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Die Fujifilm X-Pro2 – Erste Eindrücke

Jetzt ist sie also Wirklichkeit – die Fujifilm X-Pro2. Lang ersehnt und lang erwartet wurde sie heute offiziell von Fujifilm vorgestellt. Seit Wochen brodelte es bereits in der Gerüchteküche, in der laufend frische Rumors aufgetischt wurden. Alle möglichen Details sickerten schon im Vorfeld durch und es wurde wie eh und je über deren Wahrheitsgehalt wild diskutiert. Mit Interesse schaute auch ich immer wieder hin. Es war lustig zu verfolgen, wie hier ein Produkt „auseinandergenommen“ wurde, das noch gar nicht real war. Mitmischen konnte ich so richtig nicht. Dabei wusste ich, was kommt. Aber ich war zum Schweigen verdonnert.

Bereits im November 2014 war ich nach London zu einem Treffen einiger deutscher und englischer X-Fotografen eingeladen worden, bei dem wir mit Produktentwicklern aus dem Hause Fujifilm über die Nachfolger der X-Pro1 und X-T1 und unsere Wünsche an diese nächste Kamerageneration sprachen. Zugleich wurde uns dort präsentiert, wohin die Reise gehen würde. Aber es gab noch offene Punkte. Möglichkeiten, in diese oder jene Richtung zu entwickeln und da war es Fujifilm wichtig, Einschätzungen und Meinungen von der Praxisfront einzuholen. Das Meeting war erhellend, weil ich so erfuhr, dass nicht alles immer gleichzeitig geht und vielleicht das eine auf der Strecke bleiben muss, um das andere möglich zu machen. Die Diskussionen waren durchaus kontrovers, aber unterm Strich hatten wir Fotografen doch recht ähnliche Vorstellungen, wie wir die Nachfolgemodelle gerne sehen würden.

Umso gespannter war ich im letzten November, als ich von Fujifilm ein „fertiges“ Vorserienmodell der X-Pro2 in die Hände gedrückt bekam. Ich wollte doch zu gerne wissen, was aus den ganzen damaligen Ideen letztendlich geworden ist und wie dieses und jenes Feature am Ende umgesetzt wurde. Und ob die Kamera schließlich meinen Wünschen entspricht, denn es ist ja durchaus so, dass der eine mit etwas zurechtkommt oder benötigt, was den anderen stört oder völlig schnuppe ist. Gleichwohl war ich stolz zu einer ausgewählten Schar weltweiter Fotografen zu gehören, die dieses neue Fujifilm-Flagschiff bereits vor der Präsentation im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums des X Systems nutzen durften.

– Farn – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/480 Sek, f 2.8, ISO 200 –

Vorbemerkung
Wie gesagt handelt es sich bei meiner X-Pro2 um ein Vorserienmodell, bei der die Firmware noch nicht final ist. Als ich die Kamera bekam, hatte sie noch zahlreiche Bugs. Durch ein „Firmware-Update“ wurden diese in der Zwischenzeit minimiert, aber es ist noch immer nicht die endgültige Version. Daher haben auch die JPGs offiziell noch keine finale Qualität, weswegen ich zur Bildqualität zum aktuellen Zeitpunkt auch noch nichts sagen werde. Die RAW-Dateien hätte ich mit dem RAW FILE CONVERTER EX von SILKYPIX hingegen schon bearbeiten können, aber ich mag das Programm nicht und warte daher ab, bis auch Adobe Camera RAW die X-Pro2 unterstützt und ich die Bilder meinem gewohnten Workflow entsprechend bearbeiten kann. Bislang habe ich deshalb nur den kamerainternen RAW-Konverter benutzt alle auch hier zu sehenden Fotos sind JPGs OOC.

Auch hatte ich noch nicht die Möglichkeit, die X-Pro2 mit auf eine Reise, Wanderung oder Skitour zu nehmen und unter den Bedingungen zu testen, wo ich das X System hauptsächlich einsetze. Das wird dann im März/April in Grönland mit einem Serienmodell geschehen. Mein erster Eindruck ist daher wirklich nur ein vorläufiger, den ich fortlaufend erweitern und überarbeiten werde.

Dabei will ich die Kamera jetzt auch nicht von A-Z erklären – dies ist kein technischer Kameratest, sondern eine persönliche Einschätzung, wie ich die Kamera bislang empfunden habe, vor allem im Vergleich zur X-Pro1 und X-T1.

– Selma – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/125 Sek, f 2, ISO 1250 –

Gehäuse, Haptik, Tasten, Räder, usw.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich den Messsucher-Look der X-Pro-Reihe dem DSLR-Design der X-T1 vorziehe. Ich schaue mit dem rechten Auge durch den Sucher, kann die linke Kameraseite dabei bequem aber stabil an der Nase anlegen und muss mich nicht komplett hinter ein Gehäuse klemmen. Daher war ich auch sehr scharf auf einen Nachfolger der X-Pro1. Nur aufgrund der überlegenen Features der X-T1 war ich seit deren Erscheinen bevorzugt damit unterwegs. Für mich ein Kompromiss, zumal ich ein Gehäuse ohnehin lieber etwas größer als kleiner mag, was zudem für die X-Pro spricht (Batterie- und Hochformatgriff an der X-T1 hin oder her …).

Gehäuse
Das Gehäuse der X-Pro2 ist einen Tick größer und auch schwerer als das der X-Pro1. Durch das höhere Gewicht wirkt die Zweier solider und nicht so „luftig“ wie die Einser. Zudem ist die Kamera wie die X-T1 abgedichtet, was mir und meiner Fotografie bei oft miserablem Wetter sehr entgegenkommt. Der Griffwulst vorne und die Daumenablage hinten sind etwas ausgeprägter als bei der X-Pro1, wodurch die X-Pro2 selbst ohne Zusätze besser in der Hand liegt als ihre Vorgängerin. Am grundsätzlichen Design hat Fujifilm nicht viel geändert, was ich sehr begrüße. Viele Fragen sich zwar, warum die Kamera so groß ist, hat sie doch nur einen APS-C Sensor inne. Denen kann ich nur entgegnen, dass sie dadurch handlicher ist. Die deutlich kleinere X-E-Serie empfand ich beispielsweise lange nicht so ergonomisch.

