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Die Ausrüstung und Bekleidung für meine Tageswanderungen

– Ausrüstung und Bekleidung für den Wappenweg –

Zur Vorbereitung auf mein nächstes großes Foto- und Reiseprojekt #WorldWideWilderness, in dem ich ab kommendem Februar sieben abenteuerliche und herausfordende Reisen in die eisige Wildnis unternehmen werde, streue ich über den Winter immer mal wieder ausgedehnte Tageswanderungen ins Training ein. Heute möchte ich einmal kurz vorstellen, welche Ausrüstung und Bekleidung ich vorige Woche auf dem Wappenweg rund um Ennepetal und Ende Oktober auf dem Langenberger Rundweg dabei hatte.

Beide Male waren die Tage wolkig kühl mit einstelligen Temperaturen im leichten Plusbereich. Ich war jeweils von Morgengrauen bis zur Abenddämmerung (und länger) auf den Beinen und entsprechend für all das gerüstet, was sich unterwegs auf den langen Strecken ergeben könnte.

Alles von Kopf bis Fuß und von innen nach außen

Bekleidung
Fangen wir mit der Unterbuxe an. Auf beiden Touren jeweils eine ältere Boxershorts aus Merinowolle von Bergans. Am Oberkörper zwei Unterhemden übereinander. Uralte Teile von Lundhags – ebenfalls aus Merinowolle. Auf der Haut ein dünnes mit Rundhals, darüber ein etwas dickeres mit hohem RV-Kragen zur Wärmeregulierung. An den Füßen zwei Paar Socken. Dünne Liner von Smartwool gepaart mit 400ern von Woolpower – auch hier war Merinowolle erste Wahl.

Als Beinkleid diente die bequeme, leichte und schnelltrocknende Quandary Pants von Patagonia, gehalten von einem Friction Belt. Obenrum war es allein in Unterwäsche zu frisch und ich zog die Patagonia Wind Shield Weste drüber. Auf der Front bietet sie ordentlichen Wetterschutz und auf der Rückseite gute Ventilation dank luftiger Einsätze.

Für den Tag, an dem ich rund um Langenberg gelaufen bin, war etwas Niederschlag vorhergesagt, weswegen ich für den Ausflug zudem eine sehr leichte Regenjacke eingesteckt hatte, genauer das Storm Racer Jacket von Patagonia (allerdings blieb es dann doch trocken). Und weil ich mir für die Zeit auf dem Rundweg um Ennepetal nicht sicher war, ob mir die Weste mit „freien“ Armen ausreichend warm sein würde, hatte ich dort zur Sicherheit anstelle der dünnen Regenpelle – nass sollte es laut Wettterbericht nicht werden – zusätzlich den R1 TechFace Hoody dabei, eine leichte Fleece/Softshell-Jacke ebenfalls von Patagonia, die sich gut für wechselhafte Bedingungen eignet (letzten Endes war die Weste aber ausreichend).

Um in den Pausen nicht auszukühlen, war dann allerdings eine gut isolierende Schicht wichtig, die ich schnell drüberziehen konnte. Der Nano-Air Hoody von Patagonia mit seiner weichen Kunstfaserfüllung sorgte hier für Gemütlichkeit.

Auf dem Kopf trug ich bei der ersten Wanderung ein Trucker-Käppi und bei der zweiten ein Beanie. Während einheizender Aufstiege nahm ich die Mütze einfach in die Hand und setzte sie auf den zugigen Höhen und bergab wieder auf. Ein Paar Handschuhe und ein Buff hatte ich zur Sicherheit auch immer griffbereit im Rucksack, aber dafür war es nie kalt genug.

Schuhe
Hatte ich auf dem Langenberger Rundweg noch die Terrex Agravic GTX von adidas an den Füßen, mit denen ich aber nicht so wirklich zurecktkomme, setzte ich bei der Runde um Ennepetal auf den Speedcross Vario 2  GTX von Salomon, der mir bislang ein besseres Laufgefühl beschert.

Rucksack
Auf dem  Buckel trug ich alles in einem Patagonia Nine Trails Backpack in der 36 Liter Version mit mir rum. Den Rucksack habe ich etwas „gepimpt“, indem ich die Verstärkungen aus den Hüfgurtflossen und die Alustrebe aus der Rückenplatte entfernt habe. Dadurch trägt er sich anschmiegsamer und bequemer.

Essen und Trinken
Flüssigkeit ist das A und O. Für die erste Tour hatte ich zwei Liter eingepackt, für die lange 54-Kilometer-Strecke gar drei Liter. Alles heißer Tee (Apfel und Früchte). Zum Teil in einer Nalgene-Kunststoffflasche abgefüllt, die in einem passenden Isolationsbeutel von Outdoor Research steckte, der Rest in einer bzw. zwei normalen Thermoskannen.

