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Mein Norden – Jetzt vorbestellen

– Silhouette –

Es ist soweit. Ab heute kann mein Bildband Mein Norden vorbestellt werden. Diese Liebeserklärung an raue Landschaften, karge Regionen und eine intensive Art des Unterwegsseins.

„13 Reisen in den Norden. Vier Jahre Aufbruch. Zu allen Jahreszeiten hinein ins Abenteuer. Allein, mit Freunden und der Familie. Wanderungen und Skitouren dokumentiert in Bildern und Texten, die Emotionen transportieren und von Erlebnissen erzählen.“

Über die Hintergründe meines Fotografieprojekts „Mein Norden“ hatte ich hier schon berichtet und auch viele Buchdetails hier verraten, um etwas Licht ins Dunkel zu bringen und Euch aufzuzeigen, was Ihr in dem „Coffee-Table-Book“ erwarten könnt. An dieser Stelle reichen daher die simplen Fakten, wie Ihr sie auch im Shop findet.

Mein Norden – Der Bildband

Ausstattung
Format: 30×24 cm Querformat
Umfang: 192 Seiten
Verarbeitung: Hardcover, Fadenheftung, gerader Rücken, Offsetdruck
Papier: 170 g/m² LuxoArt Samt mit mattem Dispersionslack

Auflage
333 Exemplare, limitiert

Editionen
Special Edition:
Buch #1 bis #33 mit beigelegtem Fine-Art-Print (ein Motiv aus dem Bildband), beides nummeriert und handsigniert
Print gedruckt auf Hahnemühle FineArt Pearl, Blattformat 28×20 cm, Bildformat 24×16 cm

Standard Edition:
Buch #34 bis #333, nummeriert und handsigniert

Verkaufspreise
Special Edition: 99 Euro
Standard Edition: 55 Euro
(jeweils zzgl. Porto und Verpackung)

„Early-Bird-Rabatt“
Special Edition: 90 Euro
Standard Edition: 50 Euro
(jeweils inkl. Porto und Verpackung!)

Beide Editionen können ab sofort vorbestellt werden und ich danke es mit einem vergünstigten Verkaufspreis :-) Allen vorbestellten Bildbänden wird zudem eine kleine Überraschung beiliegen!

Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, wie es um den Fortgang des Projekts und die Buchproduktion steht, sollte mir auf Facebook folgen, wo ich alles zum Thema aktuell in die Welt posaune …

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Mein Norden – Ein paar Buchdetails

– Marine Rope –

Über den Auslöser meines Fotografieprojekts „Mein Norden“ hatte ich bereits ausführlich berichtet. Zudem die 13 Reisen aufgelistet, zu denen ich aufgebrochen bin (und zu einer davon noch werde). Darüber hinaus den Bildband angekündigt, der diesen Sommer erscheinen wird. Mein Erstlingswerk, das ich im „Eigenverlag“ veröffentlichen und unter die Leute bringen möchte.

Von Anfang an hatte ich ganz klare Vorstellungen, wie dieses Buch am Ende aussehen soll. Eher edler Kunstfotoband als schlichter Print on Demand. Die breite Masse war nie mein Ziel, stattdessen eine limitierte Auflage. Ich wollte mir nicht reinreden lassen, die Bildauswahl oder das Layout abgeben. Daher kam es mir nie in den Sinn, bei diesem so persönlich motivierten Projekt von Verlag zu Verlag zu tingeln, Klinken zu putzen und irgendwo auf eine Veröffentlichung meiner „Bildergeschichten“ zu hoffen. Nein, in allen Phasen wollte ich Herr der Lage sein. Wobei, der ganze Weg des Bildbandes von den ersten Ideen, über die konkrete Planung und Gestaltung, bis hin zum finalen Druck ist ein riesiges Abenteuer für sich, bei dem ich mir nie so sicher bin, ob das mal alles so klappt, wie ich mir das im Moment vorstelle, oder am Ende vielleicht ein Desaster droht.

Irgendwann im letzten Jahr fiel die Entscheidung. Ich wollte diesen Bildband unbedingt machen. Für mich. Und natürlich auch für andere. Und er sollte gut werden. Crowdfunding als „Finanzierungsoption“ schlug ich in den Wind. Ich wollte nicht erst Geld einsammeln und schauen, ob es dann reicht. Ich (über)nahm volles Risiko und machte mich auf, mein eigener Verleger zu werden.

Eine Druckerei hatte ich schnell auserkoren. EXODUS von Andy Spyra und The Nordic Book von Søren Rønholt stehen bei mir im Bücherregal, die beide in Lüdenscheid gedruckt wurden. Vor allem das Buch von Andy Spyra hatte es mir angetan und war ein Grund, bei Seltmann Printart anzufragen. Bald gingen die E-Mails hin und her und erste Angebote wurden übearbeitet und angepasst. Ich hatte zuvor nur eine grobe Vorstellung, wie hoch der Stückpreis ungefähr sein könnte. Dafür klare Ideen, wie der Bildband werden sollte. Bei der geringen Auflage, die ich als realistisch für den Verkauf sehe, waren dann allerdings ein paar Anpassungen nötig, um von den Kosten einigermaßen im stemmbaren Rahmen zu bleiben. Ein Kleinwagen wäre anstelle einer Palette voller Bildbände aber noch immer eine Alternative …

– Eingepflanzt –

Die Ausstattung

Natürlich war mein erster Wunsch bei der Ausstattung meine Idealvorstellung. Ein Leineneinband mit eingeklebtem Titelschild. Ein so kostspieliges Extra war aber zum Scheitern veruteilt und recht schnell verwarf ich es zähneknirschend. Gut, da muss es bei meinem ersten Werk eben ein normales Hardcover tun. Etwas Luft nach oben für zukünftige Publikationen ist ja auch nicht schlecht! Eine gute Fadenheftung, gerader Rücken und natürlich ein Offsetdruck waren hingegen sofort abgemachte Sache. Auch beim Format ließ ich nicht mit mir reden – 30×24 cm quer sollen es sein.