Monitor und Tasten
Der Monitor ist auf die linke Seite gerückt. Alle Tasten sind jetzt ausschließlich oberhalb und überwiegend rechts davon angeordnet, wodurch sich die Kamera sehr bequem allein mit der rechten Hand bedienen lässt, ohne das Auge vom Sucher nehmen zu müssen. Zum Glück ist Fujifilm bei der X-Pro2 kein solcher Fauxpas passiert wie einst bei der ersten X-T1-Generation mit ihrem fummeligen Steuerkreuz. Alle Tasten sind hier griffig und mit deutlichem Klick, die besten aller X-Modelle bislang. Sechs der Tasten sind darüberhinaus als Fn-Tasten nutzbar (die vier des Steuerkreuzes, eine auf der Oberseite und eine auf der Vorderseite, die integriert ist in den „Sucherhebel“).

Der Joystick
Wichtigste Neuerung ist allerdings der Fokushebel! Solch einen Steuerknüppel hatte ich mir schon lange gewünscht, mit dem per Daumen rasch und bequem das AF-Messfeld ohne weiteren vorherigen Tastendruck kreuz und quer verschoben werden kann. Und auch durch ein aufgenommes Bild oder durchs Menü lässt sich damit geschwind hin und her wandern.

Zweites Einstellrad und Plus-Minus-Korrektur
Eine weitere Änderung gegenüber der X-Pro1, aber schon von der X-T1 bekannt, ist das zusätzliche Einstellrad auf der Vorderseite. Eine seiner Funktionen habe ich in Ermangelung einer Bedienungsanleitung allerdings eher zufällg gefunden: Wie die vorigen X Kameras hat die X-Pro2 nun auch ein von -3 bis +3 reichendes Belichtungskorrekturrad auf der Oberseite. Und für alle, denen diese Werte nicht ausreichen, hat das Rad neu zusätzlich die Position C. Ist diese eingestellt, funktioniert die Plus-Minus-Korrektur über das vordere Einstellrad von -5 bis +5. Ein Druck aufs Rad genügt und es ist aktiviert. Mit einem weiteren Druck kann man eine vorgenomme Korrektur fixieren.

Zwei Kartenslots
Wie bei der X-T1 ist das Speicherkartenfach nun separat vom Batteriefach auf der rechten Seite angebracht. Wie die Türe zu den HDMI-, USB- und Mic/Remote-Anschlüssen auf der linken Seite, ist der Verschluss zu den Speicherkarten deutlich solider konstruiert als bei der X-T1. Auch hier scheint Fujifilm dazugelernt zu haben und manche Krankheit früherer Modelle gar nicht mehr aufkommen zu lassen.

Und ja, es gibt endlich zwei Kartenslots, die ich mir wie den Fokushebel sehr gewünscht habe. Allein dadurch ist die X-Pro2 für meine langen Wildnisaufenthalte ohne zwischenzeitliche Backup-Möglichkeit von nun an sicherlich erste Wahl. Direkt in der Kamera ein Backup der Fotos erstellen zu können, ist der denkbar einfachste Weg der Datensicherung. Klar, wer im Studio fotografiert und seine Bilder direkt in einen Rechner schießt, braucht das nicht. Für mich ist das aber ein Riesenschritt nach vorne, der mir unterwegs mehr Schlaf garantieren wird. Dabei ist allerdings nur ein Kartenslot UHS-II kompatibel, der andere nur UHS-I – für zwei schnelle war sicherlich kein Platz, was ich verschmerzen kann. Die Kartenfächer lassen sich zudem unterschiedlich konfigurieren – Sequenziell, Sicherung oder RAW/JPG.

ISO-Verstellung
Die ISO-Verstellung ist neuerdings ins Zeitenrad auf der Oberseite integriert. Ganz wie in alten analogen Zeiten und wie ich es von meiner Nikon FM2 kenne. Hier sehe ich aber durchaus Potenzial für kontroverse Meinungen. Sicherlich ist die Lösung all jenen geschuldet, die zwingend nach einem extra ISO-Rad gerufen haben. Die Fotografen, die oft die ISO-Zahl verstellen, hätte eine ISO-Taste in Verbindung mit einem der Einstellräder sicherlich besser geschmeckt. Bislang komme ich mit der „neuen“ Lösung aber ganz gut zurecht, da ich primär AUTO-ISO benutze und das Rad weitestgehend in der A-Stellung belasse und nur in Ausnahmefällen einen bestimmten ISO-Wert direkt einstelle. Positiv in diesem Zusammenhang sind die nun drei programmierbaren AUTO-ISO-Einstellungen, die sich bequem und fix über eine Fn-Taste auswählen lassen. Der ISO-Bereich geht übrigens regulär von 200 bis 12.800 plus erweiterbar auf ISO 100, 25.600 und 51.200 (in Drittelstufen).

Verschluss
Die Verschlusszeiten reichen jetzt mechanisch bis zur 1/8000 Sek und elektronisch bis zu 1/32.000 Sek (kürzeste Blitzsynchronzeit ist 1/250 Sek, zudem wird HSS mit bis zu 1/8000 Sek unterstützt). Der Verschluss hat eine sehr geringe Vibration und ist für 150.000 Auslösungen ausgelegt. Der Auslöser verfügt wie bei der X-Pro1 weiterhin über ein Drahtauslösergewinde!

