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Als noch Winter war

– Wolken –

Genau vor einer Woche trieb es mich gerade noch rechtzeitig hinaus in den Schnee, bevor das Tauwetter mit Regen und Plusgraden über uns hereinzog und aus dem vielen Weiß wieder ein ödes Grau machte. Am letzten Tag an dem noch Winter war, unternahm ich nochmals eine Wanderung auf dem Brezelweg. Wie schon ein paar Mal zuvor in diesem Jahr, lockte mich erneut die bergige Strecke rund um Burg.

Gute fünf Stunden lief ich durch verschneite Wälder und über windige Höhen. Dabei machte ich auch wieder einige Fotos – monochrom reduziert.

Zu Hause spürte ich das Auf und Ab in den Beinen. Und freute mich über den schönen Wintertag, die kühle Luft, die klaren Kontraste, Wolken am Himmel, gezuckerte Baumwipfel, Licht und Schatten.

– Bank –
– Spiegelung –
– Schatten –
– Wald –
– Hundehaufen –

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November

– Wolkenfeld –

Jaja, ich weiß, heute ist bereits Dezemberanfang. Und viele sind sicherlich froh, dass der meist so triste November vorbei ist und es nun stramm auf Weihnachten zugeht. Jetzt liegen endlich wieder bunte Wochen vor uns – mit Lichterketten, Adventskalendern und Glühweinständen. Letzten Donnerstag war ich aber nochmal draußen unterwegs in diesem grauen Vormonat. Zum Training wanderte ich geschwind den Rundweg um Gennebreck – nach drei Stunden in Feld und Wald war ich zurück.

Unterwegs dachte ich an eine Aussage des Schweizer Fotografen Robert Bösch, die an diesem Tag besonders gut zu den Stimmungen passte. Es gab ohnehin nichts, was sich hätte aufpeppen und die Tristesse verschönern lassen können.

„Die Farbreduktion in der Fotografie ist eine offensichtliche und deshalb ehrliche Verfremdung der Natur, sie gaukelt dem Betrachter nichts vor, was nicht war.“ (Robert Bösch)

Also verfremdete ich die Bilder, die ich entlang des Weges mit der Fujifilm X-Pro1 machte, in dem ich nachträglich die Farbe gänzlich reduzierte und so eine schwarze und weiße Welt schuf. Ob nun der Himmel über dem Acker, die blattlosen Baumkronen im Wald oder das Laub zu meinen Füßen – das Monochrome spiegelt das Gesehene besser wieder als eine farblich optimierte Wirklichkeit.

– Ästehimmel –
– Blätterteppich –

> Bildergalerie Schwarz/Weiss

Schlechtes Wetter? Kein Problem!

– Fjærlandsfjord –

Im Frühsommer des letzten Jahres haben wir eine Familienreise durch Norwegen unternommen. Weltuntergangsstimmung, Dauerregen und Tristesse waren unsere ständigen Begleiter. Dennoch war es ein Erlebnis, fünf Wochen in dem Land der Fjorde, Gletscher und Wasserfälle unterwegs zu sein. Hier ist die Geschichte.

Norwegen empfängt uns in Nationaltracht, mit bunten Umzügen und einem rot-weiß-blauen Fahnenmeer. Es ist der 17. Mai: Nationalfeiertag! Aber trotz Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen zieht das Spektakel an uns vorüber, ohne dass ich die Kamera zücke. Von der Fährfahrt nach Kristiansand ist mir speiübel – erst nach ein paar Stunden an Land geht es wieder besser.

Wir stehen am Anfang einer Reise, die uns durch den Süden des Landes führen soll. Entlang der Küste, vorbei an Fjorden und hinein in die Gletscherwelt. Dabei sind wir besonders gespannt, ob unsere Tochter Selma alles problemlos mitmachen wird. Sie ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Wie wird es sein, jeden Tag an einem anderen Ort im Zelt zu übernachten und immer weiterzuziehen?

Bereits die ersten Tage sind eine harte Probe. Vorbei am Kap Lindesnes, der südlichen Spitze des norwegischen Festlandes, gelangen wir bei dunklem Regenwetter nach Flekkefjord. Die Natur ist wild und bedrückend. In die engen, dicht bewaldeten Täler fällt zwischen kahlen Bergrücken kaum Licht. Umso mehr genießen wir anderntags eine kleine Wanderung zum Eigerøy Fyr bei Egersund. Weit schweift dort unser Blick vom Leuchtturm über das Meer.

