Eine “verwischte” Wanderung 23. Juli 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Fotografie, Wandern , 2kommentare
- “Im Wald 1″ -
Heute war ich mal wieder im Wald und auf den Feldern unterwegs. Eine kleine Wanderung – 5 Stunden. Zuhause los, über das Felderbachtal zum Berger Hof und über die Fahrentrappe und durch den Großen Siepen wieder retour. Schön war’s. Nicht zu heiß und zwischen Schatten spendenden Bäumen hielt sich eine angenehme Luft …

- “Kornfeld” -
Neben 2 Liter Wasser, zwei mit gekochtem Schinken belegten Broten, einer Banane und einem Apfel, sowie einem Päckchen Fritt mit Zitronengeschmack, steckte auch meine Kamera im Rucksack. Schon vor dem Aufbruch hatte ich das Objektiv mit einem Graufilter bestückt – ich wollte ein paar Langzeitaufnahmen machen und musste dafür bei dem hellen Wetter den Lichteinfall in die Linse reduzieren.

- “Im Wald 2″ -
Unterwegs gefiel mir besonders eine Situation im Wald unterhalb des Berger Hof. Sonnenstrahlen durchfluteten filigranes Blattwerk, kräftiges Grün stand in schönem Kontrast zum Hell und Dunkel des Himmels und der Baumstämme. Ich habe mit verschiedenen Blenden und Belichtungszeiten experimentiert. Erst als ich sah, dass Brauchbares dabei herausgekommen war, zog ich weiter …
Die kalten Fakten:
Nikon D300, Tokina AT-X 12-24 mm / 4.0 Pro DX, B+W 106 ND 1,8 64x Graufilter, ISO 200, 10s, 1/1.6s und 5s, Blende 22, 16 und 22, Nikon Capture NX2, Adobe Photoshop CS4
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3 Tage Island – Gastbeitrag im Kwerfeldein Fotografieblog 9. Juli 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Medien, Reisen , 1 kommentar bisher
Mit Kwerfeldein betreibt Martin Gommel den wohl meistgelesenen Fotografieblog Deutschlands. Fundierte, teils sehr persönliche Beiträge werden immer wieder ergänzt durch Gastartikel anderer Fotografen. Hervorzuheben ist auch die Kommentarkultur auf Kwerfeldein, die zeigt, wie sehr die Leser teilhaben und die gezeigten Bilder und geschriebenen Worte diskutieren. Da freue ich mich, heute selbst mit einem Gastbeitrag die Themenvielfalt zu bereichern.
In 3 Tage Island – Reisefotografie mit Zeitdruck berichte ich von meinen fotografischen Erlebnissen während einer kurzen Pressereise auf die Insel im Nordatlantik, die durch den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr in aller Munde war. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hatte mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel.
Neben der Bergtour, die als 15-stündiges Auf und Ab für den zweiten Tag angesetzt ist, wollen wir weitere sehenswerte Orte besuchen. Stoff für eine spannende Geschichte wird es demnach reichlich geben, nur wie bei Pressereisen üblich, ist alles in einen engen Rahmen gequetscht. Zeitdruck ist aber nicht unbedingt das, was man sich als Fotograf wünscht, um gute Bilder mit nach Hause zu bringen. Tja, so ist die Situation – also versuche ich, das Beste herauszuholen.
Wie sind Eure Erfahrungen mit der Reisefotografie? Habt Ihr immer ausreichend Zeit? Oder muss es auch schon mal schnellschnell gehen?
> 3 Tage Island – Reisefotografie mit Zeitdruck
Weisse Mäuse zum ersten Geburtstag 8. Juli 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie , 1 kommentar bisher
- “Weisse Mäuse” -
Vor einem Jahr startete ich diesen Blog mit etwas Futter. Seitdem habe ich zahlreiche weitere Bilder und Impressionen hier veröffentlicht. Auch im neuen Blog-Lebensjahr werde ich weiterhin in lockerer Folge Fotos präsentieren, von Abenteuern berichten und Geschichten erzählen …
Anstelle einer Geburtstagstorte gibt es nur eine Schale mit Weissen Mäusen. Aber die sind ja auch ganz lecker! Greift zu …
Die kalten Fakten:
Nikon D300, Sigma 10-20 mm / 3.5 EX DC HSM, ISO 800, 1/30s und Blende 8, Nikon Capture NX2, Adobe Photoshop CS4
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Selma, der Kreißsaal und 49 Zentimeter 2. Juli 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein , 5kommentare
- “Selma, Tag 1″ -
Es geschah am vergangenen Montag. Den 28. Juni 2010. Nach 40 Wochen und 5 Tagen gemütlicher Entwicklungszeit erblickte Selma in der Wuppertaler Landesfrauenklinik um 23:50 Uhr das Licht des Kreißsaal 6. Nun, wie aus dem Ei gepellt, war sie nicht. Eher so, wie bestimmt alle aussehen, die aufbrechen in ihr Leben. Erschöpft von der Geburt und voller Erwartung. Ein Moment für die Ewigkeit.