Akku
Der Akku ist identisch mit denen voriger X Kameras. Kontinuität finde ich hier positiv, auch wenn ich mir mehr Leistung durchaus gewünscht habe. Aber das hätte aktuell einen größeren Akku erfordert, der dann keinen Platz für einen zweiten Kartenslot gelassen hätte. Durch drei Optionen beim POWER MANAGEMENT ist es aber dennoch möglich, die Anzahl möglicher Auslösungen zu erhöhen, da die Effizienz der Kamera gesteigert wurde. So lässt sich die Wiederholungsrate des EVF von 85 FPS auf 54 FPS absenken, wodurch Energie gespart wird (Einstellung STANDARD anstelle HOCHLEISTUNG). Und wer den OVF nutzt, kann durch die ECO-Stellung noch länger fotografieren. Daneben ist die Akkustandsanzeige nun auf 1% genau. Und wo wir schon auf der Kameraunterseite sind: Das Stativgewinde befindet sich bei der X-Pro2 in der Objektivachse!

„Kritikpunkt“: Der Monitor ist nicht als Klappdisplay verbaut. Viele hatten sich das gewünscht (bzw. als erstes No-Go bezeichnet) und ich hatte es an der X-T1 auch schätzen gelernt. Ob für den Verzicht allein der Retro-Faktor ausschlaggebend war oder ein Klappdisplay die Kamera z. B. deutlich dicker gemacht hätte, weiß ich nicht. Aber wie immer wird es kein Gerät geben, das alle Wünsche zu 100% befriedigt.

– Regentropfen – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/250 Sek, f 4, ISO 640 –

Der Hybrid-Sucher

Wie bereits  die X-Pro1 und X100-Serie verfügt die X-Pro2 über einen Hybrid-Sucher bestehend aus einem optischen (OVF) und elektronischen (EVF) Sucher. Je nach Bedarf und Vorliebe kann zwischen beiden Optionen gewechselt werden. Das geht wie eh und je ganz leicht mit einem Finger der rechten Hand über einen Hebel auf der Vorderseite. Und wie schon bei der X100T hat die neue X-Pro nun auch den ERF (elektronischer Messsucher) an Bord. Dieser funktioniert wie der optische Sucher, aber zusätzlich mit einer Live-View-Vorschau, bei der ein Komplettbild zur Kontrolle der Belichtung, Farben und des Bildausschnitts, oder eine in zwei Stufen vergrößerbare Ansicht der aktuellen Fokusposition an der unteren rechten Ecke des Suchers eingeblendet wird (mit den Optionen DIGITALES SCHNITTBILD und FOCUS PEAKING).

Das „Alleinstellungsmerkmal“ Hybrid-Sucher ist für mich aber kein Grund, die X-Pro-Serie den anderen Kameras vorzuziehen. Schon bei der X-Pro1 habe ich frühzeitig fast ausschließlich den EVF benutzt und den OVF als nettes zusätzliches „nice to have“ angesehen. Daher habe ich mich nie sonderlich mit dem optischen Sucher beschäftigt und das in der jetzigen Probezeit der X-Pro2 auch nur rudimentär getan. Im Vergleich zur X-Pro1 scheinen die zur Bildfeldbegrenzung eingeblendeten Leuchtrahmen das Endergebnis „genauer“ darzustellen (92% gegenüber 90%) und bei manueller Fokussierung wandert der Leuchtrahmen zum Parallaxenausgleich mit (wie es bei AF-Nutzung nach Antippen des Auslösers geschieht und der Leuchtrahmen an die korrekte Position springt). Schön ist zudem, dass bei der Verschiebung des Fokusmessfeldes im AF-Betrieb auch im OVF der Bereich mit Phasendetektion erkennbar und gelb eingerahmt ist. Auch ist der OVF nun für Brennweiten von 18mm bis zu satten 140mm ausgelegt. Hinweis: Mehr zum Leuchtrahmen, Bildbereich und der Parallaxe hatte ich bereits in meinem Erfahrungsbericht zur X-Pro1 geschrieben.

Der EVF ist im Vergleich zur X-T1 natürlich nicht so groß, die dafür aber auch einen Sucherbuckel benötigt, hat aber identische Auflösungswerte. Im Gegensatz zum aktuellen T-Modell punktet der elektronische Sucher der X-Pro2 allerdings mit einer wesentlich höheren Wiederholungsrate (bei der Einstellung HOCHLEISTUNG unter POWER MANAGEMENT) und er wirkt auf mich in dunkler Szenerie deutlicher rauschärmer.

Letztendlich kann ich wie zur X-Pro1 nur sagen, dass es eine wunderbare Sache ist, beide Sucherarten nutzen zu können und die Welt auf optischem oder elektronischem Wege zu betrachten. Aber das ist noch nicht alles: Es gibt jetzt auch eine integrierte Dioptrienkorrektur!

– Gegenlicht – X-Pro2, XF56mmF1.2 R, 1/500 Sek, f 4, ISO 250 –

Der Autofokus

In der X-Pro2 werkelt ein gegenüber der X-T1 weiterentwickeltes Hybrid-AF-System aus einer Kombination aus Kontrast-Autofokus und Phasendetektions-AF. Bekannt sind die AF-Modi Einzelpunkt, Zone und Weit/Verfolgung, die sich in ihrer grundlegenden Funktion nicht vom T-Modell unterscheiden. Neu sind allerdings zwei Punkte: zum einen ist der Sensorbereich mit Phasendetektions-Pixeln deutlich vergrößert worden, was einen genaueren und schnelleren Autofokus bei schwacher Beleuchtung und schwachem Kontrast über einen größeren Bildbereich ermöglicht (wichtig auch für die „Tracking-Funktion“, bei der die Schärfe prädiktiv nachgeführt wird, die auch von einer um 100% schnelleren Auslesung des Sensors profitiert), zum anderen ist die Anzahl der Fokusmessfelder von 77 auf satte 273 erhöht worden (im Menü kann zwischen 77 Punkten (7×11) und 273 Punkten (13×21) ausgewählt werden). Wichtig: Die 273 Messfelder stehen nur bei Einzelpunkt-AF zur Verfügung, bei Zone und Weit/Verfolgung jedoch nur die 77 Messfelder.