– Regenwetter –
– Hellern –

Auf dem Weg zum Lysefjord durchqueren wir die Region Jæren. 600 Grabhügel zeugen vom ältesten Siedlungsgebiet des Landes. Uns lockt jedoch der Preikestolen, eine gut 600 Meter hohe scharfkantige Felskanzel, welche atemberaubend über dem Fjordufer aufragt. Zahllose Wanderer nehmen den steinigen Pfad hinauf auf den „Predigtstuhl“ Jahr für Jahr in Angriff, um einen kühnen Blick hinab zu wagen. Auch wir reihen uns ein – Nina trägt Selma in der Kindertrage auf dem Rücken und ich schleppe die Fotoausrüstung und unsere Verpflegung für den Tag. Dabei lässt der Lysefjord bei der trüben Wetterlage jeglichen Liebreiz vermissen. Eintönig und dunkel liegt der schmale Meeresarm tief unter uns. Ich bin enttäuscht und grummelig. Doch als wir schon wieder dabei sind abzusteigen, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie jemand an der Felskante ausgelassen in die Luft springt. Schnell greife ich nach der Kamera und mache ein paar Fotos. Ein Bild ist okay – die Wanderung hat sich doch noch gelohnt!

– Schafe und der Preikestolen –

Nach zwei Lichtblicken in Stavanger und dem beschaulichen Skudeneshavn – in Form eines liebevoll eingerichteten Cafés und eines sonnigen Bummels durch das mit blitzweißen Fassaden beeindruckende Fischerdorf – erwischt es uns am Hardangerfjord mit aller Macht: Es schüttet wie aus Kübeln. Tagelang. Nach einer unruhigen Nacht auf einer mit Pfützen übersäten Campingplatzwiese beziehen wir eine winzige Hütte direkt am Ufer des Fjords. Wolkenschwaden hüllen die Berge ein, Wind kräuselt das Wasser. Sobald ich in freier Wildbahn ein Foto machen will, sammeln sich ruckzuck unzählige Regentropfen auf der Linse. Eigentlich wollte ich viele Langzeitbelichtungen von Wasserfällen und der Meeresküste machen, doch das Wetter zwingt mich dazu, solche Ambitionen zu begraben und einfach zu nehmen, was kommt.

– Skudeneshavn und der Tvindefossen –

Und es kommt noch viel. Auch wenn unsere Hoffnung, dass es in fünf Wochen doch irgendwann mal besser werden müsste, immer wieder enttäuscht wird, sehen und erleben wir das Land in seiner ganzen Vielfalt – Superlative eingeschlossen. Unsere weitere Route gen Norden säumen die blau schimmernden Zungen des größten europäischen Festlandsgletschers Jostedalsbreen oder auch die höchste Seeklippe Skandinaviens, Hornelen. Mit der Zeit arrangieren wir uns auch mit dem Regen. Etwas Niesel nehmen wir kaum mehr wahr, freuen uns aber natürlich über jeden Sonnenstrahl, der die Norwegerinnen selbst bei mäßigen zehn Grad Plus dazu verführt, nur mit Hotpants bekleidet überraschend viel braune Haut zu zeigen.

– Über dem Lustrafjord –
– Suphellebreen –
– Hornelen –

Die kleine Selma stört das miese Wetter am wenigsten. Nicht nur im Zelt ist sie in ihrem Element und wir immer auf Augenhöhe. Das gefällt ihr. Wir müssen als Klettergerüst herhalten und unsere Frühstücksbrote vor ihr verteidigen. Am nebelverhangenen Vestkapp strahlt sie über beide Ohren, während wir mal wieder ungläubige Blicke ernten, als wir mit ihr bei Schmuddelwetter und einstelligen Temperaturen aus dem Auto steigen und komfortverwöhnten Hüttenurlaubern begegnen.

– Am Vestkapp –

Im Laufe der Zeit bleibt mir als Fotograf nur die Möglichkeit, den Ist-Zustand zu dokumentieren und mich auf die Suche nach ganz anderen als den vorgestellten Motiven zu machen. Mit jedem weiteren trüben Tag, der mir zu Beginn der Reise aufs Gemüt schlug, werde ich gelassener und nehme die Lage als gegeben hin – ob nun an der Schären überspannenden Atlantikstraße, den engen Serpentinen des Trollstigen oder all den vielen weiteren Mosaiksteinen, welche unsere Reise zu einem besonderen Erlebnis machen.