Spannend wurde es hingegen bei der Papierauswahl. Ein haptischer Leckerbissen war mein Ziel. Auch hier diente EXODUS als erster Anhaltspunkt, doch das darin verwendete Papier ist ein so spezielles, dass es den Preis des Buches unnötig hätte in die Höhe schnellen lassen. Standardpapier kam für mich aber nicht in Frage, also suchte ich weiter und fand bald andere Optionen, dir mir genauso zusagten. Zum einen Condat matt Périgord, das mir in einem Island-Bildband aus dem mare-Verlag auffiel, zum anderen LuxoArt Samt, welches mir im emerge-Magazin Migration zum ersten Mal zwischen die Finger kam. Lange befummelte ich beide Papiere, zuletzt bei einem Ortstermin in der Druckerei in Lüdenscheid in der vorigen Woche. Schließlich habe ich mich mit hoher Wahrscheinlichkeit für LuxoArt Samt entschieden, weil mich die Struktur des Papiers am meisten überzeugt. Grob und „analog“, was daher sicherlich am besten den Charakter der Bilder aus Mein Norden unterstreichen sollte. Ach ja, beim Dispersionslack, der das Papier schützt und hässliche Flecken vermeidet, die ohne diesen Lack entstehen, wenn sich Farbe von den Bildern auf darüber liegenden Druckbögen ablegt, muss ich mich zwsichen Matt und Seidenmatt entscheiden. Matt ist mein Favorit, um so die Struktur und Anmutung des Papiers weitestgehend zu erhalten.

Eine zeitlang plante ich mit 176 Seiten. Aber nachdem ich kürzlich die Buchstruktur und Kapitel genauer geplant habe, musste ich feststellen, dass mir das nicht reichen wird. Also werde ich auf 192 Seiten aufstocken. Für mich sind das über einen Euro Mehrkosten pro Exemplar. Aber hey, Ihr bekommt nun mehr fürs Geld, denn der bereits festgelegte Verkaufspreis bleibt natürlich stabil!

Was die Farben des Papiers für den Vor- und Nachsatz betrifft, wäge ich allerdings noch ab. Immerhin wird es Surbalin glatt sein, was sich auch schön anfühlt. Und beim Kapitalband ist auch noch nicht das letzte Wort gesprochen.

– Postur –

Die Editionen

Um die ohnehin auf 333 Exemplare limitierte Auflage noch interessanter zu gestalten, biete ich zwei Editionen an. Einmal die Standard Edition (Buch #34 bis #333) und dazu die Special Edition (Buch #1 bis #33), bei der jedem Bildband ein Fine-Art-Print beiliegen wird (gedruckt auf Hahnemühle FineArt Pearl, mit einem Blattformat von 28×20 cm und einem Bildformat von 24×16 cm). Alle Bücher und Drucke werden nummeriert und handsigniert sein.

Wer sich für den Bildband Mein Norden erst entscheiden kann, wenn er in den Druck geht oder daraufhin fertig vorliegt, wird für die Special Edition 99 Euro und die Standard Edition 55 Euro berappen müssen (jeweils zzgl. Porto und Verpackung). Für die frühen Vögel unter Euch habe ich allerdings den „Early-Bird-Rabatt“ geschnürt – 90 Euro für die Special Edition und 50 Euro für die Standard Edition (jeweils inkl. Porto und Verpackung!).

Beide Editionen können bereits ab dem 01. Februar 2016 vorbestellt werden und ich danke es mit einem vergünstigten Verkaufspreis :-) Allen vorbestellten Bildbänden wird zudem eine kleine Überraschung beiliegen! Aber denkt daran: Die Zuweisung der Buch- und Bildnummern erfolgt in der Reihenfolge der Bestellungen! Getreu dem Motto: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Also, macht Euch rechtzeitig auf in meinen Shop!

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(UPDATE: Der Veröffentlichungstermin des Bildbandes verschiebt sich auf März 2017.)

Mein Norden – Der Bildband

– Svörtuloft –

Mit einem kleinen Ausblick auf ein großes Abenteuer beendete ich das letzte Jahr. Gemeint war damit aber nicht die Skitour im Süden Grönlands, zu der ich Mitte März aufbrechen werde, sondern der Bildband, der diesen Sommer über mein Fotografieprojekt „Mein Norden“ erscheinen wird. Sobald die Abschlusstour durchs Johan Dahl Land auf der dann winterlichen „grünen Insel“ im Sack ist, gibt es kein Halten mehr. Schon jetzt arbeite ich intensiv an meinem Erstlingswerk, das ganz ohne Verlagsschnickschnack das Licht der Welt erblicken soll.

„13 Reisen in den Norden. Vier Jahre Aufbruch. Zu allen Jahreszeiten hinein ins Abenteuer. Allein, mit Freunden und der Familie. Wanderungen und Skitouren dokumentiert in Bildern und Texten, die Emotionen transportieren und von Erlebnissen erzählen. Eine Liebeserklärung an raue Landschaften, karge Regionen und eine intensive Art des Unterwegsseins.“

– Wanderfreuden –
– Im Tjäktjavagge –

Der Auslöser

Seit fast 25 Jahren reise ich immer wieder in den Norden. Der Nordlandvirus und der Arktis Bazillus stecken so tief in mir, dass ich nicht davon ablassen kann. Zu schön sind die Landschaften, zu intensiv die Eindrücke. Höhen und Tiefen habe ich erlebt. Und immer wieder diese Freiheit in der Wildnis gespürt. Bis mich im Frühjahr 2012 zwei Krampfanfälle zu Boden rissen und die Diagnose Epilepsie gestellt wurde. Doch in den Tagen im Krankenhaus und den Wochen danach, die es brauchte, um wieder so richtig auf die Beine zu kommen, reifte der Entschluss zu dem Projekt „Mein Norden“. Erneut aufzubrechen zu den wundervollen Orten, die mir von früher so viel bedeuteten, aber gleichzeitig auch Neuland aufzuspüren, in dem ich zuvor noch nie war, jedoch schon immer einmal hinwollte.