Inwieweit die AF-Geschwindigkeit im Gegensatz zur X-T1 im praktischen Einsatz gesteigert werden konnte, habe ich bei meinen bisherigen Einsätzen noch nicht hinreichend feststellen können, da mir dafür bislang die „Actionmotive“ fehlten. Auf dem Papier hat die X-Pro2 jedenfalls die schnellste Performance aller bisherigen X-Serie-Kameras, denn auch der Kontrast-AF arbeitet nun doppelt so fix. Die wichtigste Verbesserung ist in diesem Zusammenhang in meinen Augen aber ohnehin der Fokushebel, der allein für einen ordentlichen Boost im ganzen AF-Prozedere führt.

Und auch für die Freunde der Gesichtserkennung gibt es eine Neuerung: Zusätzlich ist eine Augenerkennung implementiert, bei der auch gezielt eine Priorität für das linke oder rechte Auge vorgewählt werden kann.

– Ilex – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/3000 Sek, f 2.8, ISO 1600 –

Filmsimulationen und RAW

Bei dem London-Meeting meinte ich einst etwas scherzhaft auf die Frage, welche zusätzlichen Filmsimulationen wir uns wünschen würden, man solle den Kodak Tri-X nehmen. Gut, das geht in einem Fotoapparat von Fujifilm natürlich nicht. Schließlich ist der ACROS hinzugekommen, auch ein schwarzweißer Klassiker (basierend auf dem analogen Neopan ACROS), der alle bisherigen S/W-Modi deutlich überflügeln soll (manche meinen gar, die X-Pro2 käme damit nah an Leicas Monochrom heran). Neben einer sehr guten Durchzeichnung der Schatten und Lichter ist es eine weitere Besonderheit dieser Filmsimulation, dass hier Filmkorn passend zum verwendeten ISO-Wert zugefügt wird (je höher die ISO-Zahl, desto stärker das Korn). Ohnehin ist der Körnungseffekt neu, der in zwei Stufen (SCHWACH und STARK) auch allen anderen in der X-Pro2 vorhandenen „Filmen“ beigefügt werden kann. Diese Körnung verleiht vielen Aufnahmen häufig den extra Kick  analogen Charme. Daneben sind die Einstellungen für TON LICHTER, SCHATTIER. TON, FARBE, SCHÄRFE und RAUSCHREDUKTION nun differenzierter (zwischen -2 und +4 für Lichter und Tiefen und -4 und +4 für Farbe, Schärfe und Rauschreduktion), was dem internen RAW-Konverter ebenfalls zugute kommt, wo zudem der Bereich der PUSH/PULL-Verarbeitung nach unten auf -2 erweitert wurde. Wenn das alles primär die JPG-Fotografen interessiert, gibt es aber auch für die RAW-Freunde Neuigkeiten: Neben unkomprimierten RAW-Dateien steht nun alternativ eine absolut verlustfreie Kompression zur Verfügung, die gerade bei den größer gewordenen Bilddateien Sinn macht. Und das mit 14 Bit!

– Seilrutsche – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/100 Sek, f 8, ISO 200 –

Der Sensor und die Bildqualität

Der neue X-Trans CMOS III Sensor von Sony hat nach wie vor APS-C-Größe und vereint darauf 24,3 Megapixel. Die auf 6000×4000 Pixel angestiegene Auflösung heiße ich gerne willkommen, da sie mir mehr Spielraum für große Ausdrucke bietet. Dazu wirkt sich der ebenso neue X Prozessor Pro nicht nur auf jegliche Geschwindigkeit aus – die Kamera läuft in allen Belangen flüssig und reaktionsschnell -, sondern auch auf die Bildqualität, Rauschfreiheit und den Dynamikumfang.

Wie gesagt lasse ich Beurteilungen der Bildqualität für den Moment noch links liegen, da ich bisher nicht mit einem Serienmodell mit finaler Firmware fotografiert habe. Wer will, kann sich aber gerne die hier eingestreuten Bilder näher zu Gemüte führen und mit einem Klick aufs Bild auf Flickr größer ansehen. Was mir jedoch sofort sehr positiv auffiel, war die fantastische Qualität bei hohen ISO-Werten, wo Fujifilm trotz gestiegener Megapixel nochmals eine Schüppe draufgelegt hat!

„Kritikpunkt“: Ach ja, der Sensor ist nicht stabilisiert. Es gibt also kein IBIS (In Body Image Stabilization). Für viele neben dem fehlenden Klappdisplay ein absolutes No-Go (ein weiteres folgt gleich noch), für das es, wie sollte es bei Fujifilm anders sein, sicherlich einen guten Grund gibt. Zum einen ist der OIS in den Objektiven laut Fujifilm leistungsstärker. Zum anderen gibt es bei den X-Trans-Sensoren angeblich Probleme mit der Stabilisierung in der Kamera, wie ich hörte. Genaues weiß ich hier aber nicht. Nur so viel, dass dies kein Grund für mich ist, die X-Pro2 als unbenutzbar einzustufen, wie ich es hier und da schon aufschnappte.

„Kritikpunkt“: Oh, direkt noch einer … Ja, die Kamera kann auch kein 4K. Nur FULL-HD mit bis zu 60P. Wieder so ein No-Go. Mir ist das (noch) wurscht. Wenn ich etwas filme, reicht mir das, was ich von Fujifilm da gerade bekomme. Und der Grund, warum 4K nicht drin ist, soll der sein, dass die Knipskiste dann zu stark erhitzen würde. Um das zu vermeiden, hätte der zweite Kartenslot rausfliegen müssen. Oder so ähnlich. Es geht halt nicht alles gleichzeitig parallel nach vorne, wie uns auch in London erklärt wurde. Nur Schritt für Schritt. So muss man sich auch beim elektronischen Sucher dazwischen entscheiden, entweder die Auflösung hochzuschrauben oder die Wiederholungsrate anzuheben. Beides gleichzeitig auf ein ganz hohes Niveau zu hieven, klappt nicht. Und überhaupt: Die X-Pro2 ist in erster Linie eine Fotokamera und keine Videokamera (was bei einer Knipse im Rangefinder-Style auch naheliegt …).

