- “not” -April, April, der macht, was er will … Aber doch nicht der Mai! Der gilt auch in Schottland als Wonnemonat – mit stabilen Schönwetterlagen und sommerlichen Temperaturen. Das habe ich dort selbst schon erlebt und bin vor vielen Jahren in T-Shirt und kurzen Hosen durch die Letterewe Wilderness gestiefelt. Als ich nun vor etwa 2,5 Wochen zur Isle of Skye aufbrach, um dort den Skye Trail zu laufen, hoffte ich natürlich nicht nur auf dramatisch fotogenes Lichterspiel, sondern auch auf schöne Frühlingsbedingungen. Naja, der Mai entpuppte sich dieses Mal jedoch nicht als “normaler” Mai, sondern eher als eine Verlängerung des April. Aber was ist im Norden schon normal?
Bereits während der Busfahrt vom Glasgower Flughafen nach Portree sah ich hinter den Scheiben das ganze Übel vorüberziehen. Allerorts rauschten prall gefüllte Bäche und Flüsse wild schäumend die Berge herunter, das Wasser der Seen trat über die Ufer, es regnete Bindfäden und im Glen Shiel schließlich schneite es auch noch. Mit mulmigen Gefühlen kam ich auf der Inneren Hebriden Insel an – und befürchtete eine mir bevorstehende Wasserschlacht. Das wurde zudem von anderen Wanderern genährt, die ich in Portree traf und die ihr Vorhaben, ebenfalls den Skye Trail komplett zu laufen, bereits abgebrochen hatten und sich nur noch einige Häppchen davon heraussuchten, um zwischendurch auch immer mal wieder in wohlig warmen Hostels durchtrocknen zu können. Darüber hinaus wurde der stete Regen noch von einer steifen Brise begleitet, die das Nass klatschend über Skye trieb.
Gut, ich kaufte mir erstmal Gas-Kartuschen und noch eine wetterfeste Karte des Weges, bevor ich in Broadford loslief, so, als könne mich nichts erschüttern. Nun ja, Erschütterungen gab es in der folgenden Zeit dann doch noch einige – in Form immer wiederkehrender Regengüsse, stürmischen Windes und schmatzend feuchten Bodens. Doch ich sollte auch Glück im Unglück haben. Ich kam durch, konnte alle Flüsse problemlos queren, behielt trockene Füße, zeltete an einigen wunderschönen – trockenen – Flecken, die ich zwischen all der Matsche fand, und lief von Süd nach Nord den ganzen Weg. An den Ruinen von Boreraig und Suishnish vorbei, durch Torrin und Elgol. Am Wasser entlang und auf schmalen Pfaden hoch über steilen Klippen. Ich erklomm den Gipfel des Sgurr na Stri und später auch noch des Ben Tianavaig. Von den Cuillins sah ich jede Felsenspitze und hatte eine Nacht lang meine Ruhe am vielbesuchten Ausflugsziel, dem Loch Coruisk. Sligachan lag am Weg und The Breas. Ein auf und ab über Berge, dann der Old Man of Storr und sein Nachbar, der Needle Rock. Dort wartete ich ab. Aber anstelle guten Wetters, das ich für das folgende Stück jetzt wirklich gebraucht hätte, kamen Graupelschauern und wieder Schnee. Dazu tiefhängende, düstere Wolken und ein Sturm, der mich von der Trotternish Ridge hinaus aufs offene Meer geschleudert hätte. Der Bergkamm blieb mir daher als einziges verwehrt und ich folgte stattdessen der Straße bis Staffin. Doch das war nicht weiter schlimm – zum Ende der Tour entschädigte Quiraing und schließlich The Lookout, hoch über Hunish und der Nordspitze der Isle of Skye.
Ich war angekommen dort oben. Verdreckt und oft patschnass. Aber was soll’s? Ab und an hatte auf meiner Wanderung dann doch die Sonne die Wolkendecke auch für Momente durchbrochen, munterte mich immer wieder auf und bot fast das, was ich mir zuvor erträumt hatte …
Düstere Wolkenformationen, die dramatisch über den Bergen thronen und nur einen Spaltbreit der Sonne Raum lassen, die Schwärze zu durchbrechen, aufzublitzen und die Szenerie ganz punktuell golden zu erleuchten.