- “Selma, Tag 1″ -
Die Waage schlug bei 3090 Gramm aus und es wurde eine Größe von 52 cm gemessen. Genug für den Anfang. So ging es auf Zimmer 202. Mit Übelkeit – wohl zuviel Fruchtwasser geschluckt. Als später der Hunger kam, kamen auch die Schreie. Kaum zu glauben, wie viel Kraft in einem so kleinen Wesen steckt.

- “Selma, Tag 2″ -
Apropos klein: Als wir heute zur U2, der zweiten Untersuchung, beim Kinderarzt waren, wurde bei Selma nur noch eine Größe von 49 Zentimetern bestimmt. Mmh … Naja, in den ersten Tagen kommt wohl alles nicht so genau … Schließlich dreht sich das Leben im Moment nur um drei Dinge: Schlafen, Essen und Windeln füllen.
Na dann mal los!
Das Boot in der Nordsee – Gastbeitrag im Blog von Olaf Bathke 22. Juni 2010
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Im Dezember des letzten Jahres schrieb ich in einem Gastbeitrag im Blog von Olaf Bathke über die Formatfrage. Vollformat oder Halbformat? FX vs. DX – Oder der Vorteil des Halben gegenüber dem Vollen. Heute bin ich mit einem weiteren Artikel im ältesten deutschsprachigen Blog mit dem Schwerpunkt Fotografie vertreten. Doch dieses Mal ist nicht ein technischer Aspekt Inhalt des Beitrages, sondern eine Bildvorstellung.
Die Aufnahme “Das Boot in der Nordsee” entstand im Laufe einer Reise an die ostfriesische Nordseeküste in den ersten Tagen diesen Jahres. An einem der Tage fuhren wir mit der Fähre von Neßmersiel auf die Insel Baltrum, die kleinste der sieben dauerhaft bewohnten Ostfriesischen Inseln. Wie ausgestorben wirkte die Insel an diesem Januartag. Während der Rückfahrt zum Festland entstand das Bild des kleinen Bootes.
Als ich nach einer Weile aufblickte, waren wir gerade daran ein kleines Boot zu überholen, das in den Wellen der Fähre auf und ab tanzte. Mir schoss eine Bildidee in den Sinn: Das Boot und die Meereswellen in Geschwindigkeit und Harmonie vereint.
Die Fotografie ist ein Sinnbild dieses Tages auf der Insel Baltrum: Ein verschwommener Horizont, ohne Aussicht und Anhaltspunkte. Ein aufgewühltes Meer, welches den Gang der Zeit bestimmt. Und inmitten der Mensch, der sich darin behauptet.
> Das Boot in der Nordsee – Eine Bildvorstellung
Island – Bilder einer Pressereise 18. Juni 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 3kommentare
Nach dem Bericht über meine Teilnahme an einer kurzen Pressereise nach Island (siehe auch Blog-Eintrag vom 02. Juni 2010), folgen nun einige Bilder. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hatte mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, um an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel. Gemeinsam mit der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) veranstaltete 66°North bereits zum dritten Mal ein erfolgreiches Trainingsprogramm, das Teilnehmern die Gelegenheit gab, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Der Aufstieg auf den Hvannadalshnúkur im Süden des Gletschers Vatnajökull (Höhe 2110 m) war der sprichwörtliche Höhepunkt dieses Trainingsprogramms. Neben der erfolgreichen Bergtour wurden im Rahmen des Inselaufenthalts zudem ein paar weitere schöne Flecken entlang der Südküste Islands besucht.
Hier im Blog zeige ich nur eine Auswahl der Bilder – weitere gibt es auf meiner Website zu sehen. (Am schönsten lassen sich die Bilder im Vollbildmodus betrachten.)
> Mehr Bilder der Reise gibt es hier zu sehen
Island, die Asche und der Hvannadalshnúkur 2. Juni 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 1 kommentar bisher
- “Über den Öræfajökull” -
Island geht es gut! Wohl die wichtigste Erkenntnis meiner kurzen Reise auf die Insel im Nordatlantik – zumindest aus der Sicht der Isländer. Es war eine der ersten Informationen, die uns mit aller Nachdrücklichkeit mitgeteilt wurde. Entgegen mancher Vermutung ist der kleine Inselstaat nicht unter der übermächtigen Aschewolke des Eyjafjallajökull verschwunden, die den Rest der Welt über Tage und Wochen niederdrückte und am Boden festhielt. Schon die Ankunft in Reykjavik gestaltete sich warm und freundlich. Sonnenschein und angenehme Frühlingstemperaturen – von Asche keine Spur. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North nahm uns, eine Gruppe europäischer und amerikanischer Journalisten, in Empfang, um uns in den folgenden drei Tagen die Firma, das Land und vor allem den höchsten Gipfel Islands näher zu bringen (siehe auch Blog-Eintrag vom 26. Mai 2010). So stand als erstes ein Besuch des Firmensitzes auf dem straffen Programm, wo wir einen Einblick in die Geschichte des 1926 gegründeten Unternehmens bekamen, das mit Seemannsbekleidung anfing und erst seit 1999 verstärkt den Outdoormarkt bedient. Bevor wir uns von dort auf den Weg gen Osten und Richtung Hvannadalshnúkur machen konnten, schaute auch noch Leifur, einer der Guides der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) vorbei. Gemeinsam mit 66°North veranstalteten die Icelandic Mountainguides ein Trainingsprogramm, welches Teilnehmern die Gelegenheit gab, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Auch wir bekamen von Leifur noch ein paar Informationen zugesteckt: Länge der Strecke, Höhe des Aufstiegs, wie wir uns zu kleiden und was wir alles mitzunehmen hätten.