– Ein Stuhl –
– Gipfel der Trollwand –

Ein letztes Mal setzen uns die Wetterkapriolen bei der Rückreise in den Süden zu. Norwegens Hauptverkehrsader, die E6, ist überflutet und gesperrt. Die Nachricht schafft es sogar in deutsche Medien und wir müssen uns einen alternativen Weg über rumpelige Schotterpisten bahnen.

> Bildergalerie der Norwegen Rundreise 2011

Sarek & Padjelanta Durchquerung – Die Bilder

– Sarek & Padjelanta Durchquerung – Die Bilder –

Über einen Monat bin ich schon wieder zurück von der Solo-Durchquerung der Sarek & Padjelanta Region in Schweden und Norwegen. 15 Tage schleppte ich meinen schwer beladenen Rucksack durch die karge Landschaft. Ich traf unzählige Rentiere, arrangierte mich mit Nässe und Kälte und versuchte, jeden Moment zu genießen. Egal ob in Wolken gehüllt oder von wärmenden Strahlen beschienen.

„Aber es war nicht einfach, die Tour anspruchsvoll. Viel schlechtes Wetter, Regen, sumpfiger Grund. Ein erster Wintereinbruch mit Minusgraden. Doch auch Sonne, klarer Himmel. Weite bis zum Horizont.“

Die Wanderung im hohen Norden bot alles, was eine gute Tour ausmacht. Anspruchsvolles Gelände, wechselhaftes Wetter, Unsicherheit, Freude, grandiose Landschaften, miese Stimmungen und ein tiefes Eintauchen in die Zeit vor Ort. Keine Oberflächlichkeit, kein schnelles Abenteuer. Es war eine Unternehmung mit Haut und Haar.

Die Route:
Saltoluokta – Sitojaure – Aktse – Skierffe – Rapadalen – Skárjá – Álggavágge – Alkavare kapell – Tuottarstugorna – Staloluokta – Staddajåkkåstugorna – Sårjåsjávrre – Sulitjelma

Es hat etwas gedauert, aber jetzt gibt es endlich die komplette Bilderserie der Sarek & Padjelanta Durchquerung zu sehen. Auf Flickr. Viel Freude damit …

PS:
Wie die Fotos mit meiner Fujifilm X-Pro1 bei dieser Reise enstanden sind und wie mein Workflow vom Anfang bis zum Ende aussah, hatte ich kürzlich schon hier beschrieben.

> Bildergalerie Sarek & Padjelanta Durchquerung 2012

Mein Fujifilm X-Pro1 Workflow

– Nach Saltoluokta –

In der vorigen Woche hatte ich mir Gedanken über RAW vs. JPG gemacht. Darüber, ob ich nun ein Fotograf oder Knipser bin. Ich erläuterte die Probleme mit JPGs und die Vorteile von RAW. Es ging um Farbkanäle, Bit-Werte und die Gefahr von Artefakten. Schlicht darum, wie das Optimum an Bildqualität zu erreichen ist. Und das zu guter Letzt auch im Hinblick auf meine fotografische Arbeit mit Fujifilms X-Pro1 und den Herausforderungen, die deren X-Trans Sensor an die Bildnachbearbeitung stellt. Zwar sind die Ergebnisse grundsätzlich vorzüglich, vor allem die der Out-of-Cam JPGs, die nachträgliche RAW-Konvertierung ist allerdings nicht ganz einfach. Nach einiger Probiererei habe ich aber mittlerweile einen Weg für mich gefunden, der zwar ein Kompromiss ist, dafür jedoch schnell und leicht zu sehr guten Resultaten führt. Und den Fokus mehr auf die Fotografie „alter Schule“ legt als die nachträgliche Werkelei an Bilddateien!

Nachfolgend mein Fujifilm X-Pro1 Workflow im Detail. Vom Anfang bis zum Ende …

Vor der Aufnahme

Die Grundlage lege ich bereits vor der Aufnahme. So zum Beispiel im Vorfeld einer Reise, vor der ich mir Gedanken dazu mache, wie die Farbgebung, die Sättigung, der Kontrast der Aufnahmen ausfallen soll. Entsprechend wähle ich eine dazu passende Filmsimulation und setze daran noch individuell die Parameter für Farbe, Lichter und Schatten fest. Hier erweist es sich als ausgesprochen nützlich, dass sich diese Einstellungen – sofern nicht nur JPGs gemacht, sondern auch in RAW fotografiert wurde – nachträglich wieder ändern und/oder optimieren lassen. Bei meiner letzten Unternehmung, der Sarek & Padjelanta Durchquerung, hatte ich alle Fotos mit der Filmsimulation ASTIA aufgenommen. Doch nachher gefielen mir die Bilder so nicht – sie waren zu gesättigt, besonders das Himmelsblau. Für die Serie dieser Tour fand ich die PRO Neg.Hi Simulation später stimmiger und habe alle Fotos nachher dahingehend geändert (s.u.).

