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#WasWarWann – Folge 3

– Rund um den Freudenberg –

Nachdem ich im Oktober beim FALKE Rothaarsteig-Marathon den Halbmarathon als Nordic Walker bestritten hatte, war ich angefixt vom sportlichen Wettstreit und fasste als nächstes Zwischenziel auf dem Weg ins südliche patagonische Inlandeis den Waldlauf „Rund um den Freudenberg“ des Leichtathletik-Club Wuppertal ins Auge. Am vorigen Samstag war es dann soweit und es galt, die 9.810 Meter lange Strecke in Angriff zu nehmen. Der Lauf war als Kurs über fünf Runden angelagt, und außer je einer halben Stadionrunde auf der Sportanlage Freudenberg bestand das Geläuf nur aus Waldwegen mit leichtem Auf und Ab und ein paar engen Kurven. Nicht unbedingt das, was man als schnelle Strecke bezeichnen würde.

Mein Training für die Rennerei war in den vorigen Wochen zudem überschaubar, ist es doch eh noch nicht so lange her, dass ich mit der Lauferei überhaupt ernsthaft wieder angefangen habe. Als längste Einheit sprangen deshalb nur einmal 60 Minuten dabei heraus. Und was schnelles habe ich nie trainiert. Einzig auf dem Sportplatz Oberbergische Straße war ich auf der Bahn mal 1.000 Meter geflitzt, um zu sehen, was geht – knapp unter vier Minuten hatte ich da überraschend nur gebraucht. Trotzdem war ich skeptisch und mein Ziel für den Waldlauf verhalten – 50 Minuten wollte ich aber immerhin unterbieten.

Bevor schließlich um 14:40 Uhr der Startschuss fiel, machte ich mich bei sonnigem aber kühlem Wetter ordentlich warm. Und dann ging es gleich rasant los. Als der Tross zum ersten Mal in den Wald einbog und der Weg schmal wurde, war Vorsicht geboten, um nicht über andere Läuferbeine oder unter Laub versteckte Wurzeln zu stolpern. Es war eine unruhige Runde mit vielen Positionswechseln, doch die Zeit passte. Ich war schnell unterwegs, fast zu schnell. In den nächsten Runden hatte sich das Feld sortiert und ich ein für mich gutes Tempo gefunden. Meine Zielzeit schien relativ locker erreichbar zu sein. Doch spätestens in der vierten Runde merkte ich aufkommende Verhärtungen in den Waden. Daher ließ ich es lieber bleiben, am Ende nochmals auf Teufel komm raus auf die Tube zu drücken und die Möglichkeiten auszureizen, sondern lief lieber kontrolliert ins Ziel. Zu meiner Freude sprang auch so eine  Zeit von 0:46:55 dabei heraus – damit hatte ich vorher gar nicht gerechnet.

Die ungewohnte Belastung war aber nicht spurlos an mir vorübergegangen – nicht nur die Waden waren zu, auch der Rest der Beine muckte auf. Macht aber nix – auf dem Lauf lässt sich aufbauen … Zwar liegen meine früheren „Fabelzeiten“ noch in weiter Ferne – meine persönliche Bestzeit über 10 km beträgt 0:38:33 -, aber mit weiterem guten Lauftraining ist da noch Luft nach oben. Ein nächstes Ziel habe ich mir auch schon ausgeguckt: Den Remscheider Silvesterlauf als Jahresabschluss – 14 Kilometer auf einer landschaftlich schönen, aber auch anspruchsvollen Wendepunktstrecke!

PS:
Zur Erinnerung: In dieser #WasWarWann-Rubrik erzähle ich in lockerer Folge darüber, was rund um mein „#WWW“-Projekt passiert. Und um was es sich dabei handelt, hatte ich kürzlich verkündet.