Das „We have to dream it all up again“ wurde zum Mantra. Zu der Kraft, die mich in den letzten 3,5 Jahren, die das Fotoprojekt in Anspruch nahm, immer wieder „neu“ aufbrechen ließ. Ob allein dorthin, wo alles seinen Anfang genommen hatte, mit Freunden in die Arktis oder meiner Frau und kleinen Tochter auf Wandertour. „Mein Norden“ wurde so auch zu einem Querschnitt meines bisherigen Lebens, aber ich versuchte darüberhinaus, fotografisch neue Wege zu gehen und das Gefühl der Erlebnisse vor Ort in den Vordergrund zu stellen. Mich interessierte nicht, die Berge oder das Meer in schönstem Licht einzufangen. Nein, persönlich sollte es sein. Nordische Momente als Spiegel meiner selbst.

– Tindhólmur –
– Die Gabel –

Die Reisen

Aber wo war ich denn nun alles unterwegs? Hier eine kurze Aufstellung meiner 13 Reisen in den Norden:

  • Sarek & Padjelanta Durchquerung, Schweden/Norwegen, August/September 2012
  • Skitour über die Hardangervidda, Norwegen, Februar 2013
  • Island Winter-Durchquerung, Island, März/April 2013
  • Der Skye Trail in Schottland, Schottland, Mai 2013
  • Färöer Rundreise, Färöer-Inseln, Juli/August 2013
  • Der Kungsleden in der Polarnacht, Schweden, Dezember 2013
  • Skitour durch Rondane, Norwegen, März/April 2014
  • Island Rundreise, Island, Juli/Augsut 2014
  • Saariselkä Wanderung, Finnland, September/Oktober 2014
  • Spitzbergen Wintertour, Svalbard, März/April 2015
  • Norwegen Wanderungen, Norwegen, Juli/August 2015
  • Hardangerjøkulen Umrundung und Überquerung, Norwegen, Oktober 2015
  • Johan Dahl Land Durchquerung, Grönland, September 2016
– Unter Sternen –
– An der Klippe –

Das Buch

Über einen so langen Zeitraum habe ich mich noch nie so intensiv mit einem Thema beschäftigt. Ständig drehten sich meine Gedanken um dieses Fotoprojekt. Wie alles zusammenpasst. Wie ein Schuh daraus wird. Eine runde Geschichte, die auch andere mitnehmen und entführen soll in meine nordische Welt.

Ein „Coffee-Table-Book“ soll es werden. Mit Bilderserien in Farbe und Schwarzweiß und einführenden Texten zu den jeweiligen Reisen. 30×24 cm groß im Querformat. 192 Seiten dick. Mit Hardcover und auf feinstem Papier gedruckt. Limitiert auf 333 Exemplare. Erhältlich in einer Standard Edition und Special Edition, der zudem ein Fine-Art-Print beiliegen wird. Alle Bücher und Drucke werden nummeriert und handsigniert sein. Und ab dem 01. Februar wird die Möglichkeit bestehen, den Bildband Mein Norden über meinen Shop bereits vorab zu bestellen. So könnt Ihr euch rechtzeitig ein Exemplar sichern und mir gleichzeitig etwas unter die Arme greifen (zudem gilt bis zum Zeitpunkt des Drucks ein „Early-Bird-Rabatt“!).

Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, wie es um den Fortgang des Projekts und die Buchproduktion steht, sollte mir auf Facebook folgen, wo ich alles zum Thema aktuell in die Welt posaune …

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(UPDATE: Aus der Wintertour in Grönland wurde nichts – Schneemangel vor Ort vereitelte das Unternehmen. Daher breche ich nun erst im September ins Johan Dahl Land auf und beende mein Fotoprojekt dort mit einer herbstlichen Solotour. Toitoitoi! Allerdings verschiebt sich dadurch der Veröffentlichungstermin des Bildbandes auf März 2017.)

Die Fujifilm X-Pro2 – Erste Eindrücke

Jetzt ist sie also Wirklichkeit – die Fujifilm X-Pro2. Lang ersehnt und lang erwartet wurde sie heute offiziell von Fujifilm vorgestellt. Seit Wochen brodelte es bereits in der Gerüchteküche, in der laufend frische Rumors aufgetischt wurden. Alle möglichen Details sickerten schon im Vorfeld durch und es wurde wie eh und je über deren Wahrheitsgehalt wild diskutiert. Mit Interesse schaute auch ich immer wieder hin. Es war lustig zu verfolgen, wie hier ein Produkt „auseinandergenommen“ wurde, das noch gar nicht real war. Mitmischen konnte ich so richtig nicht. Dabei wusste ich, was kommt. Aber ich war zum Schweigen verdonnert.

Bereits im November 2014 war ich nach London zu einem Treffen einiger deutscher und englischer X-Fotografen eingeladen worden, bei dem wir mit Produktentwicklern aus dem Hause Fujifilm über die Nachfolger der X-Pro1 und X-T1 und unsere Wünsche an diese nächste Kamerageneration sprachen. Zugleich wurde uns dort präsentiert, wohin die Reise gehen würde. Aber es gab noch offene Punkte. Möglichkeiten, in diese oder jene Richtung zu entwickeln und da war es Fujifilm wichtig, Einschätzungen und Meinungen von der Praxisfront einzuholen. Das Meeting war erhellend, weil ich so erfuhr, dass nicht alles immer gleichzeitig geht und vielleicht das eine auf der Strecke bleiben muss, um das andere möglich zu machen. Die Diskussionen waren durchaus kontrovers, aber unterm Strich hatten wir Fotografen doch recht ähnliche Vorstellungen, wie wir die Nachfolgemodelle gerne sehen würden.

Umso gespannter war ich im letzten November, als ich von Fujifilm ein „fertiges“ Vorserienmodell der X-Pro2 in die Hände gedrückt bekam. Ich wollte doch zu gerne wissen, was aus den ganzen damaligen Ideen letztendlich geworden ist und wie dieses und jenes Feature am Ende umgesetzt wurde. Und ob die Kamera schließlich meinen Wünschen entspricht, denn es ist ja durchaus so, dass der eine mit etwas zurechtkommt oder benötigt, was den anderen stört oder völlig schnuppe ist. Gleichwohl war ich stolz zu einer ausgewählten Schar weltweiter Fotografen zu gehören, die dieses neue Fujifilm-Flagschiff bereits vor der Präsentation im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums des X Systems nutzen durften.

