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Mit 66°North auf den Hvannadalshnúkur 26. Mai 2010

Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 1 kommentar bisher
"Island, Foto: 66°North"
- “Island, Foto: 66°North” -

Nach dem Fotoshooting in Nord-Norwegen in der letzten Woche (siehe auch Blog-Eintrag vom 22. Mai 2010), fliege ich morgen erneut in nordische Gefilde. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hat mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, um an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel. Gemeinsam mit der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) veranstaltet 66°North bereits zum dritten Mal ein erfolgreiches Trainingsprogramm, das Teilnehmern die Gelegenheit gibt, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Bergsteiger können in diesem Programm ein unvergessliches Erlebnis und den Erwerb wertvollen Wissens auf dem Gebiet der ökologischen Verantwortung miteinander verbinden. Die beiden Unternehmen arbeiten mit vereinten Kräften daran, das Projekt als Plattform zu nutzen, um Bergsteigern die Problematik der Klimaerwärmung und ihre Folgen für die Gletscher Islands näher zu bringen. Der Aufstieg auf den Hvannadalshnúkur im Süden des Gletschers Vatnajökull (Höhe 2110 m) ist der sprichwörtliche Höhepunkt dieses Trainingsprogramms.

Neben der Bergtour, die als 15-stündiges Auf und Ab für den Samstag angesetzt ist, werden wir im Laufe der Fahrt von Islands Hauptstadt Reykjavik bis nach Skaftafell, am Fuße des Gletschers, zudem ein paar weitere schöne Flecken entlang der Südküste besuchen: Den imposanten Skógarfoss, die Basalthöhle Hálsanefshellir am Strand von Reynisfjara und die Reynisdrangar-Säulen, die der Legende nach entstanden, als zwei Trolle einen Dreimaster zur Küste schleppen wollten. Als die Sonne unerwartet durch die Wolken brach, erstarten die beiden zu Stein. Nach dem Tag der Gipfelbesteigung erwartet uns dann noch eine Bootstour inmitten von Eisbergen auf der Gletscherlagune Jökulsárlón.

Ein schönes Programm für einen Kurztrip auf die Insel aus Feuer und Eis. Zum Glück ist der Eyjafjallajökull müde geworden. Er schläft und erholt sich vom wochenlangen Aschespucken. Gut so – der Hvannadalshnúkur wird Abenteuer genug sein.

> 66°North

Zwei Tage Fotoshooting in Nord-Norwegen 22. Mai 2010

Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , einen kommentar schreiben
"Flug nach Sørkjosen"
- “Flug nach Sørkjosen” -

Im Norden Norwegens sollte in dieser Woche noch Schnee liegen. Daher flog ich mit Michael Draksal vom Draksal Fachverlag am Dienstag in die Kommune Nordreisa, um dort einige Fotos von Georg Sichelschmidt zu machen, der gerade an einem Winterreise-Ratgeber schreibt, für den noch einige Bilder fehlen. Georg, mit dem ich 2006 das grönländische Inlandeis überquert hatte, lebt mittlerweile im norwegischen Storslett. Ein weiter Weg ist es bis dorthin. Nach stundenlanger Anreise und mehreren Flügen erreichten wir schließlich Tromsø, von wo es nur noch ein Katzensprung mit einer kleinen Dash 8 Propellermaschine bis nach Sørkjosen, einem Kaff unweit von Storslett, sein sollte. Doch der 20-minütige Flug zog sich wetterbedingt in die Länge, da heftiger Regen und Nebel eine Landung verhinderte. Zweimal setzte der Pilot dazu an, doch beide Male zog er im letzten Moment die Maschine wieder höher und startete durch. Nicht ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit, wie uns später berichtet wurde … Also retour, zurück nach Tromsø und rein in einen Bus, den die Fluglinie Widerøe bereitstellte. Nach etwa 4 Stunden Fahrt, anstelle der 20 Minuten Flug, erreichten wir mitten in der Nacht das Reisafjord Hotel in Sørkjosen. Als ich kurz nach 1 Uhr mein Zimmer betrat, war es draußen noch immer hell.

"Hotelzimmerausblick - 01:13 Uhr"
- “Hotelzimmerausblick – 01:13 Uhr” -

Nach dem Frühstück fuhren wir mit Georgs Auto zu einem höher gelegenen Pass, wo der Schnee noch liegen sollte. Ein schmutziger Restehaufen vor dem Hotel war unserer Zuversicht auf die weiße Masse jedoch nicht zuträglich. Starke Bewölkung und die Wetteraussicht auf Regen gesellte sich unvorteilhaft hinzu. In der Höhe, und in tief hängenden Wolken, angekommen, sondierten wir die Lage. War Georg hier vor einer Woche noch bei bestem Wetter Ski gelaufen, hatte in der Zwischenzeit frühlingshaftes Tauwetter zugeschlagen und allerorts dunkle Geröll- und Erdflächen freigelegt. Dazu kam nun das triste Wetter, diese unwinterliche Stimmung. Nicht das, was wir uns noch erhofft hatten: Schnee, Aussicht, blauer Himmel … Der erste Fototag nahm keinen guten Anfang und unsere Gedanken kreisten nur um die “Bilderliste” mit all den Motiven, die wir fotografieren wollten. Unverrichteter Dinge fuhren wir zurück ins Hotel und hielten Kriegsrat. Nun galt es, das Beste aus der Situation herauszuholen.