(PS: Von einer X-T2 erwarte ich mir dann natürlich wieder ein Klappdisplay. Auch 4K. Aber vielleicht fehlt dort dann weiterhin das zweite Kartenfach. Und ob die IBIS hat, sei auch dahingestellt.)

Dafür gibt es jetzt schon mal PIXEL-MAPPING in der X-Pro2. Wer also mal tote Pixel im Bild findet, kann sich derer leicht entledigen.

Die Menüstruktur

Auch die Menüstruktur und die Sucheranzeigen sind überarbeitet worden. Vor allem das Menü ist nach meinem Geschmack nun klarer strukturiert, um schneller ans Ziel zu kommen. Es ist jetzt nicht mehr nur nach AUFNAHME-MENÜ und HAUPTMENÜ unterteilt, sondern nach den Punkten BILDQUALITÄT, AF/MF, AUFNAHME, BLITZ, FILM und EINRICHTUNG gegliedert. Hinzu kommt noch MY-Menü für eine persönliche Konfiguration. Ich fand mich schnell zurecht.

Rentier, Foto: Martin Hülle
– Rentier – X-Pro2, XF23mmF1.4 R, 1/45 Sek, f 2, ISO 3200 –

Schlussbemerkung

So, das soll es erstmal gewesen sein. Wie oben geschrieben, werde ich meine Eindrücke fortlaufend ergänzen, sobald ich neue Erkenntnisse gewinne. Vielleicht habe ich auch den einen oder anderen Punkt vergessen. Zu vielfältig sind die Neuerungen und Verbesserungen der X-Pro2. Auch hier werde ich fehlendes nachtragen, wenn es auffällt.

Für ein Fazit ist es noch viel zu früh. Dafür habe ich die Kamera noch nicht in meinem „gewohnten Umfeld“, also unterwegs in wilder Einsamkeit, nutzen können. Doch vieles spricht dafür, dass mich die X-Pro2 bald in Grönland, bei meiner letzten Reise meines Fotoprojekts „Mein Norden“ mehr als zufriedenstellen wird. Schließlich bietet sie im Grunde all das, was ich mir bei Fujifilm als wichtigste Verbesserungen gewünscht habe: Ein nahezu unverändertes Gehäuse gegenüber der X-Pro1, allerdings wie die X-T1 jetzt auch wetterfest und kälteresistent, dazu zwei Kartenslots, den AF-Joystick, etwas mehr Auflösung, einen weiter verbesserten Autofokus, gesteigerte Geschwindigkeit und viele viele weitere Kleinigkeiten, die das Fotografieren angenehmer machen.

Und nicht zuletzt hat auch die X-Pro2 diese Seele inne, die mich einst zu ihrer Vorgängerin greifen ließ, um meiner Fotografie einen weiteren Schub zu verleihen. Die Technik wirkt nur unterstützend auf dem Weg, die eigene Kreativität voranzutreiben.

Fragen, Anregungen und Diskussionen gerne in den Kommentaren!

Tipp: Für noch mehr Hintergrundinformationen und weitere Details zu technischen Feinheiten wie dem Dynamikumfang, ISOlosen Sensor und vielem mehr empfehle ich den First Look von Rico Pfirstinger.

25 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Martin,

    danke für Deine ersten Einschätzungen der X-Pro2. Ich bin gespannt, wie sie sich auf Deinen Reisen in rauen Gegenden schlägt. Deine kommenden Berichte wären dann wohl auch für all diejenigen interessant, die diese Kamera bevorzugt draußen in der Natur bei Wind und Wetter einsetzen wollen.

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  2. Sehr flüssig und sachlich geschrieben. Pro und Kontra fein herausgearbeitet, ohne das übliche Überbewerten vorhandener oder fehlender Funktionen. Vielleicht finde ich es auch deshalb so gut, weil genau die Kritikpunkte, die mir unwichtig erscheinen, wie 4K oder Klappdisplay hin oder her, nicht allzu sehr in die Gesamtbeurteilung eingeflossen sind.

    Ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Vielen Dank.

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  3. Hallo Martin,

    vielen Dank für die ersten Eindrücke, klingt alles sehr vielversprechend, da hat sich Fuji wirklich einige Punkte der Wunschlisten zu Herzen genommen. Die X-Pro2 wäre mit Klappdisplay wohl wirklich zu bollig geworden und das käme dem Gesamtkonzept dieser Kamera nicht entgegen. So what, ich stellte sehr bald an meiner X-T1 fest, dass ich das Klappdisplay, bzw. das Display selbst, relativ selten nutzte, ich bin da doch mehr der klassische „Gucklochfotograf“.

    Am meisten interessiert mich, wie die führenden RAW-Konverter, insbesondere ACR, mit der neuesten X-Trans Technologie umgehen können. Sehr schade fände ich, wenn sich die Problematik des berüchtigten „smearing/watercolor effect“ fortsetzen würde, daher hoffe ich inständig, dass Fuji auch dazu positives beitragen konnte.

    Bin jedenfalls sehr gespannt auf Deine weiteren Berichte und wünsche Dir viel Erfolg und vor allem Gesundheit bei Deiner kommenden Grönland-Tour.

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  4. Vielen Dank Martin!

    Für Deine ersten Eindrücke und den daraus resultierenden interessanten Artikel! Werde dennoch noch ein bisschen warten, bis ich mir die Kamera kaufen werde.

    Bisher bin ich mit meiner Kombi X-E2 und der X100T äußerst zufrieden. Wäre da nicht die bereits dritte Verschiebung der neuen Firmware für die X-E2.

