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Sommer im Winter – (B-Seite)

– Unter Sternen –

Unsere Wintertour durch Rondane versprühte einen Hauch von Sommer. Kein Wunder, dass Simon Michalowicz, der im Jahr zuvor ganz allein Norge på langs gelaufen war, bei seiner ersten Skitour dann auch voller Elan ans Werk ging. Das Wetter zeigte sich ihm, seiner Freundin Anna und mir bei unserem kleinen Schneeabenteuer von seiner besten Seite. Kein Sturm, kein White-Out, keine bitteren Minusgrade. All das blieb aus. Hingegen so oft Sonne pur.

Wir hatten uns den ältesten Nationalpark Norwegens ausgesucht und wollten es ohnehin ganz ruhig angehen lassen. Von Hjerkinn einmal durch die Bergwelt bis nach Venabu. Und nun konnten wir gar an vielen Tagen draußen vor dem Zelt sitzen und in morgendlicher Wärme frühstücken. Herrlich. So vergingen die Stunden und die Tage, die wir gemächlich bestritten. Pausenzeiten dehnten sich und wir entflohen jeglicher Hektik. Kaum einmal saß uns schlechtes Wetter im Nacken und trieb zur Eile. Im Gegenteil: Wenn wir abends in die Schlafsäcke krochen, war uns meist schon klar, dass uns am nächsten Tag die Sonne wieder begrüßen würde.

Wir zogen über die Berge zur Grimsdalshytta und ins Grimsdalen, wo wir unter klarem Sternenhimmel biwakierten. Die schroffen Nordwände des Dreigestirns Høgronden, Midtronden und Digerronden waren uns danach einen Ausflug mit leichtem Gepäck wert. Unter dem Rondslottet, den Anna erklomm, blieben wir längere Zeit, um die Gegend zu erkunden. Und auf dem zugefrorenen Rondvatnet lief uns der Schweiß in Strömen Gesicht und Rücken herunter, bevor wir im Vulufjellet der weißen Weite langsam Adieu sagten und schließlich auf der Troll-Løypa unser Ziel Venabu erreichten.

Ab und an kam mir zwar der Gedanke, in diesen Tagen keinem realen skandinavischen Winter ausgesetzt zu sein – der doch meist Entbehrungen verlangt, Anstrengung fordert und ein Zähneklappern ob der Kälte mit sich bringt -, doch diese Überlegungen wischte ich weg und es war vielleicht gerade deshalb eine so vergnügliche Zeit. Norwegisches Friluftsliv in reinster Form. Für Simon gar eine Traumtour, der mögliche Beginn einer schneereichen „zweiten Karriere“ nach seinem strammen Marsch vom Kap Lindesnes im Süden bis ans Nordkap im vorigen Frühjahr, Sommer und Herbst …

Dieses gar nicht so eisige Abenteuer hatte ich seinerzeit auch im Rahmen meines Projekts Mein Norden unternommen, doch die dabei gemachten Aufnahmen haben es nachher nicht ins gleichnamige Fotobuch geschafft. So ist diese Geschichte und Bilderserie nur eine weitere B-Seite meines Bildbands.

Fotografiert mit der FUJIFILM X-T1 und dem XF14mmF2.8 R, dem XF23mmF1.4 R sowie dem XF18-55mmF2.8-4 R LM OIS

– Schwarz-Gelb –
– Rondslottet und Storronden –
– Das Loch –
– Conquest –

> Bildergalerie Norwegen 2014, Sommer im Winter – (B-Seite)

