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Ein Fujifilm-Festbrennweiten-Update

– Store Mjølkedalsvatnet – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/210 Sek, f 11, ISO 200 –

Besonders auf Reisen ist es verlockend, nur mit einer kleinen Fotoausrüstung loszuziehen, um unbeschwert unterwegs zu sein. Schon seit ein paar Jahren habe ich mir daher die Not zur Tugend gemacht und fröne einem „Weniger ist mehr“.

Doch bevor ich seinerzeit mein Equipment abgespeckt habe, hatte ich mir nicht nur die Frage gestellt, welche Festbrennweiten von Fujifilm ich nehmen soll, sondern auch einige Gedanken zur Konzentration auf das Wesentliche gemacht. Nun möchte ich meine einstigen Überlegungen nochmals zusammenfassen und meine bisher gewonnenen Erfahrungen schildern.

Mein erster Bildband Mein Norden ist im Juni 2017 erschienen. Eine Liebeserklärung an raue Landschaften, karge Regionen und eine intensive Art des Unterwegsseins. Elf Reisen habe ich dafür in den Norden unternommen. Vier Jahre, in denen ich zu allen Jahreszeiten zu immer neuen Abenteuern aufgebrochen bin. Allein, mit Freunden und mit der Familie. Wanderungen und Skitouren, dokumentiert in Bildern und Texten, die Erlebnisse und Emotionen transportieren. Immer mit dabei: Meine Kamera und diverse Objektive, die viele verschiedene Brennweitenbereiche am APS-C X System von Fujifilm abdeckten – von 10 bis 200 Millimetern. Im Laufe der Zeit habe ich vieles ausprobiert, mal nur ein 18-55-mm-Zoom plus eventuell einer einzelnen Festbrennweite oder auch Kombinationen mehrerer Zooms. Doch während dieser Reisen in nordische Länder merkte ich schnell, dass trotz des breit aufgestellten Equipments die Resultate nicht automatisch besser wurden. Aber es gab auch Unternehmungen, auf die ich ausschließlich ein paar Festbrennweiten mitgenommen habe – und das waren die fotografisch intensivsten Streifzüge.

– Trælanípa – X-Pro2, XF56mmF1.2 R, 1/10500 Sek, f 5.6, ISO 200 –
– Ling Hut – X-Pro2, XF23mmF2 R WR, 1/280 Sek, f 8, ISO 200 –

Eine Analyse der Bilder

Nach Abschluss dieser Fototouren zu Fuß und auf Skiern machte ich entlang meiner Bilder eine Analyse. Es war interessant zu sehen, welche Brennweiten am häufigsten zum Einsatz kamen: Die extremen Bereiche, also Ultraweitwinkel und stärkeres Tele, habe ich in der ganzen Zeit nur sehr selten eingesetzt. Das meiste spielte sich bei mir zwischen 16/18 und 55 Millimetern ab. Daher könnte man meinen, ich müsste mit einem guten Zoom als alleiniges Objektiv bestens zurechtkommen – etwa mit dem Fujifilm XF16-55mmF2.8 R LM WR, weil es den für mich wichtigsten Bereich in einer Optik vereint. Allerdings mag ich dieses dicke Ding nicht und ich habe ja zudem festgestellt, dass ich ohnehin mit Festbrennweiten viel lieber und bewusster fotografiere.

Den eigenen Bildstil fördern

Sich auf wenige Brennweiten zu beschränken, schlägt sich zudem im Bildstil nieder. Dieser wird nämlich nicht nur geprägt durch Aspekte wie Motivwahl, Ausschnitt, Lichtsetzung, den Auslösemoment und die Bildbearbeitung, sondern darüber hinaus auch in großem Maße durch die eingesetzten Objektive. Eine bewusste Beschränkung und die dadurch häufigere und immer wiederkehrende Nutzung bestimmter Brennweiten führt auch dazu, dass sich der persönliche Stil stärker ausprägt, was den Wiedererkennungswert steigert.

Eine Handvoll Objektive

Diese „Verdichtung“ möchte ich mir bei meinem aktuellen Fotoprojekt zunutze machen und über die ganze Projektdauer nur mit wenigen Festbrennweiten fotografieren – genauer: mit drei, ab und an vielleicht sogar nur zwei Objektiven. Allerdings würde ich nicht so weit gehen, nur eine Festbrennweite mitzunehmen – ein Mindestmaß gestalterischer Abwechslung ist mir in jedem Fall wichtig. Doch welche Objektive kommen dafür infrage? Die Antwort darauf hatte ich recht schnell gefunden: ein Trio aus den 16-, 23- und 50- bzw. 56-mm-Optiken für das Fujifilm X System – umgerechnet ins Kleinbildformat also Objektive mit 24, 35 und 75 bzw. 85 mm. Vieles sprach dafür, primär mit diesen Linsen loszuziehen und so meinen „reportageartigen“ Stil der Landschaftsfotografie weiter voranzutreiben und herauszuarbeiten. Denn ein Ziel meiner Fotografie ist es, meine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse in Bildern darzustellen und einzufangen. Der menschliche Blick entspricht ja in etwa dem Bildwinkel eines 50- oder 35-mm-Kleinbildobjektivs. Diesen Seheindruck möchte ich nur moderat erweitern und insofern mit allen verwendeten Brennweiten möglichst nahe an einer „natürlichen“ Darstellung bleiben. Also steckte ich den zu verwendenden Brennweitenbereich nach unten mit einem etwas stärkeren Weitwinkel und nach oben einem leichten Tele ab. Den geschwätzigen Aufnahmewinkel eines Ultraweitwinkels finde ich für meine Zwecke ebenso übertrieben und nicht „normal“ wie die sehr starke Verdichtung eines Superteles.