Achja, so war es am Schluss eine Runde Sache, wenn auch eher auf der dunkleren Seite der Möglichkeiten. Das landschaftliche Potpourri des Skye Trail durfte ich erleben, bin reicher an Begegnungen und konnte auch bei den oft miesen Umständen so manches in Bildern festhalten.
…
Soweit eine erste Zusamenfassung. Ein kleines Tagebuch und natürlich viele Impressionen werden noch folgen!
> Bildergalerie Skye Trail 2013 (das ist erst der absolute Anfang …)
- Über uns -Wieder gilt es, dem Ruf der Wildnis zu folgen. Ich hatte es ja bereits über diverse Kanäle verbreitet, dass ich am morgigen Freitag erneut aufbreche. Dieses Mal nach Schottland auf die Isle of Skye. Die zu den Inneren Hebriden gehörende Insel wartet mit einem äußerst verlockenden Wanderweg auf, den ich innerhalb der nächsten zwei Wochen laufen möchte. Der Skye Trail bietet ein landschaftliches Potpourri, auf das ich mich diebisch freue.
The trail covers 128 km of tough terrain including spectacular mountain and coastal scenery. It follows much of the celebrated Trotternish Ridge and also passes under the very shadow of the jagged Cuillin, the finest mountains in Britain. There are remarkable but almost unvisited coastal cliffs, steep trails above high drops, and the haunting ruins of deserted villages destroyed in the Highland Clearances.
Über London fliege ich nach Glasgow und fahre von dort mit einem Bus via Fort William bis nach Portree. Nach einer Nacht im Bayfield Backpackers muss ich mir im Hauptort Skye’s noch Gas-Kartuschen besorgen, bevor ich in Broadford starten und loslaufen werde. Torin, Elgol und Camasunary sind die ersten Stationen am Weg, dann lockt der Loch Coruisk inmitten der schroffen Cuillins. Weiter über Sligachan geht es erneut nach Portree und von dort zuerst oberhalb der Küste längs, bis ich hinaufsteigen werde zum Old Man of Storr, dieser weithin sichtbaren Felsnadel. Es folgt anschließend der Trotternish Bergrücken, über dessen Kamm ich – gutes Wetter vorausgesetzt – zur Nordspitze der Insel gelangen möchte. Dort wartet die Lookout Bothy unweit von Rubha Hunish als kleines Schmankerl mit großer Aussicht am Ziel der Tour.
Eigentlich ist der Skye Trail mit sieben Tagen angegeben, aber ich habe ein paar mehr zur Verfügung. Das ist gut so, mache ich mich doch auch besonders auf die Suche nach Bildern, die ich einfangen und mit nach Hause bringen möchte. Ich werde daher wieder einmal viel Fotokrämpel durch die Lande buckeln. Aber das könnte sich auf der Isle of Skye auszahlen, ist doch das, was ich bisher davon gesehen habe, ein Augenschmaus.
Wetterberichte habe ich vorab nicht studiert – ich lasse alles auf mich zukommen. Aber ich träume von düsteren Wolkenformationen, die dramatisch über den Bergen thronen und nur einen Spaltbreit der Sonne Raum lassen, die Schwärze zu durchbrechen, aufzublitzen und die Szenerie ganz punktuell golden zu erleuchten. Ach ja …
- Null Grad -Sicherlich, am liebsten hätte ich Euch schon längst die ganzen Highlights der Island Winter-Durchquerung in eindrucksvollen Bildern präsentiert. Und bislang nicht nur das Nordlicht über Reykjavík gezeigt. Aber nachdem die Mission erfüllt, die offene Rechnung beglichen war, musste ich im Vorfeld meiner Schottland-Reise – jaja, am Freitag geht es schon wieder los – Prioritäten setzen. Die Nachbearbeitung der Impressionen von der Insel aus Feuer und Eis fiel dem dann zum Opfer und muss nun warten, bis ich von der Isle of Skye zurück bin. Es galt zuvor, weitere Reisen “einzutüten”, die später im Jahr auch noch folgen werden. Zudem, das gesamte Projekt “Mein Norden – Eine Liebeserklärung” voranzutreiben, das Wesentliche weiter herauszuarbeiten und den Fokus klar auszurichten.
Auch habe ich mich stark der oftmals lästigen Akquise gewidmet. Aber da sie Früchte trägt, war es gar nicht so schlimm … Ihr dürft gespannt sein – über so manche meiner Reisen werde ich in diesem Jahr auch noch in Magazinen berichten. In terra, Päng!, Land der Berge, CHIP FOTO-VIDEO, dem trekking-Magazin, DigitalPHOTO, NORR, FIT for LIFE, Nordis und anderen mehr … (Übrigens: einige zurückliegende Veröffentlichungen findet Ihr hier!).
