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Saariselkä Wanderung – Die Bilder

– Saariselkä Wanderung – Die Bilder –

Im letzten Herbst verschlug es mich in die nordfinnische Provinz Lappland. An der Grenze zu Russland erstreckt sich die Saariselkä-Wildnis – eingebettet in den Urho-Kekkonen-Nationalpark. Mächtige Fjells, riesige Sümpfe und märchenhafte Waldgebiete zeichnen die Region aus. Als ich Ende September in Kiilopää aufbrach, war die Zeit der Ruska, die Explosion der Farben, schon fast vorbei. Gerne hätte ich diesen Höhepunkt des Jahres, in dem sich nach der nachtlosen Zeit der Mitternachtssonne und vor Einbruch des stimmungsvollen Halbdunkel der Polarnacht alle Sträucher und Bäume verfärben, in vollen Zügen erlebt. Doch ich kam nicht früher los und musste mich nun hier und da mit ein paar letzten goldgelbenen Birkenblättern oder in tiefem Rot erstrahlenden Beerensträuchern begnügen, die sich versteckt noch zeigten. Spät im Jahr war das meiste schon kahl und zu allem Überfluss deckte ein erster Wintereinbruch im Nu ein weißes Mäntelchen über die Landschaft und ließ mich in den ersten Tagen teils knöcheltief durch Schnee stapfen.

Vorbei an Suomunruoktu, Salonlampi und Tuiskukuru kam ich zum Luirojärvi. Es wurde wieder wärmer und das Weiß tropfte bald nass von den Bäumen. Den baumlosen Gipfel des Sokosti, des höchsten Berges in Ostfinnland, erklomm ich in dichtem Nebel über Geröllhalden, nur um hoch oben ohne jegliche Aussicht eine kurze Rast einzulegen, um sogleich wieder fix hinunterzulaufen zur Rajankämppä-Autiotupa. Dafür kam ich anderntags auf dem Weg nach Hammaskuru aus dem Staunen nicht mehr raus – der Pfad schlängelte sich durch den Wald und nach jeder Biegung offenbarten sich neue Eindrücke, die ich mit kindlicher Neugier aufsog.

In sternenklaren Nächten gefroren die Pfützen, aber ich zog dennoch häufiger das Zelt einer Hütte vor und kuschelte mich einfach tief in meinen Schlafsack. Durch die steinige Teufelsschlucht Pirunportti stieg ich auch noch hinauf auf den Ukselmapää, den zweithöchsten Punkt im Nationalpark. Von dort war die Aussicht in alle Himmelsrichungen zwar fantastisch, nur trieb mir ein eisiger Wind die Tränen in die Augen und mich rasch wieder hinab in tiefere Lagen und in die wunderschöne Paradiesschlucht Paratiisikuru. Bei Sonnenschein machten ein paar versprengte herbstlich-feurige Überbleibsel dem Ort alle Ehre.

Via Sarvioja gelangte ich zurück ins Tal des Suomujoki, dem ich an der Porttikoski-Hütte und zahlreichen Feuerstellen entlang flussaufwärts bis Kotaköngäs folgte. Nur was auf der Karte wie ein Katzensprung aussah, entpuppte sich als zäher Abschnitt durch teils sumpfiges Gelände, Unterholz und einige Blockfelder. Entschädigt wurde ich am Abend durch einen Fuchs, der in der Dunkelheit am Zelt auftauchte. Im Schein der Stirnlampe blickten wir uns lange in die Augen, bevor er wieder Reißaus nahm.

Langsam sagte ich der idyllischen Gegend schließlich Lebewohl, machte noch am See Rautulampi Station und genoss den Sonnenuntergang hinter dem Bergzug Raututunturit, bevor ich die letzten Kilometer bis Saariselkä lief, einer im späten Herbst wie ausgestorben wirkenden Ortschaft. Mir war die Stille dieser Jahreszeit recht, in der ich nur wenige wortkarge Finnen traf. Denn dafür konnte ich ganz in Ruhe in diese abgeschiedene Welt aus Bäumen, Flüssen und kahlen Kuppen eintauchen …

Nach dieser abwechslungsreichen Reise dauerte es eine lange Zeit, bis ich alle Bilder fertig bearbeitet hatte. Aber jetzt gibt es sie endlich seit kurzem zu sehen – die komplette Serie aus dem Urho-Kekkonen-Nationalpark. Auf Flickr. Viel Freude damit!

PS:
Auch diese Eindrücke sind erneut Resultate eines kompletten RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film, was den Fotos auch hier zu etwas analogen Charme verhelfen sollte. In diesem Fall fiel meine Wahl auf den Fuji 800Z -. Die Wanderung durch die Saariselkä-Wildnis habe ich übrigens mit Fujifilms X-T1 fotografiert.