Spitzbergen Wintertour – Die Bilder

– Spitzbergen Wintertour – Die Bilder –

Es war Ende März, als wir nach Svalbard flogen, um ein Abenteuer auf Spitzbergen zu erleben. In Longyearbyen empfing uns ein strammer Wind und wir stemmten uns dem heranpeitschenden Schneefall entgegen, bevor wir aufbrachen in die Berg- und Gletscherwelt. Wir liefen weit hinein ins Adventdalen, am Janssonhaugen und der Innerhytta vorbei, bis zum Fuße des Drønbreen. Hinauf ging es von dort über den Gletscher bis zu einem Pass. Der Schnee war tief. Die Last der Schlitten schwer. Doch die Szenerie ringsum entschädigte für alle Anstrengung – das arktische Ambiente hatte mich längst in seinen Bann gezogen. Wir marschierten weiter durch das Lundströmdalen, den Såtebreen empor und folgtem dem Sveigbreen in einem Bogen ins Agardhdalen. Dann ging es über den Elfenbeinbreen auf das Nordmannsfonna. Schlechtes Wetter hielt uns am Berg Dolken gefangen. Wind trieb Schnee über die weitläufige Gletscherlandschaft und die Sicht schrumpfte auf ein Minimum. Wir saßen fest. Und da war er dann. Dieser Schmerz. Er kam aus dem Nichts. Und blieb. Wohl ein eingeklemmter Nerv!? Vom Nacken zogen die Schmerzen über die Schulter bis in den linken Oberarm. Aber noch hatte ich Hoffnung. Also hielten wir erstmal an unserem Plan fest, packten zusammen und wandernten weiter. So schafften wir es bis ins Sabine Land. Doch dann kam der Tag, an dem wir unterhalb des schroffen Moskushornet über den Klauvbreen stiegen. Der Nerv im Arm schrie immer lauter auf und ich krümmte mich immer mehr. Uns weiter von der Zivilisation zu entfernen war sinnlos. Auf kürzestem Weg zurückzukehren nach Longyearbyen die letzte Herausforderung. In zwei langen Tagen liefen wir über den Rabotbreen hinab ins faszinierend weite Sassendalen und durchs Eskerdalen und Adventdalen retour zum Ausgangspunkt. Das klappte überraschend gut und im Stillen fragte ich mich, ob ich zu früh klein beigegeben hatte. Doch es war die richtige Entscheidung.

„Ich war glücklich, endlich einmal so hoch im Norden gewesen zu sein und arktische Luft geschnuppert zu haben. Aber gleichwohl zerknirscht, weil ich wusste, dass es zu wenig war.“

Nach dieser abenteuerlichen Skitour dauerte es eine ganze Weile, bis ich alle Bilder fertig bearbeitet hatte. Aber jetzt gibt es sie endlich seit kurzem zu sehen – die komplette Serie aus dem Svalbard-Archipel. Auf Flickr. Schaut mal rein!

Fotografisches:
Die Wintertour auf Spitzbergen habe ich mit der Fujifilm X-T1 fotografiert. Alle Fotos sind das Resultat eines RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film. Für den Analoglook sorgte bei dieser Serie der Agfa Scala 200 -.

> Bildergalerie Spitzbergen Wintertour 2015

Saariselkä Wanderung – Die Bilder

– Saariselkä Wanderung – Die Bilder –

Im letzten Herbst verschlug es mich in die nordfinnische Provinz Lappland. An der Grenze zu Russland erstreckt sich die Saariselkä-Wildnis – eingebettet in den Urho-Kekkonen-Nationalpark. Mächtige Fjells, riesige Sümpfe und märchenhafte Waldgebiete zeichnen die Region aus. Als ich Ende September in Kiilopää aufbrach, war die Zeit der Ruska, die im Herbst im finnischen Norden einsetzende Verfärbung von Bäumen und Sträuchern, schon fast vorbei. Gerne hätte ich diesen Höhepunkt des Jahres, wenn nach der Zeit der hellen Sommernächte und vor Einbruch der Polarnacht die Farben der Natur explodieren, in vollen Zügen erlebt. Doch ich kam nicht früher los und musste mich nun hier und da mit ein paar letzten goldgelben Birkenblättern oder in tiefem Rot erstrahlenden Beerensträuchern begnügen, die sich versteckt noch zeigten. Spät im Jahr war das meiste schon kahl und zu allem Überfluss deckte ein erster Wintereinbruch im Nu ein weißes Mäntelchen über die Landschaft und ließ mich in den ersten Tagen teils knöcheltief durch Schnee stapfen.