– Cerro Chalten („Der Rauchende“) – X-Pro2, XF50mmF2 R WR, 1/1700 Sek, f 5.6, ISO 200 –
– Sommerbrücke – X-Pro2, XF16mmF2.8 R WR, 1/3200 Sek, f 2.8, ISO 200 –

Erfahrungen aus bisherigen Reisen

Inzwischen habe ich schon mehrere auf diesen Ansatz gestützte Reisen unternommen. So kamen beispielsweise bei einer Fotoreise auf die Färöer-Inseln überwiegend die bewährten und lichtstarken 16er-, 23er- und 56er-Glasklötze mit Anfangsblenden von F1.4 bzw. F1.2 zum Einsatz. Auf dem Cape Wrath Trail in Schottland oder in den Bergen Patagoniens dagegen die kleineren und leichteren F2er-Alternativen, die in Anlehnung an die Summicron-Reihe von Leica als „Fujicrons“ die Runde machen. Da es bei meinen Unternehmungen auf jedes Gramm Gewicht ankommt, sind diese Objektive natürlich sehr reizvoll. Und während mehrerer Wanderungen durch norwegische Nationalparks machte ich mir eine Kombinationen aus beiden Objektivreihen zunutze.

Nach den vielen gewonnenen Erfahrungen steht für mich allerdings außer Frage: Alle Technik wirkt nur unterstützend auf dem Weg, die eigene Kreativität voranzutreiben. Daher ist es im Grunde egal, welche Objektive man einsetzt. Ob die schweren, lichtstarken und optisch feinsten Festbrennweiten oder die leichten, kleinen und etwas weniger scharfzeichnenden Modelle. Die Kompromisse, die man eingeht, haben letzten Endes keinen entscheidenden Einfluss auf die inhaltliche Qualität der Fotos. Für mich bedeutet das, bei meiner Lieblingsbrennweite, dem 23er-Weitwinkel, bevorzugt zur lichtstarken F1.4er-Version zu greifen, da dieses Objektiv gegenüber der F2er-Variante einfach die „schönere“ Bildcharakteristik liefert. Bei den anderen Brennweiten, bei denen die Leistungsunterschiede ähnlich sind, entscheide ich je nach Reise und Unternehmung, wo die jeweiligen Prioritäten liegen – ob bei minimalem Gewicht oder maximaler Bildqualität.

Die Ausrüstung auf wenige Festbrennweiten zu reduzieren, dient vor allem der Konzentration auf das Wesentliche – sprich, die wenigen Objektive zu finden, die den Kern des eigenen Stils ideal befeuern, unterstützen und sichtbar machen. Eine begrenzte Auswahl an Brennweiten engt keineswegs meine Möglichkeiten ein, sondern fördert die Konzentration auf die Motive und reicht aus, um eine Reise zu dokumentieren.

Denn wie sagte schon der großartige Anton Corbijn: „Instead of having four lenses, use one or two … limit yourself and make that work, and you become far more inventive.”

Welche Festbrennweiten sind denn Eure Favoriten? Oder greift Ihr nur zu Zooms? Das Für und Wider gerne in den Kommentaren!

Vorabartikel

> Welche Festbrennweiten von Fujifilm soll ich nehmen?
> Konzentration auf das Wesentliche

Anhang – meine aktuellen Fujifilm-Festbrennweiten

  • XF16mmF1.4 R WR
  • XF23mmF1.4 R
  • XF56mmF1.2 R
  • XF16mmF2.8 R WR
  • XF23mmF2 R WR
  • XF35mmF2 R WR
  • XF50mmF2 R WR
  • XF27mmF2.8

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

– Unstad –

Tja, vollmundig hatte ich noch im Dezember verkündet, es wäre mal wieder an der Zeit, mit Ski und Pulka-Schlitten durch die weiße Weite nordischer Einsamkeit zu ziehen. Und wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, hätte ich mich auch Anfang dieser Woche aufgemacht, um weit nördlich des Polarkreises von Abisko über Ritsem bis nach Kvikkjokk durch das schwedische Fjäll zu laufen. Zuerst ein Stück auf dem Kungsleden, dann etwas abseits des bekannten Königspfades und schließlich als I-Tüpfelchen einmal quer durch den Sarek. Allein hinein in „Europas letzte Wildnis“. Doch daraus wurde nix …