- “Seljalandsfoss und ein klappriger Land Rover” -
Auf der Fahrt über die Ringstraße entlang Islands Südküste reihte sich ein Highlight ans nächste. In Sellfoss aßen wir Spínat Lasagna, bevor ein Stopp am Urri∂afoss unseren engen Zeitplan zum ersten Mal ins Stocken brachte. Es ist wohl keine leichte Aufgabe, eine Meute neugieriger Jounalisten und Fotografen unter Kontrolle zu halten. Den für 15 Minuten angesetzten Halt dehnten wir locker auf 45 aus – ein Umstand, den wir fortan bei jedem Stopp regelmäßig wiederholten. Im Hotel Rangá, einem luxuriösen Holzbau am Fluss Hólsá, gab es Kaffee mit Kuchen, der den World Pavillion Suites, thematisch gestaltet nach den sieben Kontinenten, in nichts nachstand. Auch wenn uns ein Blick auf den berühmten Berg Hekla im Norden verwehrt blieb, genossen wir in den nächsten Stunden weiterhin die Aussicht aus den Busfenstern über die zunehmend in Wolken und in Niesel eingetauchte Landschaft.
Nach einer Runde um den Seljalandsfoss, der über die ehemalige Küstenlinie in die Überschwemmungsebene des Markarfljót stürzt, kamen wir dann doch noch der Asche näher. Am Südrand des Eyjafjallajökull befindet sich das einzige Gebiet, welches auf Island unter dem Vulkanausbruch zu leiden hatte. Vor allem zwei Farmer sind betroffen, deren Grund und Boden nun von einer dicken Schicht bedeckt ist. Wir hielten kurz in einer Ecke düsterer Tristesse, fügten dem Land unsere Fußabdrücke hinzu, um alsbald weiterzufahren über Vík, Kirkjubæjarklaustur und den schwarzen Skei∂arársandur bis nach Skaftafell.