> Bildergalerie Saariselkä Wanderung 2014

Island Rundreise – Die Bilder

– Island Rundreise – Die Bilder –

Ein gutes halbes Jahr liegt sie bereits zurück – unsere Rundreise um Island. Nach der Ankunft mit der MS Norröna in Seyđisfjörđur kurvten wir zuerst durch die Ostfjorde, bevor wir an der oft bis auf Meereshöhe verhangenen Südküste von Highlight zu Highlight tingelten. Meist prasselte der Regen aufs Autodach, aber ein paar Bilder machte ich schon, versuchte mancherorts zu “meinen” Impressionen zu kommen. An den Gletscherlagunen Jökulsárlón und Fjallsárlón, dem Strand Reynisfjara und der Skógá und dem Skógafoss. Auf der Halbinsel Snæfellsnes ging die Sonne langsam hinter dem Snæfellsjökull unter, wir stießen auf den Leuchtturm Svörtuloft und ich krabbelte in eine glitschige Ecke ganz nah am Wasserfall Kirkjufoss. In den Westfjorden zerfledderte ein Autoreifen auf einer der Schotterpisten und wir sagten diesem abgelegensten und am wenigsten besuchten Landesteil mit einem Blick gen Hornstrandir Lebewohl und ließen ein paar entlegene Ecken, die wir gerne noch aufgesucht hätten, danach links liegen. Zurück auf der asphaltierten Ringstraße machten wir uns auf in den Norden Islands. Zum See Mývatn, ins Lavafeld Dimmuborgir und auf die Halbinsel Melrakkaslétta, dem am dünnsten besiedelten Landstrich an der Küste Islands.

Nach dieser ungewöhnlichen Reise dauerte es eine lange Zeit, bis ich alle Bilder fertig bearbeitet hatte. Aber jetzt gibt es sie endlich seit kurzem zu sehen – die komplette Serie von der Insel aus Feuer und Eis. Auf Flickr. Schaut mal rein!

PS:
Diese Aufnahmen sind erneut Resultate eines kompletten RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film, was den Fotos auch hier zu etwas analogen Charme verhelfen sollte. In diesem Fall wählte ich den Kodak Portra 160 -. Die Rundreise um Island habe ich übrigens mit Fujifilms X-T1 und X-E2 fotografiert.

> Bildergalerie Island Rundreise 2014

Irrwege

– Schnellen Schrittes –

Bei der Einfahrt in den Seyđisfjörđur verspürte ich an Deck der MS Norröna ein Kribbeln im Bauch. Ich war voller gespannter Erwartung und zuversichtlich auf das, was uns in den nächsten vier Wochen bevorstehen würde. Doch einmal an Land erwischte mich Island allzu schnell auf dem falschen Fuß. Die verregneten Ostfjorde waren ein erster Schlag ins Gesicht, die oft bis auf Meereshöhe verhangene Südküste mit ihren überlaufenen Attraktionen ein zweiter hinterher. Ich tat mich schwer, eine Bindung zu der Insel aufzubauen. Stattdessen stand ich oft nur da, während Bus um Bus Touri an Touri ausspuckte, die alle die gleichen Gletscherpanoramen, Wasserfälle und Eisblöcke im miesen Sommerwetter knipsten.

Ein paar Bilder machte ich schon, versuchte mancherorts zu “meinen” Impressionen zu kommen, doch der Funke wollte nicht so recht überspringen. Kein Feuer entfachte in mir, nur selten blühte ich auf. Aber wie auch? Während wir von Highlight zu Highlight tingelten, prasselte meist der Regen aufs Autodach und löschte jede Regung im Keim. Es fiel uns schwer, eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Wir blieben auf Distanz, dabei kannten wir es doch von früheren Reisen nur zu gut, auch bei schlechtem Wetter unterwegs zu sein.

Erst in Arnarstapi auf der Halbinsel Snæfellsnes erlebten wir einen wunderschönen Abend, als die Sonne langsam hinter dem Snæfellsjökull unterging und wir die Gelegenheit gleich nutzten, draußen vor dem Zelt in der Pfanne auf dem Gaskocher Fladenbrote zu backen. Doch dieser Lichtblick war erneut nur von kurzer Dauer. Schon am Berg Kirkjufell, wo ich in eine glitschige Ecke ganz nah am Wasserfall Kirkjufoss krabbelte, war es einfach nur ein weiterer Versuch, dieser vielgerühmten Insel aus Feuer und Eis ein weiteres fantastisches Landschaftsbild abzutrotzen. Verzweiflung und Resignation fingen langsam an, sich zu paaren.

