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Welche Festbrennweiten von Fujifilm soll ich nehmen?

Bei meinem letzten Fotoprojekt Mein Norden kamen von Reise zu Reise unterschiedlichste Objektive aus dem X System von Fujifilm zum Einsatz, die insgesamt einen Brennweitenbereich von 10 bis 200 Millimeter abdeckten (entsprechend 15 bis 300 mm an Kleinbild). Meistens griff ich zu einem Zoom oder Kombinationen aus Zooms, die ich ab und an noch mit einer einzelnen Festbrennweite ergänzte. Aber dann gab es auch Wandertouren, auf die ich ausschließlich Festbrennweiten mitgenommen habe – und das sind in meiner Erinnerung die fotografisch intensivsten Reisen.

Nach Abschluss des Fotoprojekts war es interessant zu sehen, welche Brennweiten und Objektivkombinationen am häufigsten zum Einsatz kamen. Die extremen Bereiche (Ultraweitwinkel und stärkeres Tele) habe ich in der ganzen Zeit nur sehr selten eingesetzt – das meiste spielte sich zwischen ca. 16/18 und 55 Millimeter ab. Daher ist an sich das lichtstarke XF16-55mmF2.8 R LM WR Zoom eine gute Wahl, weil es den für mich wichtigsten Bereich in einem Objektiv abdeckt. Aber ich mag das dicke Ding nicht so sehr und ich fotografiere ohnehin lieber mit FBs.

Die recht enge Begrenzung bei den verwendeten Brennweiten schlägt sich allerdings auch im Bildstil wieder. Dieser wird also nicht nur geprägt durch Aspekte wie die Motivwahl, den Ausschnitt, die Lichtsetzung, den Moment, die Bearbeitung, sondern darüber hinaus in großem Maße durch die eingesetzten Objektive. Eine Beschränkung und eine immer wiederkehrende Nutzung bestimmter Brennweiten/Objektive kann den persönlichen Stil demnach noch weiter befeuern und den „Wiedererkennungswert“ steigern.

Für mein nächstes großes Fotoprojekt Zweite Heimat, das erneut mehrere Reisen beinhaltet, möchte ich mir diese „Verdichtung“ zunutze machen und möglichst über die ganze Projektdauer nur mit wenigen Festbrennweiten fotografieren. Genauer mit drei, maximal vier Objektiven. Nur welche Festbrennweiten soll ich letztendlich nehmen?

Rückblicke und Erfahrungen

18, 35 und 60 Millimeter
Als ich 2012 zu Fuß und allein in Schweden und Norwegen durch Europas letzte Wildnis lief, hatte ich in den Regionen Sarek & Padjelanta nur das XF18mmF2 R, das XF35mmF1.4 R und das XF60mmF2.4 R Macro dabei (weitere Objektive gab es zu der Zeit für das X System ohnehin noch nicht). Das 35er war mir auf der Tour die liebste und meistgenutzte Linse. Die „Normalbrennweite“ – entsprechend ca. 50 mm an KB – passte mir da auch gut zu den Motiven. Mit dem 18er hingegen wurde ich von Anfang an nie richtig warm – was sowohl am Bildwinkel als auch der optischen Leistung lag, die mich nicht überzeugte. Das 60er war dafür ein schönes kürzeres Tele, nur langsam vom AF.

Als Fujifilm daraufhin die ersten Zooms herausbrachte, legte ich die Festbrennweiten erstmal wieder auf Seite und das XF18-55mmF2.8-4 R LM OIS wurde für lange Zeit mein Brot- und Butter-Objektiv. Auf Outdoortouren ist ein Zoom einfach praktisch – lästige Objektivwechsel im Schneesturm oder unter anderen garstigen Bedingungen entfallen und die wichtigsten Brennweiten sitzen immer an der Kamera. Die 18er Festbrennweite kam seitdem nicht mehr zum Einsatz, auch nicht das 60er Macro.

Doch irgendwann wurden mir die Zooms zu bunt. In der Zwischenzeit hatte ich auf einigen Reisen zusätzlich zum Standardzoom ab und an auch das XF10-24mmF4 R OIS und das XF55-200mmF3.5-4.8 R LM OIS eingesetzt, die das Fujinon-Sortiment mittlerweile erweiterten. Mir war das aber ein Zuviel an Möglichkeiten geworden und ich wagte es ein zweites Mal, nur mit Festbrennweiten loszuziehen.

– Im Gleichgewicht – X-Pro2, XF23mmF2 R WR, 1/1100 Sek, f 2.8, ISO 200 –
– Hunau-Turm – X-Pro2, XF23mmF2 R WR, 1/1800 Sek, f 2.8, ISO 200 –

14, 23 und 56 Millimeter
Im Spätherbst 2014 streifte ich in Finnland durch den Urho-Kekkonen-Nationalpark und nahm nur das XF14mmF2.8 R, das XF23mmF1.4 R und das XF56mmF1.2 R mit. Und das war gut so. Müsste ich die Inselfrage beantworten, wäre sicherlich das 23er das Objektiv, welches ich auswählen würde, könnte ich mich nur für eine Brennweite entscheiden. Entgegen eines 35ers ist es für mich universeller einsetzbar und es entspricht in der Landschaftsfotografie eher dem, was ich sehe, wohingegen das Normalobjektiv in meinen Augen eine Szenerie bereits minimal telehaft verdichtet.

