Suche
Suche Menü

Hardangervidda – Die Bilder

– Skitour über die Hardangervidda – Die Bilder –

Über unsere Begegnung mit Jodler Bjørn inmitten der tief verschneiten Hardangervidda, die Band Polkabjørn & Kleineheine und den Song „I Like to Ski“ hatte ich schon berichtet. Auch den sonstigen Verlauf meiner elften Skitour auf Nordeuropas größter Hochebene skizzierte ich bereits. Hatte vom blauen Himmel erzählt, den Minusgraden, Windstille und traumhaften Bedingungen. Aber auch von Wolken, fahlem Licht und stürmischen Momenten.

„Dabei war es natürlich einmal mehr wunderschön, die Skispitzen durch den Schnee gleiten zu lassen, die funkelnden Kristalle zu bestaunen und mit den Augen über die Weite zu schweifen.“

Fotografiert mit der Fujifilm X-Pro1, dem XF14mmF2.8 R und dem XF18-55mmF2.8-4 R LM OIS.

> Bildergalerie Hardangervidda Wintertour 2013

„I Like to Ski“

– Auf die Vidda –

Wir erreichten Sandhaug inmitten der tief verschneiten Hardangervidda gleichzeitig mit drei Norwegern. Sie kamen aus Südwest von Litlos, wir aus südlicher Richtung von Hansbu. Schnell war in der Selbstversorgerhütte Sandhaugs ein knisterndes Feuer im Ofen entfacht und wir tauten rasch auf an diesem windig-kalten Tag, der uns in die heimelige Unterkunft getrieben hatte.

Nachdem die üblichen Einstiegsfragen des Woher und Wohin gestellt, die Nationalitäten geklärt und aller anfänglicher Smalltalk abgehakt waren, stiegen wir bei Keksen, Tee und Kaffee ein in eine rege Unterhaltung, die Jerome und mich gleichsam zum Staunen und Lachen brachte. Bjørn Tomren, der nicht nur viele Wochen zuvor an Norwegens südlichster Spitze, dem Kap Lindesnes, zu einer Skitour zum Nordkapp aufgebrochen war und noch ewige Zeiten unterwegs sein würde, entpuppte sich zudem als Musiker mit Liebe zur deutschen Volksmusik. Er mochte Heino und Margot Hellwig und war selbst ein landesweit bekannter Jodler. Auch Klaus Kinski war für ihn ein Genie, der sich irgendwie mit in unsere Unterhaltung schlich, und dem Bjørn einst eine Ode widmete. Zudem erzählte er uns von Konzerten in Deutschland, die er selbst gegeben und bei denen er dem Publikum kundgetan hatte, Florian Silbereisen zu mögen und in Berlin dafür ausgebuht und in München vom Publikum mit dem Eindruck einer Verarschung bedacht wurde. Nun, wir hatten unseren Spaß in Sandhaug, der immer mal wieder mit einem kleinen Jodler Bjørns untermalt wurde …

Der zweite im Bunde, Endre Ruset, war ein Gedichte-Schreiber und er begleitete Bjørn auf dessen Mission „Norge på langs“ immer mal wieder. Zwischendurch stieg er ab und an auch wieder aus um zu arbeiten und zu schreiben. Überhaupt kam bei dieser Mammut-Tour alles nicht so genau – schließlich seien sie Künstler und machten es eben Hippie-Style. Dazu passte auch die zerrissene Unterhose des anderen Bjørn, dem letzten des Norweger-Trio. Ein Beinkleid, mit dem wir uns kaum in die Kälte gewagt hätten. Aber er lief darin das Stück über die Hardangervidda mit, um anschließend von Finse mit der Bahn nach Voss zu fahren, dort andere Freunde zu treffen, mit ihnen zu einer weiteren Hütte zu laufen, um ein gemeinsames Wochenende mit viel Alkohol zu verbringen. Eine Herrentour, zu der schon jetzt gut passte, dass er nach dem Abendessen einige Flaschen Underberg auspackte.