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  5. Ich hatte am Wochenende bei einem Fuji-Event die Möglichkeit, mir die X-Pro2 näher anzusehen und war danach etwas ernüchtert. Keine Ahnung, was man im Vorfeld manchmal erwartet. Was mich an der Kamera noch am meisten beeindruckte, war der neu hinzugekommene Joystick auf der Rückseite, der die Fummelei reduziert, hat mir echt gefallen. Ansonsten habe ich jetzt nichts ausgemacht, um von der X-Pro1 auf die X-Pro2 umzusteigen: Ich nutze das Vorgängermodell immer noch gerne, allerdings stelle ich hier vermutlich vollkommen andere Ansprüche als Du. Anders sieht es mit Sicherheit für die Leute aus, die gerade auf Fuji umsteigen wollen, die sollten auf alle Fälle die Kamera mal testen und ich bin mir sicher, dass viele begeistert sein werden.

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    • Naja, die Kamera „anzusehen“, ist eine Sache. Sie eine Weile benutzt und sich mit den technischen Möglichkeiten auseinandergesetzt zu haben, ist dann sicherlich noch was anderes. Auch die X-Pro1 ist nach wie vor eine hervorragende Kamera! Die X-Pro2 aber ein ganz anderes Kaliber und auf einem völlig anderen Niveau. Wenn man die Vorzüge, die sie bietet, denn braucht. Was hast Du denn erwartet und was hat Dich ernüchtert?

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      • Wenn hier jetzt der Eindruck entstanden ist, dass ich durch „ansehen“ der Kamera einen besseren Eindruck habe gewinnen können als durch ein ausgiebiges Testen im Vorfeld, wäre das (zurecht) ziemlich anmaßend und arrogant. Ich sehe es für mich eher so, dass ich die Kamera durch ihr Handling beurteilt habe. Ich bin mir sicher, dass das Innenleben der Kamera, wie z. B. der neue Sensor, für die Liga in der ich mich bewege, nicht so ausschlaggebend ist, da die meisten Kameras in dieser Klasse eine überzeugende Leistung abliefern. Jemand, der mit der Kamera bzw. Fotografie sein Geld verdient, und dabei von Kunden und Agenturen „getrieben“ wird, legt dabei andere Maßstäbe an. Mir fehlt z. B. ein schwenkbares Display, was ich nie vermisst habe, aber nachdem ich es schon öfters an meiner X-T1 genutzt habe, nicht mehr missen möchte. Ich musste aber lernen, dass dies von der Zielgruppe einer X-Pro2 nicht ganz oben auf der Wunschliste stand. Was an der X-Pro2 toll ist, ist, dass sie jetzt auch Wifi-tauglich ist. Die anderen Dinge, wie schnellerer Autofokus und doppelter Kartenslot, sind für den, der es braucht, mit Sicherheit ein Argument für die X-Pro2. Und wie schon erwähnt, kann ich aus dem Vorgängermodell durch einen gewissen Grad an lernen bestimmt noch etwas herausholen, sodass ich noch eine lange Zeit glücklich mit der X-Pro1 bin. Für die, die von einer DSLR auf eine spiegellose Kamera umsteigen wollen, sollte die neue Fuji auf alle Fälle einen Blick wert sein, auch aufgrund der vielen tollen Objektive, die dafür mittlerweile angeboten werden. Und das am Design nicht grundlegend etwas geändert wurde, zeigt mir auch, dass es sich bewährt hat.

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        • Die ganzen Ansprüche sind irgendwie … nicht mehr normal. Sorry. Früher konnte man auch fotografieren. Und ich behaupte jetzt mal, die Fotos waren (früher) viel ausdrucksvoller. Warum? Der Fotograf hatte mehr Muße, ein Bild einzufangen. Und musste viel mehr überlegen, denn der Film war begrenzt und die Kosten hoch.

          Wenn ich lese „… jetzt auch Wifi-tauglich …“, dann frage ich mich schon, wohin das führt!

          Konzentriert Euch doch mal auf das Wesentliche!

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  6. Hallo Martin,

    hier auch ein Kommentar zur Kamera von mir. Ich verfolge die Neuerscheinungen von Fuji – wie Du weißt – mit großem Interesse, aber als Leica-User aus sicherer Distanz :-) In vielen ersten Testberichten ist von Evolution statt Revolution zu lesen. Ich finde es gut, dass Fuji hier das Rad nicht neu erfindet, sondern das System konsequent im Detail pflegt (Performance, Sensor, Abdichtung, zwei Kartenslots, besserer Sucher und Display). Die X-Pro2 bleibt demnach aus meiner Sicht eine Kamera für eine spezielle, vermutlich recht kleine Zielgruppe. Sie ist keine Kamera für die Masse. Als Leica-M-User werde ich von dem Konzept sehr angesprochen. Das Fotografieren scheint im Vordergrund zu stehen. Ich schaue, wie Du, gerne mit dem rechten Auge durch den Sucher. Die Fotografie übers (Klapp-)Display ist ein anderer Ansatz, für den es sicher auch Gründe und Befürworter gibt.

    Schade finde ich, dass Fuji die Akkukapazität nicht vergrößert hat. Da bin ich von meiner M verwöhnt. Andererseits gut, dass die Akkus der X-Pro1 weiterverwendet werden können. Toll finde ich, dass Fuji die JPG-Engine weiter verbessert und neue Filter anbietet. Damit können viele in kurzer Zeit fertige, hochwertige Aufnahmen erzeugen und anspruchsvollen Kunden oder für Social-Media zur Verfügung stellen. Bei meiner M wandern Aufnahmen zunächst durch den C1-Workflow. Gut wäre, die Filter auch später am Rechner anwenden oder ein verlustfreies Format kameraintern auswählen zu können.

    Noch ein allgemeiner Punkt zum Abschluss: Die Entscheidung über die Entwicklung neuer Produkte und Funktionen ist immer auch eine Frage des Budgets und verfügbarer Ressourcen. Auch bei Fuji ist das begrenzt und muss vor dem Hintergrund künftiger Produkte und nachhaltiger Systempflege abgewogen werden. Insofern dürfen sich alle X-Fotografen freuen, dass die X-Pro2 auf diese Weise weitergeflegt wird. Man darf gespannt sein, was in den nächsten Monaten von Fuji noch so alles kommt.