Das 14er, das ich auch zuvor schon mehrfach als Ergänzung zu Zooms dabei hatte, überzeugte mich aber nicht so recht. Wie schon beim 18er lag es auch hier an der Brennweite und der optischen Leistung. Die Bildqualität fand ich schlechter als beim 10-24er bei gleicher Brennweite. Und überhaupt, der Bildwinkel. Der große deutsche Naturfotograf Fritz Pölking sagte einst, ein Objektiv dieser Brennweite sei schnell geschwätzig, weil es einfach zu viel aufs Bild bringt, oft unwichtiges. Ein „viel hilft viel“, ist hier häufig wenig zielführend auf dem Weg zu einem guten Bild. Daher habe ich das 14er, wie auch das 10-24er im extremen Bereich, nur recht wenig benutzt.

Die 56er „Porträt-Linse“, wie das 23er extrem lichtstark, war und ist allerdings ein feines Teil. Diesen leichten Telebereich setze ich gerne ein, um beispielsweise Details aus einer Landschaft herauszuarbeiten.

Weil Zooms jedoch, ich sagte es bereits, auf Wanderungen und Skitouren oftmals ihre Vorzüge haben, probierte ich auf folgenden Reisen das lichtstarke 16-55er aus, um zu sehen, ob diese „eierlegende Wollmichsau“ für mich der heilige Gral sein könnte. Was aber, wie eingangs schon erwähnt, nicht der Fall war. Zwar passt der Brennweitenbereich ziemlich perfekt, auch die Lichtstärke ist meistens ausreichend, aber der Funke sprang nie über. Ich sehnte mich bald erneut nach Festbrennweiten und machte einen dritten Versuch.

– Pusteblume – X-Pro2, XF50mmF2 R WR, 1/500 Sek, f 2.8, ISO 200 –
– Bokehlicious – X-Pro2, XF50mmF2 R WR, 1/125 Sek, f 2.8, ISO 1000 –

16, 23 und 56 Millimeter
Für meine Wanderungen durch das Johan Dahl Land, Qajuuttap Nunaa und das Mellemlandet in Grönland im letzten Jahr packte ich dieses Mal neben dem XF23mmF1.4 R und dem XF56mmF1.2 R noch das XF16mmF1.4 R WR ein. 23er und 56er hatten sich ja bereits bewährt und waren auch auf dieser Reise verlässliche Begleiter. Und im ebenso lichtstarken 16er fand ich eine Ergänzung, die mir ideal erscheint, fängt das Objektiv doch diesen Tick weniger ein, den das 14er meist zu viel rumlabert.

Mit diesem Setup hatte ich mein Wunsch-Trio an Festbrennweiten gefunden. Vieles spricht dafür, primär mit diesen Linsen das Fotoprojekt „Zweite Heimat“ umzusetzen und damit meinen „reportageartigen“ Stil der Landschaftsfotografie weiter voranzutreiben und herauszuarbeiten.

Eine schöne Abrundung des „Dreigestirns“ könnte als viertes Objektiv das XF35mmF2 R WR sein, das ich dem alten und lichtstärkeren 35er mittlerweile vorziehe. Das neue ist kompakter, leichter, schneller, wettergeschützt und sieht schöner aus ;-) Bis auf ein paar Schwächen im Nahbereich und bei Offenblende hat es mich als Allrounder im klassischen Normalbereich, der für mich eher eine Art Option zwischen leichtem Weitwinkel und leichtem Tele darstellt, im vergangenen Herbst auf Texel bereits sehr überzeugt.

Eine Verlockung – die Fujicrons

23, 35 und 50 Millimeter
Ach ja, alles wäre so einfach, wenn es nicht doch noch Alternativen gäbe. Seit einiger Zeit gibt es neben dem kleinen 35er zwei weitere Objektive mit F2er-Anfangsblendenöffnung, die in Anlehnung an die Summicron-Reihe von Leica als „Fujicrons“ die Runde machen. Auch das XF23mmF2 R WR und das XF50mmF2 R WR sind vor allem im Gegensatz zu den lichtstarken 23er- und 56er-Glasklötzen extrem klein, leicht, mit sauschnellem Autofokus gesegnet und darüber hinaus gegen Schmutz und Feuchtigkeit abgedichtet. Mmh, für mich und meine Unternehmungen, bei denen jedes Gramm im Gepäck schwer ins Gewicht fällt, sind diese schnuckeligen Festbrennweiten äußerst reizvoll. Bei verschiedenen kürzeren Ausflügen habe ich sie bereits verwendet, um zu sehen, ob deren optische Leistung ausreichend ist. Für den „Hausgebrauch“ ist sie das allemal, aber wäre sie auch gut genug, um ein großes Fotoprojekt damit zu fotografieren, worüber nachher erneut ein Bildband erscheinen soll? Nun ja, ich denke schon. Und daher werde ich bei der nächsten großen Tour wahrscheinlich die drei schnuckeligen „Fujicrons“ – ergänzt allein mit dem lichtstarken 16er – in die Welt hinausführen und mit diesen Linsen alle Erlebnisse einfangen.