„Bereits während all den Augenblicken in nordischer Natur und den vielen Wanderungen und Skitouren für mein Foto- und Reiseprojekt Mein Norden erwuchs in mir der Wunsch, danach über meinen eigenen Tellerrand zu schauen und mich aufzumachen in die weite Welt, in Länder und Regionen, die ich noch nie bereist habe, aber von denen ich schon seit ewigen Zeiten träume. Ich erdachte das Projekt #WorldWideWilderness, das sieben Reisen beinhaltet – eine pro Kontinent. Der rote Faden ist das Eis – schmelzende Gletscher, zu bewahrende Natur.“

Folgt mir auf dem Weg in die eisige Wildnis!

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#WorldWideWilderness

– 7 Reisen in die eisige Wildnis –

Alles begann vor über 25 Jahren, im August 1991. Ich war gerade mal 17 Jahre alt und wanderte auf dem Kungsleden, Schwedens berühmten „Königspfad“, von Abisko nach Kvikkjokk. Die nordische Einsamkeit brannte sich tief in mir ein. Manchmal fiel es mir schwer, das Alleinsein zu ertragen. Aber ich war gleichsam fasziniert von der Landschaft und der Freiheit, über Berge und durch Täler zu schreiten. Es war der Beginn einer Leidenschaft, die bis heute ungebrochen ist und über die Jahre sogar immer stärker wurde.

Gegen Ende der Wanderung kam ich am Ostrand des Sarek-Nationalparks vorbei. Für mich schon damals ein Traumland, berüchtigt als weglose Herausforderung und nichts für ein Greenhorn wie mich. Noch nicht. Zwei Jahre später wagte ich mich erstmalig ein Stück hinein in diese weltenferne Wildnis. Mit einem Rucksack voller Respekt und jugendlichem Entdeckergeist, schaffte ich es von Kvikkjokk durch den südlichen Teil des Parks bis zur Kapelle von Alkavare. Dann machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Furcht vor stürmischen Regengüssen, die sich mal wieder zwischen den schroffen Bergen im Sarek entluden, trieb mich in die etwas lieblichere Region Padjelanta und auf gut beschaffenen Pfaden zurück nach Kvikkjokk.

Immerhin: Die anfangs oft bedrückende Einsamkeit machte mir mittlerweile nichts mehr aus, und so langsam gehörte ich zu jenen Menschen, denen zwei Wanderer in einem Tal bereits einer zu viel sind … In den folgenden Jahren legte ich noch unzählige Kilometer in diesem Gebiet zurück, das mir mehr als alle anderen am Herzen liegt, bin ich in ihm doch am stärksten gereift und erwachsen geworden.

In dieser zurückliegenden Zeit erlebte ich noch viele weitere Abenteuer, die weit über den Dunstkreis des Kungsleden und Sareks im Fjäll Schwedisch-Lapplands hinausgingen. Ich machte viele eindrückliche Erfahrungen und erlebte zahlreiche prägende Momente, die mich immer wieder anstachelten, erneut aufzubrechen. Es gipfelte schließlich in meinem Projekt Mein Norden, für das ich von 2012 bis 2016 elf weitere Reisen in den Norden unternahm. Der darüber entstandene gleichnamige Bildband wurde zu einer Liebeserklärung an die rauen Landschaften, kargen Regionen und eine intensive Art des Unterwegsseins.

7 Kontinente. 7 Treks. 7 Reisen in die eisige Wildnis.

Doch bereits während all den Augenblicken in nordischer Natur und den vielen Wanderungen und Skitouren für mein Foto- und Reiseprojekt Mein Norden erwuchs in mir der Wunsch, danach über meinen eigenen Tellerrand zu schauen und mich aufzumachen in die weite Welt, in Länder und Regionen, die ich noch nie bereist habe, aber von denen ich schon seit ewigen Zeiten träume. Ich erdachte das Projekt #WorldWideWilderness, das sieben Reisen beinhaltet – eine pro Kontinent. Der rote Faden ist das Eis – schmelzende Gletscher, zu bewahrende Natur. Denn zum Eis habe ich ja seit eh und je eine sehr enge Beziehung – habe ich doch in früheren Tagen zweimal das grönländische Inlandeis überquert und immer wieder weitere lange Gletschertouren unternommen … Daher steht dieses Projekt auch unter dem Motto „Protect what you love“.

