{"id":8854,"date":"2019-12-16T16:05:18","date_gmt":"2019-12-16T14:05:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.martin-huelle.de\/blog\/?p=8854"},"modified":"2022-03-09T19:01:27","modified_gmt":"2022-03-09T17:01:27","slug":"es-ist-mal-wieder-an-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.martin-huelle.de\/blog\/es-ist-mal-wieder-an-der-zeit\/","title":{"rendered":"Es ist mal wieder an der Zeit &#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>Vier Jahre nach meiner letzten Wintertour (einer \u00dcberquerung des Jostedalsbreen 2016), zehn Jahre nach meiner letzten Solo-Wintertour (einer Skitour \u00fcber die Hardangervidda 2010) und 17 Jahre nach meiner letzten Wintertour durch den Sarek-Nationalpark im Jahre 2003 ist es mal wieder an der Zeit, mit Ski und Pulka-Schlitten durch die wei\u00dfe Weite nordischer Einsamkeit zu ziehen. Im kommenden M\u00e4rz mache ich mich daher auf, um weit n\u00f6rdlich des Polarkreises von Abisko \u00fcber Ritsem bis nach Kvikkjokk durch das schwedische Fj\u00e4ll zu laufen. Zuerst ein St\u00fcck auf dem Kungsleden, dann etwas abseits des bekannten K\u00f6nigspfades und schlie\u00dflich als I-T\u00fcpfelchen noch einmal quer durch den Sarek. Allein hinein in &#8222;Europas letzte Wildnis&#8220; und unterwegs auf den Spuren meiner eigenen Vergangenheit. Auf dem Kungsleden fing Anfang der Neunzigerjahre alles an. Und im Sarek-Nationalpark gl\u00fcckte meine erste erfolgreiche Wintertour im Norden Schwedens.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber kommt erstmal mit und schwelgt mit mir in Erinnerungen \u2013 hier ist der Bericht meines Sarek-Abenteuers in jungen Jahren. Unternommen in den Osterferien 1994 kurz vor dem Abitur und erstmals ver\u00f6ffentlicht in Ausgabe 1\/99 des Wandermagazin:<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Dem Mythos auf der Spur<\/h4>\n\n\n\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Auf Skiern alleine durch den Sarek-Nationalpark<\/h4>\n\n\n\n<p>An einem Samstagnachmittag erreiche ich das nordschwedische St\u00e4dtchen Jokkmokk. Bis zum kommenden Montagmorgen muss ich dort allerdings nun erstmal ausharren \u2013 erst dann f\u00e4hrt der n\u00e4chste Bus nach Kvikkjokk, dem Ausgangspunkt meiner geplanten Sarek-Durchquerung. Ich \u00fcberlege noch, ein Taxi dorthin zu nehmen, doch der Preis f\u00fcr die knapp 200 Kilometer lange Strecke ist so schwindelerregend, dass es mich beinahe in den Schnee wirft. Also doch warten. Dem Taxifahrer ist es wohl recht so. Lieber kurvt er weiter durch Jokkmokk und trinkt zwischendurch hei\u00dfen Kaffee in der Zentrale, als einen verr\u00fcckten Deutschen in das einsame Nestchen am Arsch der Welt zu bringen. So niste ich mich dann f\u00fcr zwei N\u00e4chte im Vandrarhem ein und nutze die zur Verf\u00fcgung stehende Zeit zum &#8222;Langlauftraining&#8220; auf einer nahegelegenen Loipe. Mehr schlecht als recht drehe ich dort einige Runden. Hoffentlich wird\u2019s im Sarek bald besser gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Gedanken wandern zur\u00fcck, w\u00e4hrend ich in einer Trainingspause alleine am K\u00fcchentisch des Vandrarhems sitze und einen warmen Tee schl\u00fcrfe. Ich bin der einzige Gast, das Haus ist von Stille erf\u00fcllt. Erst im letzten Winter war ich wegen falscher Ausr\u00fcstung am bekannten Kungsleden \u2013 nach nur einem Tag \u2013 gescheitert. Die neuen Back-Country-Ski und die Negativ-Erfahrungen dieses missgl\u00fcckten Trips sollen eine Durchquerung des viel schwereren Sareks m\u00f6glich machen. Den Mythos, der ihn umgibt, im Kopf \u2013 das vermeintliche Wissen um extreme K\u00e4lte, brutale St\u00fcrme und endlose Einsamkeit \u2013, habe ich dennoch ein ungutes Gef\u00fchl in der Magengegend. All diese im Raum stehenden Warnungen, die den Gedanken an eine Solotour eigentlich im Keim ersticken sollten, sind es aber, die meine Phantasie befl\u00fcgeln und die ich auf Wahrheit \u00fcberpr\u00fcfen will.