Welche Festbrennweiten sind denn Eure Favoriten? Das Für und Wider gerne in den Kommentaren!

Neu angerichtet – Mein Portfolio

– Möhreneintopf –

Es hatte es mal wieder bitter nötig – mein Portfolio. In allen Kategorien habe ich es aktualisiert, entschlackt und neu sortiert. Mindestens einmal im Jahr, besser zweimal, sollte diese Bildzusammenstellung – egal ob im Web, als Buch oder Ausdrucke in einer Mappe – durchgegangen und überarbeitet werden. Wer will schon altes Zeug zeigen, dass nicht der aktuellen Arbeit entspricht? Daher ist es sinnvoll, regelmäßig etwas Mühe in sein Portfolio zu stecken, und so war es für mich kürzlich an der Zeit, erneut zu Werke zu gehen und der Bildauswahl einige Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Zusammenstellung (m)eines Profils und Portfolios

Am Anfang steht immer die Frage, was man zeigen (verkaufen) möchte. Wobei sich das im Grunde recht schnell beantworten lässt: Ein Landschaftsfotograf zeigt eine Auswahl seiner besten Landschaftsfotos, ein Hochzeitsfotograf die Highlights einiger Hochzeiten und wer sich auf Porträts spezialisiert hat, wird hier die ausdrucksstärksten Bilder auswälen. Allerdings wird jemand, der das Fotografieren von Kindern und Familien anbietet, nicht nebenbei auch noch Aktfotos in seinem Portfolio zeigen. Wobei, so was soll’s tatsächlich geben … Heißt: Das was man zeigt, muss zueinander passen. In einem Bereich sollte die spätere Bildzusamenstellung ohnehin stimmig sein. Aber auch wer mehrere Genre der Fotografie bedient, tut gut darin, darauf zu achten, dass sich die Themen im besten Fall ergänzen und nicht konträr sind. So sind z. B. Reportage oder auch Editorial teils krasse Gegenteile von Werbung. Beides zu zeigen, widerspricht sich und hindert einen daran, sich mit einem klaren Profil zu präsentieren.

Nun gut, mein Portfolio ist thematisch etwas aufgefächert. Es besteht aus den Bereichen Outdoor & Expeditionen, Natur & Landschaft sowie Reise & Reportage. Hatte ich diese „Zweierblöcke“ vor Urzeiten einmal gemeinsam gezeigt, präsentiere ich sie längst geteilt. Zur besseren Übersicht und klareren Struktur. Dabei muss ich gestehen, dass die Rubrik Reportage tatsächlich schnell als „Deckmäntelchen für planloses, technisch unambitioniertes Rumgeknipse bei einem Ereignis“ dient, wie einst Martina Mettner in ihrem Buch Erfolg als Fotograf schrieb.

Die Vorauswahl

In seinem Buch Photography Q&A empfiehlt Zack Arias zur Portfolio-Erstellung alle Bilder durchzugehen, die man bisher in seinem Fotografenleben gemacht hat. Am besten die unbearbeiteten RAWs, weil einem die vor Jahren bearbeiteten Fotos heute in ihrem Look vielleicht gar nicht mehr gefallen und allein deshalb aussortiert werden, obwohl sie eine zweite Chance verdient hätten. Auch reift man mit den Jahren nicht nur als Fotograf, sondern auch als „Bild-Redakteur“ und sieht ältere Aufnahmen nach langer Zeit oft mit anderen Augen.

Okay, ganz so tief bin ich nicht in mein Archiv hinabgestiegen. Ich habe mich aktuell auf die Zeit rund um mein im letzten Jahr abgeschlossenes Fotoprojekt Mein Norden beschränkt. So habe ich dann alle meine Fotos nochmals durchgesehen, die ich in der Phase gemacht habe, was auch so eine ausreichende Anzahl war, die zudem ausreichend aktuell ist und auch komplett meinem aktuellen Bildstil entspricht. Dabei habe ich es mir jedoch noch etwas weiter „vereinfacht“ und Zack Arias Rat missachtet. Denn ich habe mir nur die bearbeiteten Bilder vorgeknöpft und fast auch nur die, die ich bereits auf Flickr in größerer und nicht so stringenter Auswahl zeige. Während des Auswahlprozesses habe ich so gleichzeitig meine Alben auf Flickr weiter ausmisten können, da ich über Fotos gestolpert bin, die ich selbst dort heute nicht mehr zeigen möchte. Parallel zu dieser Aufräumarbeit sind alle Bilder, die mir aus den letzten Jahren gefielen, in Ordner gewandert, die ich nach den Portfolio-Rubriken benannt hatte. Dieser Akt ist zeitraubend, aber am Ende hatte ich so eine Vorauswahl für jede Kategorie getroffen, die ich nun in einem Bildverwaltungsprogramm weiter durchsehen konnte.

Steht diese erste Auswahl, tut etwas Abstand zu den eigenen Fotos gut. Und es kann passieren, dass man alle seine Fotos jetzt beschissen findet. Die Bilder, die man in seinem Portfolio gerne zeigen möchte, sind alle nicht dabei. Weil sie alle noch darauf warten, fotografiert zu werden. Hier heißt es, den Dämon zu bezwingen – es gilt mit dem zu arbeiten, was man aktuell zu bieten hat. Alles andere ist Zukunftsmusik und sollte einen nicht abhalten, überhaupt loszulegen und ein Portfolio zu erstellen!