– Farn – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/480 Sek, f 2.8, ISO 200 –

Vorbemerkung
Wie gesagt handelt es sich bei meiner X-Pro2 um ein Vorserienmodell, bei der die Firmware noch nicht final ist. Als ich die Kamera bekam, hatte sie noch zahlreiche Bugs. Durch ein „Firmware-Update“ wurden diese in der Zwischenzeit minimiert, aber es ist noch immer nicht die endgültige Version. Daher haben auch die JPGs offiziell noch keine finale Qualität, weswegen ich zur Bildqualität zum aktuellen Zeitpunkt auch noch nichts sagen werde. Die RAW-Dateien hätte ich mit dem RAW FILE CONVERTER EX von SILKYPIX hingegen schon bearbeiten können, aber ich mag das Programm nicht und warte daher ab, bis auch Adobe Camera RAW die X-Pro2 unterstützt und ich die Bilder meinem gewohnten Workflow entsprechend bearbeiten kann. Bislang habe ich deshalb nur den kamerainternen RAW-Konverter benutzt alle auch hier zu sehenden Fotos sind JPGs OOC.

Auch hatte ich noch nicht die Möglichkeit, die X-Pro2 mit auf eine Reise, Wanderung oder Skitour zu nehmen und unter den Bedingungen zu testen, wo ich das X System hauptsächlich einsetze. Das wird dann im März/April in Grönland mit einem Serienmodell geschehen. Mein erster Eindruck ist daher wirklich nur ein vorläufiger, den ich fortlaufend erweitern und überarbeiten werde.

Dabei will ich die Kamera jetzt auch nicht von A-Z erklären – dies ist kein technischer Kameratest, sondern eine persönliche Einschätzung, wie ich die Kamera bislang empfunden habe, vor allem im Vergleich zur X-Pro1 und X-T1.

– Selma – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/125 Sek, f 2, ISO 1250 –

Gehäuse, Haptik, Tasten, Räder, usw.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich den Messsucher-Look der X-Pro-Reihe dem DSLR-Design der X-T1 vorziehe. Ich schaue mit dem rechten Auge durch den Sucher, kann die linke Kameraseite dabei bequem aber stabil an der Nase anlegen und muss mich nicht komplett hinter ein Gehäuse klemmen. Daher war ich auch sehr scharf auf einen Nachfolger der X-Pro1. Nur aufgrund der überlegenen Features der X-T1 war ich seit deren Erscheinen bevorzugt damit unterwegs. Für mich ein Kompromiss, zumal ich ein Gehäuse ohnehin lieber etwas größer als kleiner mag, was zudem für die X-Pro spricht (Batterie- und Hochformatgriff an der X-T1 hin oder her …).

Gehäuse
Das Gehäuse der X-Pro2 ist einen Tick größer und auch schwerer als das der X-Pro1. Durch das höhere Gewicht wirkt die Zweier solider und nicht so „luftig“ wie die Einser. Zudem ist die Kamera wie die X-T1 abgedichtet, was mir und meiner Fotografie bei oft miserablem Wetter sehr entgegenkommt. Der Griffwulst vorne und die Daumenablage hinten sind etwas ausgeprägter als bei der X-Pro1, wodurch die X-Pro2 selbst ohne Zusätze besser in der Hand liegt als ihre Vorgängerin. Am grundsätzlichen Design hat Fujifilm nicht viel geändert, was ich sehr begrüße. Viele Fragen sich zwar, warum die Kamera so groß ist, hat sie doch nur einen APS-C Sensor inne. Denen kann ich nur entgegnen, dass sie dadurch handlicher ist. Die deutlich kleinere X-E-Serie empfand ich beispielsweise lange nicht so ergonomisch.

Monitor und Tasten
Der Monitor ist auf die linke Seite gerückt. Alle Tasten sind jetzt ausschließlich oberhalb und überwiegend rechts davon angeordnet, wodurch sich die Kamera sehr bequem allein mit der rechten Hand bedienen lässt, ohne das Auge vom Sucher nehmen zu müssen. Zum Glück ist Fujifilm bei der X-Pro2 kein solcher Fauxpas passiert wie einst bei der ersten X-T1-Generation mit ihrem fummeligen Steuerkreuz. Alle Tasten sind hier griffig und mit deutlichem Klick, die besten aller X-Modelle bislang. Sechs der Tasten sind darüberhinaus als Fn-Tasten nutzbar (die vier des Steuerkreuzes, eine auf der Oberseite und eine auf der Vorderseite, die integriert ist in den „Sucherhebel“).

Der Joystick
Wichtigste Neuerung ist allerdings der Fokushebel! Solch einen Steuerknüppel hatte ich mir schon lange gewünscht, mit dem per Daumen rasch und bequem das AF-Messfeld ohne weiteren vorherigen Tastendruck kreuz und quer verschoben werden kann. Und auch durch ein aufgenommes Bild oder durchs Menü lässt sich damit geschwind hin und her wandern.

Zweites Einstellrad und Plus-Minus-Korrektur
Eine weitere Änderung gegenüber der X-Pro1, aber schon von der X-T1 bekannt, ist das zusätzliche Einstellrad auf der Vorderseite. Eine seiner Funktionen habe ich in Ermangelung einer Bedienungsanleitung allerdings eher zufällg gefunden: Wie die vorigen X Kameras hat die X-Pro2 nun auch ein von -3 bis +3 reichendes Belichtungskorrekturrad auf der Oberseite. Und für alle, denen diese Werte nicht ausreichen, hat das Rad neu zusätzlich die Position C. Ist diese eingestellt, funktioniert die Plus-Minus-Korrektur über das vordere Einstellrad von -5 bis +5. Ein Druck aufs Rad genügt und es ist aktiviert. Mit einem weiteren Druck kann man eine vorgenomme Korrektur fixieren.

