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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

– Unstad –

Tja, vollmundig hatte ich noch im Dezember verkündet, es wäre mal wieder an der Zeit, mit Ski und Pulka-Schlitten durch die weiße Weite nordischer Einsamkeit zu ziehen. Und wenn das Wörtchen wenn nicht wäre, hätte ich mich auch Anfang dieser Woche aufgemacht, um weit nördlich des Polarkreises von Abisko über Ritsem bis nach Kvikkjokk durch das schwedische Fjäll zu laufen. Zuerst ein Stück auf dem Kungsleden, dann etwas abseits des bekannten Königspfades und schließlich als I-Tüpfelchen einmal quer durch den Sarek. Allein hinein in „Europas letzte Wildnis“. Doch daraus wurde nix …

Vor drei Wochen nahm mich eine Grippe in ihren Würgegriff und fesselte mich über Tage mit Fieber ans Bett. Gut, da war es noch lange hin bis zur Abreise nach Lappland, nur lag die diesjährige Nordische Momente – Lofoten Masterclass noch dazwischen. Gerade rechtzeitig kam ich soweit wieder auf die Beine, mich dorthin auf den Weg zu machen. Doch während der vier Flüge, die es brauchte, um das Insel-Archipel in Nord-Norwegen zu erreichen, kam das Fieber zurück und mein Kopf schmerzte höllisch. Vor Ort berappelte ich mich zum Glück zwar rasch und konnte gemeinsam mit Michael Schaake unsere Fotogruppe begleiten, aber meiner weiteren Genesung war die Zeit nicht förderlich. Dabei war ich froh, dass es nicht allzu kalt war, denn selbst bei nur leichten Minusgraden kroch mir die Kälte rasch in die Glieder. Überhaupt spielte das Wetter nicht immer mit und oftmals trieb ein stürmischer Wind kräftigen Regen über die Inseln. Nichtsdestotrotz erlebten wir erneut eine wunderschöne Woche und versuchten allerorts, das Beste aus jeder Situation herauszuholen. Meine eigenen fotografischen Ambitionen waren dieses Mal allerdings nicht sehr ausgeprägt – umso mehr freute ich mich dafür für die Teilnehmer, wenn das Licht einmal gut, die Szenerien stimmungsvoll und ein jeder zu tollen Bildern kam.

Wieder daheim merkte ich bald, dass die Fotoreise tatsächlich nicht dazu beigetragen hatte, mich in Topform zu bringen. Ich war längst noch nicht wieder fit und bereit für eine anspruchsvolle Solotour. Nachdem mir meine HNO-Ärztin zudem zu einem absoluten Sportverzicht riet, machte ich Nägel mit Köpfen und cancelte schweren Herzens das Kungsleden- und Sarek-Abenteuer wenige Tage vor dem Start. Angeschlagen und allein durch die Bergwelt zu ziehen, bei Wind und Wetter Kilometer um Kilometer zu marschieren und jede Nacht im kalten Zelt zu schlafen, erschien mir weder verlockend noch ratsam.

Nun gut, Shit happens. Zähneknirschend bringen mich derweil Spaziergänge, Klettern und Bouldern langsam wieder in Form. Und ich sortiere Reiseideen. Die Skitour ist zwar aufgehoben, aber dafür rücken nun andere Ziele in den Vordergrund. Die Zeit wird zeigen, wie die nächsten Schritte aussehen werden – noch möchte ich dazu den Mund nicht zu voll nehmen …

Die Lofoten-Impressionen sind fotografiert mit der FUJIFILM X-Pro2 und dem XF23mmF1.4 R sowie dem XF56mmF1.2 R

– Å –
– Haukland –

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo zusammen,

    benutzt eigentlich jemand für all die wunderbaren Reisefotos GPS-Informationen? Ich reise viel auch durch Zeitzonen und GPS ist für mich ein K.-o.-Kriterium. Ich besitze eine Sony A7 mit GPS und das funktioniert perfekt. Ich fotografiere aber lieber mit meiner Fuji X-T2 und setze externe Geotagger ein – ziemlich katastrophal, teils aufwendige Nachbearbeitung. Daher knipse ich als erstes am Tage, wenn ich das Hotel verlasse, meine Armbandunr und die Hoteltür, so kann ich Ort und Zeit ggf. zusammenfügen. Ich habe für die X-T2 einen Powergriff. Immer wenn ich diesen betrachte, denke ich, warum baut da keiner ein GPS-System ein? Griff anschrauben und alles ist gekoppelt. Hat jemand eine tolle Lösung oder ist das gar kein Thema?

    Klaus

    Antworten

    • Also ich nutze im Rahmen meiner Fotografie keinerlei GPS-Funktionen – daher kann ich da zu einer Lösung nichts beitragen. Zum Glück kann ich mir aber immer sehr gut merken, wo ich welches Foto gemacht habe …

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