Die Präsentation der 25

Die 25 ist eine magische Zahl. Ein Portfolio (bzw. eine jede Rubrik) sollte nicht aus mehr als 25, maximal 30 Fotos bestehen. Schließlich gilt es, nur die wirklich besten Aufnahmen zu zeigen. Und was repräsentativ ist, sollte man selbst (vor)entscheiden und nicht dem Betrachter überlassen. Im Zweifel ist auch hier – wie so oft – weniger immer mehr.

Manche Bilder sind wie die eigenen Kinder. Die Beziehung zu ihnen ist höchst emotional. Man kann sich nicht im entferntesten vorstellen, sich jemals von ihnen zu trennen. Und doch muss es sein. Allein ist das allerdings kaum zu schaffen. Es braucht Hilfe. Einen zweiten, ungetrübten Blick. So wird leichter klar, welche Fotos ins Portfolio gehören und welche geopfert werden müssen.

Auch kann es sein, dass manche Bilder es nicht ins Portfolio schaffen, weil sie einfach „unangenehm“ herausstechen aus dem Rest und sich nicht einfügen in die finale Auswahl der Aufnahmen, mit der man sein Schaffen darstellen möchte. Sich auf diese geringe Zahl der etwa 25 runter zu kasteien, kann ein schwerer und zermürbender Prozess sein.

Eins nach dem anderen

Wenn die finale Auswahl steht, ist die Arbeit aber noch immer nicht getan. Egal ob für eine Präsentation im Web oder ein gedrucktes Portfolio – es muss eine Reihenfolge gefunden werden, die deutlich über eine „Chronologie der Ereignisse“ hinausgeht. Ein Portfolio braucht einen starken Anfang, der den Betrachter hineinzieht in die Bildstrecke und Lust macht, sich die Fotos anzusehen. Dann heißt es, einen Flow zu schaffen, der ohne zu viele Ecken und Kanten garantiert, durch die Bilder schauen zu können bis hin zu einem verheißungsvollen Ausklang. Oft drängen sich Aufmacher und Schlussbild schnell auf. Der Mittelteil hingegen bedarf häufig eines hin und her, bis die Abfolge reibungslos zusammengestellt ist. Zwischendurch Abstand gewinnen, mal eine Nacht drüber schlafen, tut auch hier wieder gut, um den Blick aufs eigene Werk fokussieren zu können.

Am Ende des ganzen Prozesses, wenn schließlich alles so gut wie fix und fertig ist, wird einem allerdings recht schonungslos vorgeführt, wo die Löcher in der eigenen Arbeit sind, wo das Portfolio mit besserem Material aufgewertet werden muss. Spätestens hier könnte man an einen Punkt gelangen und meinen, besser noch zu warten und das Portfolio erst dann zu zeigen, wenn diese fehlenden Fotos fotografiert sind. Aber das bringt nichts. Irgendwann muss Schluss sein mit dem immer fortlaufenden Arrangieren der Bilder, weil man sich nicht festlegen kann. Es kommt der Punkt, da sollte man über seinen eigenen Schatten springen und das Portfolio veröffentlichen. Es hinausschicken in die Welt, damit es zeigt, was man kann und wer man ist. Und natürlich ist klar, dass man die Aufnahmen, von denen man meint, dass sie noch fehlen, so schnell wie möglich macht und später ins Portfolio integriert und damit schlechtere ersetzt.

In Zack Arias Worten:

„It’s never going to be perfect. It’s never going to be finished. It’s never going to be ready. If you wait until you are ready you’ll never accomplish a thing.“

Buchempfehlungen:

  • Zack Arias, Photography Q&A
  • Martina Mettner, Erfolg als Fotograf

> Mein Portfolio

Ich habe fertig (Teil 2)

– Mein Norden Druckabnahme –

Ich kann nichts mehr tun. Nur noch voller Spannung abwarten. Letzte Woche ging mein Bildband Mein Norden bei Seltmann Printart in Lüdenscheid in den Druck. Dabei zu sein und zu sehen, wie die ersten Druckbögen das Licht der Welt erblickten, war ein aufregendes Erlebnis. Nach all den Jahren des Reisens und den vielen Monaten Arbeit am Buch. Nicht mehr lange und ich werde richtig am Ziel sein, wenn das gute Stück auch in andere Hände gelangt. Dabei hatte ich schon Ende September fertig, aber da war ja bloß der erste Teil erledigt, als ich all die Abenteuer hinter mir hatte. Doch die vielfältigen Eindrücke zwischen zwei Buchdeckel zu bringen, war eine ganz eigene Herausforderung, die dem Unterwegssein in der Wildnis kaum nachstand.