Über Jodler Bjørn stieß ich wieder daheim auf die Band Polkabjørn & Kleineheine. Und den Song I Like to Ski. Wie passend zu unserer Begegnung im Nirgendwo, bei der wir neben dem Phänomen Volksmusik auch so Sachen wie Ski-Expeditionen über das grönländische Inlandeis oder quer durch Island thematisierten.

Die Begegnung mit den Dreien war ein Highlight unserer Tour über die Hardangervidda, die ansonsten wenig spektakulär verlief und rasch erzählt ist. Nach unserem Aufbruch in Haukeliseter wurde das Wetter strahlend gut und knackig kalt. Die Sonne stand am blauen Himmel und die Temperaturen sanken bis auf minus 25 Grad hinab. Dazu war es absolut windstill. Die Freude an diesen traumhaften Bedingungen hielt bei mir nur nicht lange an. Vor unserer Abreise nach Norwegen plagte mich eine Erkältung mit Schnupfen, die bis zum Start noch nicht ganz verschunden war und in Schnee und Eis wieder auftauchte, mir die Kälte in die Glieder trieb und die Rotze in die Nase. Angeschlagen und mit müden Beinen war ich froh, dass wir einen ganzen Tag in Sandhaug ausharrten und ich mich dort am fünften Tourtag wieder etwas berappeln konnte. Selten hatte ich mich so über schlechtes Wetter gefreut, das nach der Stille nun mit starkem Wind und Schneetreiben über die Vidda fegte. Am Holzfeuer konnte ich mich wärmen. Danach änderte sich das Wetter, die Sonne brach nur noch selten durch die Wolken und die Landschaft war in fahles Licht getaucht. Zeiten ohne Wind wechselten sich mit stürmischen Momenten ab, in denen die Hardangervidda ihr wahres Gesicht zeigte.

Finse erreichten wir trotz allem ohne Probleme. Ich war nur müder als sonst – die Tage hatten mich geschlaucht. Aber nicht nur mein Körper war von den kränkelnden Umständen angegriffen, auch mein Geist war leerer als üblich. Es war meine elfte Skitour auf der Hardangervidda. Und zum ersten Mal machte sich Monotonie breit. Meine Beine fanden den Weg wie von selbst, der Rest schien oft nicht anwesend. Es fehlten die Reize, der Hauch von Ungewissheit, Abenteuer und Entdeckerfreude. Das Gefühl, bald jedes Tal, jeden Stein zu kennen, machte mich träge. Es ist wohl an der Zeit, dieser weißen Wüste, in die ich so oft aufgebrochen bin und die mir zu einem zweiten Zuhause geworden ist, auf unbestimmte Zeit den Rücken zu kehren und in den kommenden Wintern andere Herausforderungen zu suchen.

Dabei war es natürlich einmal mehr wunderschön, die Skispitzen durch den Schnee gleiten zu lassen, die funkelnden Kristalle zu bestaunen und mit den Augen über die Weite zu schweifen. „I Like to Ski“ gepaart mit Abschiedsgefühlen. Eine Arbeitstour ohne die großen Emotionen. Aber ein Wegweiser zu neuen Ufern.

Die Route:
Haukeliseter – Hellevassbu – Låven – Hansbu – Sandhaug – Rauhelleren – Fagerheim – Krækkja – Finse

> Bildergalerie Hardangervidda Wintertour 2013

Pimp My X-Pro1 – Oder: Wie ich meine Fujifilm aufgemotzt habe

Es war das Ziel, Gutes besser zu machen. Und natürlich auch der Wunsch, mich durch Individualität abzuheben. Die Fujifilm X-Pro1, dieses schicke Stück Retro, das neben ansehnlicher Äußerlichkeit auch mit inneren Werten besticht, wollte ich dem Status der Stangenware entziehen und durch ein paar nützlich angebrachte Accessoires zu etwas Eigenständigem erheben.