Als uns dann später in den Westfjorden nicht nur aus unerfindlichen Gründen zum zweiten Mal die Autobatterie verreckte – wir so aber zumindest die herzerwärmende Hilfsbereitschaft der Isländer kennenlernen durften -, sondern auch noch ein Reifen auf einer der Schotterpisten zerfledderte, war es bald um uns geschehen. Ein paar entlegene Ecken, die wir gerne noch aufgesucht hätten, ließen wir danach links liegen. Zu unwohl fühlten wir uns jetzt auf diesen rumpeligen Straßen, zu groß war unsere Sorge, irgendwann einfach irgendwo liegenzubleiben. Also sagten wir diesem abgelegensten und am wenigsten besuchten Landesteil mit einem Blick gen Hornstrandir Lebewohl, und machten uns dann auf zurück zur asphaltierten Ringstraße und in den Norden Islands.

Je länger wir unterwegs waren, desto öfter blieb meine Kamera einfach in der Fototasche. Still schaute ich über das Land, versunken in Gedanken. Zurück in Seyđisfjörđur war ich traurig. Darüber, dass alles so schnell vorbei war. Darüber, zu viel im Auto gesessen und zu wenig gewandert zu sein. Darüber, als Fotograf nicht das erreicht zu haben, was ich mir vorher ausgemalt hatte. Der schale Nachgeschmack, es hätte mehr drin sein können, stieß mir lange auf.

Wieder zu Hause mochte ich meine mitgebrachten Fotos lange nicht ansehen. Dabei waren es doch nur so wenige. Ich schob sie beiseite, stürzte mich in andere Dinge. Fing an, die nächste extremere Tour zu planen, machte jede Woche eine Tageswanderung und trainierte so konsequent wie lange nicht mehr. Erst um den Jahreswechsel herum mistete ich die Island-Bilder aus und machte mich anschließend an die Bearbeitung. Um festzustellen, dass einige doch gar nicht so übel geworden sind und es sogar ins Portfolio schafften.

Nach der Reise, die ich noch immer schwer in Worte fassen kann, verlor ich die Fotografie für einige Zeit etwas aus den Augen. Hatten sich die negativen Erfahrung doch tief eingebrannt. Ein Gefühl, wie versagt zu haben. Gescheitert an den eigenen Erwartungen, Vorstellungen und Zielen. Doch mittlerweile entpuppen sich die Aufnahmen als neue Motivation. Sie machen mir Hoffnung.

> Bildergalerie Island Rundreise 2014

Island – Eine Rundreise

– I Love Iceland –

Juchhe! Am Montag brechen wir auf. Dann beginnt unsere nächste große Familienreise. Nach unserer Zeit auf den Färöer-Inseln im letzten Jahr, geht es nun noch ein Stück weiter. Nach Island. Erneut werden Nina, Selma und ich die MS Norröna besteigen und bei hoffentlich nicht allzu rauer See über den gefürchteten Nordatlantik schippern, bis wir nach 48 Stunden die Insel aus Feuer und Eis erreichen werden. Ganze vier Wochen stehen uns dann zur Verfügung, Island auf der Ringstraße zu umfahren und obendrein auch entlegenere Zipfel zu erkunden.

Ausgehend vom Start- und Zielpunkt Seyđisfjörđur haben wir uns für den Uhrzeigersinn entschieden und werden nach den Ostfjorden zuerst den Süden bereisen. Vorbei an der Gletscherlagune Jökulsárlón mit ihren Eisbrocken am schwarzen Lavastrand, dem Skaftafell-Nationalpark und dem von Basaltsäulen umstandenen Svartifoss, Vík und dem Kap Dyrhólaey, dem Skóga- und Seljalandsfoss, bis hin zum Golden Circle mit Gullfoss, Geysir und Þingvellir und am Ende dem Zwischenziel Reykjavík.

Nach der Hauptstadt lockt die Halbinsel Snæfellsnes mit Arnarstapi und dem Berg Kirkjufell. Vielleicht steigen wir auch wie der Hamburger Mineralogieprofessor Otto Lidenbrock, sein Neffe Axel und ihr isländschen Führer, der Eiderjäger Hans, hinab in den Snæfellsjökull, um zum Mittelpunkt der Erde zu gelangen. Aber wahrscheinlicher lassen wir das Jules Vernesche Abenteuer links liegen, wollen wir doch nicht durch den Stromboli in Italien wieder das Licht der Welt entdecken, sondern lieber weitere isländische Ecken aufspüren.