Auch nehme ich immer ordentlich Futter mit – Hungergefühle sind nicht mein Ding. Ein Potpourri aus Bananen, Wasa Knäcke-Sandwiches, Salami-Sticks, Snack-Möhren und Balisto-Riegeln tat ihren Dienst. Dazu zur Sicherheit noch ein paar Nüsse und Cookies. So kam ich laufend gut gestärkt durch die Tage.

Fotokram
Da es leicht sein sollte, beschränkte ich mich auf eine Fujifilm X-Pro2 mit dem XF27mm Pancake. Einziges Zubehör war ein kleines GorillaPod-Stativ, das sich nahezu überall festklemmen lässt. So konnte ich mich per Selbstauslöser auch mal ins Bild rücken. Ein iPhone steckte zudem aber auch noch im Gepäck.

Sonstiges
Ich mag es nicht, bei einer Rast auf kalten Bänken festzufrieren oder mir auf nassen Baumstämmen einen feuchten Hintern zuzuziehen. Deshalb nehme ich immer ein leichtes Sitzkissen von Optimus mit. Bei der über 11 Stunden dauernden Begehung des Wappenweges musste ich schließlich das letzte Stück in völliger Dunkelheit zurücklegen. Eine Stirnlampe war also auch noch Pflicht. Hier reichte eine ältere Tikkina von Petzl aus, um ein spärliches Licht auf die Wege zu zaubern und mich sicher ans Ziel zu geleiten.

Last but not least
Blasenpflaster und Tape, wovon ich leider auch Gebrauch machen musste …

Soweit die kleine Auflistung. Happy hiking allerseits!

Alle Wander-, Trainings- und sonstigen Geschichten rund um mein Projekt #WorldWideWilderness findet Ihr in der #WasWarWann-Rubrik.

#WasWarWann – Folge 2

– Am Langenberger Rundweg –

Um mich ideal auf Patagonien vorzubereiten, wo im kommenden Februar eine herausfordernde Trekkingtour auf mich wartet, werde ich über den Winter auch einige ausgedehnte Tageswanderungen ins Training einstreuen. Gute Erinnerungen habe ich da an den Langenberger Rundweg, den ich gestern mal wieder in Angriff genommen habe …

Erneut lief ich zu Hause los, durchquerte zuerst den Nordpark, passierte dann die Hatzfelder Wassertürme, gelangte schließlich ins Deilbachtal und stieß bei Schmahl am Schmalen auf den ca. 32 km langen Rundweg. Oberhalb auf der Höhe machte ich die erste Rast. Am linken Fuß spürte ich bereits die Blasen und Druckstellen, die ich mir vor gut einer Woche beim Rothaarsteig-Marathon eingefangen hatte. Die Schuhe neu geschnürt verdrängte ich das Zwicken jedoch und marschierte einfach weiter ins Felderbachtal und hinüber nach Velbert-Nierenhof. Von dort ging es steil bergauf nach Huisgen. Über die kahlen Flächen fegte ein kalter Wind, aber zum Glück blieb es bei etwa 5 Grad trocken. Ich kam bei dem tristen Wetter zügig voran und legte erst in einem Waldstück oberhalb des Asbachtals die zweite Pause ein.

Es folgte ein längeres Asphaltstück. Dann wieder Pfade und Feldwege. Am Golfplatz hinter Knollenberg änderte sich die frühere Wegführung. Da der Durchgang durch den Hof Krüdenscheid vom Besitzer gesperrt worden ist, wurde eine mehrkilometrige Umleitung eingerichtet. Neuland auf der bekannten Runde. Nach der dritten Rast nahm ich in der Nähe von Kuhlendahl prompt eine falsche Abzweigung und legte einen 10-minütigen Umweg ein, bis ich wieder auf dem richtigen Weg zurück war. Um Zeit gut zu machen, joggte ich locker ein paar Meter.

Mittlerweile hatte ich auf Durchhalten geschaltet. Alles flog an mir vorbei. Windrath, Nordrath. Dann war ich zurück im Deilbachtal. Noch eine vierte Pause, bevor die Dämmerung hereinbrach. Rasch wurde es immer dunkler. Die letzte Waldpassage brachte ich gerade noch im spärlichen Restlicht hinter mich, ohne die Stirnlampe bemühen zu müssen. Die finalen Kilometer trottete ich über Straßen und durch Kleingärtenanlagen.

Nach knappen 10 Stunden und 30 Minuten klingelte ich daheim an der Haustüre. Die Glieder steif, die Füße schmerzend. Die lange Strecke mit ihren zusätzlichen 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg hatte mal wieder ihren Tribut gefordert. Doch trotz aller Schinderei liebe ich diese ausgefüllte Zeit zwischen Morgengrauen und Abenddämmerung.

