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Den Anfang macht ein „Misserfolg“

– Schwer bepackt –

Es sollte ein spektakulärer Auftakt meines neuen Fotografieprojekts Zweite Heimat werden. Diese sehr herausfordernde, aber gleichzeitig landschaftlich äußerst abwechslungsreiche Trekkingtour auf der Insel aus Feuer und Eis. Gemeinsam mit Michael Schaake war ich nach Island gereist mit dem Ziel, ausgehend vom Zeltplatz Hólaskjól bis nach Skaftafell zu laufen. Vorbei am See Langisjór zu Ausläufern des Vatnajökull und über die Gletscher Skaftárjökull, Siđujökull und Grænalónsjökull bis zur Gletscherlagune Grænalón. Und von dort über den Skeiđarárjökull und die Berge Skaftafellsfjöll zum Endpunkt der Wanderung. Zwei Wochen Abenteuer pur.

Aber es kam anders: Nachdem wir am ersten Tag noch planmäßig von Hólaskjól entlang der Schlucht Eldgjá bis zur Hütte Skælingar gekommen waren, ging bereits am folgenden Tag fast nichts mehr. Bei Michael hatte sich vermutlich ein Nerv im Hüftbereich verklemmt, was zu starken Schmerzen und Taubheitsgefühlen in einem Bein führte. Damit waren lange und schwierige Passagen, wie über all die Gletscher, abrupt in weite Ferne gerückt und nicht mehr verantwortbar. In gedrosseltem Tempo und mit weniger Kilometerleistung pro Tag zogen wir weiter bis zum wundervollen See Langisjór, einer Perle im Hochland. Hier machten wir Tagesausflüge mit leichtem Gepäck und dachten darüber nach, umzukehren, denn eine Besserung trat nicht mehr ein. Doch nachdem wir den alles überragenden Gipfel des Sveinstindur in stimmungsvollem Abendlicht erklommen hatten und auf die eindrückliche Seen- und Berglandschaft hinabblickten, entschlossen wir uns dazu, trotz aller schmerzhaften Umstände zumindest eine Umrundung des Langisjór zu unternehmen. So machten wir schließlich das Beste aus der Situation, genossen weitere fünf Tage die Zeit in all der Einsamkeit und nahmen auch das Wetter hin, welches oft regnerisch und stürmisch über uns hinwegfegte.

Dieser Erfolg, den wir uns letzten Endes noch mühsam über schmale Pfade erliefen, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es in mir fortlaufend grummelte. Fotografisch gab die Alternativtour, ungeachtet all ihrer gebotenen Herausforderung und Schönheit, nicht das her, womit der ursprüngliche Plan an Vielfalt aufgewartet hätte. Daher wird diese Reise für mein Projekt Zweite Heimat nicht verwertbar sein und ich werde erneut nach Island aufbrechen, um zu den Bildern und Geschichten zu kommen, die mir von dort vorschweben. So ist das zuweilen – selbst bei sorgfältigster Planung läuft nicht immer alles wie geschmiert und erzwingen lässt sich sowieso nichts …

Weitere Impressionen unserer Zeit zwischen den grünen Hügeln und schwarzer Wüste werde ich bald natürlich dennoch zeigen. Ansonsten erfreut Euch weiterhin meines vorigen Projekts Mein Norden und dem gleichnamigen Bildband!

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Bin schon gespannt auf die neue Bilderstrecke! Der kurze Film über diesen Trip, den Du auf Deiner Facebookseite gepostet hast, macht mich schon neugierig. Bis dahin genieße ich Dein tolles Buch, welches in meinem Wohnzimmer liegt und in dem ich jeden Tag blättere und die Fotos anschaue.

    Liebe Grüße
    Thomas

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