Vorbei an Suomunruoktu, Salonlampi und Tuiskukuru kam ich zum Luirojärvi. Es wurde wieder wärmer und das Weiß tropfte bald nass von den Bäumen. Den baumlosen Gipfel des Sokosti, des höchsten Berges in Ostfinnland, erklomm ich in dichten Wolken über Geröllhalden, nur um hoch oben ohne jegliche Aussicht eine kurze Rast einzulegen, um sogleich wieder fix hinunterzulaufen zur Rajankämppä-Autiotupa. Dafür kam ich anderntags auf dem Weg nach Hammaskuru aus dem Staunen nicht mehr raus – der Pfad schlängelte sich durch den Wald und nach jeder Biegung offenbarten sich neue Eindrücke, die ich mit kindlicher Neugier aufsog.

In sternenklaren Nächten gefroren die Pfützen, aber ich zog dennoch häufiger das Zelt einer Hütte vor und kuschelte mich einfach tief in meinen Schlafsack. Durch die steinige Teufelsschlucht Pirunportti stieg ich auch noch hinauf auf den Ukselmapää, den zweithöchsten Punkt im Nationalpark. Von dort war die Aussicht in alle Himmelsrichtungen zwar fantastisch, nur trieb mir ein eisiger Wind Tränen in die Augen und mich rasch wieder hinab in tiefere Lagen und in die wunderschöne Paradiesschlucht Paratiisikuru. Bei Sonnenschein machten ein paar versprengte herbstlich-feurige Überbleibsel dem Ort alle Ehre.

Via Sarvioja gelangte ich zurück ins Tal des Suomujoki, dem ich an der Porttikoski-Hütte und zahlreichen Feuerstellen entlang flussaufwärts bis Kotaköngäs folgte. Nur was auf der Karte wie ein Katzensprung aussah, entpuppte sich als zäher Abschnitt durch teils sumpfiges Gelände, Unterholz und einige Blockfelder. Entschädigt wurde ich am Abend durch einen Fuchs, der in der Dunkelheit am Zelt auftauchte. Im Schein der Stirnlampe blickten wir uns lange in die Augen, bevor er wieder Reißaus nahm.

Langsam sagte ich der idyllischen Gegend schließlich Lebewohl, machte noch am See Rautulampi Station und genoss den Sonnenuntergang hinter dem Bergzug Raututunturit, bevor ich die letzten Kilometer bis Saariselkä lief, einer im späten Herbst wie ausgestorben wirkenden Ortschaft. Mir war die Stille dieser Jahreszeit recht, in der ich nur wenige wortkarge Finnen traf. Denn dafür konnte ich ganz in Ruhe in diese abgeschiedene Welt aus Bäumen, Flüssen und kahlen Kuppen eintauchen …

Nach dieser abwechslungsreichen Reise dauerte es eine lange Zeit, bis ich alle Bilder fertig bearbeitet hatte. Aber jetzt gibt es sie endlich seit kurzem zu sehen – die komplette Serie aus dem Urho-Kekkonen-Nationalpark. Auf Flickr. Viel Freude damit!

Fotografisches:
Die Wanderung durch die Saariselkä-Wildnis habe ich mit der Fujifilm X-T1 fotografiert. Alle Eindrücke sind das Ergebnis eines RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film. Für den Analoglook sorgte bei dieser Serie der Fuji 800Z -.

> Bildergalerie Saariselkä Wanderung 2014

Island Rundreise – Die Bilder

– Island Rundreise – Die Bilder –

Ein gutes halbes Jahr liegt sie bereits zurück – unsere Rundreise um Island. Nach der Ankunft mit der MS Norröna in Seyđisfjörđur kurvten wir zuerst durch die Ostfjorde, bevor wir an der oft bis auf Meereshöhe verhangenen Südküste von Highlight zu Highlight tingelten. Meist prasselte der Regen aufs Autodach, aber ein paar Bilder machte ich schon, versuchte mancherorts zu “meinen” Impressionen zu kommen. An den Gletscherlagunen Jökulsárlón und Fjallsárlón, dem Strand Reynisfjara und der Skógá und dem Skógafoss. Auf der Halbinsel Snæfellsnes ging die Sonne langsam hinter dem Snæfellsjökull unter, wir stießen auf den Leuchtturm Svörtuloft und ich krabbelte in eine glitschige Ecke ganz nah am Wasserfall Kirkjufoss. In den Westfjorden zerfledderte ein Autoreifen auf einer der Schotterpisten und wir sagten diesem abgelegensten und am wenigsten besuchten Landesteil mit einem Blick gen Hornstrandir Lebewohl und ließen ein paar entlegene Ecken, die wir gerne noch aufgesucht hätten, danach links liegen. Zurück auf der asphaltierten Ringstraße machten wir uns auf in den Norden Islands. Zum See Mývatn, ins Lavafeld Dimmuborgir und auf die Halbinsel Melrakkaslétta, dem am dünnsten besiedelten Landstrich an der Küste Islands.

