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Langzeitaufnahmen mit der Fujifilm X-Pro1

- “Wupperfall” -

Während meiner Wanderung entlang der Wupper auf dem Wupperweg in der vorigen Woche, habe ich auch ein paar Langzeitaufnahmen gemacht. Und dabei erfreut festgestellt, wie gut sich die Fujifilm X-Pro1 dafür eignet! Was war das noch für ein Akt, als ich im letzten Jahr mit der Nikon D700 den Tvindefossen in Norwegen fotografiert habe. Die schwere Kamera war im Hochkantformat nur mit Mühen auszurichten, wobei Stativ und Kugelkopf durchaus auf ihr Gewicht ausgelegt waren. Trotzdem musste ich oft nachjustieren, bis alles passte. Erschwert wurde das ganze durch den Neutralgraufilter, den ich aufs Objektiv geschraubt hatte, um eine lange Belichtungszeit zu erhalten, die das Wasser schön weich und samtig erscheinen lassen sollte. Doch das Sucherbild der DSLR wurde auf dem Wege auch derart verdunkelt, dass ich kaum mehr etwas erkennen konnte. Bei ganz dunklen Filtern macht es da Sinn, erst alles einzustellen und zuletzt den Filter anzubringen.

Ganz anders mit der X-Pro1. Die leichte Kamera war schnell und problemlos ausgerichtet – da störte es auch nicht, dass das Stativgewinde etwas seitlich versetzt sitzt und nicht genau in der Objektivachse angebracht ist. Und noch praktischer: Im elektronischen Sucher konnte ich das Motiv in aller “Helligkeit” betrachten – ohne Verdunklung durch den aufgeschraubten Filter. Denn dort wird ja sozusagen das “spätere” Bild angezeigt und die Filterwirkung ließ sich somit auch sofort beurteilen. Was für ein Vorteil!

Das obige Bild des “Wupperfalls” versuchte ich zuerst mit einem B+W 64x Graufilter aufzunehmen, der die Belichtungszeit um 6 Blendenstufen verlängert. Aber damit kam ich bei Blende 11 und ISO 200 nur auf öde 1,1 Sekunden. Zu kurz – da war das Wasser immer noch zu unruhig. Also nahm ich den 1000x Filter, welcher zu einer 10-stufigen Verlängerung führt. So kamen satte 18 Sekunden zustande, wodurch die Fließbewegung der Wupper schön zur Geltung kam.

Die Filter mit einem Durchmesser von 77 mm  – eigentlich für meine fetten Nikon-Linsen bestimmt – passten dank der Kombination zweier Adapterringe sehr gut an das kleine Fujinon-Objektiv mit seinem 52-mm-Filterdurchmesser. Zu Vignettierung kam es dadurch auch nicht. Überhaupt funktionierte alles bestens. Der AF stellte trotz aufgesetztem Filter ohne zu Mucken scharf, die Belichtungsmessung passte (bis auf eine grundsätzliche Minuskorrektur bei diesem Motiv) und der automatische Weißabgleich kam mit dem etwas braunzeichnenden Filter auch sehr gut zurecht.

Nach diesem Erlebnis freue ich mich auf weitere Langzeitaufnahmen mit der Fujifilm X-Pro1.

Die kalten Fakten:
Fujifilm X-Pro1, Fujinon XF35mmF1.4 R, B+W 110 ND 3,0 1000x Graufilter, ISO 200, 18s, Blende 11, -1 LW, Nikon Capture NX2, Adobe Photoshop CS4

> Bildergalerie Wupperweg

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Klasse gemacht! Habe hier auch noch einen B+W ND-Filter von meiner Nikon D3s rumliegen. Mal sehen, ob ich da auch etwas mit dem Durchmesser machen kann an der X-Pro1.

    Bild gefällt mir!

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  2. Naja, man kann sich die Größe und das Gewicht der D700 aber auch schlecht reden. Finde jetzt nicht wirklich, dass dieses Foto zeigt, was die Fuji besser kann als die Nikon.

    Ich sehe bei Langzeitbelichtungen wirklich nicht den Vorteil der Fuji. Eher nennst Du Nachteile der Zusatzausrüstung der Nikon. Die schlechte Ausrichtung im Hochformat liegt in erster Linie am Stativkopf/Befestigungsplatte (die Kombination aus Kopf und Stativ sollte immer deutlich mehr Gewicht vertragen, als die Ausrüstung wiegt (Hebelwirkung bei langen Objektiven etc.)). Schraubfilter haben bekanntlich viele Nachteile und den Autofokus brauche ich bei Landschaftsaufnahmen definitiv nicht.

    Meine D700 ist bestens für Langzeitbelichtungen geeignet. Man muss vielleicht nur die richtige Ausrüstung für seine DSLR wählen. Bei mir kommen Schiebefilter von Lee Filters (Grauverlauf & Big Stopper) und ein L-Winkel von Kirk zum Einsatz. Klar, wiegt das alles ein paar Gramm mehr, aber ist ja auch ein Werkzeug. Langzeitbelichtungen gelingen damit bestimmt genauso gut wie mit der Fuji und das ohne den für mich nicht tolerierbaren Braunstich des B+W Filters.

    Die Bilderserie der Wupperwanderung auf Flickr finde ich recht fad und kontrastarm, selbst auf dem doch sehr poppigen Apple-Schirm. Ist natürlich Geschmackssache, aber ich finde, den Bildern fehlt etwas der Pep.

    Grüße von den tief verschneiten Vesterålen,

    René

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  3. @René
    Hinsichtlich der Langzeitaufnahmen muss ich natürlich vergleichen, wie ich mit der Nikon gearbeitet habe und wie ich es jetzt mit der Fujifilm kann. Natürlich gibt es für die Arbeit mit der Nikon bessere Methoden – wie Du sie sicherlich anwendest – und daher ist sie auch bestens für Langzeitaufnahmen geeignet. Das spreche ich ihr ja nicht grundsätzlich ab. Nur nutze ich sie da nicht so wie Du und komme daher mit der X-Pro1 im Moment einfacher zu zumindest gleichwertigen Ergebnissen, wie ich sie sonst mit der Nikon aufwendiger bestimmt auch erzielen würde.

    Und mir geht es gerade ja sehr darum zu sehen, ob ich mit einer erheblich kleineren und leichteren Ausrüstung zu genauso guten Ergebnissen komme – ob sie sogar besser sind, ist da erstmal zweitrangig.

    Mir macht die Fotografie mit der Fujifilm momentan sehr viel Spaß und bei Vergleichsbildern hier Zuhause schneidet sie für mich besser ab als die D700 (was die Schärfe und Auflösung betrifft, das Rauschverhalten ist in etwa unentschieden). Bislang hat mich von der Bildqualität noch keine Kamera so überzeugt.

    Was die Bilder der Wupperwanderung betrifft: Ich finde sie nicht fad und kontrastarm. Und wenn, dann wäre das etwas grundsätzliches. Auch Nikon-Bilder hätte ich nicht viel anders bearbeitet. Ich bin eben nicht so der Freund der Velvia- oder Vivid-Bilder … Da ist es dann, wie Du sagst, auch Geschmackssache …

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