Zwei Kartenslots
Wie bei der X-T1 ist das Speicherkartenfach nun separat vom Batteriefach auf der rechten Seite angebracht. Wie die Türe zu den HDMI-, USB- und Mic/Remote-Anschlüssen auf der linken Seite, ist der Verschluss zu den Speicherkarten deutlich solider konstruiert als bei der X-T1. Auch hier scheint Fujifilm dazugelernt zu haben und manche Krankheit früherer Modelle gar nicht mehr aufkommen zu lassen.

Und ja, es gibt endlich zwei Kartenslots, die ich mir wie den Fokushebel sehr gewünscht habe. Allein dadurch ist die X-Pro2 für meine langen Wildnisaufenthalte ohne zwischenzeitliche Backup-Möglichkeit von nun an sicherlich erste Wahl. Direkt in der Kamera ein Backup der Fotos erstellen zu können, ist der denkbar einfachste Weg der Datensicherung. Klar, wer im Studio fotografiert und seine Bilder direkt in einen Rechner schießt, braucht das nicht. Für mich ist das aber ein Riesenschritt nach vorne, der mir unterwegs mehr Schlaf garantieren wird. Dabei ist allerdings nur ein Kartenslot UHS-II kompatibel, der andere nur UHS-I – für zwei schnelle war sicherlich kein Platz, was ich verschmerzen kann. Die Kartenfächer lassen sich zudem unterschiedlich konfigurieren – Sequenziell, Sicherung oder RAW/JPG.

ISO-Verstellung
Die ISO-Verstellung ist neuerdings ins Zeitenrad auf der Oberseite integriert. Ganz wie in alten analogen Zeiten und wie ich es von meiner Nikon FM2 kenne. Hier sehe ich aber durchaus Potenzial für kontroverse Meinungen. Sicherlich ist die Lösung all jenen geschuldet, die zwingend nach einem extra ISO-Rad gerufen haben. Die Fotografen, die oft die ISO-Zahl verstellen, hätte eine ISO-Taste in Verbindung mit einem der Einstellräder sicherlich besser geschmeckt. Bislang komme ich mit der „neuen“ Lösung aber ganz gut zurecht, da ich primär AUTO-ISO benutze und das Rad weitestgehend in der A-Stellung belasse und nur in Ausnahmefällen einen bestimmten ISO-Wert direkt einstelle. Positiv in diesem Zusammenhang sind die nun drei programmierbaren AUTO-ISO-Einstellungen, die sich bequem und fix über eine Fn-Taste auswählen lassen. Der ISO-Bereich geht übrigens regulär von 200 bis 12.800 plus erweiterbar auf ISO 100, 25.600 und 51.200 (in Drittelstufen).

Verschluss
Die Verschlusszeiten reichen jetzt mechanisch bis zur 1/8000 Sek und elektronisch bis zu 1/32.000 Sek (kürzeste Blitzsynchronzeit ist 1/250 Sek, zudem wird HSS mit bis zu 1/8000 Sek unterstützt). Der Verschluss hat eine sehr geringe Vibration und ist für 150.000 Auslösungen ausgelegt. Der Auslöser verfügt wie bei der X-Pro1 weiterhin über ein Drahtauslösergewinde!

Akku
Der Akku ist identisch mit denen voriger X Kameras. Kontinuität finde ich hier positiv, auch wenn ich mir mehr Leistung durchaus gewünscht habe. Aber das hätte aktuell einen größeren Akku erfordert, der dann keinen Platz für einen zweiten Kartenslot gelassen hätte. Durch drei Optionen beim POWER MANAGEMENT ist es aber dennoch möglich, die Anzahl möglicher Auslösungen zu erhöhen, da die Effizienz der Kamera gesteigert wurde. So lässt sich die Wiederholungsrate des EVF von 85 FPS auf 54 FPS absenken, wodurch Energie gespart wird (Einstellung STANDARD anstelle HOCHLEISTUNG). Und wer den OVF nutzt, kann durch die ECO-Stellung noch länger fotografieren. Daneben ist die Akkustandsanzeige nun auf 1% genau. Und wo wir schon auf der Kameraunterseite sind: Das Stativgewinde befindet sich bei der X-Pro2 in der Objektivachse!

„Kritikpunkt“: Der Monitor ist nicht als Klappdisplay verbaut. Viele hatten sich das gewünscht (bzw. als erstes No-Go bezeichnet) und ich hatte es an der X-T1 auch schätzen gelernt. Ob für den Verzicht allein der Retro-Faktor ausschlaggebend war oder ein Klappdisplay die Kamera z. B. deutlich dicker gemacht hätte, weiß ich nicht. Aber wie immer wird es kein Gerät geben, dass alle Wünsche zu 100% befriedigt.

– Regentropfen – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/250 Sek, f 4, ISO 640 –

Der Hybrid-Sucher

Wie bereits  die X-Pro1 und X100-Serie verfügt die X-Pro2 über einen Hybrid-Sucher bestehend aus einem optischen (OVF) und elektronischen (EVF) Sucher. Je nach Bedarf und Vorliebe kann zwischen beiden Optionen gewechselt werden. Das geht wie eh und je ganz leicht mit einem Finger der rechten Hand über einen Hebel auf der Vorderseite. Und wie schon bei der X100T hat die neue X-Pro nun auch den ERF (elektronischer Messsucher) an Bord. Dieser funktioniert wie der optische Sucher, aber zusätzlich mit einer Live-View-Vorschau, bei der ein Komplettbild zur Kontrolle der Belichtung, Farben und des Bildausschnitts, oder eine in zwei Stufen vergrößerbare Ansicht der aktuellen Fokusposition an der unteren rechten Ecke des Suchers eingeblendet wird (mit den Optionen DIGITALES SCHNITTBILD und FOCUS PEAKING).