Die vielen Filmsimulationsmodi in der Kamera sind eine feine Sache und erinnern mich an die alte analoge Zeit, wo der Film einmal eingelegt, das spätere Ergebnis vorgab. So einfach konnte/kann Fotografie sein – die Bildwirkung lässt sich schon vor dem Auslösen sehr gut bestimmen und reduziert auf diesem Weg, die für die Nachbearbeitung – bzw. Anpassung einer individuellen Bildanmutung – benötigte Zeit. Das Fotografieren rückt wieder mehr in den Vordergrund, aber mit der Option – digitales Zeitalter dann doch sei Dank -, hinterher doch alles noch korrigieren und über den Haufen werfen zu können.

Während der Aufnahme

Die Aufnahme von Bildern im RAW- oder JPG-Format unterscheidet sich. Und zwar grundlegend. Bei RAW-Fotos gilt die ETTR-Regel – Expose To The Right. Also eine Belichtung nach rechts. Gemeint ist damit das Histogramm, das die hellen Bildbereiche auf der rechten Seite darstellt und die dunklen auf seiner linken. Und da in den hellen Bereichen mehr Bildinformationen stecken als in den dunklen, ist es im Sinne der Bildqualität besser, ein zu helles Bild später wieder abzudunkeln als ein unterbelichtetes Foto aufzuhellen. Auch lassen sich bei einem RAW-Bild aus überbelichteten Partien oft noch Details wiederherstellen – ein völliges Ausbrennen der Lichter sollte natürlich grundsätzlich vermieden werden (sofern nicht explizit gewollt oder in Kauf genommen). Bei einem JPG sieht es allerdings anders aus. Hier müssen die hellen Stellen stärker berücksichtigt werden, da in deutlich überbelichteten Bereichen im Foto Bildinformationen schneller unwiederbringlich verloren gehen. Von gänzlich ausgefressenen Lichtern ganz zu schweigen, die meistens nicht wieder zum Leben zu erwecken sind, was bei manchen RAW-Bildern teilweise dann doch noch gelingt. Also: RAW-Fotos lieber reichlicher belichten, JPGs lieber etwas knapper.

Wenn man wie ich – und was jedem zu raten ist – parallel RAW und JPG fotografiert, ist es die Frage, welche Richtung man einschlägt. Ob hin zu einer optimalen RAW-Grundlage oder einem JPG ohne Macken. Die RAW-Nutzung führt einen schnell dazu, mich eingeschlossen, fahrlässig während des Fotografierens zu sein, frei nach dem Motto, später alles wieder ausbessern zu können. Falsche Belichtung, falscher Weißabgleich, falscher was weiß ich nicht alles. Ich versuche daher, ähnlich wie zu analogen Zeiten, die korrekte Belichtung und Einstellung möglichst schon bei der Aufnahme zu gewährleisten. Und einen Spagat zwischen den Anforderungen von RAW und JPG zu schaffen.

Import, Auswahl und Müllentsorgung

Ich lösche viel. Wenn ich ein Bild gemacht habe, kontrolliere ich es auf dem Kamera-Monitor oder im elektronischen Sucher. Ist es falsch belichtet, schief oder sonstwas, fliegt es sofort in den Papierkorb und ich mache die Aufnahme erneut. Diese Prozedur halte ich solange durch, bis ich zufrieden bin. So vermeide ich, dass sich auf der Speicherkarte Mist ansammelt, den ich sowieso nicht mehr sehen will. Ich hasse das. Bei statischen Motiven ist das natürlich einfacher – die laufen nicht weg und können immer wieder neu abgelichtet werden. Bei Actionbildern klappt das nicht immer ganz so konsequent. Aber auch da lösche ich, nachdem die Bildermacherei für den Moment zu Ende ist, schon in der Kamera das meiste, was mir auf den ersten Blick nicht zusagt.