Einmal mehr geht es mir darum, mich hinein ins Abenteuer zu stürzen. Neuland zu erkunden, meinen Horizont zu erweitern und darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig es ist, das zu schützen, was einem am Herzen liegt.

Los geht es im kommenden Februar. Weit in den Süden werde ich zum Projektstart reisen. Nach Patagonien. Zu den Gipfeln von Cerro Torre und Fitz Roy, die ich gemeinsam mit Christian Müller über das Campo de Hielo Sur umrunden möchte. Eine Traumtour, die bereits sehr lange in mir schlummert und die nun endlich wahr werden soll. Aber sie ist nur der Anfang – der Beginn einer Reise rund um den Globus.

Noch gleicht alles eher eine Skizze – es gilt, ihr Leben einzuhauchen und Träume wahr werden zu lassen.

Die einzelnen Reisen

Süd-Amerika:
Land/Region: Argentinien und Chile, Patagonien
Tour: Umrundung von Cerro Torre und Fitz Roy über das Campo de Hielo Sur
Charakter: schwere, alpine Trekkingtour mit Gletscherbegehungen

Nord-Amerika:
Land/Region: Kanada (Nunavut), Baffin Island
Tour: im Auyuittuq National Park von Fjord zu Fjord über den Akshayuk Pass mit Abstechern zu Ausläufern des Penny Icecap
Charakter: mittelschwere Trekkingtour

Ozeanien:
Land/Region: Neuseeland
Tour: Durchquerung der Gletscherplateauregionen Garden Of Eden und Garden Of Allah
Charakter: schwere, alpine Trekkingtour mit Gletscherbegehungen

Europa:
Land/Region: Svalbard, Spitzbergen
Tour: durch die Gletscherwelt zum Newtontoppen (1.713 m) und retour
Charakter: mittelschwere Trekking-/Skitour mit Expeditionscharakter

Afrika:
Land/Region: Uganda
Tour: Erkundung des Ruwenzori Gebirges und Besteigung der Margherita Spitze (5.109 m) am Mount Stanley
Charakter: Trekkingreise und Bergbesteigung

Asien:
Land/Region: Mongolei, Altai-Gebirge
Tour: Wanderung ins Bergmassiv Tawan Bogd und zum Potanin-Gletscher samt Besteigung des Malchin Peak (4.051 m)
Charakter: anspruchsvolle Trekkingtour und Bergbesteigung

Antarktis:
Land/Region: Antarktis, Königin-Maud-Land
Tour: von der russischen Station Nowolasarewskaja in der Schirmacher-Oase zur Jøkulkyrkja (3.148 m) im Fimbulheimen und retour
Charakter: extreme Ski-Expedition

Als Zeitplan sind die kommenden drei Jahre vorgesehen …

Über all das, was rund um das Projekt #WorldWideWilderness passiert, erzähle ich in lockerer Folge in der neuen Rubrik #WasWarWann. Folgt mir auf dem Weg in die eisige Wildnis!

SPOT Gen3 Messenger – Ein Erfahrungsbericht

– SPOT Gen3 Messenger in Grönland –

Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir Mitte der Neunzigerjahre bei einer Solotour durch den einsamen Sarek-Nationalpark im hohen Norden Schwedens ein Ermüdungsbruch im rechten Fuß urplötzlich das Leben schwer machte. Ein Kontakt zur Außenwelt war nicht möglich, Hilfe weit weg, also lief ich – so gut es eben ging – mit schmerzverzerrtem Gesicht noch 50 Kilometer bis zum Zielort. Und selbst dann dauerte es noch ein paar Tage, bis ich eine ganze Woche nachdem es Knack gemacht hatte, zu Hause beim Arzt aufschlug und einen Gips verpasst bekam. Natürlich wurde ich zuvor gefragt, warum ich mit dem lädierten Knochen denn nicht schon früher gekommen wäre. Nun ja …

