2010


25. November 2010 – NORR – Die Weisse Wüste

In der aktuellen Winter-Ausgabe des NORR Magazin bin ich mit der Reportage Die Weisse Wüste vertreten. Auf 8 Seiten werden einige meiner Fotos gezeigt, die in den letzten Jahren bei Skitouren auf der Hardangervidda in Norwegen entstanden sind. Daneben erzähle ich von einigen Erlebnissen auf der größten Hochebene Nordeuropas, berichte über das Trainingsgelände für Polarexpeditionen, an der sich schon Polarforscher Roald Amundsen die Zähne ausgebissen hat, und beantworte einige Fragen zur Faszination der Hardangervidda und den Gefahren im Winter.

> Reportage Hardangervidda im Winter
> PDF Download, NORR – Die Weisse Wüste (930 KB)


01. November 2010 – Mit Wüstenwandern in die Eiswüste

Die Sommerzeit ist vorüber – der Winter naht. Mit ihm, hoffentlich, Eis und Schnee. Da es in unseren Breiten allerdings einer besonders “harten” kalten Jahreszeit bedarf, um mal so richtig im Weiß zu tollen, ist es meistens angebracht, dazu in die Ferne zu schweifen. Will man dies in norwegischer Einsamkeit oder gar polarer Eiswüste tun, dann ist einige Erfahrung nötig, um sicher unterwegs zu sein und nicht nur vor Kälte zitternd im Zelt zu hocken, sondern die Faszination endloser Schneelandschaften auch so richtig zu genießen. Mittlerweile war ich “einige Male” in Schnee und Eis unterwegs, habe tausende Kilometer mit Ski und Schneeschuhen zurückgelegt und mir einen umfangreichen Erfahrungsschatz angeeignet. Da ist es an der Zeit, andere an meinem Wissen teilhaben zu lassen und sie in die Eiswüsten zu führen. Ab dem kommenden Jahr werde ich für das Reiseunternehmen Wüstenwandern als Guide tätig sein und im Winter eine Skitour über die Hardangervidda in Norwegen leiten, sowie im Sommer eine Reise an der Ostküste Grönlands, bei der wir auch ein Stück hinauf auf das Inlandeis gelangen werden. Wem nach dem ganz großen Abenteuer zumute ist, der sollte sich schonmal die Inlandeisdurchquerung vormerken, die für 2012 anvisiert ist.

> Bericht in meinem Blog


01. November 2010 – Baltrum – Herbsttage am Meer

Ende Oktober war ich mit Nina Wilms für eine Woche auf der Insel Baltrum – der kleinsten der ostfriesischen Inseln. Wir wohnten im Ostdorf, in dem noch weniger los war als im ohnehin schon ruhigen Westdorf, dem Zentrum Baltrums. Nur wenige Gäste machten die beschauliche Insel im Herbst unsicher. Aber das war kein Grund zu Traurigkeit und genau richtig, um die Seele baumeln zu lassen und den Blick ungestört gen Horizont zu richten. Wir liefen kreuz und quer über die Insel und immer wieder am Strand entlang. Der raue Wind blies uns um die Nasen und die Wellen rollten aus weiter Ferne heran. Viel mehr hatte Baltrum nicht zu bieten. Bis auf die Dünen, den Sand am Strand, das salzige Meer, ein paar tote Fische zwischen tausenden von Muscheln, Möwen am Himmel und am Boden, Kutter auf Fangtour und einer erholsamen Zeit.

> Bilder in meinem Blog


02. September 2010 – Filmaufnahmen auf dem grönländischen Inlandeis

12 Tage verbrachte ich im August gemeinsam mit Johannes Lang und dem Naturfilmer Uwe Anders auf dem grönländischen Inlandeis – gute 150 Kilometer südöstlich von Kangerlussuaq in 1850 Metern Höhe. Nachdem ich ursprünglich mit Johannes eine komplette Überquerung des Inlandeises unternehmen wollte, sind wir jetzt nur für einige Tage mit einem Helikopter hinauf auf das Inlandeis geflogen, um dort die Filmaufnahmen zu machen, die ansonsten im Laufe unserer Expedition erstellt werden sollten. Die grönländischen Behörden hatten uns zuvor einen Strich durch die Rechnung gemacht: zuviel Schmelzwasser wäre in diesem Sommer auf dem Eis, zu gefährlich sei es dort und daher gab es für eine Inlandeisüberquerung keine Genehmigung. Nach wochenlangem hin und her wurde es uns aber zumindest erlaubt, hinter die gefährlichen Schmelzwasserbereiche auf das Inlandeis zu fliegen, damit wenigstens der Film, eine Dokumentation der “Wildnis im Schatten des Eises”, gerettet ist.

> Bericht im StadtLandFlucht Magazin
> Special: Trans-Grönland 2010

01. Juni 2010 – Eine Besteigung des Hvannadalshnúkur auf Island

Zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten wurde ich vom isländischen Funktionsbekleidungshersteller 66°North eingeladen, um Ende Mai an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel. Gemeinsam mit der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) veranstaltete 66°North bereits zum dritten Mal ein erfolgreiches Trainingsprogramm, das Teilnehmern die Gelegenheit gab, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Der Aufstieg auf den Hvannadalshnúkur im Süden des Gletschers Vatnajökull (Höhe 2110 m) war der sprichwörtliche Höhepunkt dieses Programms. Neben der erfolgreichen Bergtour haben wir im Rahmen des Inselaufenthalts zudem ein paar weitere schöne Flecken entlang der Südküste Islands besucht.