Trageriemen – Made in Japan

Die einer Kamera beigelegten Gurte, erfüllen zwar meist ihren Zweck, sind aber selten weder besonders praktisch noch im entferntesten hübsch anzusehen oder gar von schmeichelnder Griffigkeit. Der erste Schritt war also, den schnöden Trageriemen von Fujifilm gegen einen in perfekter und liebevoller Verarbeitung in Japan hergestellten Kameragurt auszutauschen. Artisan&Artist bietet hier ein textiles Band mit Lederapplikationen, welches eine wundervolle Verbindung zwischen Fotograf und Apparat herstellt. In der Länge justierbar, kann ich meine Knipskiste so klassisch vor dem Bauch oder eher lässig diagonal tragen. Ich entschied mich für die Farbe Rot, um das schwarze Kameragehäuse durch einen starken Akzent aufzupeppen.

Thumbs Up – Die Daumenstütze

Nun, hier war ich lange unsicher, ob ich die Kosten wirklich investieren soll. Aber zum Glück tat ich es, ohne solch einen „Daumen Hoch“ jemals vorher in Händen gehalten zu haben. Aber da ich nur Lobeshymnen darüber gehört hatte, war es mir eine Bestellung in den USA wert, auf deren Lieferung ich gespannt ein paar Wochen wartete. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil! Zwar bietet auch Fujifilm einen Handgriff zur Kamera an, der ganz nett ist, aber ich mag ihn nicht so sehr. Sicherlich lässt sich die Kamera damit besser halten und versetzt das Stativgewinde auch in die optische Achse, wo es zum Leiden vieler von Haus aus nicht zu finden ist, aber um an den Akku und/oder die Speicherkarte zu kommen, muss man das Teil immer wieder abschrauben. Lästig. (UPDATE: Mittlerweile gibt es einen neuen Handgriff, der einen Zugriff auf das Akku- und Speicherkartenfach weiterhin ermöglicht) Also war ich auf der Suche nach einer Alternative zur Verbesserung der Handhabung. Und wurde fündig im Thumbs Up von match Technical, den es passgenau für die X-Pro1 wie auch für andere Fujifilm-Modelle gibt und der einfach in den Blitzschuh geschoben wird. Und was soll ich sagen? Ja, jetzt heißt es hoch mit dem Daumen und die Kamera liegt damit viel besser, sicherer und stabiler in der Hand! Eine klare Empfehlung.

Soft Release – Ein kleiner Käfer

Schließlich noch etwas für den Zeigefinger, der dem Impuls nach dem richtigen Moment nachgibt und die Auslösung vollzieht. Hier gibt es so nette „Gimmicks“, die sich ins Gewinde des Auslöseknopfes schrauben lassen und für eine sanftere Bedienung selbigen verantwortlich sind. Mit etwas Übung sollen sich hiermit die Möglichkeiten verwacklungsfreier Aufnahmen ausdehnen lassen … Unter all den Varianten, die ebenfalls match Technical bietet, wählte ich einen roten Bug, passend zum schnieken Trageriemen. Grundsätzlich gibt es die Soft Release „Buttons“ in zwei Formen – konvex und konkav – und zwei Größen – Beep, Boop, Bip und Bop. Die konkav gestalteten Boop und Bop werden mit der weichen Stelle kurz vor den Fingerspitze bedient. Die konvex gearbeiten Beep und Bip bieten zudem eine zweite Möglichkeit: Und zwar indem man seinen Finger so über den Auslöser legt, dass der Soft Release zwischen den ersten beiden Gliedern zu liegen kommt. Ganz so, als würde man den Abzug einer Pistole ziehen. Nun, ich wählte einen Bip, weil mir die kleinere Version für meine zarten Finger angebracht erschien. Und griff zum „kindischen“ Käfer-Design – vielleicht einfach als Reminiszenz an meine Tochter Selma, die doch diese Insekten so gerne mag und jetzt auch immer mal wieder den Käfer an meiner X-Pro1 drücken möchte

Die Aufwertung der Kamera ist geglückt und ich möchte die „Kleinigkeiten“ nicht mehr missen. Wenn ich sage, es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, liege ich damit wohl ganz nah dran …

Wie haltet Ihr es mit Euren Kameras aus dem X-System? Nackt und pur wie Fujifilm sie schuf oder auch ein wenig Pimperei?

Let’s go!