Es war eine Zeit, in der es noch keine Mobiltelefone gab. Aber selbst auf späteren „Handy-Unternehmungen“ waren diese auf abgeschiedenen Touren in die Wildnis kaum ein adequates Kommunikationsmittel, um im Fall der Fälle Hilfe herbeizuholen, denn oftmals herrscht dort einfach kein Empfang. 2005 war ich dann zum ersten Mal mit einem Satellitentelefon unterwegs, als ich im Winter versuchte, Island allein zu durchqueren und im Sommer solo über den Vatnajökull, Europas größten Gletscher, lief. Jetzt konnte ich zwar von jedem Punkt aus telefonieren, aber eine Rettung einzuleiten, wäre auch damit unter Umständen schwierig gewesen, hätte ich meine Position doch noch per Anruf oder Textnachricht durchgeben müssen. Wer weiß, ob das immer möglich gewesen wäre?

„Meine Wahl fiel dabei schließlich auf den SPOT Gen3 Messenger, der über das Globalstar Satellitennetz kommuniziert, welches eine nahezu weltweite Abdeckung gewährleistet.“

In den folgenden Jahren – bei der Grönland Transversale 2006 und der Expedition EISWÜSTE 2008 – hatten wir neben einem Satfon auch noch einen sogenannten PLB (Personal Locator Beacon) im Gepäck. Diese ursprünglich aus der Seefahrt stammenden Notfallsender funktionieren auf der Basis von Notfallfunkfrequenzen aus der Luftfahrt und man kann damit auf Knopfdruck ganz einfach seinen Standort übermitteln und einen Hilferuf entsenden. Nicht mehr und nicht weniger.

Bevor ich vor zwei Jahren erneut nach Grönland aufbrach, um eine Solowanderung durch das Johan Dahl Land zu unternehmen, machte ich mir Gedanken, welches Gerät ich zur Sicherheit nun am besten mitnehmen sollte. Meine Wahl fiel dabei auf den SPOT Gen3 Messenger, der über das Globalstar Satellitennetz kommuniziert, welches eine nahezu weltweite Abdeckung gewährleistet.

– SPOT Gen3 Notfallsender in Grönland –

Was bietet der SPOT-Notfallsender?

Zuerst muss der Sender unter findmespot.com registriert werden, danach kann man einen umfangreichen Service nutzen. Dabei gehen die Möglichkeiten des SPOT weit über die simple Notruf-Funktion eines PLBs hinaus, mit denen sich „nur“ eine sofortige Rettung in die Wege leiten lässt.

Mit dem handygroßen und 114 Gramm leichten SPOT-Sender kann im Ernstfall und einer lebensbedrohlichen Situation über eine gesicherte SOS-Taste natürlich ebenfalls ein Notruf abgesetzt werden. Im 5-Minuten-Rhythmus wird daraufhin fortlaufend die aktuelle GPS-Position versendet. SOS-Nachricht und Koordinaten werden von der internationalen GEOS-Notrufzentrale empfangen, die rund um die Uhr weltweit lokale Rettungskräfte alarmiert. Gleichzeitig wird ein GEOS-Mitarbeiter vorab hinterlegte Notrufkontakte über den Stand der Rettung informieren. Diese Kontaktpersonen können den Rettungskräften bei eventuellen Rückfragen zur Verfügung stehen. Auch lassen sich Vorerkrankungen oder der Bedarf an bestimmten Medikamenten bei der Einrichtung des Gerätes in einem Webformular eingeben. Wie die einzelnen Schritte der Rettungskette genau ablaufen, wird hier erklärt.

Neben der SOS-Funktion besteht weiterhin die Option, bei einem nicht-lebensbedrohlichen Notfall eine „Hilfe-Nachricht“ an Freunde, Familie oder andere zu schicken. Quasi eine abgeschwächte Form, die zeigt, dass Unterstützung von außen hilfreich wäre, es aber nicht um Leben und Tod geht. Hier können bis zu 10 Kontakte hinterlegt werden, die durch eine vorgefertigte Nachricht inklusive der momentanen GPS-Koordinaten informiert werden.