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein fr\u00fcher Start<\/strong><br>Um Viertel nach 5 spuckt mich der Bus, zusammen mit f\u00fcnf Franzosen, in Kvikkjokk aus. Das tiefverschneite Nest liegt an diesem M\u00e4rzmorgen menschenleer am Sakkat-See. Nachdem der Busfahrer auch die Post abgeworfen und uns in der K\u00e4lte zur\u00fcckgelassen hat, tauchen wir nordw\u00e4rts in den Wald ein. Langsam wird derweil die bl\u00e4ulich-kalte Nacht von der aufkommenden Sonne verwischt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einer Skidoo-Spur folgend, kommen wir auf den ersten Kilometern schnell voran. In der Gegend der zugefrorenen Seen Unna- und Stuor D\u00e1ht\u00e1 verlasse ich den Trupp Franzosen und schlage mich alleine \u2013 gen Sarek \u2013 in die sich nach Westen ausweitende Buschlandschaft. Die Boarek-Sameviste \u2013 ein kleines Lappenlager \u2013 ist mein erstes Etappenziel.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Wirrwarr der Birken und Fichten verlaufe ich mich aber sogleich f\u00fcrchterlich. Ich folge den falschen Skidoo-Spuren, die abrupt im Nichts enden, st\u00fcrze unz\u00e4hlige Male im grundlosen Tiefschnee der W\u00e4lder und geistre frustriert umher. Erst am sp\u00e4ten Nachmittag \u2013 vom ewigen Suchen und nicht Finden schon ziemlich ersch\u00f6pft \u2013 treffe ich auf die richtige Spur. Diese f\u00fchrt mich endlich hinauf in die Berge. Zwei Schweden \u00fcberholen mich noch auf ihren Motorschlitten, auch sie sind auf dem Weg zur Sameviste. An diesem Abend komme ich jedoch nicht mehr dorthin, und ich baue schlie\u00dflich \u2013 mitten auf deren Spur \u2013 mein Zelt auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser erste Tag hat mich schon ziemlich geschlaucht. Aller Hunger ist mir vergangen. In den ersten geschmolzenen Schnee werfe ich blo\u00df eine Aspirin-Brausetablette und st\u00fcrze die lauwarme Fl\u00fcssigkeit mit gierigen Schlucken hinunter. Ein bisschen Schokolade ist alles, was ich noch an fester Nahrung zu mir nehme.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wo ist die H\u00fctte?<\/strong><br>Der zweite Tag ist nicht minder lang und anstrengend. Der Weg \u00fcber den Pass des S\u00e4hkok ist steil und stark vereist. Bei meinem begrenzten skifahrerischen K\u00f6nnen kann ich die Bretter auf den glatten Passagen nur schwerlich unter Kontrolle halten. Manche Stelle bringe ich beinahe kriechend und auf allen vieren hinter mich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hinab ins Njoatsosv\u00e1gge geht es anschlie\u00dfend nicht besser. Des \u00f6fteren schnalle ich die Ski ab und laufe die steilsten Abschnitte \u2013 manchmal bis zu den Knien einsinkend \u2013 zu Fu\u00df hinunter. Vom Gehen erm\u00fcdet \u2013 so aber zeitraubenden St\u00fcrzen entgangen \u2013, komme ich zu Beginn der D\u00e4mmerung unten im Tal an.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gedanke an die wenige Kilometer entfernt liegende Njoatsosstugan <em>(Anm.: Die H\u00fctte existiert mittlerweile nicht mehr)<\/em> treibt mich aber sogleich weiter. Ich folge dem Flu\u00df, an dem die H\u00fctte liegt, und hoffe sie somit bei immer schlechteren Lichtverh\u00e4ltnissen nicht zu verpassen. Aber auch mit den Skiern sinke ich oftmals knietief ein. Ich bin zu langsam und entschlie\u00dfe mich dazu, bei aufkommendem Schneegest\u00f6ber dann doch mein Zelt irgendwo aufzuschlagen. Bei meiner