Von den Reisen zum Bildband

„One thing all good photobooks have in common is good photographs and something to say, says Parr. He continues, “You can have the language but nothing to say”.“ (Aus: The Golden Age of the Photobook)

Die Bildauswahl
Am Anfang stand die Bildauswahl. Ein anspruchsvolles Unterfangen, ist man als Fotograf doch oft sehr selbstverliebt in seine eigenen Aufnahmen. Es gilt Distanz zu erlangen, um die wesentlichen Fotos herauszufiltern und von den vermeidbaren zu trennen. Hier ging ich Schrittweise vor. Von jeder Reise gibt es ein Album auf Flickr. Doch darin stecken durchaus auch Bilder, die nicht „druckbar“ sind – zumindest im Kontext des anvisierten Buches. Zuerst bin ich daher all die Alben durchgegangen und habe die Fotos rausgesucht, von denen ich dachte, dass sie in den Bildband passen könnten. Diese Auswahlen habe ich anschließend billig im Format 10 x 15 cm in einem Drogeriemarkt ausdrucken lassen. Denn am Monitor kann man die Bilder für ein Buch nicht zusammenstellen – es braucht greifbares, was sich auf einem Tisch hin und her schieben lässt. Und richtig greifbar wurde es dann bei einem Bildkolloquium zum Thema Auswählen und Präsentieren bei Sebastian H. Schroeder in Köln. Während des zweitägigen Workshops im vorigen November lernte ich enorm viel – wie den Blick auf die eigenen Bilder zu schärfen und die Wichtigkeit der Selektion und richtigen Zusammenstellung der Fotos zu verstehen, genauso Klarheit, Struktur und Erzählweise weiter herauszuarbeiten, und die Bilder, die in ein Familienalbum passen, von den wirklich guten zu trennen ;-) Es wurde die Basis gelegt und die ersten Buchkapitel auch bereits grob zusammengestellt. Es folgte ein OpenTable im Dezember, wo ein weiteres Kapitel auf den Tisch kam und konstruktiv besprochen wurde. Nun hatte ich selbst einiges an Rüstzeug erlangt und machte mich erstmal allein daran, die restlichen Bilder fürs Buch auszuwählen und in eine stimmige Abfolge zu bringen. Aber an manchen Stellen war ich mir noch unsicher – es ist doch ganz schön schwierig, ohne den Input von Außen ans Ziel zu kommen. Doch zum Glück konnte ich Sebastian als Kurator gewinnen und so verbrachte ich Anfang Januar einen ganzen Tag in seinem Fotostudio, wo wir gemeinsam alle Kapitel noch einmal durchgegangen sind, Bilder umgestellt, rausgeworfen, oder doch (wieder) hinzugenommen haben. Am Ende stand nun ein runder, auf den Punkt gebrachter Bilderbogen, der alle Facetten meiner elf Reisen in den Norden widerspiegelt.

Die Texte
Auch wenn Mein Norden in erster Linie ein Bilderbuch ist, ist jedem Kapitel ein Text vorangestellt. Eine Geschichte, eine Anekdote, ein Erlebnis. Reise beschreibendes. Ich tippte und tippte, korrigierte und lektorierte. Der Duden war ständig zur Hand, um Fehler auszumerzen. Ich ließ auch hier andere drüber lesen, wird man doch bald Betriebsblind und erkennt gar nicht mehr, was für einen Quatsch man da vielleicht zusammenschreibt. Und am Ende kann ich gar nicht sagen, was die größere Anstrengung war – die Fotos zu machen, zu bearbeiten und auszuwählen, oder die Texte zu schreiben und auch diese stimmig auszuformulieren. Auf jeden Fall schwirrte mir oft der Kopf und ich hatte öfters das Gefühl, so manche Textpassage auswendig aufsagen zu können …

Die Gestaltung
Schließlich war das Layout und die Gestaltung des Buches der dritte Baustein, der ebensolche Sorgfalt verlangte wie die Auswahl der Bilder und das Schreiben der Texte. Zu meiner Freude waren auch hier Sebastian und sein Assistent Felix Adam mit von der Partie und wir machten uns gemeinsam daran, alles in eine druckbare Form zu bringen. Dabei war die Entscheidung, welche Bildgrößen am besten passend zum Buchformat sind, noch am schnellsten getroffen. Auch die Weißräume, die so wichtig sind fürs Auge und so häufig unterschätzt werden, hatten wir schon während der Phase der Bildzusammenstellung festgelegt. Nur welche der Fotos nun groß und welche klein ins Buch kommen sollen, mussten wir noch entscheiden. Aber auch das war entgegen der Textseiten eine eher offensichtliche und schnell erledigte Arbeit. Hingegen verschlang es ordentlich Zeit, sich mit dem Schrifttyp, der Schriftgröße, der Schriftfarbe, Blocksatz contra Flattersatz, Zeilenabstand und nicht zu vergessen der grundsätzlichen Positionierung der Texte zu beschäftigen. Neben allem anderen, was es da noch zu beachten gilt. Schließlich sollte das Layout der Textseiten zum Layout der Bildseiten passen. Nach einigen Versuchen fanden wir aber auch hier zu einer Lösung, die den Bildband Mein Norden sicherlich in allen Belangen zu einer runden Sache macht.