– Transition #6 –

Puh, meine letzte Schreiberei hier im Blog liegt schon eine Weile zurück und das neue Jahr, das doch gerade erst begonnen hat, ist auch schon wieder gut drei Wochen alt … Naja, dafür sind in der Zwischenzeit einige Dinge passiert, die mich davon abhielten, hier bereits früher wieder aktiv zu werden. Wie angekündigt verbrachte ich den Jahreswechsel mit Frau und Kind an der Nordsee in Ostfriesland, wo wir die frische Luft und manche Meeresbrise genossen. Wir unternahmen Spaziergänge und schlenderten durch die zahlreichen Siels.

Und dabei machte ich vor allem unscharfe Bilder. Für viele vielleicht merkwürdig. Dazu in grobem Schwarz und Weiß. Oft düster obendrein. Transition nannte ich die Serie. Übergang. Es sind nicht nur Impressionen einer Zeit an der See, in der wir von einem Jahr ins nächste übergingen. Silvester und Neujahr und ein paar Tage drumherum. Es sind auch Innenansichten, entrückter Stillstand, der Versuch von Distanz zwischen Gewesenem und Kommendem.

Die vergangenen 12 Monate hielten für mich einige Überraschungen parat, auf die ich auf den ersten Blick sicherlich gerne verzichtet hätte. Geplatzte Träume – Reisen, die nicht stattfanden. Die Epilepsie – eine Erkrankung, die mich von nun an begleitet und erstmal alles auf den Kopf stellte. Aber auf den zweiten Blick auch die Möglichkeit einer Besinnung. Eines Neubeginns, der mich voran bringen soll, statt auf der Stelle zu treten. Dieses “We have to dream it all up again” nahm bereits Fahrt auf und wird in diesem Jahr – allem Unvorhersehbarem zum Trotz – hoffentlich rasant weitergehen.

Dafür steht die Serie Transition, zu der es auf Flickr weitere Bilder zu sehen gibt, in erster Linie. In dieser Zeit in Ostfriesland, in denen ich an das „Alte“ zurückdachte und mich auf das „Neue“ freute, verblasste das Hier und Jetzt. Entrückt und etwas nebulös lag es vor mir. Nicht direkt fassbar. Zwar da, aber kein direkter Teil von mir. Nur ein Übergang.

Gut, soweit zum persönlichen Hintergrund dieser Bilder. Zurück von der Küste musste ich noch ein paar Tage warten, bis ich endlich einen neuen iMac bekam (mein alter hatte im Dezember den Geist aufgegeben). Aber jetzt flutscht die Arbeit wieder und ich bin voller Elan, das Jahr 2013 so richtig in Angriff zu nehmen. Die nächsten Reisen sind auch schon in die Wege geleitet, ich schreibe an Reportagen für Magazine und plane, tüftel und organisiere weiter an meiner Liebeserklärung an den Norden. Und zu allem wird es bald fortlaufend was zu lesen und zu sehen geben.

Let’s go!

– Transition #5 –
– Transition #9 –
– Transition #7 –

> Bildergalerie Transition

Als noch Winter war

– Wolken –

Genau vor einer Woche trieb es mich gerade noch rechtzeitig hinaus in den Schnee, bevor das Tauwetter mit Regen und Plusgraden über uns hereinzog und aus dem vielen Weiß wieder ein ödes Grau machte. Am letzten Tag an dem noch Winter war, unternahm ich nochmals eine Wanderung auf dem Brezelweg. Wie schon ein paar Mal zuvor in diesem Jahr, lockte mich erneut die bergige Strecke rund um Burg.

Gute fünf Stunden lief ich durch verschneite Wälder und über windige Höhen. Dabei machte ich auch wieder einige Fotos – monochrom reduziert.

Zu Hause spürte ich das Auf und Ab in den Beinen. Und freute mich über den schönen Wintertag, die kühle Luft, die klaren Kontraste, Wolken am Himmel, gezuckerte Baumwipfel, Licht und Schatten.

– Bank –
– Spiegelung –
– Schatten –
– Wald –
– Hundehaufen –

> Bildergalerie Schwarz/Weiss

Seite 10« Erste...5...1011...1520...Letzte »