- “Aufstieg und Spuren in der Asche” -
Die Nacht im Hotel Skaftafell war kurz. Nur wenige Stunden bis zum frühen Morgen, der uns wolkenverhangen begrüßte. Frühstück um 4 Uhr, Aufbruch wenige Zeit später, denn um 5 sollte es losgehen auf den Hvannadalshnúkur. Am verlassenen Bauernhof Sandfell warteten 18 Mountainguides, um an diesem Tag eine große Gruppe zum Gipfel zu führen. Mehr als 150 Teilnehmer des Trainingsprogrammes teilten sich in kleinere Gruppen auf, nach Leistungsstärke sortiert, denen wir uns anschlossen. Jedes der Trüppchen bekam einen Guide, der von nun an das Tempo und die Richtung bestimmte. In langer Schlange stiegen wir über steile Geröllhänge hinauf. Nebelfeucht. Doch der Wettergott meinte es gut mit uns an diesem Tag – auf etwa 1000 Meter Höhe durchbrachen wir die Wolkendecke. Blauer Himmel und Sonnenschein tauchte die Gletscherlandschaft in ein Licht, so strahlend hell, wie man es sonst nur aus dem Flugzeug kennt, das über einem Meer aus Wolken seinem Ziel entgegen fliegt. Nun ja, wir flogen nicht, sondern stapften, von nun an angeseilt, Schritt für Schritt höher und überquerten Spalten im Eis. Stunden vergingen, bis wir den steilen Gipfelaufbau erreichten, den wir mit Steigeisen an den Füßen auch noch erklommen. Um 14 Uhr stand ich bei Windstille 2110 Meter hoch am höchsten Punkt von Europas größtem Gletscher.

- “Am Gipfel des Hvannadalshnúkur” -
Hinab ging es nicht bedeutend schneller. Man kann sagen, es zog sich. Doch beflügelt ob der gewaltigen Landschaft, des intensiven Erlebnisses, nahmen wir auch noch diese Hürde. All die Gruppen, die sich aufgemacht hatten, waren mittlerweile weit voneinander getrennt. Zu unterschiedlich die Geschwindigkeiten beim Laufen, oder die Lust stehenzubleiben und nur zu schauen. Ich gehörte einer der langsamsten Gruppen an, was mir gerade recht war, schließlich befand ich mich nicht auf der Flucht. Nach 14,5 Stunden trudelten wir wieder in Sandfell ein. Eine warme Suppe erwartete uns dort, liebevoll serviert und dankbar angenommen am Ende eines langen Tages. Auch unser Guide Gísli war müde, der nun bereits zum dritten Mal den höchsten Berg seines Landes bestiegen hatte. Doch wie für uns und die meisten seiner Landsleute war dieser Tag etwas ganz Besonderes, wird der Hvannadalshnúkur doch so oft von Wolken und Winden umtobt.