Nach dieser ungewöhnlichen Reise dauerte es eine lange Zeit, bis ich alle Bilder fertig bearbeitet hatte. Aber jetzt gibt es sie endlich seit kurzem zu sehen – die komplette Serie von der Insel aus Feuer und Eis. Auf Flickr. Schaut mal rein!

Fotografisches:
Die Rundreise um Island habe ich mit der Fujifilm X-T1 und X-E2 fotografiert. Alle Aufnahmen sind das Endprodukt eines RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film. Für den Analoglook sorgte bei dieser Serie der Kodak Portra 160 -.

> Bildergalerie Island Rundreise 2014

Rund um Ennepetal – Die Bilder

– Rund um Ennepetal – Die Bilder –

Kaum einen Weg kenne ich so gut wie den Rundweg um Ennepetal. Und auch wenn ich ihn schon so häufig gelaufen bin, lockt mich diese 54 km lange Strecke doch immer wieder einmal. Zuletzt Mitte Mai gemeinsam mit Joël Wagner – zwei Tage lang wollten wir nah unserer Heimat ein kleines „Microadventure“ erleben. Hatte ich die Runde in der Vergangenheit oft in schnellem Tempo an einem Stück absolviert, sollte es dieses Mal weniger sportlich, dafür fotografischer zugehen. Joël hatte seine Leica M mit drei Festbrennweiten dabei. Ich Fujifilms X-T1 und das 23er, 56er und 10-24er.

Wir versuchten, Details am Wegesrand einzufangen. Dinge aufzuspüren, an denen ich früher oft einfach vorbei marschiert war. Oft waren wir so vertieft und krochen mit den Kameras im Anschlag gar bis in stacheligen Ilex hinein, dass darüber die Zeit wie im Flug verging und wir länger als gedacht durch Wald und Flur, an Talsperren vorbei und über manchen Berg zogen. Der Wappenweg ist ohnehin nicht zu unterschätzen – 1800 Höhenmeter wollen hinauf und wieder hinunter bewältigt werden. Aber das schreckte uns nicht. Wir stießen auf einsame Pferde und neugierige Kühe, liefen durch ein Spalier aus Ginsterbüschen und übernachteten im Zelt an einem idyllischen Bach.

An beiden Tagen waren wir jeweils zehn Stunden mit geschulterten Rucksäcken auf den Beinen und mussten schließlich mit jedem weiteren Schritt feststellen, wie sehr unsere Füße ermüdeten und der Griff zur Kamera nachließ. Die Wanderung über Stock und Stein forderte ihren Tribut, den wir aber gerne bereit waren zu zahlen, auch wenn zum Ende hin ein baldiges Ankommen fast wichtiger schien als ein weiteres Foto.

Zurück in Schwelm, dem Start- und Zielpunkt unseres kleinen Abenteuers, waren wir gleichauf zufrieden und erschöpft. Wir waren nah der eigenen Haustüre dem Alltag entflohen und eingetaucht in die Natur. Wir waren auf Entdeckungsreise gegangen. Das sollten wir öfters machen!

Nach der Wanderung hatte ich alle Bilder recht fix fertig bearbeitet und die komplette Serie unserer Zweitagestour ist bereits seit einiger Zeit zu sehen. Auf Flickr. Viel Freude damit!

Fotografisches:
Die Runde um Ennepetal habe ich mit der Fujifilm X-T1 fotografiert. Alle Aufnahmen sind das Ergebnis eines RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film. Für den Analoglook sorgte bei dieser Serie der Kodak Portra 160.

> Bildergalerie Rund um Ennepetal