    Besten Gruß
    Joël

    Antworten

    • Hallo Joel,

      vielen Dank für Deine Einschätzung. Im Gegensatz zur Leica M ist die X-Pro2 aber sicherlich noch etwas „massentauglicher“ ;-)

      Die Akku-Thematik hat Fujifilm ja doch recht geschickt gelöst. Eine höhere Akkukapazität hätte einen größeren Akku erfordert (wodurch dann sicherlich kein zweites Kartenfach möglich gewesen wäre …). Über drei POWER MANAGEMENT Optionen lässt sich die Akkulebensdauer den Bedürfnissen aber dennoch anpassen und je nachdem sind so auch mehr Auslösungen möglich. Nutzt Du an der X-Pro1- wie Du vergleichsweise bei der Leica M – den OVF, stellst Du auf ECO und sparst Energie. Im normalen Betrieb mit EVF und Autofokus reicht meistens sicherlich auch die Einstellung STANDARD mit der Wiederholungsrate des EVF, wie sie auch die X-T1 bietet. Nur wer dort das Maximum an Leistung braucht, wechselt auf HOCHLEISTUNG und sollte da dann sicherlich eine größere Anzahl Reserveakkus dabei haben …

      Viele Grüße
      Martin

      Antworten

      • Vom neuen Energie-Management hatte ich noch nichts gelesen. Danke für den Hinweis. Das klingt dann ja in der Tat vielversprechend und nach einem sehr guten Kompromiss (vorhandene Akkus, längere Laufzeit, mehr Flexibilität). Du hast Recht: Die X-Pro2 ist im Vergleich zur Leica M sicher massentauglicher. Das X-System ist deutlich vielseitiger (Objektive, AF, bald ein neuer Blitz). Bei meiner Art zu fotografieren vermittelt die M mir bisher unübertroffenen Spaß (Haptik, Messsucher, Einfachheit bei der Bedienung). Es gibt natürlich Einschränkungen (Naheinstellgrenze, Objektivwahl, AF, Blitz). Doch gerade das Auseinandersetzen damit macht mir Freude und führt – so bilde ich mir ein – zu bewussteren, besseren Fotos.

        Viele Grüße
        Joël

        Antworten

      • Hallo Martin, hallo Mitleser,

        auch für mich und meine X-Pro1 ist das Thema Reserve-Akku wichtig, da ich jedes Jahr einmal 8-10 Tage autark (und ohne Strom) unterwegs bin. Deshalb möchte ich Euch zur Warnung kurz schildern, was mir passiert ist:

        Ich betreibe meine X-Pro1 mit zwei original Fuji-Akkus und zwei No-Name-Akkus. Kürzlich wollte ich einen der No-Name-Akkus in den Akkuschacht schieben und stellte fest, dass er so stark „aufgequollen“ war, dass er nicht mehr hineinpasste. Direkt explodiert ist er nicht, Flüssigkeit trat auch nicht aus. Ich war dennoch sehr erschrocken. Nicht auszudenken, wenn das IN der Kamera passiert wäre. Keine Ahnung, ob so etwas auch mit Originalakkus passieren kann, aber dann hat man evtl. Gewährleistungsansprüche (auch für einen möglichen Schaden an der Kamera?!)?! Ich benutze jedenfalls den verbliebenen No-Name-Akku nicht mehr.

        Schönen Gruß
        Olli

        Antworten

        • Hallo Olli,

          ich nutze seit Anbeginn meiner Fujifilm-Zeit auch Fremdakkus (von Patona) und hatte da noch keinerlei Probleme. Die sind genauso gut wie die Originale …

          Grüße
          Martin

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  7. „Die Akku-Thematik hat Fujifilm ja doch recht geschickt gelöst. Eine höhere Akkukapazität hätte einen größeren Akku erfordert“.

    Diese häufig gehörte Aussage kann ich aus technischer Sicht immer nicht so ganz nachvollziehen. Warum sollte es nicht möglich sein, die Bauform beizubehalten und trotzdem eine höhere Kapazität zu liefern? Die Akkutechnik entwickelt sich doch weiter und heute sind höhere Ladungsdichten möglich als noch vor ein paar Jahren.

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    • Sicher ist das irgendwann möglich, wenn die Chemie weiter optimiert wurde, aber grundsätzlich kann man die Physik nicht ganz austricksen, denn es gibt immer noch eine Korrelation zwischen Akkukapazität und dessen physikalischer Größe, auch wenn einige Hersteller von NiMH-Akkus einem etwas anderes weismachen wollen. Bei AA-Akkus ist z. B. alles jenseits von 2500mAh Marketing-Wunschdenken, bei Li-Ionen-Akkus, die ja keine genormte Bauform haben, geht schon mehr, aber eben auch nicht beliebig, siehe Einleitungssatz.

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  8. Sehr schöner Bericht, vielen Dank. Als damals die X-Pro1 rauskam, wollte ich sie haben, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, als ich sie dann das erste Mal in der Hand hielt, denn das Halten und die Anordnung der Knöppe rechts gefielen mir überhaupt nicht – ich hoffe mal, dass sich das jetzt besser anfühlt. Habe mir dann die X-T1 gekauft und ein Jahr lang benutzt, bin dann aber wieder zur DSLR zurück. Über meine Gründe habe ich an mehreren Stellen schon geschrieben, aber ich beobachte das System trotzdem weiter, vielleicht gibt’s ja doch nochmal eine Chance. Ein Punkt war z. B. die Matrixmessung, die, wenn man von Nikon kommt, im Vergleich doch sehr oft danebenhaut. Würde mich mal interessieren, ob daran gearbeitet wurde, und ich hoffe mal, es gibt irgendwann mal ladbare Gradationskurven wie bei Nikon bzw. so eine Farbanpassung wie bei Olympus, denn bisher waren mir die Einstellmöglichkeiten nicht fein genug.