Und dann kam der Moment, wo nach Jahren, in denen mich die Fotos im RGB-Farbmodus begleitet haben, die Umwandlung in CMYK geschah. Doch auch das verlief ganz gut und die Bilder sahen am Monitor noch immer so aus, wie ich sie haben wollte. Mit einer „finalen“ Druckdatei in der Tasche – die bis zum letzten Tag vor Druckbeginn immer nochmal von kleinsten Fehlern befreit und in Feinheiten optimiert wurde -, konnte ich mich zu guter Letzt aufmachen zur Druckerei meines Vertrauens. Und Vertrauen war dort auch richtig nötig. Wie eingangs erwähnt, war ich zur Druckabnahme vor Ort und sah zu, wie die ersten Druckbögen gedruckt wurden. Mit einem Mal konnte ich verstehen, dass es Fotografen gibt, die den kompletten Druckprozess „überwachen“. Denn hier und da waren bei einzelnen Bildern noch Entscheidungen zu treffen à la etwas weniger Yellow, dafür vielleicht ein Tick mehr Cyan. Auf den allerletzten Metern wird selbst das professionellste Farbmanagement nahezu hinfällig und das Auge des Druckers (oder des Fotografen) entscheidet über das finale Ergebnis. Aufregung pur!

Mittlerweile sollte der Druck allerdings abgeschlossen sein und ich hoffe, dass alles so geworden ist, wie ich mir das vorstelle. Nun werden die unzähligen Druckbögen noch geschnitten und gefalzt und abschließend zu den Büchern gebunden, die ich dann voller Freude an alle verschicken werde, die bereits ein Exemplar bestellt haben oder noch bestellen werden …

Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, wie es um den Fortgang der Buchproduktion steht, sollte mir auf Facebook folgen, wo ich alles zum Thema aktuell in die Welt posaune …

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Was nun, Martin? Die Fujifilm X-Pro2 oder die Fujifilm X-T2?

Soll ich jetzt die Fujifilm X-Pro2 nehmen oder doch lieber zur X-T2 greifen? Diese Frage bekam ich in letzter Zeit immer wieder gestellt. Meine Antwort: Es kommt drauf an. Darauf, welches der beiden Topmodelle einem besser in der Hand liegt, welche Features einem besonders wichtig sind. Darauf, was man braucht, wie und was man fotografiert. Die beiden Kameras haben ihre Gemeinsamkeiten, aber auch ihre Unterschiede. Eine Gegenüberstellung.

Rückblick: Es war die X-Pro1, die mich einst ganz ins Fujifilm X System eintauchen ließ. Besonders das Design im Messsucherstil begeisterte mich und ich verliebte mich in diesen Fotoapparat auf den ersten Blick. Doch als dann die X-T1 auf den Markt kam, zog ich fortan mit ihr los, obwohl ich an deren DSLR-Look weniger Freude hatte. Da sie technisch dem Pro-Modell allerdings einige Schritte voraus war, wurde sie mein neues Arbeitstier. Ganz anders hingegen die aktuelle Situation: Die X-Pro2 und die X-T2 sind von ihren inneren Werten weitestgehend gleichauf, wenn auch ein paar funktionelle Unterschiede dennoch in den Gehäusen stecken. Diese will ich nachfolgend ein wenig erläutern – zumindest jene, die für mich relevant sind -, könnten sie doch für andere den Ausschlag hin zu dem einen oder anderen Modell geben. Einen ausführlichen Erfahrungsbericht zur Fujifilm X-Pro2 hatte ich übrigens hier bereits veröffentlicht.

Die Sache mit den Äpfeln und den Birnen

Auch wenn beide Kameras leckere Früchtchen sind, springt der größte Unterschied nach wie vor sofort ins Auge. Beide Modelle bleiben dem Design ihrer Vorgängerinnen treu. Und hier spalten sich die Nutzer sicherlich schon rasch in zwei Lager auf. Ich bin nach wie vor ein Anhänger des Messsucherstils der X-Pro2 und nehme sie lieber ans Auge als die DSLRartige X-T2. Da ich mit dem rechten Auge durch den Sucher schaue, kann ich mich schön an die X-Pro2 schmiegen und muss mich nicht hinter die Kamera quetschen, wie es bei der X-T2 der Fall ist. Für alle, die Menschen fotografieren, ergibt sich so auch ein klarer Pluspunkt für das Pro-Modell: Man verschwindet nicht hinter dem kleinen schwarzen Kasten, sondern das eigene Gesicht bleibt in größten Teilen sichtbar. Eine Kommunikation mit der Person vor der Linse ist einfacher möglich. Aber selbst bei meinen überwiegend leblosen Motiven habe ich mit der X-Pro2 das Gefühl, allein durch diese Kamerahaltung näher dran zu sein und drin zu stecken in der Szenerie.

– Der Sprung – X-Pro2, XF35mmF2 R WR, 1/420 Sek, f 5.6, ISO 200 –
– Zwischen Gräsern – X-Pro2, XF35mmF2 R WR, 1/5000 Sek, f 2.8, ISO 200 –

Aber nun zu den inneren Werten …

Hybrid-Sucher contra Kinoleinwand
Das wahrscheinlich wichtigste Alleinstellungsmerkmal der X-Pro2 (neben den Modellen der X-100-Serie) ist ihr Hybrid-Sucher. Und hier ist es der optische Sucher (OVF), der etwas möglich macht, was mit dem elektronischen Sucher (EVF) nicht geht. Die zur Bildfeldbegrenzung eingeblendeten Leuchtrahmen lassen einen Raum um das eigentliche Bild offen und zeigen, was sich außerhalb dessen abspielt, was schließlich auf den Chip gebannt wird. Vor allem für Street- und Reportagefotografen kann das sehr nützlich sein. Ist jemand kurz davor störend ins Bild zu laufen? Oder warte ich am besten gerade diesen einen kurzen Moment noch ab?