angekratzten Kondition, dem immer schlechter werdenden Wetter und der fast schon vorhandenen Dunkelheit will ich nicht zuviel riskieren. Es erscheint mir sicherer, bei noch ausreichender Fitness in relativer N\u00e4he der H\u00fctte sicher zu zelten, als total ersch\u00f6pft von einer langen Sucherei unmittelbar neben dem H\u00e4uschen nachher noch zu erfrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen ein paar mickrigen Birken und einem gro\u00dfen Felsblock werfe ich meinen Rucksack in den Schnee. Die Sicht schrumpft auf wenige Meter. Schneeflocken wirbeln um mich herum. Ich versuche, die Skier abzuschnallen, komme jedoch nur mit dem linken Schuh aus der Bindung. Ich fange mit dem rechten Fu\u00df an zu zerren, zu dr\u00fccken, zu rei\u00dfen. Nichts tut sich. Irgendwie muss Schnee in die Bindung gelangt sein und nun l\u00e4sst sie sich nicht \u00f6ffnen. Von dem unwirtlichen Wetter bekomme ich schon kaum mehr etwas mit. Der Ski h\u00e4lt mich gefangen. In meiner Verzweiflung krame ich meine Biwakschuhe aus dem Rucksack. Den R\u00fccken gegen den immer st\u00e4rker werdenden Wind gerichtet, ziehe ich den Skischuh dann einfach aus und lasse ihn erstmal am Ski h\u00e4ngen. Geschwind schl\u00fcpfe ich in die leichten Biwakschuhe und kann mich endlich frei bewegen. Mit Hilfe des Schweizer-Messers gelingt es mir dann auch, den Schnee aus der Bindung zu popeln und den Schuh zu l\u00f6sen. In Windeseile baue ich schlie\u00dflich das Zelt in einer Schneewehe auf. Nur d\u00fcrftig kann ich es mit den Skiern und St\u00f6cken, an dem Felsen und den Birken, abspannen. Es steht krumm und schief. Als ich hineinkrieche, ist es dunkel. Aus dem Rucksack hole ich die kleine Kerzenlaterne hervor und h\u00e4nge sie in den Zeltgiebel. Wie eine Schiffslaterne schwankt sie vom Sturm gebeutelt hin und her.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schnee \u00fcberall<\/strong><br>Am anderen Morgen \u00fcberzieht eine feine Schneeschicht jegliche Ausr\u00fcstung in der Apsis. Unerbittlich hat der Wind unter dem miserabel abgespannten Heck des Zeltes hindurch Schnee nach vorne getrieben. Selbst in meine Schuhe haben sich einige Flocken verirrt. Notd\u00fcrftig krame ich sie mit blo\u00dfen H\u00e4nden heraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der weitere Weg ist von grundlosem Schnee gekennzeichnet. Wiederholt sinke ich mit den Skiern tief ein. Doch nach nur einer guten Stunde Marsch \u2013 weit w\u00e4re es am vorigen Abend tats\u00e4chlich nicht mehr gewesen \u2013 \u00f6ffne ich die kleine T\u00fcr der Njoatsosstugan. In ihrer winzigen Gem\u00fctlichkeit bleibe ich den Rest des Tages und erhole mich \u2013 kochend und lesend \u2013 von den bisherigen Anstrengungen. Dabei bin ich froh, es gestern nicht bis zum bitteren Ende ausgereizt zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein uriger Kauz<\/strong><br>Zwischen den steilaufragenden W\u00e4nden des Ts\u00e4hkkok und des V\u00e1ssj\u00e1b\u00e1kte hindurch, den drei Njoatsosj\u00e1vrre-Seen folgend \u2013 auf deren ebener Schneedecke man z\u00fcgig vorankommt \u2013, erreiche ich anderntags schon zeitig die n\u00e4chste H\u00fctte, die \u00c1lggastugan <em>(Anm.: Die H\u00fctte existiert mittlerweile nicht mehr)<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei treibt mich ein starker R\u00fcckenwind voran, der auch eine be\u00e4ngstigend dunkle Wolkenwand hinter mir auft\u00fcrmt. Ein Schneesturm scheint aufzuziehen. Ich beschleunige meine unbeholfenen Schritte und laufe pausenlos weiter. Gerne h\u00e4tte ich eine kleine Abfahrt zur Zeiteinsparung genutzt. Doch mal wieder rei\u00dft es mich zu Boden, so dass ich mich wieder behutsam hinabtasten muss, um