Wie die Westfjorde – der älteste, abgelegenste und am wenigsten besuchte Landesteil. Neben einem Abstecher zum Vogelfelsen Látrabjarg, möchten wir auch nach Sélardalur, wo der Bildhauer Samuél Jónsson ein besonderes Denkmal geschaffen hat. Lebensgroße Skulpturen aus Betonguss stehen dort nahezu unbeschadet seit Jahrzehnten zwischen immer weiter verfallenden Holzgebäuden. Ein weiterer Ort des Verfalls ist die alte Heringsfabrik am Ortsrand von Djúpavík – mit einem vor sich hinrosten Fischkutter im Fjord.

Danach soll sich der Kreis unserer Rundreise durch den Norden schließen. Vorbei an Akureyri, dem Götterwasserfall Gođafoss und dem Naturparadies rund um den See Mývatn. Dazu Ásbyrgi und der Jökulsárgljúfur-Nationalpark wie auch die Halbinsel Melrakkaslétta, der am dünnsten besiedelte Landstrich an der Küste Islands.

Wie bei all unseren Reisen wollen wir in der ganzen Zeit aber nicht nur mit dem Auto von Ort zu Ort tingeln, sondern auch zu Fuß auf kleineren Wanderungen hautnah die allgegenwärtige Natur aufsuchen. Gletscher, Wasserfälle und Vulkane – was es nicht alles zu entdecken gilt. Islandpferde im Tölt, Papageitaucher in der Luft und vielleicht ein Wal im Meer. Wieder einmal sind wir gespannt darauf, was uns erwarten wird. Und offen für alles, was kommt.

Jetzt müssen wir nur noch all das einpacken, was nötig ist. Und dazu die umfangreiche Fotoausrüstung, ist für mich diese Reise doch ein weiterer Teil meines aktuellen Fotografieprojektes “Mein Norden”. Apropos Fotos: Immer mal wieder werde ich versuchen, schon von unterwegs ein paar Impressionen via Instagram in alle Winkel der Welt zu schicken.

Färöer Rundreise – Die Bilder

– Färöer Rundreise – Die Bilder –

Es war bereits im letzten Jahr – unsere vierwöchige Familienreise auf die Färöer. “The Land of Maybe” erreichten wir im Nebel, wo wir am Olavsfest, dem Nationalfeiertag, vor Regen geschützt Fish’n Chips aßen. Wir fuhren mit dem Auto über Brücken und durch Tunnel zu vielen Inseln, die wie grüne Haifischflossen aus dem Meer emporragen. Wir wanderten zum alten Bischofssitz in Kirkjubøur, nahmen die kleine Fähre hinüber nach Kalsoy und machten einen Spaziergang von Trøllanes zur Landspitze Kallur, von der wir trotz mäßigem Wetter bis zu den Steintrollen Risin und Kellingin blicken konnten. Die Sonne blinzelte hervor, Berge verhüllten sich wieder, es regnete. Wir liefen von Elduvík hinüber nach Oyndarfjørđur und zurück. Dann lockte Gjógv, ein weiteres Dorf, in dem sich die kleinen Häuser dicht aneinander drängen. Allein erklomm ich den Gipfel des Slættaratindur, des höchsten Berges auf den Färöer-Inseln. Weit reichte mein Blick über all die grünen Zacken, Hänge, Täler und all die blauen Fjorde. Auf der Insel Vágar nahmen wir den alten Weg nach Gásadalur und kraxelten über die Berge. Mykines, das Vogelparadies schlechthin, war der schönste Fleck. Wir brachen auf nach Saksun und Tjørnuvík. Und auch noch zur südlichsten Insel. Es war eine Reise, die uns ans Ende der Welt geführt hatte. In eine dramatische Insellandschaft, in der sich die Färinger zwischen Tradition und Moderne bewegen. Vieles blieb uns verborgen und war schwer zu fassen. Es verlor sich im Nebel oder wir konnten oft nur staunen.

“Wind und Wetter sind die bestimmenden Faktoren, nach denen sich alles richtet. Vielleicht fährt morgen die Fähre, vielleicht klappt dann eine weitere Wanderung. Vielleicht stürmt und regnet es aber auch oder es ist bis auf Meereshöhe nebelverhangen. Kanska …”

Nach dieser außergewöhnlichen Reise dauerte es eine lange Zeit, bis ich alle Bilder fertig bearbeitet hatte. Aber jetzt gibt es sie endlich seit ein paar Tagen zu sehen – die komplette Serie von den Schafsinseln. Auf Flickr. Schaut mal rein!

PS:
Auch diese Impressionen sind Resultate eines kompletten RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film, was den Fotos erneut zu etwas analogen Charme verhelfen sollte. In diesem Fall wählte ich den Fuji 160C, der mittlerweile zu meinen Lieblingen gehört. Die Rundreise über die Färöer habe ich übrigens mit Fujifilms X-E1 fotografiert.

> Bildergalerie Färöer Rundreise 2013

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