Vor drei Wochen nahm mich eine Grippe in ihren Würgegriff und fesselte mich über Tage mit Fieber ans Bett. Gut, da war es noch lange hin bis zur Abreise nach Lappland, nur lag die diesjährige Nordische Momente – Lofoten Masterclass noch dazwischen. Gerade rechtzeitig kam ich soweit wieder auf die Beine, mich dorthin auf den Weg zu machen. Doch während der vier Flüge, die es brauchte, um das Insel-Archipel in Nord-Norwegen zu erreichen, kam das Fieber zurück und mein Kopf schmerzte höllisch. Vor Ort berappelte ich mich zum Glück zwar rasch und konnte gemeinsam mit Michael Schaake unsere Fotogruppe begleiten, aber meiner weiteren Genesung war die Zeit nicht förderlich. Dabei war ich froh, dass es nicht allzu kalt war, denn selbst bei nur leichten Minusgraden kroch mir die Kälte rasch in die Glieder. Überhaupt spielte das Wetter nicht immer mit und oftmals trieb ein stürmischer Wind kräftigen Regen über die Inseln. Nichtsdestotrotz erlebten wir erneut eine wunderschöne Woche und versuchten allerorts, das Beste aus jeder Situation herauszuholen. Meine eigenen fotografischen Ambitionen waren dieses Mal allerdings nicht sehr ausgeprägt – umso mehr freute ich mich dafür für die Teilnehmer, wenn das Licht einmal gut, die Szenerien stimmungsvoll und ein jeder zu tollen Bildern kam.

Wieder daheim merkte ich bald, dass die Fotoreise tatsächlich nicht dazu beigetragen hatte, mich in Topform zu bringen. Ich war längst noch nicht wieder fit und bereit für eine anspruchsvolle Solotour. Nachdem mir meine HNO-Ärztin zudem zu einem absoluten Sportverzicht riet, machte ich Nägel mit Köpfen und cancelte schweren Herzens das Kungsleden- und Sarek-Abenteuer wenige Tage vor dem Start. Angeschlagen und allein durch die Bergwelt zu ziehen, bei Wind und Wetter Kilometer um Kilometer zu marschieren und jede Nacht im kalten Zelt zu schlafen, erschien mir weder verlockend noch ratsam.

Nun gut, Shit happens. Zähneknirschend bringen mich derweil Spaziergänge, Klettern und Bouldern langsam wieder in Form. Und ich sortiere Reiseideen. Die Skitour ist zwar aufgehoben, aber dafür rücken nun andere Ziele in den Vordergrund. Die Zeit wird zeigen, wie die nächsten Schritte aussehen werden – noch möchte ich dazu den Mund nicht zu voll nehmen …

Die Lofoten-Impressionen sind fotografiert mit der FUJIFILM X-Pro2 und dem XF23mmF1.4 R sowie dem XF56mmF1.2 R

– Å –
– Haukland –

Der dritte Frühling

– Spreehler Mühle –

Eine graue Wolkendecke liegt über der Landschaft. Die Temperatur nur wenige Grad über Null. Von Wuppertal-Beyenburg laufe ich durch den Wald zur Spreehler Mühle. Zwischen Bäumen versteckt sich dort ein kleiner Steinbuch. Zu Füßen der felsigen Wände schlüpfe ich in meinen Gurt, befestige daran das Klettersteigset und setze den Helm auf. Andächtig schaue ich empor, verfolge mit meinen Augen den Verlauf der Route. Dann steige ich ein, hänge die Karabiner ins Drahtseil. Abschüssige Bänder, senkrechte Aufschwünge. Schritt, Griff. Seitwärts, aufwärts. Höher und höher. Bis ich oben bin. Zurück hinab folge ich einem schmalen Pfad. Und kraxel dann erneut durch die Wand. Wieder und wieder.

“There are only three sports: bullfighting, motor racing, and mountaineering; all the rest are merely games.” – (Ernest Hemingway)

Meine Kletterkarriere begann vor über 30 Jahren. Mit einem Schulkameraden stöberte ich mickrige Felsen an Spielplätzen auf, wir querten Bruchsteinmauern und mühten uns an Brückenpfeilern ab. Doch ich sah mich sofort zu Höherem berufen, verschlang Alpinliteratur und träumte von harten Winterbegehungen in den Alpen. Aber zuerst machte ich einen Kurs beim DAV. Lernte den Ith und die Eifel kennen, den Halbmastwurf und den Achterknoten. Die Felsen am nahen Isenberg wurden ein beliebtes Ziel. Das alte Blubberdach (6+) einer meiner schwersten Vorstiege. Es verstrichen die Jahre, während derer ich im Schulunterricht unter dem Tisch Klettermagazine las und in Freistunden zu den Wuppertaler Klettertürmen fuhr – bizarren Gebilden aus der Frühzeit künstlicher Kletteranlagen – und Ausdauer trainierte. Auch ins Boulder-Mekka Fontainebleau verschlug es mich. Und schließlich mit einem Freund gar tatsächlich ins sommerliche Hochgebirge, zur Fahrradlkante am Oberreintalturm im Wetterstein. Nur verstiegen wir uns frühzeitig in diesem Klassiker, kehrten bald um und seilten wieder ab. Ein Alpinist wurde nicht aus mir. Auch kein sonderlich guter Kletterer. Mein Verhältnis zur Senkrechten gestaltete sich zunehmend zu einer On-Off-Beziehung.