„Es war ein beruhigendes Gefühl, den kleinen SPOT dabei zu haben. Er hat seine Sache bestens erledigt und jeden Tag war es der Familie und Freunden aufs Neue klar, dass es mir gut geht.“

Zudem bietet der SPOT die Möglichkeit – und hier unterscheidet er sich signifikant von einem PLB –, wann immer man möchte und ohne „Notfallgrund“ die aktuelle Position zu übermitteln. Der Sender verfügt dazu über eine OK-Taste. Wird diese gedrückt, schickt das Gerät eine vorab eingerichtete und formulierte Nachricht zusammen mit den GPS-Koordinaten per E-Mail und/oder SMS an eine vorher definierte Personengruppe (auch hier sind bis zu 10 Kontakte möglich). So kann man die Lieben daheim jederzeit wissen lassen, dass es einem gut geht. In Grönland habe ich jeden Abend nach dem Zeltaufbau eine solche „OK-Nachricht“ verschickt – so konnten alle danach ruhig schlafen und auch mein Ansprechpartner vor Ort wusste immer, wo ich mich gerade befand (diese Nachricht kann am Gerät selbst nicht verändert werden und wird ebenfalls über das Webformular vor Tourantritt eingegeben, was wie alle Einstellungen leicht und schnell von der Hand geht). Auch ist es möglich, die Koordinaten samt Textmessage auf Twitter und Facebook sowie einer Webseite zu veröffentlichen. Das ist ganz praktisch, um ein breites Publikum mit auf die eigene Reise zu nehmen und ihnen zu zeigen, wo man gerade so steckt. Allerdings sind ein paar meiner Statusmeldungen auf Twitter und Facebook nicht angezeigt worden … Neben dieser klassischen OK-Meldung lässt sich weiterhin noch eine „Individuelle Nachricht“ auf Knopfdruck verschicken, wodurch etwas Spielraum in der – vorformulierten – Kommunikation besteht .

Schließlich verfügt der Sender über eine Trackingfunktion. Beim SPOT Gen3 können verschiedene Trackingintervalle ausgewählt werden, die je nach Reisegeschwindigkeit – wie Wanderung oder Radtour – sinnvoll sind (2 ½-, 5-, 10-, 30- und 60-minütige Intervalle stehen zur Verfügung). Sobald diese Funktion aktiviert ist, übermittelt der SPOT ganz automatisch die aktuelle Position. Der Reiseverlauf kann so nahezu in Echtzeit über Google Maps verfolgt werden. Auch kann mit einem SPOT-Konto eine öffentlich zugängliche SPOT Shared Page angelegt werden, auf der die GPS-Standorte veröffentlicht werden können. Dieses Tracking war mir allerdings zuviel des Guten und erschien mir bei meiner Wanderung durch das Johan Dahl Land nicht nötig. Also habe ich darauf verzichtet und das Gerät nicht im Dauerbetrieb laufen lassen.

Alle diese vielfältigen Funktionen und Services lassen sich bequem und individuell online über das praktische Webformular ändern und anpassen. Man kann darüber hinaus je nach Tour unterschiedliche Profile anlegen – so werden immer die passenden Leute benachrichtigt.

Zu beachten gibt es beim SPOT Gen3 Messenger eigentlich nur zwei Dinge: Zum einen wird das Gerät mit herkömmlichen AAA 1.5V Lithium-Batterien oder Akkus betrieben. Hier gilt es darauf zu achten, diese vor jeder Tour zu ersetzen oder zumindest zu überprüfen und auch Ersatz mitzunehmen. In einem Notfall die Batterien wechseln zu müssen, sollte auf gar keinen Fall passieren! Die Nutzung der Trackingfunktion und hier besonders die kürzeren Intervalle reduzieren die mögliche Laufzeit des Geräts deutlich. Wer aber nur jeden Tag einmal seine Koordinaten samt OK-Nachricht übermittelt – wie ich es getan habe –, bei dem reicht ein Satz Batterien für eine lange Zeit. Zum anderen funktioniert der SPOT über Satelliten. Diese decken allerdings nicht alle Gebiete auf der Erde zu einhundert Prozent ab. Am Nord- und Südpol, in Zentralafrika oder Feuerland kann es mau aussehen. Wer in „exotische“ Regionen vordringt, sollte sich deshalb vorher die Abdeckungsgebiete genauer ansehen. Auch sollte bei der Nutzung eine möglichst „freie Sicht“ zum Himmel gewährleistet sein – ist diese nicht gegeben, kann es passieren, dass der SPOT eine Position und und im schlimmsten Fall einen Notruf nicht übermitteln kann.