Wenn die Reise dann einmal vorbei ist und ich wieder zu Hause vor dem Computer sitze, importiere ich erstmal nur die JPGs. Diese schaue ich dann am Bildschirm, wo eine richtige Qualitätsbeurteilung erst möglich ist, eins nach dem anderen durch und habe dazu parallel die X-Pro1 in Händen, jeweils mit Anzeige des selben Bildes, die ich gleichsam weiterklicke. Ist ein Foto unscharf, es sagt mir nichts oder ist aus welchen Gründen auch immer misslungen, wandert es sofort am Computer in den Papierkorb und ich lösche es auch direkt in der Kamera. Diesen Bilderdurchgang mache ich insgesamt dreimal. Dann ist zumindest der gröbste Unfug ausgemistet.

Sowohl im Computer als auch in der Kamera sind jetzt nur noch die Bilder, die ich auch behalten möchte. Anschließend sehe ich nach, ob meine gewählte Grundeinstellung gepasst hat, oder ich das eine oder andere Bild grundlegend nachbessern muss. Hier ist dann der Moment für die kamerainterne RAW-Konvertierung gekommen … Im schlimmsten Fall – wie bei den Sarek & Padjelanta Fotos – stimmen alle nicht.

RAW-Konvertierung

Wie schon in meinem vorigen Artikel beschrieben, ist die Konvertierung der X-Pro1 RAW-Dateien via einer externen Software noch nicht der letzte Schrei. Lightroom und Adobe Camera RAW machen nach wie vor Probleme und zaubern je nachdem einen „Aquarelleffekt“ hervor. (UPDATE: Dieses Problem gehört mittlerweile der Vergangenheit an) Besser ist da der Raw File Converter von Silkypix, welcher der Kamera beiliegt, oder der von der Bedienung völlig grässliche Raw Photo Processor (RPP). Ich habe mit beiden Programmen kurz gespielt und schnell wieder das Weite gesucht. Es macht Mühe, damit ein Ergebnis zu erzielen, welches den direkt aus der X-Pro1 kommenden JPGs ebenbürtig ist. Diese sind so hervorragend in Farbe, Kontrast und ihrer ganzen Anmutung, dass ich sie am liebsten sofort verwenden würde, ohne sie umständlich aus den RAW-Dateien “nachstellen” zu müssen. Dazu habe ich keine Lust. Lieber gehe ich hier den schon eingangs erwähnten Kompromiss ein und erspare mir die umständliche RAW-Konvertierung am Computer.

Sollten die aufgenommen JPGs Mängel aufweisen in Form einer völlig daneben liegenden Belichtung, missratenem Weißabgleich, nicht passender oder gewollter Filmsimulation, ausgefressener Lichter oder total zugelaufener Schatten, nehme ich mir die dazu entsprechenden und noch in der Kamera befindlichen RAW-Dateien nochmals zur Brust und konvertiere sie kameraintern mit optimierten Einstellungen zu neuen JPGs (was zügiger von der Hand geht, als mancher denken mag). Diese Möglichkeit ist großartig, lässt sich so doch jedes RAW-Bild selbst ohne externes Programm vielfältig nachbessern. Weißabgleich, Sättigung, Belichtungskorrektur, Filmsimulation, Dynamikerweiterung, Lichter, Schatten – all das kann nachträglich verändert und zu unendlich vielen neuen JPG-Varianten abgespeichert werden.

Im Falle der Sarek & Padjelanta Bilder habe ich, wie schon erwähnt, die Filmsimulation bei allen Fotos von ASTIA in PRO Neg.Hi geändert, ab und zu die Belichtung korrigiert und die Werte für Lichter und Schatten nachgebessert. So kam ich zu JPGs, die dann bereits sehr nah dran waren an dem, was ich als Endresultat haben wollte.

WICHTIG: Man muss auf jeden Fall parallel JPG und RAW fotografieren. Wer nur JPGs macht, dem entgeht die Möglichkeit der RAW-Konvertierung in der Kamera, die doch so nützlich ist.

Erneuter Import und Umwandlung in TIFF-Dateien

Nachdem ich die Fotos dann in der Kamera vorerst „fertig“ nachbearbeitet habe, importiere ich sowohl die RAW-Dateien als auch die neuen JPGs in den Computer (die alten JPGs werden dort gelöscht). Auch wenn ich jetzt nicht mehr mit den RAW-Bildern arbeite, archiviere ich diese natürlich! Denn es ist auch später noch möglich, sie via Speicherkarte zurück in die Kamera zu befördern und da erneut zu neuen JPGs zu bearbeiten. Ganz zu schweigen von der Option, sie irgendwann dann doch einmal mit einem guten RAW-Konverter am Computer umwandeln zu können.

