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Erste Schritte

– Durchblick –

Nachdem mich Anfang Mai zwei Krampfanfälle und die Diagnose Epilepsie völlig aus der Bahn geworfen und vom Weg abgebracht hatten, war ich gestern für gut zwei Stunden erstmals wieder zu Fuß unterwegs. Langsam geht es aufwärts – körperlich wie mental. Die Tabletten vertrage ich mittlerweile ganz gut. Der anfängliche Schwindel ist weg und die Müdigkeitsattacken werden auch immer seltener. Zudem liegt das nervige Durchfallintermezzo hinter mir, das der ganzen Sache noch die Krone aufgesetzt und mich richtig geschwächt hatte. Aber jetzt fühle ich mich endlich wieder so gut, erste Schritte zu wagen.

Es war keine spektakuläre Runde. Nur ein kurzer Ausflug zu einer Stelle, die ich sehr mag. Ein nahegelegener kleiner Bach, sonst nichts. Dort lauschte ich dem Plätschern des Wassers und hing meinen Gedanken nach. Wie so oft in den letzten Wochen. Ich habe neue Pläne und Ideen. Aber dafür sie umzusetzen, ist es jetzt noch zu früh. Sie sind noch nicht ganz reif. Um sie in Angriff zu nehmen, muss ich erst noch weiter auf die Beine kommen. Aber dann. Dann soll es wieder richtig losgehen, weitergehen. Ein Neuanfang.

Im Wald war es schön. Wurzeln unter den Füßen, ein Blätterdach über dem Kopf. Es tat gut. Die Bewegung. Ohne bin ich nur ein halber Mensch – wenn überhaupt.

Mehr und mehr kristallisiert sich heraus, wozu dieser Zwangsstopp aufgrund der Krankheit gut sein könnte. Der steinige Weg bessert sich Schritt für Schritt und das Licht am Ende des Tunnels wird heller und heller. Aber ich möchte nicht einfach mein altes Leben zurück, alles nur so haben, wie es vorher war. Nein, ich will diese Zeit des Innehaltens nutzen, mich neu zu fokussieren. Gar Veränderungen ins Auge fassen. Dinge über Bord werfen, Geliebtes neu entdecken. Einen Rahmen dafür sehe ich schon vor mir. Habe ein Gerüst im Kopf für ein Langzeitprojekt raus aus der Krisenzeit. In den nächsten Wochen muss ich noch oft in mich gehen, hinein hören und aufspüren, was ich wirklich möchte. Und dem folgen.

Auch das wird dann nicht einfach sein. Es wird Konsequenz erforden. Aber ich möchte etwas schaffen. Erschaffen. Es rumort, es arbeitet in mir. Wie es weitergeht, erzähle ich Euch, wenn ich die nächsten Schritte getan habe.

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