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Transition

– Transition #6 –

Puh, das neue Jahr, das doch gerade erst begonnen hat, ist auch schon wieder gut drei Wochen alt … Aber egal, den Jahreswechsel verbrachte ich mit Frau und Kind an der Nordsee in Ostfriesland, wo wir die frische Luft und manch salzige Meeresbrise genossen. Wir unternahmen Spaziergänge und schlenderten durch die zahlreichen Siels.

Und dabei machte ich vor allem unscharfe Bilder. Dazu in grobem Schwarz und Weiß. Oft düster obendrein. Transition nannte ich die Serie. Übergang. Es sind nicht nur Impressionen einer Zeit an der See, in der wir von einem Jahr ins nächste übergingen – Silvester und Neujahr und ein paar Tage drumherum. Es sind auch Innenansichten, eine Art von Stillstand, Distanz zwischen Gewesenem und Kommendem.

Die vergangenen zwölf Monate hielten für mich einige Überraschungen parat, auf die ich auf den ersten Blick sicherlich gerne verzichtet hätte. Geplatzte Träume – Reisen, die nicht stattfanden. Die Epilepsie – eine Erkrankung, die mich von nun an begleitet und erstmal alles auf den Kopf stellte. Aber auf den zweiten Blick auch die Möglichkeit einer Besinnung. Eines Neubeginns, der mich voranbringen soll, statt auf der Stelle zu treten. Dieses „We have to dream it all up again“ nahm bereits Fahrt auf und wird in diesem Jahr – allem Unvorhersehbarem zum Trotz – hoffentlich rasant weitergehen.

Dafür steht die Serie Transition in erster Linie. In dieser Zeit in Ostfriesland, in denen ich an das „Alte“ zurückdachte und mich auf das „Neue“ freute, verblasste das Hier und Jetzt. Entrückt und etwas nebulös lag es vor mir. Nicht direkt fassbar. Zwar da, aber kein direkter Teil von mir. Nur ein Übergang.

Let’s go!

– Transition #5 –
– Transition #9 –
– Transition #7 –
– Transition #8 –

> Bildergalerie Transition

Neujahr in Dornumersiel

– Vogelflug –

Den Jahreswechsel verbrachte ich mit der Familie in Ostfriesland. An der Nordsee. Fünf Tage frische Luft, Regen und Wind. Am Neujahrsmorgen stand ich früh auf, schnappte mir das Auto und machte mich von unserer Ferienwohnung in Dornumergrode auf den kurzen Weg rüber nach Dornumersiel. Am Hafen parkte ich den Wagen – kein anderes Fahrzeug weit und breit. Stürmischer Wind schickte Regen von Südwest heran. Ich verharrte noch ein paar Minuten, erst dann stieg ich aus. Noch war es dämmrig. Ich schlenderte zum Strand. Entfernt ein Mensch mit Hund. Sonst war niemand zu sehen. Der Regen, der über mich hinwegfegte, ließ etwas nach, als ich an der Nivea-Sonne vorbeilief. Ein paar leere Sektflaschen und der Müll von Raketen und Böllern lagen herum. Das Meer war nicht zu sehen. Ebbe. Lautlos zogen einige Vögel über mich hinweg. Es herrschte Stille. Bis auf den Wind. Er kräuselte das Wasser und ließ Schilder klappern. Erst gegen halb 10 war es so richtig hell. Da fuhr ich zurück. Zum Frühstück. Ein neues Jahr hatte begonnen.

– Baden untersagt –
– Nivea-Sonne –
– Rampe gesperrt –

Ach ja, später am Tag, da lief mir im Naturschutzgebiet Ewiges Meer auch noch ein Molch über den Weg. Der Winzling „krallte“ sich auf dem Bohlenweg fest und war sicherlich voller Hoffnung, am ersten Tag des neuen Jahres nicht gleich plattgetreten zu werden …