Das „Alleinstellungsmerkmal“ Hybrid-Sucher ist für mich aber kein Grund, die X-Pro-Serie den anderen Kameras vorzuziehen. Schon bei der X-Pro1 habe ich frühzeitig fast ausschließlich den EVF benutzt und den OVF als nettes zusätzliches „nice to have“ angesehen. Daher habe ich mich nie sonderlich mit dem optischen Sucher beschäftigt und das in der jetzigen Probezeit der X-Pro2 auch nur rudimentär getan. Im Vergleich zur X-Pro1 scheinen die zur Bildfeldbegrenzung eingeblendeten Leuchtrahmen das Endergebnis „genauer“ darzustellen (92% gegenüber 90%) und bei manueller Fokussierung wandert der Leuchtrahmen zum Parallaxenausgleich mit (wie es bei AF-Nutzung nach Antippen des Auslösers geschieht und der Leuchtrahmen an die korrekte Position springt). Schön ist zudem, dass bei der Verschiebung des Fokusmessfeldes im AF-Betrieb auch im OVF der Bereich mit Phasendetektion erkennbar und gelb eingerahmt ist. Auch ist der OVF nun für Brennweiten von 18mm bis zu satten 140mm ausgelegt. Hinweis: Mehr zum Leuchtrahmen, Bildbereich und der Parallaxe hatte ich bereits in meinem Erfahrungsbericht zur X-Pro1 geschrieben.

Der EVF ist im Vergleich zur X-T1 natürlich nicht so groß, die dafür aber auch einen Sucherbuckel benötigt, hat aber identische Auflösungswerte. Im Gegensatz zum aktuellen T-Modell punktet der elektronische Sucher der X-Pro2 allerdings mit einer wesentlich höheren Wiederholungsrate (bei der Einstellung HOCHLEISTUNG unter POWER MANAGEMENT) und er wirkt auf mich in dunkler Szenerie deutlicher rauschärmer.

Letztendlich kann ich wie zur X-Pro1 nur sagen, dass es eine wunderbare Sache ist, beide Sucherarten nutzen zu können und die Welt auf optischem oder elektronischem Wege zu betrachten. Aber das ist noch nicht alles: Es gibt jetzt auch eine integrierte Dioptrienkorrektur!

– Gegenlicht – X-Pro2, XF56mmF1.2 R, 1/500 Sek, f 4, ISO 250 –

Der Autofokus

In der X-Pro2 werkelt ein gegenüber der X-T1 weiterentwickeltes Hybrid-AF-System aus einer Kombination aus Kontrast-Autofokus und Phasendetektions-AF. Bekannt sind die AF-Modi Einzelpunkt, Zone und Weit/Verfolgung, die sich in ihrer grundlegenden Funktion nicht vom T-Modell unterscheiden. Neu sind allerdings zwei Punkte: zum einen ist der Sensorbereich mit Phasendetektions-Pixeln deutlich vergrößert worden, was einen genaueren und schnelleren Autofokus bei schwacher Beleuchtung und schwachem Kontrast über einen größeren Bildbereich ermöglicht (wichtig auch für die „Tracking-Funktion“, bei der die Schärfe prädiktiv nachgeführt wird, die auch von einer um 100% schnelleren Auslesung des Sensors profitiert), zum anderen ist die Anzahl der Fokusmessfelder von 77 auf satte 273 erhöht worden (im Menü kann zwischen 77 Punkten (7×11) und 273 Punkten (13×21) ausgewählt werden). Wichtig: Die 273 Messfelder stehen nur bei Einzelpunkt-AF zur Verfügung, bei Zone und Weit/Verfolgung jedoch nur die 77 Messfelder.

Inwieweit die AF-Geschwindigkeit im Gegensatz zur X-T1 im praktischen Einsatz gesteigert werden konnte, habe ich bei meinen bisherigen Einsätzen noch nicht hinreichend feststellen können, da mir dafür bislang die „Actionmotive“ fehlten. Auf dem Papier hat die X-Pro2 jedenfalls die schnellste Performance aller bisherigen X-Serie-Kameras, denn auch der Kontrast-AF arbeitet nun doppelt so fix. Die wichtigste Verbesserung ist in diesem Zusammenhang in meinen Augen aber ohnehin der Fokushebel, der allein für einen ordentlichen Boost im ganzen AF-Prozedere führt.

Und auch für die Freunde der Gesichtserkennung gibt es eine Neuerung: Zusätzlich ist eine Augenerkennung implementiert, bei der auch gezielt eine Priorität für das linke oder rechte Auge vorgewählt werden kann.

– Ilex – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/3000 Sek, f 2.8, ISO 1600 –

Filmsimulationen und RAW

Bei dem London-Meeting meinte ich einst etwas scherzhaft auf die Frage, welche zusätzlichen Filmsimulationen wir uns wünschen würden, man solle den Kodak Tri-X nehmen. Gut, das geht in einem Fotoapparat von Fujifilm natürlich nicht. Schließlich ist der ACROS hinzugekommen, auch ein schwarzweißer Klassiker (basierend auf dem analogen Neopan ACROS), der alle bisherigen S/W-Modi deutlich überflügeln soll (manche meinen gar, die X-Pro2 käme damit nah an Leicas Monochrom heran). Neben einer sehr guten Durchzeichnung der Schatten und Lichter ist es eine weitere Besonderheit dieser Filmsimulation, dass hier Filmkorn passend zum verwendeten ISO-Wert zugefügt wird (je höher die ISO-Zahl, desto stärker das Korn). Ohnehin ist der Körnungseffekt neu, der in zwei Stufen (SCHWACH und STARK) auch allen anderen in der X-Pro2 vorhandenen „Filmen“ beigefügt werden kann. Diese Körnung verleiht vielen Aufnahmen häufig den extra Kick  analogen Charme. Daneben sind die Einstellungen für TON LICHTER, SCHATTIER. TON, FARBE, SCHÄRFE und RAUSCHREDUKTION nun differenzierter (zwischen -2 und +4 für Lichter und Tiefen und -4 und +4 für Farbe, Schärfe und Rauschreduktion), was dem internen RAW-Konverter ebenfalls zugute kommt, wo zudem der Bereich der PUSH/PULL-Verarbeitung nach unten auf -2 erweitert wurde. Wenn das alles primär die JPG-Fotografen interessiert, gibt es aber auch für die RAW-Freunde Neuigkeiten: Neben unkomprimierten RAW-Dateien steht nun alternativ eine absolut verlustfreie Kompression zur Verfügung, die gerade bei den größer gewordenen Bilddateien Sinn macht. Und das mit 14 Bit!