Das finale Finetuning mache ich also mit den JPGs. Um aber den Qualitätsverlust zu vermeiden, der JPGs nach einer Bearbeitung und erneutem, verlustbehafteten Speichern anhängt (wie auch zuletzt beschrieben), konvertiere ich die JPGs erst einmal direkt nach dem Import in unkomprimierte 8 Bit TIFF-Dateien. Dadurch wächst zwar die Dateigröße um ein vielfaches an, aber jetzt kann ich die Fotos beliebig oft bearbeiten und neu abspeichern, ohne eine Minderung der Qualität hinnehmen zu müssen. Was mit TIFFs geht, mit JPGs aber eben nicht.

Bildbearbeitung am Computer

Auch wenn die ehemaligen JPGs – und jetzt TIFFs – schon sehr nah am Endresultat sind, bleibt eine letzte Feintüftelei unumgänglich. Dazu gehören schon mal all die „Aus“-Aktionen. Ausrichten, Ausschnitt verbessern, Ausflecken falls Dreck auf dem Sensor war. Auch sind mir die Bilder der X-Pro1 meist etwas zu kühl, weswegen ich fast immer die Wärme etwas anhebe. Dazu eine Optimierung der Tonwerte und falls nötig eine kleine Rettung der Lichter- und Schatten-Partien. Bei den hellen Bereichen achte ich, bis auf wenige Ausnahmen, penibel darauf, dass sie nicht ausbrennen. Zugelaufene Schatten finde ich hingegen nicht so dramatisch, da sie einem Bild oft Tiefe verleihen.

Aber das war’s dann eigentlich auch schon mit der finalen Bildbearbeitung …

Im Gegensatz zu einem reinen RAW-Workflow am Computer habe ich eine Qualitätsminderung nur bei der Konvertierung in der Kamera von RAW zu JPG. Aber diese ist meines Erachtens vernachlässigbar. Allerdings muss ich so mit 8 Bit Dateien zurechtkommen und kann nicht den Weg vom RAW-Bild über 16 Bit Tiffs gehen. Das ist eigentlich der größte Kompromiss, da mir so nur die 256 Farbinformationen pro Farbkanal zur Verfügung stehen und nicht tausende wie bei einer höheren Bit-Rate. Da sich meine Nachbearbeitung der 8 Bit Tiffs (JPGs) aber in Grenzen hält, komme ich so dennoch zu keinen sichtbaren Qualitätsverlusten. Eventuell wäre das anders, wenn ich nachträglich wirklich tiefgreifende Veränderungen an den Farben und Tonwerten vornehmen würde.

Schließlich speichere ich die bearbeiteten TIFF-Dateien mit verlustfreier LZW-Komprimierung ab, wodurch sich die Datenmenge je nach Bild erheblich reduziert. Bei der Frickelei an den Bildern gehe ich aktuell mit Nikons Capture NX2 und Adobe Photoshop zu Werke – weil ich es so gewohnt bin.

Sicherung und Formatierung der Speicherkarten

Auf dem Computer habe ich dann die Original-RAWs, die Original JPGs (evtl. in der neuen Ausführung) und die final bearbeiteten TIFFs. Dazu aus den TIFFs gewonnene JPGs in geringerer Qualität für Redaktionen oder dergleichen zur ersten Bildansicht. Eine ganz schöne Datenmenge und mein System entspricht da sicherlich nicht dem der Allgemeinheit. Aber auch zu Nikon-Zeiten hatte ich alle Bilder als RAW, TIFF und JPG vorliegen. Die Bilder für die Darstellung auf meiner Website, hier im Blog oder auf Flickr erstelle ich aus den TIFFs.

Diese Dateien sichere ich zudem alle auf zwei weiteren, externen Festplatten. Und erst wenn das geschehen ist und ich sozusagen eine Bilderserie endgültig abgeschlossen habe, formatiere ich die Speicherkarten und entledige mich dort dieser Fotos. Fertig!

Soweit mein aktueller Fujifilm X-Pro1 Workflow. Wie alles unterliegt er einem Wandel, aber momentan komme ich so am besten klar. Und komme auf einem Weg, der hier sicherlich umständlicher klingt als er ist, zu Ergebnissen, wie ich sie mir vorstelle.

Wie macht Ihr das mit Euren Fujifilm-Kameras? RAW oder JPG? Konvertierung in der Kamera oder am Computer?

PS:
Sollte etwas unverständlich sein, bitte in den Kommentaren nachfragen, damit ich dort für Klarheit sorgen und es im Artikel nachbessern kann.

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