Die nächsten Wanderschritte auf dem Weg ins südliche patagonische Inlandeis und zur ersten Tour meines „#WWW“-Projekts habe ich auch schon ins Auge gefasst. Ende November lege ich noch eine Schüppe drauf und ein weiteres Mal soll dann der Wappenweg rund um Ennepetal dran glauben.

> Alle #WasWarWann-Folgen

Rund um Langenberg – Das Logbuch einer Tageswanderung

– Langenberger Rundweg –

Als ich gestern früh am Morgen vor die Haustüre trat, merkte ich sofort, dass es kein sehr kalter Tag werden würde. Tauwetter lag in der Luft. Mein Ziel war der Langenberger Rundweg – ganze 32 km lang. Doch zuerst einmal musste ich ins Deilbachtal kommen – von meinem Zuhause die nächstgelegene Stelle, wo der Wanderweg vorbeiführt. Natürlich auch zu Fuß … So ergab sich mit Hin- und Rückweg eine Gesamtstrecke von weit über 40 Kilometern.

Das Logbuch der Tageswanderung

07:12 – Die Haustüre fällt ins Schloss und ich mache mich auf den Weg. Schon nach 15 Minuten ist mir viel zu warm – im Nordpark lege ich den Windschutz ab und laufe nur mit der Fleecejacke weiter.

08:51 – Ich erreiche Schmahl am Schmalen im Deilbachtal und stoße auf den Langenberger Rundweg. Mittlerweile ist es hell und es fängt an zu schneien.

09:17 – Erste Pause in einer Schutzhütte am Höhenweg. Ich esse ein Schinkenbrot, eine Banane, trinke ein paar Schlucke des noch heißen Pfefferminztees und vertilge auch noch einen Kinderriegel. Der Schneefall hat schon wieder aufgehört.

09:43 – An einem Baum am Wegesrand hängt ein Schild mit Angaben zum Langenberger Rundweg. Demnach befinde ich mich am Standort „Sender“ und die Streckenlänge wird hier mit nur 28 km angegeben.

10:04 – Im Felderbachtal ist die Wegführung unklar. Wegzeichen weisen in verschiedene Richtungen. Entscheide mich für den Weg, den ich von früher schon kenne.

10:45 – Ich laufe in Velbert-Nierenhof ein und überquere drei Straßen und die Gleise an der Bahnstrecke Wuppertal-Essen. Die Sonne versucht durch die Wolkendecke zu brechen.

11:32 – Zweite Pause in einem Wald bei Huisgen. Sitze auf einer umgestürzten Birke und esse ein Salamibrot, Hobbits-Kekse, trinke mehr Pfefferminztee und schließe erneut mit einem Kinderriegel ab.

12:06 – Es ist stark bewölkt, auf kahlen Flächen trifft mich kalter Wind und es beginnt wieder zu schneien.

12:13 – Gedankenverloren verpasse ich eine Wegabzweigung, bemerke es aber rasch. In leichtem Trab jogge ich die paar Meter zurück und steige hinauf zum Standortübungsplatz. Mittlerweile dichtes Schneetreiben.

12:48 – Nassgeschwitzt komme ich zur Hofschaft Rottberg und zur Rottberger Straße. Der Aufstieg vom Asbach war schweißtreibend.

13:48 – Dritte Pause in einer Schutzhütte auf dem Golfplatz hinter Knollenberg. Wieder finden ein Schinkenbrot, Hobbits-Kekse, viel Pfefferminztee und ein Kinderriegel den Weg in meinen Magen.

14:48 – Über eine Weide komme ich zur Hofschaft Krüdenscheid. Einige Gänse laufen dort durch Schneereste – die Pferde verstecken sich in Ställen.

15:33 – Kurz vor Windrath bekomme ich Schluckauf. Er begleitet mich ein Stück des Weges und lässt mich dann wieder allein.

16:23 – Zurück bei Schmahl am Schmalen – Der Langenberger Rundweg ist beendet. Jetzt nur noch zurück nach Hause.

16:32 – Vierte Pause auf einer Bank am Weg. Ich kippe den Rest des Pfefferminztees hinunter und verschlinge eine Packung Mini-Kaminwurzen. Dann gibt es noch das letzte Salamibrot, weitere Hobbits-Kekse, Früchtetee aus der zweiten Thermoskanne und den obligatorischen Kinderriegel.

17:32 – Mal wieder setzt heftiger Schneefall ein. Dicke Flocken paaren sich mit der anbrechenden Dunkelheit und lassen die Lichter am Stadtrand erblassen.

18:14 – Ich bin zurück!

Nach 11 Stunden war die Tageswanderung Geschichte. Neben der Streckenlänge haben vor allem die zusätzlichen 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg ganz schön viele Kräfte verschlissen. Einige Energie versackte dabei spurlos im nassen Schnee. Doch die Zeit zwischen Haustüre und Haustüre war schön. Ausgefüllt von Morgengrauen bis Abenddämmerung.