– Seilrutsche – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/100 Sek, f 8, ISO 200 –

Der Sensor und die Bildqualität

Der neue X-Trans CMOS III Sensor von Sony hat nach wie vor APS-C-Größe und vereint darauf 24,3 Megapixel. Die auf 6000×4000 Pixel angestiegene Auflösung heiße ich gerne willkommen, da sie mir mehr Spielraum für große Ausdrucke bietet. Dazu wirkt sich der ebenso neue X Prozessor Pro nicht nur auf jegliche Geschwindigkeit aus – die Kamera läuft in allen Belangen flüssig und reaktionsschnell -, sondern auch auf die Bildqualität, Rauschfreiheit und den Dynamikumfang.

Wie gesagt lasse ich Beurteilungen der Bildqualität für den Moment noch links liegen, da ich bisher nicht mit einem Serienmodell mit finaler Firmware fotografiert habe. Wer will, kann sich aber gerne die hier eingestreuten Bilder näher zu Gemüte führen und mit einem Klick aufs Bild auf Flickr größer ansehen. Was mir jedoch sofort sehr positiv auffiel, war die fantastische Qualität bei hohen ISO-Werten, wo Fujifilm trotz gestiegener Megapixel nochmals eine Schüppe draufgelegt hat!

„Kritikpunkt“: Ach ja, der Sensor ist nicht stabilisiert. Es gibt also kein IBIS (In Body Image Stabilization). Für viele neben dem fehlenden Klappdisplay ein absolutes No-Go (ein weiteres folgt gleich noch), für das es, wie sollte es bei Fujifilm anders sein, sicherlich einen guten Grund gibt. Zum einen ist der OIS in den Objektiven laut Fujifilm leistungsstärker. Zum anderen gibt es bei den X-Trans-Sensoren angeblich Probleme mit der Stabilisierung in der Kamera, wie ich hörte. Genaues weiß ich hier aber nicht. Nur so viel, dass dies kein Grund für mich ist, die X-Pro2 als unbenutzbar einzustufen, wie ich es hier und da schon aufschnappte.

„Kritikpunkt“: Oh, direkt noch einer … Ja, die Kamera kann auch kein 4K. Nur FULL-HD mit bis zu 60P. Wieder so ein No-Go. Mir ist das (noch) wurscht. Wenn ich etwas filme, reicht mir das, was ich von Fujifilm da gerade bekomme. Und der Grund, warum 4K nicht drin ist, soll der sein, dass die Knipskiste dann zu stark erhitzen würde. Um das zu vermeiden, hätte der zweite Kartenslot rausfliegen müssen. Oder so ähnlich. Es geht halt nicht alles gleichzeitig parallel nach vorne, wie uns auch in London erklärt wurde. Nur Schritt für Schritt. So muss man sich auch beim elektronischen Sucher dazwischen entscheiden, entweder die Auflösung hochzuschrauben oder die Wiederholungsrate anzuheben. Beides gleichzeitig auf ein ganz hohes Niveau zu hieven, klappt nicht. Und überhaupt: Die X-Pro2 ist in erster Linie eine Fotokamera und keine Videokamera (was bei einer Knipse im Rangefinder-Style auch naheliegt …).

(PS: Von einer X-T2 erwarte ich mir dann natürlich wieder ein Klappdisplay. Auch 4K. Aber vielleicht fehlt dort dann weiterhin das zweite Kartenfach. Und ob die IBIS hat, sei auch dahingestellt.)

Dafür gibt es jetzt schon mal PIXEL-MAPPING in der X-Pro2. Wer also mal tote Pixel im Bild findet, kann sich derer leicht entledigen.

Die Menüstruktur

Auch die Menüstruktur und die Sucheranzeigen sind überarbeitet worden. Vor allem das Menü ist nach meinem Geschmack nun klarer strukturiert, um schneller ans Ziel zu kommen. Es ist jetzt nicht mehr nur nach AUFNAHME-MENÜ und HAUPTMENÜ unterteilt, sondern nach den Punkten BILDQUALITÄT, AF/MF, AUFNAHME, BLITZ, FILM und EINRICHTUNG gegliedert. Hinzu kommt noch MY-Menü für eine persönliche Konfiguration. Ich fand mich schnell zurecht.

Rentier, Foto: Martin Hülle
– Rentier – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/45 Sek, f 2, ISO 3200 –

Schlussbemerkung

So, das soll es erstmal gewesen sein. Wie oben geschrieben, werde ich meine Eindrücke fortlaufend ergänzen, sobald ich neue Erkenntnisse gewinne. Vielleicht habe ich auch den einen oder anderen Punkt vergessen. Zu vielfältig sind die Neuerungen und Verbesserungen der X-Pro2. Auch hier werde ich fehlendes nachtragen, wenn es auffällt.

Für ein Fazit ist es noch viel zu früh. Dafür habe ich die Kamera noch nicht in meinem „gewohnten Umfeld“, also unterwegs in wilder Einsamkeit, nutzen können. Doch vieles spricht dafür, dass mich die X-Pro2 bald in Grönland, bei meiner letzten Reise meines Fotoprojekts „Mein Norden“ mehr als zufriedenstellen wird. Schließlich bietet sie im Grunde all das, was ich mir bei Fujifilm als wichtigste Verbesserungen gewünscht habe: Ein nahezu unverändertes Gehäuse gegenüber der X-Pro1, allerdings wie die X-T1 jetzt auch wetterfest und kälteresistent, dazu zwei Kartenslots, den AF-Joystick, etwas mehr Auflösung, einen weiter verbesserten Autofokus, gesteigerte Geschwindigkeit und viele viele weitere Kleinigkeiten, die das Fotografieren angenehmer machen.