Nach einer kurzen Zeit der Abstinenz kam Ende der Neunzigerjahre allerdings das Feuer zurück. Hallenklettern war mittlerweile längst en vogue und so tummelte auch ich mich nun vermehrt an Plastikgriffen und schaffte es mit Ach und Krach irgendwie bis in den siebten Grad. Aber das war nur eine Spielwiese. Mit dem Jahrtausendwechsel drängte sich nach dem Fels das Eis in meine Träume. Gefrorene Wasserfälle wurden Ziel meiner Begierde, die ich in den Allgäuer Alpen und in Schweden zu stillen versuchte. Ich liebte es, die Hauen meiner Black Prophet Eisgeräte ins Eis zu schlagen, auf den Frontzacken der Steigeisen zu stehen und Eisschrauben zu setzen. Schnell stieg ich einfache Sachen vor und hatte mit schwedischen Freunden riesigen Spaß – trotz eisig kalter Hände und abenteuerlicher Abseilaktionen an selbstgedrehten Eissanduhren. Aber dann kam mir die Horizontale einmal mehr dazwischen und ich tauschte immer häufiger die Kletterausrüstung gegen eine Skitourenausrüstung. Zwar wurde ich jetzt rasch gut darin, mit langen Latten an den Füßen weite Strecken zurückzulegen, aber einher ebbte mein Drang wieder ab, hoch hinaus zu wollen.

Es folgte eine lange Phase, in denen ich der Kletterei nur äußerst sporadisch nachging. Mehr als ein Jahrzehnt stand sie hinter anderen Outdooraktivitäten an. Bis mich im letzten Jahr ein unstillbarer Bewegungsdrang überkam und erste Ausflüge in die Spreehler Mühle nur ein weiterer Neuanfang als Bergsportler waren. Angestachelt durch meine beiden Neffen und meine Nichte, die allesamt mit dem Bouldern begonnen hatten, wollte ich mir als alter Onkel darüber hinaus keine Blöße geben und ihnen zeigen, wie der Kletterhase läuft. Nach einem gemeinsamen Ausflug in die Wuppertaler Boulderhalle Bahnhof Blo hatte ich zwar prompt ordentlichen Muskelkater in den Unterarmen, war aber ebenfalls sofort wieder angefixt. Das war vor gut zwei Monaten und seitdem stecke ich erneut im Sog dieser Sucht namens Klettern. Ob Wupperwände oder das Dortmunder Bergwerk – so oft es geht möchte ich mich dieser Tage in die engen Kletterschuhe zwängen und mich an Routen und Bouldern probieren. Ich will es noch einmal wissen, in welche Schwierigkeitsgrade ich vordringen kann. Ob 3, 4, 5-, 5, 5+, 6-, 6 – all das klappte schon in kurzer Zeit und lässt mich weiter Blut lecken. Okay, bisher fast alles nur im Toprope, aber ich bin ja auch zum dritten Mal ein Kletteranfänger …

Dass zudem meine Frau und Tochter mit an einem Strang ziehen und sie aktuell ihren ersten Kletterfrühling erleben, während ich dessen Nummer Drei genieße, macht das Spiel mit der Schwerkraft momentan umso schöner!

Auf Speed

– Schnellen Schrittes –

Vorgestern bin ich mal wieder den Langenberger Rundweg gelaufen, den ich zuletzt Ende Oktober vorigen Jahres in Angriff genommen hatte.

Mal wieder startete ich daheim und wanderte zuerst ins Deilbachtal, wo ich auf die eigentliche über 3o km langen Runde stieß. Ich marschierte weiter ins Felderbachtal und hinüber nach Velbert-Nierenhof. Es folgten Huisgen und das Asbachtal. Die Temperaturen waren fast frühlingshaft, während derer ich durch Wälder und über Felder schritt. Pfade, Feldwege, auch mal ein Stück Asphalt. Ein auf und ab, ein weiter, immer weiter. Ein Golfplatz zur linken, später Windrath, Nordrath. Wieder im Deilbachtal schloss sich der Kreis und ich musste von dort nur noch zurück nach Hause flitzen.