Mein Fazit

Es war ein beruhigendes Gefühl, den kleinen SPOT dabei zu haben. Er hat seine Sache bestens erledigt und jeden Tag war es der Familie und Freunden aufs Neue klar, dass es mir gut geht. Allein das ist schon viel wert – der Ernstfall muss ja gar nicht eintreten. Daher kann ich allen, die in wilde Einsamkeit aufbrechen wo Hilfe fern ist, nur dazu raten, in einen Notfallsender wie den SPOT zu investieren. Und wem eine dauerhafte Anschaffung zu kostspielig ist, sollte auf jeden Fall über ein Mietgerät nachdenken!

Einzig muss man sich bewusst sein, dass diese vermeintliche Nabelschnur nur in eine Richtung funktioniert. Es besteht keinerlei Möglichkeit, über den SPOT von daheim per E-Mail oder SMS kontaktiert zu werden. Aber das muss ja auch nicht sein – denn wer will schon draußen in der Natur gestört werden?

Werbehinweis: Das Gerät wurde mir kostenlos von WeSPOT für den Zeitraum der Grönland-Reise zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.

#WasWarWann – Folge 2

– Am Langenberger Rundweg –

Um mich ideal auf Patagonien vorzubereiten, wo im kommenden Februar eine herausfordernde Trekkingtour auf mich wartet, werde ich über den Winter auch einige ausgedehnte Tageswanderungen ins Training einstreuen. Gute Erinnerungen habe ich da an den Langenberger Rundweg, den ich gestern mal wieder in Angriff genommen habe …

Erneut lief ich zu Hause los, durchquerte zuerst den Nordpark, passierte dann die Hatzfelder Wassertürme, gelangte schließlich ins Deilbachtal und stieß bei Schmahl am Schmalen auf den ca. 32 km langen Rundweg. Oberhalb auf der Höhe machte ich die erste Rast. Am linken Fuß spürte ich bereits die Blasen und Druckstellen, die ich mir vor gut einer Woche beim Rothaarsteig-Marathon eingefangen hatte. Die Schuhe neu geschnürt verdrängte ich das Zwicken jedoch und marschierte einfach weiter ins Felderbachtal und hinüber nach Velbert-Nierenhof. Von dort ging es steil bergauf nach Huisgen. Über die kahlen Flächen fegte ein kalter Wind, aber zum Glück blieb es bei etwa 5 Grad trocken. Ich kam bei dem tristen Wetter zügig voran und legte erst in einem Waldstück oberhalb des Asbachtals die zweite Pause ein.

Es folgte ein längeres Asphaltstück. Dann wieder Pfade und Feldwege. Am Golfplatz hinter Knollenberg änderte sich die frühere Wegführung. Da der Durchgang durch den Hof Krüdenscheid vom Besitzer gesperrt worden ist, wurde eine mehrkilometrige Umleitung eingerichtet. Neuland auf der bekannten Runde. Nach der dritten Rast nahm ich in der Nähe von Kuhlendahl prompt eine falsche Abzweigung und legte einen 10-minütigen Umweg ein, bis ich wieder auf dem richtigen Weg zurück war. Um Zeit gut zu machen, joggte ich locker ein paar Meter.

Mittlerweile hatte ich auf Durchhalten geschaltet. Alles flog an mir vorbei. Windrath, Nordrath. Dann war ich zurück im Deilbachtal. Noch eine vierte Pause, bevor die Dämmerung hereinbrach. Rasch wurde es immer dunkler. Die letzte Waldpassage brachte ich gerade noch im spärlichen Restlicht hinter mich, ohne die Stirnlampe bemühen zu müssen. Die finalen Kilometer trottete ich über Straßen und durch Kleingärtenanlagen.