mir nicht bei einem weiteren Sturz mal ein Knie zu verdrehen. Der Sturm zieht vorbei und erwischt mich nicht. So habe ich nun keine Probleme die stark eingeschneite H\u00fctte ausfindig zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort treffe ich auf einen urigen Kauz. Sein schweres Baumwollzelt trocknet \u00fcber dem H\u00fcttenofen, und er sitzt in alte Woll- und Lodenkleidung geh\u00fcllt, mitsamt einem Hund, in einer dunklen Ecke. Auf einem simplen uralt Benzinkocher k\u00f6chelt sein Haferbrei. Ich geselle mich zu ihm und komme mir mit meiner High-Tech-Ausr\u00fcstung fast etwas deplaziert vor. Nur sein recht moderner Kunstfaserschlafsack zeigt, dass er der Amundsen-\u00c4ra doch schon etwas entsprungen scheint.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ins Herz des Sarek<\/strong><br>Durch das wundersch\u00f6ne \u00c1lggav\u00e1gge, wo der Wind mir w\u00e4hrend einer Pause beinahe einen F\u00e4ustling entrei\u00dft, und einer weiteren Nacht in einer offenen Renvaktarstuga, f\u00fchrt mich mein Weg nach Sk\u00e1rj\u00e1 \u2013 dem Herzen des Sarek. Dort \u2013 an der Mikkastugan \u2013 treffe ich auf zwei Deutsche. Wir machen gemeinsam Rast und blinzeln dabei in die w\u00e4rmende Mittagssonne. Aus der ge\u00f6ffneten T\u00fcr des dortigen Plumpsklos kann ich auf die h\u00f6chsten Sarek-Gipfel blicken. Gerne w\u00fcrde ich dort oben stehen und hinabschauen \u00fcber die endlose wei\u00dfe Weite. Aber auch dieser Platz erf\u00fcllt mich mit Zufriedenheit \u2013 der angestauten Bed\u00fcrfnisse kann ich mich in diesem Holzh\u00e4uschen, vor Wind gesch\u00fctzt, entledigen. Bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlos blauem Himmel lasse ich den Sarek-Mittelpunkt, auch die &#8222;Gespr\u00e4chspartner f\u00fcr kurze Zeit&#8220;, zur\u00fcck, um mir in dem breiten Ruohtesv\u00e1gge ein Pl\u00e4tzchen f\u00fcr meine Stoffh\u00fctte zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nacht im Ruohtesv\u00e1gge ist erb\u00e4rmlich kalt. Fr\u00f6stelnd liege ich im Schlafsack und finde nur schwerlich verdiente Ruhe. Es sind bestimmt minus 20 Grad \u2013 drau\u00dfen sicherlich noch etwas mehr. Im Gegensatz zu traumhaft klaren Tagen laden klare N\u00e4chte kaum zum Tr\u00e4umen ein. Ich bin froh, als sich irgendwann in der Nacht eine Wolkendecke \u00fcber das Tal legt und es sachte anf\u00e4ngt zu schneien. Da wird es wieder etwas w\u00e4rmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen wabern dicke Schneeflocken ums Zelt \u2013 begrenzen die Sicht auf ein Minimum. Trist und traurig sieht es aus. Nachher wird es sogar st\u00fcrmisch. Ich beschlie\u00dfe, den Tag im Zelt zu verbringen und setze meine F\u00fc\u00dfe erst gar nicht vor die Apsis. Eine Weithalsflasche muss als Pissoir herhalten. Ansonsten versuche ich, in der Enge des kleinen Zeltes einige Selbstportraits zu machen und lasse mich \u2013 bei einer Lekt\u00fcre G\u00fcnther Grass\u2019scher Satzkonstruktionen \u2013 das unwirtliche Wetter zeitweise vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Als Fu\u00dfg\u00e4nger im tiefen Schnee<\/strong><br>Kurz bevor ich am darauffolgenden Tag den Sarek-Nationalpark verlasse und die Kisurisstugan am Padjelantaleden erreiche, passiert mir eines der gr\u00f6\u00dften Ungl\u00fccke, die einen auf einer Wintertour erwischen k\u00f6nnen. Der Metallstift in meinem Schuh \u2013 die Verbindung zum Ski \u2013 bricht und macht die Einheit unbrauchbar. Schon seit Tagen bekam ich die Probleme damit nicht in den Griff. Die Bindung vereiste st\u00e4ndig, und nur mit Gewalt bekam ich die Ski dann vom Fu\u00df. Nun bin ich urpl\u00f6tzlich zum Fu\u00dfg\u00e4nger degradiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Der