Nur vier Pausen machte ich unterwegs – zwischen Morgengrauen und  Dunkelheit. Doch nie läuft alles ganz ohne Beschwerden ab – mal wieder zwickte es an mehreren Stellen. Am linken Fuß drückte nicht nur die Schnürung des Schuhs, sondern noch immer reagierte die Stelle unter der Ferse sensibel auf eine stundenlange Belastung, an der ich mir während einer Wanderung über den Ennepetaler Wappenweg vor mittlerweile 13 Monaten eine üble Blutblase zugezogen hatte. Aber egal, dieses Mal war es nur ein leichtes Zwicken, was mich nicht davon abhielt, die Tour von Anfang bis Ende schnellen Schrittes durchzuziehen.

Hatte ich für den Rundweg um Langenberg beim letzten Mal noch knappe 10,5 h benötigt, war ich nun bereits nach nur 9 Stunden und 20 Minuten wieder zu Hause.

„A strong will grows from suffering and being rewarded for it.“

Mark F. Twight hat einfach recht – alles Durchhalten hatte sich mal wieder gelohnt und ausgezahlt in einer neuen Bestzeit auf dieser Runde. Überhaupt bin ich auf allen Trainingsunternehmungen, die ich in den zurückliegenden Wochen und Monaten unternommen habe, immer deutlich zügiger unterwegs als in früheren Tagen. Ich frage mich, worin dieser Geschwindigkeitsschub begründet liegt. Etwa in den „Neujahrsvorsätzen“, die ich bereits seit Ende der Sommerferien versuche umzusetzen? Eine gesündere Ernährung mit weniger Zucker und weniger fettigem Zeug. Das brachte zwar umgehend einen Gewichtsverlust von 2, 3 Kilo mit sich, aber auch eine Beruhigung meines Verdauungstraktes und ein insgesamt besseres Körpergefühl. Oder trägt einfach das seit geraumer Zeit recht konsequent durchgeführte Coretraining dazu bei, dass ich meine Füße flinker bewegen kann? Egal, der Fitnesszuwachs macht auf jeden Fall Lust, noch so manche Herausforderung anzunehmen!

Mal sehen, was das nächste Jahr so bringt – weitere lange Tageswanderungen habe ich bereits auf dem Schirm.

Es ist mal wieder an der Zeit …

– Auf der Hardangervidda –

Vier Jahre nach meiner letzten Wintertour (einer Überquerung des Jostedalsbreen 2016), zehn Jahre nach meiner letzten Solo-Wintertour (einer Skitour über die Hardangervidda 2010) und 17 Jahre nach meiner letzten Wintertour durch den Sarek-Nationalpark im Jahre 2003 ist es mal wieder an der Zeit, mit Ski und Pulka-Schlitten durch die weiße Weite nordischer Einsamkeit zu ziehen. Im kommenden März mache ich mich daher auf, um weit nördlich des Polarkreises von Abisko über Ritsem bis nach Kvikkjokk durch das schwedische Fjäll zu laufen. Zuerst ein Stück auf dem Kungsleden, dann etwas abseits des bekannten Königspfades und schließlich als I-Tüpfelchen noch einmal quer durch den Sarek. Allein hinein in „Europas letzte Wildnis“ und unterwegs auf den Spuren meiner eigenen Vergangenheit. Auf dem Kungsleden fing Anfang der Neunzigerjahre alles an. Und im Sarek-Nationalpark glückte meine erste erfolgreiche Wintertour im Norden Schwedens.

Aber kommt erstmal mit und schwelgt mit mir in Erinnerungen – hier ist der Bericht meines Sarek-Abenteuers in jungen Jahren. Unternommen in den Osterferien 1994 kurz vor dem Abitur und erstmals veröffentlicht in Ausgabe 1/99 des Wandermagazin:

Dem Mythos auf der Spur

Auf Skiern alleine durch den Sarek-Nationalpark

An einem Samstagnachmittag erreiche ich das nordschwedische Städtchen Jokkmokk. Bis zum kommenden Montagmorgen muss ich dort allerdings nun erstmal ausharren – erst dann fährt der nächste Bus nach Kvikkjokk, dem Ausgangspunkt meiner geplanten Sarek-Durchquerung. Ich überlege noch, ein Taxi dorthin zu nehmen, doch der Preis für die knapp 200 Kilometer lange Strecke ist so schwindelerregend, dass es mich beinahe in den Schnee wirft. Also doch warten. Dem Taxifahrer ist es wohl recht so. Lieber kurvt er weiter durch Jokkmokk und trinkt zwischendurch heißen Kaffee in der Zentrale, als einen verrückten Deutschen in das einsame Nestchen am Arsch der Welt zu bringen. So niste ich mich dann für zwei Nächte im Vandrarhem ein und nutze die zur Verfügung stehende Zeit zum „Langlauftraining“ auf einer nahegelegenen Loipe. Mehr schlecht als recht drehe ich dort einige Runden. Hoffentlich wird’s im Sarek bald besser gehen.