Man kann also nicht sagen, ich wäre unproduktiv gewesen. Daher war die letzte Zeit zwischen den Reisen auch keine “Nullrunde” – im Gegenteil, sie war Wegweiser in eine vielversprechende Zukunft. Das laufende Projekt, zu dem all die Touren gehören, zu denen ich momentan aufbreche, ist ein einziges großes Abenteuer. Mein spannendstes bisher! Auch hier: Wenn ich die Zeit finde, werde ich erzählen, was genauer dahinter steckt. Im vorigen Jahr habe ich ja nur über den Auslöser, der das alles ins Rollen brachte, berichtet! (Habt noch etwas Geduld, dann erscheinen nicht nur die Fotos von Island auf der Bildfläche …)
In der Bergland-Hütte im isländischen Hochland zeigte das Thermometer am Morgen Null Grad an. Es war nicht warm, aber auch nicht kalt. Irgendwas dazwischen. Jetzt hingegen bin ich mittendrin!
> Bildergalerie Island Winter-Durchquerung 2013 (das ist erst der Anfang …)
- Auf der Mauer -Bevor ich die Fujifilm X100S am kommenden Freitag nach Schottland entführe, hatte ich sie gestern nochmals auf einem kleinen Familienausflug dabei, um mich weiter mit ihr vertraut zu machen. Wir – also Nina und ich – hatten uns den Rundwanderweg A2 an der Heilenbecker Talsperre rausgesucht und parkten unser Auto unweit der Staumauer. Die Weglänge erschien mit etwa 7,1 Kilometern angemessen. Da Selma mittlerweile auch viel selber laufen will und nicht die ganze Zeit in der Kindertrage versauern möchte, müssen wir die Distanzen an ihre Möglichkeiten anpassen. Aber dann rannte sie zügig los, schnappte sich zwei Stöcke und wir mussten zusehen, hinterherzukommen.
Auf dem Rundweg war nicht viel los und wir hatten den Wald die meiste Zeit für uns allein. Wir hielten Ausschau nach Pilzen, die an Bäumen klebten, warfen Steine in Bäche und sahen hier und da Tiere. Enten, Fische, Pferde, schreckhafte Kühe und die Plastikschwäne im grünen Heilenbecker Wasser. Am Ufer machten wir noch eine Rast und aßen belegte Brötchen, Paprika- und Apfelstücke.
Nur hier, an der zweitältesten Talsperre Deutschlands, war recht viel los, dort, wo alle mal eben zwischen Mittagessen und Kaffeetrinken ihre kleine Runde drehen. Wir liefen zum Schluss auch noch um das aufgestaute Nass, bevor wir uns wieder aus dem Staub machten. Aufgetankt mit frischer Luft, Sonnenschein und Frühlingsgefühlen.
- Grünes Wasser -
- Zerfall -
- Waldschrat -
- Frühling -
> Mehr Bilder gibt es hier zu sehen
- Auf der Rutsche -Ende letzter Woche bekam ich von Fujifilm eine neue Knipskiste – die X100S! Auf diese Kamera bin ich sehr gespannt, war es doch ursprünglich die X100, die mein Interesse an Fujifilms X-System geweckt hatte und alles zum Laufen brachte. Nur habe ich die mittlerweile zu einem modernen Klassiker avancierte X100 nie benutzt, daher bin ich jetzt umso neugieriger, wie sich die Evolution des ersten X-Modells so anstellen wird. Der Fotoapparat, über den Zack Arias sagt: “Fuji is the new Leica and the X100S is the greatest camera I’ve ever owned.”
Gestern unternahmen Nina, Selma und ich einen kleinen Familienausflug und wanderten den Obersprockhöveler Rundweg. Wir genossen die wärmenden Sonnenstrahlen und vertraten uns die Beine auf der gut 10 km langen Strecke. Ich hatte natürlich die neue Kleine mit dabei und machte ein paar Bilder. Auch von Selma, wie sie mir auf einer Rutsche entgegenschoss. Diesen ersten Test bestand die X100S schon mal mit Bravour. Jetzt können weitere Abenteuer kommen!
Die kalten Fakten:
Fujifilm X100S, ISO 400, 1/420s, Blende 5.6, +0.7 LW