Und nicht zuletzt hat auch die X-Pro2 diese Seele inne, die mich einst zu ihrer Vorgängerin greifen ließ, um meiner Fotografie einen weiteren Schub zu verleihen. Die Technik wirkt nur unterstützend auf dem Weg, die eigene Kreativität voranzutreiben.

Fragen, Anregungen und Diskussionen gerne in den Kommentaren!

Tipp: Für noch mehr Hintergrundinformationen und weitere Details zu technischen Feinheiten wie dem Dynamikumfang, ISOlosen Sensor und vielem mehr empfehle ich den First Look von Rico Pfirstinger.

Ein kleiner Ausblick auf ein großes Abenteuer

– Ausguck –

Eigentlich war sie bereits für den vergangenen September geplant: Die letzte Reise meines Fotografieprojekts „Mein Norden“. Allein wollte ich im grönländischen Johan Dahl Land die Abschlusstour unternehmen. Die Flüge waren gebucht, der Rucksack so gut wie gepackt. Doch dann kam kurzfristig alles anders, als die Fluglinie alle verbleibenden Flüge für den Rest des Jahres absagte und ich vorerst zu Hause bleiben und das Projektende nach hinten schieben musste. Was im Herbst 2012 mit einer Solotour im Norden Schwedens seinen Anfang nahm, werde ich nun erst im kommenden März/April im Süden Grönlands endlich zu Ende bringen. Die Planungen für den dann hoffentlich wirklich finalen Ausflug in den Norden laufen auf Hochtouren …

„13 Reisen in den Norden. Vier Jahre Aufbruch. Zu allen Jahreszeiten hinein ins Abenteuer. Allein, mit Freunden und der Familie. Wanderungen und Skitouren dokumentiert in Bildern und Texten, die Emotionen transportieren und von Erlebnissen erzählen. Eine Liebeserklärung an raue Landschaften, karge Regionen und eine intensive Art des Unterwegsseins.“

Wer nach all der Zeit nicht wer weiß, was überhaupt der Auslöser für dieses Projekt war, warum ich immer wieder in den Norden aufbreche und welche große Bedeutung diese Reisen für mich haben, der sollte sich nochmalds meinen Beitrag „We have to dream it all up again“ durchlesen. Da steht alles drin. Die Sache mit der Epilepsie. Das ganze Wieso und Warum.

In den vergangenen Jahren war ich bereits in den Ländern Skandinaviens unterwegs. Auch in Schottland und Island. Dazu auf den Färöer-Inseln und Svalbard. Jetzt fehlt nur noch Grönland. Dann ist alles rund und ich kann das nächste große Abenteuer in Angriff nehmen!

Mein Norden – Der Bildband

Die 13 Reisen in den Norden waren nur ein erster Teil des ganzen Projekts. Voller Lichtblicke, fantastischer Momente und tiefer Emotionen. Erlebt und eingefangen in den Regionen, die mir so sehr am Herzen liegen. Aber es war auch eine anstrengende Zeit. Mit Rückschlägen und der ab und an aufkommenden Frage, ob ich es schaffe, das ganze durchzuziehen. Doch jetzt, recht kurz vor dem abschließenden Trip, bin ich schon etwas stolz, es soweit geschafft zu haben. Über einen so langen Zeitraum habe ich mich noch nie so intensiv mit einem Thema beschäftigt. Ständig drehten sich meine Gedanken um dieses Fotoprojekt. Wie alles zusammenpasst. Wie ein Schuh daraus wird. Eine runde Geschichte, die auch andere mitnehmen und entführen soll in meine nordische Welt.

Nach der letzten Reise beginnt der zweite Teil des Projekts. Und das wird sicherlich ein noch größeres Abenteuer. Das Unterwegssein kenne ich seit langer Zeit, doch einen Bildband habe ich bislang noch nicht veröffentlicht. Aber ja, genau, einen Bildband soll es geben. Mein Erstlingswerk. Ohne Verlagsschnickschnack, sondern ganz in eigener Verantwortung. Damit das Buch auch so wird, wie ich es mir vorstelle und wie es das Projekt am besten darstellt und auf den Punkt bringt. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen, ob sich dann alles so realisieren lässt, wie ich mir das gerade bereits vorstelle. Denn im Grunde stecke ich schon mittendrin in der Buchproduktion. Gut, die Bilder sind noch nicht ausgewählt oder Texte geschrieben. Auch am Layout feile ich noch. Aber das angestrebte Format ist beschlossene Sache, der voraussichtliche Umfang steht fest, dazu das Papier, welches ein haptischer Leckerbissen sein soll …

Wie es weitergeht

Mehr Details zu diesem „Hardcover-Coffee-Table-Traum“ werde ich hier im Januar verraten, wenn ich mit der Druckerei noch ein paar offene Fragen geklärt habe. Danach wird frühzeitig die Möglichkeit bestehen, den Bildband über meinen Shop bereits vorab zu bestellen. Denn es wird ihn nur in einer limitierten Auflage geben! So könnt Ihr euch rechtzeitig ein Exemplar sichern – und es zudem etwas günstiger bekommen, als es ab Zeitpunkt des Drucks kosten wird – und mir gleichzeitig etwas unter die Arme greifen. Aber dazu in Kürze mehr.

Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, wie es um den Fortgang des Projektes und die Buchproduktion steht, sollte mir auf Facebook folgen, wo ich alles zum Thema aktuell in die Welt posaune …

Soweit dieser kleine Ausblick auf das große Abenteuer. Nach den Reisen ist vor dem Bildband ;-)

Oh Mann, ist das aufregend!

> Zum Shop

(UPDATE: Aus der Wintertour in Grönland wurde auch nichts – Schneemangel vor Ort vereitelte das Unternehmen. Daher breche ich nun erst im September 2016 ins Johan Dahl Land auf und beende mein Fotoprojekt dort doch mit einer herbstlichen Solotour. Toitoitoi! Allerdings verschiebt sich dadurch der Veröffentlichungstermin des Bildbandes auf März 2017.)

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