Meine Gedanken wandern zurück, während ich in einer Trainingspause alleine am Küchentisch des Vandrarhems sitze und einen warmen Tee schlürfe. Ich bin der einzige Gast, das Haus ist von Stille erfüllt. Erst im letzten Winter war ich wegen falscher Ausrüstung am bekannten Kungsleden – nach nur einem Tag – gescheitert. Die neuen Back-Country-Ski und die Negativ-Erfahrungen dieses missglückten Trips sollen eine Durchquerung des viel schwereren Sareks möglich machen. Den Mythos, der ihn umgibt, im Kopf – das vermeintliche Wissen um extreme Kälte, brutale Stürme und endlose Einsamkeit –, habe ich dennoch ein ungutes Gefühl in der Magengegend. All diese im Raum stehenden Warnungen, die den Gedanken an eine Solotour eigentlich im Keim ersticken sollten, sind es aber, die meine Phantasie beflügeln und die ich auf Wahrheit überprüfen will.

Ein früher Start
Um viertel nach Fünf spuckt mich der Bus, zusammen mit fünf Franzosen, in Kvikkjokk aus. Das tiefverschneite Nest liegt an diesem Märzmorgen menschenleer am Sakkat-See. Nachdem der Busfahrer auch die Post abgeworfen und uns in der Kälte zurückgelassen hat, tauchen wir nordwärts in den Wald ein. Langsam wird derweil die bläulich-kalte Nacht von der aufkommenden Sonne verwischt.

Einer Skidoo-Spur folgend, kommen wir auf den ersten Kilometern schnell voran. In der Gegend der zugefrorenen Seen Unna- und Stuor Dáhtá verlasse ich den Trupp Franzosen und schlage mich alleine – gen Sarek – in die sich nach Westen ausweitende Buschlandschaft. Die Boarek-Sameviste – ein kleines Lappenlager – ist mein erstes Etappenziel.

Im Wirrwarr der Birken und Fichten verlaufe ich mich aber sogleich fürchterlich. Ich folge den falschen Skidoo-Spuren, die abrupt im Nichts enden, stürze unzählige Male im grundlosen Tiefschnee der Wälder und geistre frustriert umher. Erst am späten Nachmittag – vom ewigen Suchen und nicht Finden schon ziemlich erschöpft – treffe ich auf die richtige Spur. Diese führt mich endlich hinauf in die Berge. Zwei Schweden überholen mich noch auf ihren Motorschlitten, auch sie sind auf dem Weg zur Sameviste. An diesem Abend komme ich jedoch nicht mehr dorthin, und ich baue schließlich – mitten auf deren Spur – mein Zelt auf.

Dieser erste Tag hat mich schon ziemlich geschlaucht. Aller Hunger ist mir vergangen. In den ersten geschmolzenen Schnee werfe ich bloß eine Aspirin-Brausetablette und stürze die lauwarme Flüssigkeit mit gierigen Schlucken hinunter. Ein bisschen Schokolade ist alles, was ich noch an fester Nahrung zu mir nehme.

Wo ist die Hütte?
Der zweite Tag ist nicht minder lang und anstrengend. Der Weg über den Pass des Sähkok ist steil und stark vereist. Bei meinem begrenzten skifahrerischen Können kann ich die Bretter auf den glatten Passagen nur schwerlich unter Kontrolle halten. Manche Stelle bringe ich beinahe kriechend und auf allen vieren hinter mich.

Auch hinab ins Njoatsosvágge geht es anschließend nicht besser. Des öfteren schnalle ich die Ski ab und laufe die steilsten Abschnitte – manchmal bis zu den Knien einsinkend – zu Fuß hinunter. Vom Gehen ermüdet – so aber zeitraubenden Stürzen entgangen –, komme ich zu Beginn der Dämmerung unten im Tal an.

Der Gedanke an die wenige Kilometer entfernt liegende Njoatsosstugan (Anm.: Die Hütte existiert mittlerweile nicht mehr) treibt mich aber sogleich weiter. Ich folge dem Fluß, an dem die Hütte liegt, und hoffe sie somit bei immer schlechteren Lichtverhältnissen nicht zu verpassen. Aber auch mit den Skiern sinke ich oftmals knietief ein. Ich bin zu langsam und entschließe mich dazu, bei aufkommendem Schneegestöber dann doch mein Zelt irgendwo aufzuschlagen. Bei meiner angekratzten Kondition, dem immer schlechter werdenden Wetter und der fast schon vorhandenen Dunkelheit will ich nicht zuviel riskieren. Es erscheint mir sicherer, bei noch ausreichender Fitness in relativer Nähe der Hütte sicher zu zelten, als total erschöpft von einer langen Sucherei unmittelbar neben dem Häuschen nachher noch zu erfrieren.

