zudem integrierten einfacheren Deckel als Verschluss und spare somit einige Gramm.

Auf dem Kungsleden war meine zu der Zeit gerade elfjährige Tochter erstmals auch mit „großem“ Rucksack unterwegs. Der Ace 38 von Osprey war dafür perfekt und bot genügend Platz für ihren Schlafsack, Kuscheltiere und manche Kleinigkeit.

5. Patagonia M10 Anorak

Ein verlässlicher Wetterschutz gehört in jedes Gepäck, vor allem in den Regionen, wo ich meistens unterwegs bin. Allerdings trage ich eine Regenjacke nur, wenn es auch wirklich regnet. Ansonsten streife ich häufig bloß eine leichte Windjacke über (wie in meiner 2020er-Liste als unerlässliches Bekleidungsstück aufgeführt). Daher mag ich auf Trekkingtouren, wo ein Schutz gegen das nasse Element oft allein sehr sporadisch zum Einsatz kommt, leichtes Zeug. Und hier trifft der M10 Anorak von Patagonia genau meinen Geschmack. Diese minimalistische „Schlupfjacke“ mit halblangem Front-Reißverschluss und schlankem Schnitt trägt weder am Körper noch im Rucksack stark auf. Leider ist dieses Alpin-Modell aus dem Sortiment der Amerikaner verschwunden. Alternativ würde ich nun stattdessen wohl zum Patagonia Storm10 Jacket greifen, das zwar minimal schwerer, aber dafür durchaus etwas universeller gestaltet ist.

6. Patagonia DAS Light Hoody

Oftmals ist eine gut isolierende Thermojacke viel wichtiger als ein Regenschutz. Diese Erfahrung machte ich mal wieder während der letztjährigen Kungsleden-Tour. An einem kalten, windigen Tag überraschte uns ein kräftiger Regenguss – ich war bereits etwas ausgekühlt und nun galt es, schnell das Zelt zum Schutz aufzubauen. Fix streifte ich mir den Patagonia DAS Light Hoody über und mir wurde fast augenblicklich wieder warm. Die daunenähnliche synthetische Füllung der Jacke wird von einem beschichteten Außenmaterial umschlossen, das einen sehr ordentlichen Wetterschutz bietet und mir ermöglichte, ohne extra Regenjacke Wind und Wetter ausgesetzt unser Zelt zu errichten, abzuspannen und am Bach Wasser zu holen, bevor ich mich dann gemütlich im Zelt verkriechen konnte. Wie schon in meiner letzten Top-10-Liste ist dieser superleichte aber dafür enorm warme Hoody ein absolutes Highlight!

7. Patagonia R1 Pullover Hoody

Nach wie vor ist der R1 Pullover Hoody von Patagonia – eine Ikone unter den Midlayern – meine erste Wahl. Ich mag ihn noch immer wegen seiner Vielseitigkeit. Ob als alleinige Isolation im Zelt bei moderaten Bedingungen, an kalten Tagen als zusätzliche Schicht unter der Windjacke oder in frostigen Nächten als Ergänzung im Schlafsack. Er hat genau die richtige Dicke, ist noch nicht bereits zu warm und sehr klein vom Packmaß. Die körperbetonte Passform macht zudem alles möglich, der Pullover-Schnitt trägt unter einem Rucksackhüftgurt nicht auf und die Balaklava-Kapuze hält den Kopf zur Not auch ohne Mütze warm. Der neuere Patagonia R1 Air Full-Zip Hoody, den ich mittlerweile auch besitze, konnte mich jedoch noch nicht soweit überzeugen, ihn statt des „alten“ Ur-R1 mit auf Tour zu nehmen. Bei etwas höherem Gewicht ist das Air-Modell zwar wärmer, aber dadurch auch voluminöser, bei trotzdem durchaus luftiger Konstruktion. Dennoch ist der olle R1 für mich aktuell weiterhin das flexiblere Teil (PS: aktuell allerdings bei Patagonia nicht im Sortiment)

8. Western Mountaineering UltraLite

Wie eh und je ist erholsamer Schlaf essenziell. Deshalb ist ein ausreichend isolierender, bequemer und komfortabler Schlafsack nach wie vor sehr wichtig. Meine guten Erfahrungen mit den langlebigen Daunenschlafsäcken von Western Mountaineering sind ungebrochen, aus deren Sortiment ich aktuell immer noch den UltraLite aus der Extremlite Series nutze. Der äußerst leichte und extrem gut komprimierbare Dreijahreszeiten-Schlafsack hat Reserven bis in den Minusbereich. Allerdings bietet das Extremelite-Außenmaterial nur begrenzten Nässeschutz. Als Allroundmodell würde ich daher eher zu einem Schlafsack aus der Microfiber Series raten wie z. B. dem Western Mountaineering Apache MF, von dem ich auch noch ein mittlerweile 25 Jahre altes Exemplar besitze.

9. Optimus Vega

Bei unseren Familienabenteuern schwöre ich auf den Optimus Vega, einen leistungsstarken Gaskocher, der durch seinen tiefen Schwerpunkt einen stabilen Stand auch für größere Töpfe bietet. Seine Flamme lässt sich zudem sehr präzise regulieren und falls es mal winterlich werden sollte, kann man den 4-Saison-Modus nutzen und die Gaskartusche auf den Kopf und die integrierten Standfüsse stellen, um das Flüssiggas durch die Schlauch-Leitung zu schicken und eine effiziente Küche auch bei Minusgraden aufrecht zu erhalten.

10. Wildo Fold-A-Cup

Zu guter Letzt sind es manchmal die kleinen Dinge, die das Outdoorleben leichter machen – und der Fold-A-Cup von Wildo ist so ein kleines Ding. Diese faltbare „Schwedentasse“ ist winzig und lässt sich z. B. wunderbar in einem Fach am Rucksackhüftgurt verstauen. Dort ist sie immer sofort griffbereit, um schnell mal einen erfrischenden Schluck sprudelnden Wassers aus einem Bach zu schöpfen. Herrlich.

Update zur 2020er-Liste

In meiner vorigen Liste hatte ich die Black Diamond Trail Pro als bewährte Begleiter auf allen Wegen vorgestellt. Denn vor allem auf Touren mit schwerem Gepäck sind Trekkingstöcke eine Große Hilfe, führen sie neben einer Entlastung der Gelenke doch auch zu mehr Sicherheit in schwierigem Terrain oder bei Flussquerungen. Doch die SmashLock-Technologie beim Auseinander- und Zusammenschieben der Trail Pro Stöcke ließ mich zuletzt ein paar mal im Stich und ein Stock sackte mehrmals unvorhergesehen in sich zusammen. Daher würde ich nun zu Modellen raten, bei denen alle Segmente durch den verlässlichen FlickLock Pro-Mechanismus verstellt werden wie z. B. die (teureren) Alpine Carbon Cork Stöcke von Black Diamond.

Habt Ihr Anmerkungen oder Fragen? Oder was sind Eure Favoriten? Eure Meinung gerne in den Kommentaren!

Werbehinweis: Ich werde von Hilleberg The Tentmaker und Katadyn (Optimus) materiell unterstützt. Zudem bekam ich die Rucksäcke von Osprey zum Test zur Verfügung gestellt. Es sei aber erwähnt, dass ich nur solche Produkte empfehle, egal ob selbst gekauft oder nicht, von denen ich wirklich überzeugt bin!

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