- “Die Reynisdrangar-Säulen und eine Flasche Brennivín” -
Müde in den Beinen kletterten wir anderntags wieder in den Bus. Es ging zurück nach Reykjavik. In Vík, vor dessen schwarzem Lava-Strand Reynisfjara die versteinerten “Reynisdrangar-Trolle” aus dem Wasser ragen, gab es isländische Fleischsuppe. Am Skógafoss der nächste Stopp – wieder einmal an einem der unzähligen Wasserfälle. In Þorlákshöfn nahm uns das dort ansässige Team der isländischen Rettungsgesellschaft Landsbjörg noch in Schlauchbooten mit auf’s Meer. Ein feuchter Ritt in Rettungswesten, der für etwas Adrenalin zum Ende der Reise sorgte. Viel zu schnell vergingen die Tage auf einer Insel, auf der uns weder Asche begrub, noch Brennivín, The Original Icelandic Schnapps, der auch als svarti dauði, “Schwarzer Tod”, bekannt ist, den Garaus machte.
Takk!!
> Mehr Bilder der Reise gibt es hier zu sehen
Mit 66°North auf den Hvannadalshnúkur 26. Mai 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 1 kommentar bisher
- “Island, Foto: 66°North” -
Nach dem Fotoshooting in Nord-Norwegen in der letzten Woche (siehe auch Blog-Eintrag vom 22. Mai 2010), fliege ich morgen erneut in nordische Gefilde. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hat mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, um an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel. Gemeinsam mit der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) veranstaltet 66°North bereits zum dritten Mal ein erfolgreiches Trainingsprogramm, das Teilnehmern die Gelegenheit gibt, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Bergsteiger können in diesem Programm ein unvergessliches Erlebnis und den Erwerb wertvollen Wissens auf dem Gebiet der ökologischen Verantwortung miteinander verbinden. Die beiden Unternehmen arbeiten mit vereinten Kräften daran, das Projekt als Plattform zu nutzen, um Bergsteigern die Problematik der Klimaerwärmung und ihre Folgen für die Gletscher Islands näher zu bringen. Der Aufstieg auf den Hvannadalshnúkur im Süden des Gletschers Vatnajökull (Höhe 2110 m) ist der sprichwörtliche Höhepunkt dieses Trainingsprogramms.
Neben der Bergtour, die als 15-stündiges Auf und Ab für den Samstag angesetzt ist, werden wir im Laufe der Fahrt von Islands Hauptstadt Reykjavik bis nach Skaftafell, am Fuße des Gletschers, zudem ein paar weitere schöne Flecken entlang der Südküste besuchen: Den imposanten Skógarfoss, die Basalthöhle Hálsanefshellir am Strand von Reynisfjara und die Reynisdrangar-Säulen, die der Legende nach entstanden, als zwei Trolle einen Dreimaster zur Küste schleppen wollten. Als die Sonne unerwartet durch die Wolken brach, erstarten die beiden zu Stein. Nach dem Tag der Gipfelbesteigung erwartet uns dann noch eine Bootstour inmitten von Eisbergen auf der Gletscherlagune Jökulsárlón.
Ein schönes Programm für einen Kurztrip auf die Insel aus Feuer und Eis. Zum Glück ist der Eyjafjallajökull müde geworden. Er schläft und erholt sich vom wochenlangen Aschespucken. Gut so – der Hvannadalshnúkur wird Abenteuer genug sein.
Zwei Tage Fotoshooting in Nord-Norwegen 22. Mai 2010
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- “Flug nach Sørkjosen” -
Im Norden Norwegens sollte in dieser Woche noch Schnee liegen. Daher flog ich mit Michael Draksal vom Draksal Fachverlag am Dienstag in die Kommune Nordreisa, um dort einige Fotos von Georg Sichelschmidt zu machen, der gerade an einem Winterreise-Ratgeber schreibt, für den noch einige Bilder fehlen. Georg, mit dem ich 2006 das grönländische Inlandeis überquert hatte, lebt mittlerweile im norwegischen Storslett. Ein weiter Weg ist es bis dorthin. Nach stundenlanger Anreise und mehreren Flügen erreichten wir schließlich Tromsø, von wo es nur noch ein Katzensprung mit einer kleinen Dash 8 Propellermaschine bis nach Sørkjosen, einem Kaff unweit von Storslett, sein sollte. Doch der 20-minütige Flug zog sich wetterbedingt in die Länge, da heftiger Regen und Nebel eine Landung verhinderte. Zweimal setzte der Pilot dazu an, doch beide Male zog er im letzten Moment die Maschine wieder höher und startete durch. Nicht ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit, wie uns später berichtet wurde … Also retour, zurück nach Tromsø und rein in einen Bus, den die Fluglinie Widerøe bereitstellte. Nach etwa 4 Stunden Fahrt, anstelle der 20 Minuten Flug, erreichten wir mitten in der Nacht das Reisafjord Hotel in Sørkjosen. Als ich kurz nach 1 Uhr mein Zimmer betrat, war es draußen noch immer hell.

- “Hotelzimmerausblick – 01:13 Uhr” -
Nach dem Frühstück fuhren wir mit Georgs Auto zu einem höher gelegenen Pass, wo der Schnee noch liegen sollte. Ein schmutziger Restehaufen vor dem Hotel war unserer Zuversicht auf die weiße Masse jedoch nicht zuträglich. Starke Bewölkung und die Wetteraussicht auf Regen gesellte sich unvorteilhaft hinzu. In der Höhe, und in tief hängenden Wolken, angekommen, sondierten wir die Lage. War Georg hier vor einer Woche noch bei bestem Wetter Ski gelaufen, hatte in der Zwischenzeit frühlingshaftes Tauwetter zugeschlagen und allerorts dunkle Geröll- und Erdflächen freigelegt. Dazu kam nun das triste Wetter, diese unwinterliche Stimmung. Nicht das, was wir uns noch erhofft hatten: Schnee, Aussicht, blauer Himmel … Der erste Fototag nahm keinen guten Anfang und unsere Gedanken kreisten nur um die “Bilderliste” mit all den Motiven, die wir fotografieren wollten. Unverrichteter Dinge fuhren wir zurück ins Hotel und hielten Kriegsrat. Nun galt es, das Beste aus der Situation herauszuholen.