> Bericht der Pressereise in meinem Blog
> Bilder der Pressereise in meinem Blog
> Bericht der Bergbesteigung in meinem Blog
> Bericht über die fotografischen Erlebnisse im Kwerfeldein Fotografieblog


22. Mai 2010 – Buch-Fotoshooting in Nord-Norwegen

Im Norden Norwegens sollte in dieser Woche noch Schnee liegen. Daher flog ich mit Michael Draksal vom Draksal Fachverlag vor wenigen Tagen in die Kommune Nordreisa, um dort einige Fotos von Georg Sichelschmidt zu machen. Georg, mit dem ich 2006 das grönländische Inlandeis überquert hatte, lebt mittlerweile im norwegischen Storslett, wo er gerade an einem Winterreise-Ratgeber schreibt, für den noch einige Bilder fehlen. War er hier vor einer Woche noch bei bestem Wetter Ski gelaufen, hatte in der Zwischenzeit frühlingshaftes Tauwetter zugeschlagen und allerorts dunkle Geröll- und Erdflächen freigelegt. Dazu kam nun tristes Wetter, eine unwinterliche Stimmung. Nicht das, was wir uns erhofft hatten: Schnee, Aussicht, blauer Himmel …

Schon der erste Fototag nahm keinen guten Anfang und unsere Gedanken kreisten nur um die “Bilderliste” mit all den Motiven, die wir fotografieren wollten. Es galt, das Beste aus der Situation herauszuholen. Am späteren Nachmittag standen einige Husky-Bilder auf dem Programm und am Ende des Tages hatten wir immerhin zwei Motive der langen Liste im Kasten. Schnell war uns klar geworden, dass stimmungsvolle Winterbilder bei den herrschenden Bedingungen nicht mehr zu realisieren sind. Den zweiten Fototag nutzten wir stattdessen für Aufnahmen, die Georg mit allerlei Ausrüstung, in erklärenden Posen und an einem Esstisch zeigen, denn schließlich gehört gutes Essen auf einer Wintertour auch dazu …

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23. April 2010 – Der Versuch einer Jostedalsbreen Winterüberquerung

Der Jostedalsbreen in Norwegen ist mit etwa 487 km² der größte Gletscher auf dem europäischen Festland. Gemeinsam mit Christian Müller habe ich eine Winterüberquerung des Eisplateaus von Pollfoss bis zum Fjærlandsfjord versucht. Doch nach zwei geglückten Sommertouren über den Jostedalsbreen in den Jahren 2000 und 2004, war nun eine Umkehr an der Schlüsselstelle unumgänglich. Der schneearme Winter in Norwegen hatte dazu geführt, dass die kritischen Eisfälle Lodalsbrekka und Småttene nur mit wenig Schnee bedeckt waren und einen sicheren Weg auf das Plateau des Jostedalsbreen nicht möglich machten. So blieb es bei einer “Vor und Zurück”-Skitour in Breheimen – dem Reich der Gletscher.

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11. März 2010 – Solo über die Hardangervidda

Mit Ski und Pulka-Schlitten bin ich in 11 Tagen einmal quer über die Hardangervidda gelaufen, die größte Hochebene Nordeuropas. Die Region kannte ich schon gut von früheren Touren, aber noch nie war ich allein von Haukeliseter im Süden bis nach Finse im Norden unterwegs. Stürme, Kälte und viel Schnee standen mir bevor – kein reines Zuckerschlecken in einem Fjell-Gebiet, das auch schon die norwegischen Polarfahrer Fridtjof Nansen und Roald Amundsen im Vorfeld ihrer Expeditionen lockte. So war es dann auch. Das Wetter zeigte sich von allen Seiten: zuerst wolkig, warm und mit Schneefällen; dann sonnig, sternenklar und eisig kalt; zuletzt sichtlos, windig und schweißtreibend.

Die Route: Haukeliseter Fjellstue – Hellevatnet – Kvennedalen – Skardvatnet – Lågaros – Geitvassdalen – Rauhellern – Stigstuv – Dyranut – Kjeldebu – Finnsbergvatnet – Finse.

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> Reportage Hardangervidda im Winter

06. Januar 2010 – Ostfriesland – Wintertage am Meer

Zu Jahresbeginn war ich mit Nina Wilms ein paar Tage an der ostfriesischen Nordseeküste. Dort hatten wir eine kleine Ferienwohnung in der Ostermarsch unweit von Norden gemietet – sehr praktisch und zentral gelegen. Der Deich und das Wattenmeer nur wenige Minuten Fußweg entfernt; und die im Winter besonders verschlafenen kleinen Häfen nicht viel weiter weg. In Greetsiel hielt das Eis die Fischkutter gefangen. Der Strand in Neuharlingersiel war trostlos und verlassen. Und die Insel Baltrum schien wie ausgestorben. Doch es war schön, sich den kalten Seewind um die Nase wehen zu lassen, durch frischen Schnee entlang der Küste zu laufen und hinaus auf das graue Meer zu blicken.

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