Zwischen ein paar mickrigen Birken und einem großen Felsblock werfe ich meinen Rucksack in den Schnee. Die Sicht schrumpft auf wenige Meter. Schneeflocken wirbeln um mich herum. Ich versuche, die Skier abzuschnallen, komme jedoch nur mit dem linken Schuh aus der Bindung. Ich fange mit dem rechten Fuß an zu zerren, zu drücken, zu reißen. Nichts tut sich. Irgendwie muss Schnee in die Bindung gelangt sein und nun lässt sie sich nicht öffnen. Von dem unwirtlichen Wetter bekomme ich schon kaum mehr etwas mit. Der Ski hält mich gefangen. In meiner Verzweiflung krame ich meine Biwakschuhe aus dem Rucksack. Den Rücken gegen den immer stärker werdenden Wind gerichtet, ziehe ich den Skischuh dann einfach aus und lasse ihn erstmal am Ski hängen. Geschwind schlüpfe ich in die leichten Biwakschuhe und kann mich endlich frei bewegen. Mit Hilfe des Schweizer-Messers gelingt es mir dann auch, den Schnee aus der Bindung zu popeln und den Schuh zu lösen. In Windeseile baue ich schließlich das Zelt in einer Schneewehe auf. Nur dürftig kann ich es mit den Skiern und Stöcken, an dem Felsen und den Birken, abspannen. Es steht krumm und schief. Als ich hineinkrieche, ist es dunkel. Aus dem Rucksack hole ich die kleine Kerzenlaterne hervor und hänge sie in den Zeltgiebel. Wie eine Schiffslaterne schwankt sie vom Sturm gebeutelt hin und her.

Schnee überall
Am anderen Morgen überzieht eine feine Schneeschicht jegliche Ausrüstung in der Apsis. Unerbittlich hat der Wind unter dem miserabel abgespannten Heck des Zeltes hindurch Schnee nach vorne getrieben. Selbst in meine Schuhe haben sich einige Flocken verirrt. Notdürftig krame ich sie mit bloßen Händen heraus.

Auch der weitere Weg ist von grundlosem Schnee gekennzeichnet. Wiederholt sinke ich mit den Skiern tief ein. Doch nach nur einer guten Stunde Marsch – weit wäre es am vorigen Abend tatsächlich nicht mehr gewesen – öffne ich die kleine Tür der Njoatsosstugan. In ihrer winzigen Gemütlichkeit bleibe ich den Rest des Tages und erhole mich – kochend und lesend – von den bisherigen Anstrengungen. Dabei bin ich froh, es gestern nicht bis zum bitteren Ende ausgereizt zu haben.

Ein uriger Kauz
Zwischen den steilaufragenden Wänden des Tsähkkok und des Vássjábákte hindurch, den drei Njoatsosjávrre-Seen folgend – auf deren ebener Schneedecke man zügig vorankommt –, erreiche ich anderntags schon zeitig die nächste Hütte, die Álggastugan (Anm.: Die Hütte existiert mittlerweile nicht mehr).

Dabei treibt mich ein starker Rückenwind voran, der auch eine beängstigend dunkle Wolkenwand hinter mir auftürmt. Ein Schneesturm scheint aufzuziehen. Ich beschleunige meine unbeholfenen Schritte und laufe pausenlos weiter. Gerne hätte ich eine kleine Abfahrt zur Zeiteinsparung genutzt. Doch mal wieder reißt es mich zu Boden, so dass ich mich wieder behutsam hinabtasten muss, um mir nicht bei einem weiteren Sturz mal ein Knie zu verdrehen. Der Sturm zieht vorbei und erwischt mich nicht. So habe ich nun keine Probleme die stark eingeschneite Hütte ausfindig zu machen.

Dort treffe ich auf einen urigen Kauz. Sein schweres Baumwollzelt trocknet über dem Hüttenofen, und er sitzt in alte Woll- und Lodenkleidung gehüllt, mitsamt einem Hund, in einer dunklen Ecke. Auf einem simplen uralt Benzinkocher köchelt sein Haferbrei. Ich geselle mich zu ihm und komme mir mit meiner High-Tech-Ausrüstung fast etwas deplaziert vor. Nur sein recht moderner Kunstfaserschlafsack zeigt, dass er der Amundsen-Ära doch schon etwas entsprungen scheint.

Ins Herz des Sarek
Durch das wunderschöne Álggavágge, wo der Wind mir während einer Pause beinahe einen Fäustling entreißt, und einer weiteren Nacht in einer offenen Renvaktarstuga, führt mich mein Weg nach Skárjá – dem Herzen des Sarek. Dort – an der Mikkastugan – treffe ich auf zwei Deutsche. Wir machen gemeinsam Rast und blinzeln dabei in die wärmende Mittagssonne. Aus der geöffneten Tür des dortigen Plumpsklos kann ich auf die höchsten Sarek-Gipfel blicken. Gerne würde ich dort oben stehen und hinabschauen über die endlose weiße Weite. Aber auch dieser Platz erfüllt mich mit Zufriedenheit – der angestauten Bedürfnisse kann ich mich in diesem Holzhäuschen, vor Wind geschützt, entledigen. Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlos blauem Himmel lasse ich den Sarek-Mittelpunkt, auch die „Gesprächspartner für kurze Zeit“, zurück, um mir in dem breiten Ruohtesvágge ein Plätzchen für meine Stoffhütte zu suchen.