Nach knappen 10 Stunden und 30 Minuten klingelte ich daheim an der Haustüre. Die Glieder steif, die Füße schmerzend. Die lange Strecke mit ihren zusätzlichen 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg hatte mal wieder ihren Tribut gefordert. Doch trotz aller Schinderei liebe ich diese ausgefüllte Zeit zwischen Morgengrauen und Abenddämmerung.

Die nächsten Wanderschritte auf dem Weg ins südliche patagonische Inlandeis und zur ersten Tour meines „#WWW“-Projekts habe ich auch schon ins Auge gefasst. Ende November lege ich noch eine Schüppe drauf und ein weiteres Mal soll dann der Wappenweg rund um Ennepetal dran glauben.

> Alle #WasWarWann-Folgen

Worn Wear – Meine Patagonia Pursuit Tights

– Patagonia Pursuit Tights –

Am heutigen Tag ist es genau 20 Jahre her, dass ich am 25. Oktober 1998 meinen ersten – und bisher auch einzigen – Marathon gelaufen bin. Genauer handelte es sich seinerzeit um den 36. Internationalen Marathonlauf in Essen. Und obwohl ich in der damaligen Vorbereitung schlampig war – man könnte gar von jugendlichem Leichtsinn sprechen, denn lange Läufe über zwei Stunden hatte ich im Training kaum unternommen – absolvierte ich die beiden Runden um den Baldeneysee beim späteren Wettkampf dennoch in einer recht zügigen Zeit von 3:43:01. Allerdings bezahlte ich meinen vorangegangenen Optimismus – einmal zuvor 23,8 km beim Nürburgringlauf sollten doch wohl reichen – mit bereits auf der Strecke sehr schmerzenden Gliedern und einem anschließenden tagelangen Muskelkater. Ob mein schnittiges Beinkleid Anteil an der durchaus noch guten Laufzeit hatte, kann ich im Nachhinein nicht beurteilen. In der Patagonia Pursuit Tights sah ich zumindest aus wie ein Schneider Wipphopp auf zwei Beinen. Sie klebte an meinen dünnen Stelzen und sorgte kaum für Angriffsfläche …

Wann ich mir die Hose genau zugelegt hatte, weiß ich auch nicht mehr. Ich trug sie nicht nur zum Laufen, sondern ebenfalls zum Radfahren unter einer kurzen Radhose, wenn es kühler war. Irgendwann in den Jahren nach dem Marathon unternahm ich bei leicht regennasser Witterung eine Ausfahrt Richtung Ennepetal. Kurz hinter Gevelsberg musste ich in spitzem Winkel ein paar Bahngleise überqueren und dort passierte es: Das Vorderrad rutschte Weg und ich zog die Textilbremse auf dem Asphalt. Ein Knie angeschlagen, die Hose durchgewetzt. Von einer Fingerkuppe tropfte Blut auf die Straße. Ich rappelte mich wieder auf und radelte kurzerhand zurück nach Hause. Es war nichts Schlimmeres passiert und ich ließ das ramponierte Kleidungsstück von meiner Mutter reparieren. Seitdem ziert die Hose ein großer Flicken.

„Das Beste, was eine Firma für Nachhaltigkeit tun kann, ist, hochwertige Produkte herzustellen, die jahrelang halten und die repariert werden können, damit man weniger kaufen muss.“ – Patagonia

In all den vergangenen Jahren gab es für mich nie einen Grund, die Pursuit Tights auszumustern und gegen ein neues Modell zu tauschen. Im Gegenteil: Mit diesem simplen Stück Stoff verbinde ich viele Geschichten, an die ich immer wieder zurückdenke, wenn ich in die Buchse schlüpfe. Daher trage ich sie immer noch, wie am letzten Samstag beim Rothaarsteig-Marathon. Auch dort verrichtete die Hose auf  der Halbmarathon-Distanz mal wieder ihren Dienst und ich preschte damit als Nordic Walker voran. Ich bin gespannt, bei welcher Rennerei und Radelei mich das Altertümchen in Zukunft noch begleiten wird – vielleicht sogar bei einem weiteren Marathon …

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