Für mich ist der OVF aber kein Grund, die X-Pro2 deswegen der X-T2 vorzuziehen. Schon bei der X-Pro1 hatte ich frühzeitig fast ausschließlich den EVF benutzt und den OVF nur als nettes zusätzliches „nice to have“ angesehen.

Wie schon die X-T1 punktet die X-T2 mit ihrem riesigen EVF, bei dem ich teils Mühe habe, den kompletten Überblick zu wahren … Ist die Auflösung mit ca. 2,36 Millionen Bildpunkten bei den elektronischen Suchern der X-Pro2 und X-T2 identisch, erreicht der EVF des T-Modells eine höhere Wiederholungsrate von bis zu 100 Bildern pro Sekunde (im Boost-Modus) gegenüber den maximal 85 FPS des Pro-Modells, was ein „flüssigeres Bild“ und somit eine noch bessere Motivverfolgung ermöglicht.

Autofokus
Seit Firmware-Version 2.00 ist die AF-Performance der X-Pro2 auf dem gleichen Niveau wie die der etwas neueren X-T2 und auch die Anzahl der Fokusmessfelder ist seitdem identisch. Und seit Firmware-Version 3.00 sind auch die fünf benutzerdefinierten Einstellungen des AF-C nicht mehr allein der X-T2 vorbehalten. Nur die Custom-Option mit ganz individuellen Möglichkeiten den AF-C zu konfigurieren, bleibt der X-T2 vorbehalten. Die anfangs deutlichen Vorteile der X-T2 gegenüber der X-Pro2 in diesem AF-Modus sind mittlerweile also eher marginal.

Serienbildrate
Bei der X-Pro2 ist die Serienbildrate im Modus CL auf 3 und im Modus CH auf 8 Bilder pro Sekunde festgelegt. Die X-T2 bietet hier mehr Optionen: Im Modus CL kann zwischen 3, 4 oder 5 FPS ausgewählt werden. Und im Modus CH zwischen 8, 11 und 14. Dabei sind die maximalen 14 Bilder pro Sekunde ausschließlich mit dem elektronischen Verschluss möglich (Boost-Modus und Handgriff sind dafür allerdings nicht erforderlich). Bei der Nutzung des mechanischen Verschlusses sind für die 11 FPS der Handgriff nötig (im Boost-Modus), oder auch diese Geschwindigkeit bleibt dem elektronischen Verschluss vorbehalten. 3, 4, 5 oder 8 Bilder pro Sekunde lassen sich mit allen Verschlusstypen realisieren und benötigen weder den Handgriff noch den Boost-Modus. Unterm Strich ist die X-T2 hier flexibler einzusetzen als die X-Pro2, was neben dem leichten Plus beim AF-C vor allem den Action-Fotografen zugute kommt.

Klappdisplay
Der Monitor ist bei der X-Pro2 bekanntlich nicht als Klappdisplay verbaut. Die X-T2 hat ein solches, wie schon ihre Vorgängerin, spendiert bekommen und es lässt sich sogar noch vielfältiger verstellen. Ich mag den Purismus der einen genauso wie die Universalität der anderen Kamera. Die fehlende Klappmöglichkeit wird beim Monitor der X-Pro2 immerhin durch eine etwas höhere Auflösung wettgemacht.

4K Video
Die X-Pro2 ist in erster Linie eine Fotokamera und keine Videokamera (was bei einer Knipse im Rangefinder-Style auch naheliegt …). Die X-T2 hingegen bietet 4K Video und manche andere Verbesserung, welche Videografen sich sehnlichst gewünscht haben. Wer viel filmt, ist mit dem T-Modell daher auf jeden Fall besser bedient. Ich filme bisher so gut wie nie – und kenne mich in dem Segment auch nicht gut aus. Für Details verweise ich deswegen in diesem Punkt auf andere Berichte (dazu am Ende mehr).

Speicherkartenfächer
Sowohl die X-Pro2 als auch die X-T2 verfügen über zwei Kartenslots. Beim Pro-Modell ist allerdings nur ein Kartenslot UHS-II kompatibel, der andere nur UHS-I. Das T-Modell hat zwei der schnellen Kartenfächer spendiert bekommen.

Dies und Das
An die X-T2 lässt sich ein Handgriff schrauben, der zwei weitere Akkus aufnimmt und wodurch sich neben erweiterten Boost-Vorteilen ausdauernder fotografieren lässt (eine entspanntere Haltung der Kamera mit schwereren und größeren Objektiven geht sicherlich einher). Auch gibt es ein paar zusätzliche direkte Einstellräder gegenüber der X-Pro2, bei der z. B. die Drive-Modi oder die Belichtungsmessmethoden per Tastendruck angewählt werden müssen. Dafür finde ich einige der Tasten am Pro-Modell, wie das Steuerkreuz, griffiger weil größer als am T-Modell. Auch die Position des Fokushebels finde ich persönlich angenehmer und etwas besser zu erreichen.