phantastische Blick auf die Eiskaskaden an der Nordwestwand des Nij\u00e1k ist sofort vergessen \u2013 die Ski in den H\u00e4nden hinter mir herschleifend, bew\u00e4ltige ich m\u00fchevoll die letzten Kilometer zur H\u00fctte. Frustriert von all dem Einsacken, halte ich dort zuerst eine Sitzung auf einem der Plumpsklos. Ich beschlie\u00dfe, weitere Entscheidungen auf den n\u00e4chsten Morgen \u2013 den letzten Tag der Tour \u2013 zu verlegen, und breite mein Lager erstmal in der kalten STF-H\u00fctte aus. Die Gasheizung bekomme ich nicht in Gang \u2013 nur eine alte Petroleumlampe gaukelt mir etwas W\u00e4rme vor.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gl\u00fccklicher Endspurt<\/strong><br>Am Morgen tauchen unvermittelt zwei H\u00fcttenwarte auf. Ich spreche sie auf meine missliche Lage an, und nach einiger \u00dcberlegung borgt man mir ein Paar Schneeschuhe. In G\u00e4llivare soll ich sie vor Beginn meiner Heimreise bei der Polizei abgeben. Man wird sich die B\u00e4rentatzen da wieder abholen. Erstaunt \u00fcber soviel Vertrauen, die Ski am Rucksack befestigt, komme ich \u00fcber eine festgefahrene Skidoo-Spur relativ problemlos zum \u00c1hk\u00e1j\u00e1vrre, das gewaltige \u00c1hkk\u00e1-Massiv im R\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Schneeschuhen war ich aber langsamer als mit den Skiern an den Tagen zuvor. Deshalb m\u00f6chte ich mich von dem nur schwedisch sprechenden, alten H\u00fcttenwart der Akkastugorna die letzten zw\u00f6lf Kilometer per Skidoo \u00fcber den riesigen \u00c1hk\u00e1j\u00e1vrre nach Ritsem bringen lassen. Mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen kann ich einen akzeptablen Preis aushandeln. Letztendlich sind wir beide zufrieden und sitzen uns in der warmen H\u00fctte l\u00e4chelnd gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem h\u00f6lzernen Anh\u00e4nger seines Motorschlittens friere ich mir fast noch die F\u00fc\u00dfe ab und werde nicht \u00fcbel durchgesch\u00fcttelt. Aber in all meine Kleidung gepackt, die M\u00fctze weit \u00fcber beide Ohren gezogen, \u00fcberstehe ich auch noch diesen windigen Trip.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am Ziel<\/strong><br>M\u00fcde und ausgelaugt stehe ich unter einer warmen Dusche in der Fj\u00e4llstation von Ritsem und lasse mir das Wasser \u00fcber den K\u00f6rper rinnen. Ich denke an die letzten Tage zur\u00fcck. Einsamkeit habe ich erlebt. Schnee umh\u00fcllte mich. Wind zerrte am Zelt. K\u00e4lte lie\u00df mich in mancher Nacht fr\u00f6steln. Ich durfte am Mythos des Sarek schnuppern. K\u00f6rper und Geist wurden auf eine harte Probe gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Route<\/strong><br>Kvikkjokk \u2013 Boarek \u2013 Njoatsosv\u00e1gge \u2013 \u00c1lggav\u00e1gge \u2013 Sk\u00e1rj\u00e1 \u2013 Ruohtesv\u00e1gge \u2013 Kisurisstugan \u2013 Akkastugorna \u2013 Ritsem<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.martin-huelle.de\/blog\/ueber-mich\/reisen-und-touren\/\">&gt; Reisen und Touren<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">\u2014<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Dir&nbsp;<\/em><em>gef\u00e4llt mein Blog oder Du m\u00f6chtest meine Arbeit unterst\u00fctzen?<\/em>&nbsp;<em>Dann&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.paypal.com\/paypalme\/martinhuellefotograf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">spendiere mir einen Kaffee<\/a>&nbsp;:-)<\/em><\/p>\n<div class=\"shariff shariff-align-left shariff-widget-align-left\"><ul class=\"shariff-buttons theme-white orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook 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