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  9. Hallo Martin,

    nachträglich nochmals vielen Dank für Deinen Bericht und den Austausch über die Kamera. Der hat letztlich dazu geführt, dass das gute Stück nebst zwei tollen Zooms nun auch in meinem Industriefotografen-Koffer liegt. Ich freue mich auf eine Reise in eine neue Kamerawelt und werde kontinuierlich berichten.

    Viele Grüße und eine gute Reise!
    Christian

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  10. Ein wirklich gelungener Beitrag, dem gibt es nur wenig hinzuzufügen. Seit einer Woche ist die X-Pro2 mein innigheißgeliebtes neues Schätzchen. Mein Nachfolger für die X-Pro1 und der Grund, meine Nikon D700 zu verkaufen. Ein paar Kritikpunkte fallen mir auch noch ein: Der Akku ist verdammt schnell runter, man sieht jeden Fingertapsen auf dem Body, die erste Firmware leidet unter Einstellungsamnesie und vergisst Voreinstellungen. Zu gerne hätte ich die ISO auch wieder im Q-Menü oder auf einer Fn-Taste gehabt. Das Manual ist sehr ausführlich, mitunter aber leider etwas umständlich und ein Glossar fehlt. Und dennoch – ich bin superzufrieden und kann mein Schätzchen nur schwer aus der Hand legen.

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  11. Ich war mit der X-Pro1 vor allem unzufrieden mit dem AF, sonst eigentlich sehr zufrieden … Seit einigen Tagen bin ich nun auch Besitzer der X-Pro2, vor allem auch wegen den vielen positiven Bewertungen. Leider habe ich die Kamera nicht getestet, sondern meine alte X-Pro1 zum Schleuderpreis verkauft und die neue bestellt … Alles in allem bin ich ziemlich enttäuscht vom neuen Modell … Vier Jahre nach der Geburt der X-Pro1 hätte ich von Fujifilm einfach mehr erwartet … in jeder Beziehung … Klar ist die Neue besser in vielen Bereichen, und auch der AF ist flotter … aber es ist kein Quantensprung! Ich bin Berufsfotograf und arbeite mit der Nikon D4 (bald D5). Es ist mit klar, es kann nicht verglichen werden, trotzdem, eine grosse Begeisterung kann da einfach nicht aufkommen …

    Grüsse aus der Schweiz

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  12. Hallo Martin,

    Danke für diesen schönen Bericht. Ich bin seit einigen Wochen ebenfalls Besitzer der X-Pro2 und habe sie schon sehr schätzen gelernt. Mir ist auf dem Foto aufgefallen, dass an Deiner X-Pro2 bereits ein „Thumbs Up“ angebracht ist. Bei meiner X-E1 benutze ich einen von Match Technical (das Original), es gibt hier aber noch keine Version für die X-Pro2. Gibt es andere gute Hersteller, die diese bereits im Programm haben?

    Viele Grüße
    Matthias

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    • Hallo Matthias,

      auf dem Foto siehst Du den Thumbs Up der X-Pro1. Der passt auch, aber nicht hundertprozentig. Ich habe ihn auch wieder abgenommen und nutze die Kamera aktuell ohne. Wird sicherlich nicht allzu lange dauern, bis es auch spezielle für die X-Pro2 gibt. Ich hatte bisher auch nur die von Match Technical – ob es da andere gute Hersteller gibt, weiß ich gar nicht …

      Beste Grüße
      Martin

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  13. Hallo in die Runde!

    Irgendwie vermisse ich in den gesamten Beurteilungen der Fujifilm X-Pro2 die Problematik der Bildkontrolle auf dem LCD-Bildschirm (gilt auch für die X-Pro1). Sofern man im RAW-Modus fotografiert, ist eine sinnvolle Beurteilung der Schärfe unmöglich. In Zusammenhang mit den sehr guten Festbrennweiten ist es absurd, die Bildkontrolle im RAW-Modus einzuschränken. Ein Foto mit Blende 1.4 aufgenommen, muss man doch vor Ort prüfen können. Warum ist das nicht möglich? Im RAW-Modus wird nur eine Voransicht erstellt, die eine geringere Auflösung aufweist als die JPEGs. Einzig der Umweg über den (neuen) zweiten Speicherkartenslot ermöglicht eine gleichzeitige JPEG-Speicherung und deren größere/bessere Betrachtung. Aber dazu muss man zwischen den Speicherkarten umständlich im Menü switchen.

    Ich frage mich besorgt, warum nur mir das auffällt oder bediene ich die Kamera falsch? Bei meiner Nikon D800 kann ich ausreichend in das LCD-Wiedergabe-Bild hineinzoomen, um die Schärfe zu beurteilen.

    Ich freue mich über weiterführende Tipps!

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    • Es stimmt, dass im alleinigen RAW-Modus nur ein verkleinerstes Bild zur Kontrolle erstellt wird. Daher macht es bei allen Fujifilm-Kameras auch für die RAW-Fotografen Sinn, immer parallel RAW-Dateien plus JPGs zu erstellen (F + RAW). So ist eine optimale Bildkontrolle immer gewährleistet.

      RAW plus JPG lässt sich ja bei allen Kameras auf einer Karte speichern. Bei der X-Pro2 besteht nun zusätzlich die Möglichkeit (neben den Optionen für mehr Speicherplatz dank weiterer Speicherkarte oder der Backup-Funktion), RAW und JPG auf die beiden Kartenslots zu verteilen. Im Wiedergabe-Menü lässt sich auswählen, welcher Steckplatz angezeigt werden soll – also bestünde die Möglichkeit, sich immer die JPGs anzeigen zu lassen. Ich nutze den zweiten Kartenslot allerdings für Backups und nehme parallel RAW-Dateien und JPGs auf, was sich für mich in der Praxis als beste Lösung erwiesen hat.

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