- “Am Wolkenpass” -
Am späteren Nachmittag standen einige Husky-Bilder auf dem Programm. Vor den Toren Storsletts leben einige Züchter, von denen wir einen besuchten. Neben den großen, für Schlittenrennen trainierten Hunde, tummelten sich auch einige Welpen. Ich versuchte Georg mit ihnen zu fotografieren. Husky auf dem Schoss, Husky auf dem Arm, Huskies um sich herum. Der Auslöser klickte und klickte. Mal diese, mal jene Perspektive. Ein Haufen Ausschuss sammelte sich, aber auch ein paar gelungene Aufnahmen. Mit einem der großen Huskies machten wir dann noch das Bild “Pfotenkontrolle”, bei dem Georg die Pfote des Tieres auf eine Verletzung hin untersucht. So hatten wir am Ende des Tages immerhin zwei Motive der langen Liste im Kasten.

- “Hundeblick” -
Schnell war uns klar geworden, dass stimmungsvolle Winterbilder bei den herrschenden Bedingungen nicht mehr zu realisieren sind. Das umfangreiche Archivmaterial mit Bildern früherer Reisen und Expeditionen rückt daher in den Fokus. Den zweiten Fototag nutzten wir stattdessen für Aufnahmen, die Georg mit allerlei Ausrüstung, in erklärenden Posen und an einem Esstisch zeigen, denn schließlich gehört gutes Essen auf einer Wintertour auch dazu. Apropos: Der Wal, der uns zu Mittag im Hotel serviert wurde, schmeckte hervorragend … Zum Ausklang der zwei Tage Fotoshooting spazierten wir bei Nieselregen noch ein Stück am Reisafjord entlang. Schneereste berührten das Wasser, Meeresgeruch lag in der Luft.

- “Zurück nach Tromsø” -
Am Morgen des Abreisetages atmeten wir auf. Kein Nebel hüllte die Landschaft ein, kein Regen prasselte herab. Dem Flug nach Tromsø durfte also nichts im Wege stehen. Doch am Sørkjoser Flughafen belehrte man uns eines Besseren. War es nun nicht das Wetter, so war es jetzt die Aschewolke des Eyjafjallajökull, welche im hohen Norden Norwegens so tief in der Luft hing, dass sie die Flüge mit den niedrig fliegenden Propellermaschinen zunichte machte. Wieder hieß es in einen Bus zu steigen und stundenlang nach Tromsø zu fahren. Fjorde und Berge rauschten am Fenster vorbei. Dunkle Wolken wechselten sich mit Sonne und Regen ab. Von Tromsø konnten wir weiterfliegen. Nach Oslo und nach Hause. Im Gepäck ein Haufen Bilder. Und die Eindrücke eines Fotoshootings, welches nicht ganz so gelaufen war, wie es im Idealfall hätte sein sollen.
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Umzug nach Balkonien 15. Mai 2010
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- “Balkonien” -
Vor einer Woche bin ich umgezogen. Meine Freundin auch. Nun wohnen wir zusammen – haben aus zwei getrennten Lebensräumen einen gemeinsamen geschaffen. Bei der Wohnungssuche zuvor hatten wir ein paar Wünsche. Einer davon war Balkonien. Aus den alten vier Wänden kamen wir nicht heraus. Gut, auf die Straße, aber einen Balkon hatte keiner von uns. Nun haben wir sogar zwei. Mit Blicken in den Hinterhof, auf alte Fabrikgebäude und sogar ferne Wälder am Horizont. Wenn ich dort sitze, die Beine lässig auf’s Geländer gelegt, fühle ich mich ein wenig wie der Fotojournalist L. B. Jefferies. Verkörpert von James Stewart in Alfred Hitchcocks Film Das Fenster zum Hof.
Noch sitzen und leben wir jedoch zwischen zahlreichen Kisten und Kästen, die aus- und eingeräumt werden müssen. Da kommt keine Langeweile auf, die mich ausgiebig auf den Balkon treiben und die Nachbarschaft beobachten lassen könnte. Auch bin ich nicht durch ein Gipsbein an einen Rollstuhl gefesselt … Dennoch ist es schön, schon mal einen Moment auf Balkonien zu verbringen und sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen. Und im Moment ist sie tatsächlich noch sehr frisch. Es wird Zeit, dass die Sonne häufiger hervorkommt und an Kraft gewinnt, damit es auch im Außenbereich unserer Wohnung angenehm gemütlich wird. Aber wer weiß – nicht, dass sich durch ausgedehnte Aufenthalte auf Balkonien ein gesteigertes Vergnügen entwickelt, die Marotten unserer neuen Nachbarn zu erforschen und wir nachher noch in eine obsessive Neugier verfallen?!