Die Nacht im Ruohtesvágge ist erbärmlich kalt. Fröstelnd liege ich im Schlafsack und finde nur schwerlich verdiente Ruhe. Es sind bestimmt -20°C – draußen sicherlich noch etwas mehr. Im Gegensatz zu traumhaft klaren Tagen laden klare Nächte kaum zum Träumen ein. Ich bin froh, als sich irgendwann in der Nacht eine Wolkendecke über das Tal legt und es sachte anfängt zu schneien. Da wird es wieder etwas wärmer.

Am Morgen wabern dicke Schneeflocken ums Zelt – begrenzen die Sicht auf ein Minimum. Trist und traurig sieht es aus. Nachher wird es sogar stürmisch. Ich beschließe, den Tag im Zelt zu verbringen und setze meine Füße erst gar nicht vor die Apsis. Eine Weithalsflasche muss als Pissoir herhalten. Ansonsten versuche ich, in der Enge des kleinen Zeltes einige Selbstportraits zu machen und lasse mich – bei einer Lektüre Günther Grass’scher Satzkonstruktionen – das unwirtliche Wetter zeitweise vergessen.

Als Fußgänger im tiefen Schnee
Kurz bevor ich am darauffolgenden Tag den Sarek-Nationalpark verlasse und die Kisurisstugan am Padjelantaleden erreiche, passiert mir eines der größten Unglücke, die einen auf einer Wintertour erwischen können. Der Metallstift in meinem Schuh – die Verbindung zum Ski – bricht und macht die Einheit unbrauchbar. Schon seit Tagen bekam ich die Probleme damit nicht in den Griff. Die Bindung vereiste ständig, und nur mit Gewalt bekam ich die Ski dann vom Fuß. Nun bin ich urplötzlich zum Fußgänger degradiert.

Der phantastische Blick auf die Eiskaskaden an der Nordwestwand des Niják ist sofort vergessen – die Ski in den Händen hinter mir herschleifend, bewältige ich mühevoll die letzten Kilometer zur Hütte. Frustriert von all dem Einsacken, halte ich dort zuerst eine Sitzung auf einem der Plumpsklos. Ich beschließe, weitere Entscheidungen auf den nächsten Morgen – den letzten Tag der Tour – zu verlegen, und breite mein Lager erstmal in der kalten STF-Hütte aus. Die Gasheizung bekomme ich nicht in Gang – nur eine alte Petroleumlampe gaukelt mir etwas Wärme vor.

Glücklicher Endspurt
Am Morgen tauchen unvermittelt zwei Hüttenwarte auf. Ich spreche sie auf meine missliche Lage an, und nach einiger Überlegung borgt man mir ein Paar Schneeschuhe. In Gällivare soll ich sie vor Beginn meiner Heimreise bei der Polizei abgeben. Man wird sich die Bärentatzen da wieder abholen. Erstaunt über soviel Vertrauen, die Ski am Rucksack befestigt, komme ich über eine festgefahrene Skidoo-Spur relativ problemlos zum Áhkájávrre, das gewaltige Áhkká-Massiv im Rücken.

Mit den Schneeschuhen war ich aber langsamer als mit den Skiern an den Tagen zuvor. Deshalb möchte ich mich von dem nur schwedisch sprechenden, alten Hüttenwart der Akkastugorna die letzten zwölf Kilometer per Skidoo über den riesigen Áhkájávrre nach Ritsem bringen lassen. Mit Händen und Füßen kann ich einen akzeptablen Preis aushandeln. Letztendlich sind wir beide zufrieden und sitzen uns in der warmen Hütte lächelnd gegenüber.

Auf dem hölzernen Anhänger seines Motorschlittens friere ich mir fast noch die Füße ab und werde nicht übel durchgeschüttelt. Aber in all meine Kleidung gepackt, die Mütze weit über beide Ohren gezogen, überstehe ich auch noch diesen windigen Trip.

Am Ziel
Müde und ausgelaugt stehe ich unter einer warmen Dusche in der Fjällstation von Ritsem und lasse mir das Wasser über den Körper rinnen. Ich denke an die letzten Tage zurück. Einsamkeit habe ich erlebt. Schnee umhüllte mich. Wind zerrte am Zelt. Kälte ließ mich in mancher Nacht frösteln. Ich durfte am Mythos des Sarek schnuppern. Körper und Geist wurden auf eine harte Probe gestellt.

Die Route
Kvikkjokk – Boarek – Njoatsosvágge – Álggavágge – Skárjá – Ruohtesvágge – Kisurisstugan – Akkastugorna – Ritsem