– Landgang – X-T2, XF27mmF2.8, 1/125 Sek, f 5.6, ISO 1000 –
– Unter Blättern – X-Pro2, XF35mmF2 R WR, 1/250 Sek, f 4, ISO 400 –

Fazit

Außer dem Hybrid-Sucher scheint die X-Pro2 auf dem Papier keinerlei „Vorteile“ gegenüber der Fujifilm X-T2 zu haben. Dennoch mag ich sie deutlich lieber. Wie ich bereits schrieb: „Nicht zuletzt hat auch die X-Pro2 diese Seele inne, die mich einst zu ihrer Vorgängerin greifen ließ, um meiner Fotografie einen weiteren Schub zu verleihen. Die Technik wirkt nur unterstützend auf dem Weg, die eigene Kreativität voranzutreiben.“

Die Fujifilm X-Pro2 verkörpert die klassische Reportage. Die Fujifilm X-T2 hingegen steht für modernes Multimedia. Gut, dass ich beide habe :-)

Für tief greifendere Informationen zu den Kameras möchte ich nochmals auf meinen Erfahrungsbericht zur X-Pro2 verweisen und auf die beiden Artikel von Rico Pfirstinger: First Look: Fujifilm X-Pro2 und First Look Review: Fujifilm X-T2.

Welches Modell ist denn Euer Favorit? Das Für und Wider gerne in den Kommentaren!

PS: Die Beitragsbilder entstanden in einem kurzen Herbsturlaub auf Texel, wo ich beide Kameras dabei hatte. Weitere Bilder der Reise gibt es hier zu sehen.

Ich habe fertig (Teil 1)

– Geschafft –

Es war ein saugutes Gefühl, am Tasiusaq zu stehen, auf das im Fjord dümpelnde Eis zu schauen und zu wissen, nach all der langen Zeit so gut wie am Ziel zu sein. Okay, ein paar Kilometer lagen noch vor mir, auch ein Kurztrip ins Mellemlandet stand noch aus, aber die große Runde durch das Johan Dahl Land war fast beendet. Ich hatte zerrissene Gletscherzungen gequert, meist wegloses Gelände über mehr Stein als Stock gemeistert und am Hullet feuchte Augen bekommen, wo sich unter mir ein Chaos aus Eisbergen ausbreitete, eine Szenerie, so spektakulär und eindrücklich, wie ich es anderswo noch nie gesehen hatte. Diese Reise in den Süden Grönlands war ein würdiger, ein krönender Abschluss meines Fotografieprojekts Mein Norden.

„Elf Reisen in den Norden. Vier Jahre Aufbruch. Zu allen Jahreszeiten hinein ins Abenteuer. Allein, mit Freunden und der Familie. Wanderungen und Skitouren dokumentiert in Bildern und Texten, die Emotionen transportieren und von Erlebnissen erzählen. Eine Liebeserklärung an raue Landschaften, karge Regionen und eine intensive Art des Unterwegsseins.“

Dabei war mir auf der Zielgeraden fast die Puste ausgegangen, als zuerst vor einem Jahr die zu jenem Zeitpunkt schon als finaler Trip angesetzte Grönlandreise ins Wasser fiel und später aus einer alternativ ins Leben gerufenen Wintertour auf der grünen Insel auch nichts wurde. Meine Motivation war im Keller und der Glaube, dieses Projekt zu einem guten Ende zu bringen, wurde kleiner und kleiner. Doch endlich aufgebrochen in die wilde grönländische Welt, in der ich elf Tage lang keine andere Menschenseele traf, loderte die Flamme in mir umso heller und ich war zurück auf Kurs. Die Bilder, die ich auch von diesem Flecken nordischer Natur noch haben wollte, lagen mir zu Füßen. Ich pflückte sie wie reife Früchte und genoss mein stilles Dasein in der Einsamkeit. Und am Ende – voller Gewissheit es geschafft zu haben -, blieb mir nichts anderes als zu sagen: Ich habe fertig!

Allerdings, so einfach ist es dann doch nicht, denn es ist ja bloß der erste Teil … Ja, ich bin aufgebrochen. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Solo, im Bunde anderer und mit Frau und Kind. Die Reisen sind abgeschlossen. Aber das war nur die Grundlage, die Basis für meinen Bildband Mein Norden, den zweiten Teil des Fotoprojekts. Erst dann, wenn das Buch gedruckt ist und die vielfältigen Eindrücke, die ich bei all diesen Abenteuern gesammelt habe, so auch in andere Hände gelangen, werde ich richtig am Ziel sein.

Die auf 333 Exemplare limitierte Auflage wird es nach wie vor in zwei Editionen geben (Special und Standard), die weiterhin vorbestellt werden können, wofür ich mich mit einem vergünstigten Verkaufspreis bedanke :-) Allen vorbestellten Bildbänden wird zudem eine kleine Überraschung beiliegen!

Wer immer auf dem Laufenden sein möchte, wie es um den Fortgang der Buchproduktion steht, sollte mir auf Facebook folgen, wo ich alles zum Thema aktuell in die Welt posaune …

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UPDATE: Ich habe fertig (Teil 2)

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