"Am Wolkenpass"
- “Am Wolkenpass” -

Am späteren Nachmittag standen einige Husky-Bilder auf dem Programm. Vor den Toren Storsletts leben einige Züchter, von denen wir einen besuchten. Neben den großen, für Schlittenrennen trainierten Hunde, tummelten sich auch einige Welpen. Ich versuchte Georg mit ihnen zu fotografieren. Husky auf dem Schoss, Husky auf dem Arm, Huskies um sich herum. Der Auslöser klickte und klickte. Mal diese, mal jene Perspektive. Ein Haufen Ausschuss sammelte sich, aber auch ein paar gelungene Aufnahmen. Mit einem der großen Huskies machten wir dann noch das Bild “Pfotenkontrolle”, bei dem Georg die Pfote des Tieres auf eine Verletzung hin untersucht. So hatten wir am Ende des Tages immerhin zwei Motive der langen Liste im Kasten.

"Hundeblick"
- “Hundeblick” -

Schnell war uns klar geworden, dass stimmungsvolle Winterbilder bei den herrschenden Bedingungen nicht mehr zu realisieren sind. Das umfangreiche Archivmaterial mit Bildern früherer Reisen und Expeditionen rückt daher in den Fokus. Den zweiten Fototag nutzten wir stattdessen für Aufnahmen, die Georg mit allerlei Ausrüstung, in erklärenden Posen und an einem Esstisch zeigen, denn schließlich gehört gutes Essen auf einer Wintertour auch dazu. Apropos: Der Wal, der uns zu Mittag im Hotel serviert wurde, schmeckte hervorragend … Zum Ausklang der zwei Tage Fotoshooting spazierten wir bei Nieselregen noch ein Stück am Reisafjord entlang. Schneereste berührten das Wasser, Meeresgeruch lag in der Luft.

"Zurück nach Tromsø"
- “Zurück nach Tromsø” -

Am Morgen des Abreisetages atmeten wir auf. Kein Nebel hüllte die Landschaft ein, kein Regen prasselte herab. Dem Flug nach Tromsø durfte also nichts im Wege stehen. Doch am Sørkjoser Flughafen belehrte man uns eines Besseren. War es nun nicht das Wetter, so war es jetzt die Aschewolke des Eyjafjallajökull, welche im hohen Norden Norwegens so tief in der Luft hing, dass sie die Flüge mit den niedrig fliegenden Propellermaschinen zunichte machte. Wieder hieß es in einen Bus zu steigen und stundenlang nach Tromsø zu fahren. Fjorde und Berge rauschten am Fenster vorbei. Dunkle Wolken wechselten sich mit Sonne und Regen ab. Von Tromsø konnten wir weiterfliegen. Nach Oslo und nach Hause. Im Gepäck ein Haufen Bilder. Und die Eindrücke eines Fotoshootings, welches nicht ganz so gelaufen war, wie es im Idealfall hätte sein sollen.

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Umzug nach Balkonien 15. Mai 2010

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"Balkonien"
- “Balkonien” -

Vor einer Woche bin ich umgezogen. Meine Freundin auch. Nun wohnen wir zusammen – haben aus zwei getrennten Lebensräumen einen gemeinsamen geschaffen. Bei der Wohnungssuche zuvor hatten wir ein paar Wünsche. Einer davon war Balkonien. Aus den alten vier Wänden kamen wir nicht heraus. Gut, auf die Straße, aber einen Balkon hatte keiner von uns. Nun haben wir sogar zwei. Mit Blicken in den Hinterhof, auf alte Fabrikgebäude und sogar ferne Wälder am Horizont. Wenn ich dort sitze, die Beine lässig auf’s Geländer gelegt, fühle ich mich ein wenig wie der Fotojournalist L. B. Jefferies. Verkörpert von James Stewart in Alfred Hitchcocks Film Das Fenster zum Hof.

Noch sitzen und leben wir jedoch zwischen zahlreichen Kisten und Kästen, die aus- und eingeräumt werden müssen. Da kommt keine Langeweile auf, die mich ausgiebig auf den Balkon treiben und die Nachbarschaft beobachten lassen könnte. Auch bin ich nicht durch ein Gipsbein an einen Rollstuhl gefesselt … Dennoch ist es schön, schon mal einen Moment auf Balkonien zu verbringen und sich die frische Luft um die Nase wehen zu lassen. Und im Moment ist sie tatsächlich noch sehr frisch. Es wird Zeit, dass die Sonne häufiger hervorkommt und an Kraft gewinnt, damit es auch im Außenbereich unserer Wohnung angenehm gemütlich wird. Aber wer weiß – nicht, dass sich durch ausgedehnte Aufenthalte auf Balkonien ein gesteigertes Vergnügen entwickelt, die Marotten unserer neuen Nachbarn zu erforschen und wir nachher noch in eine obsessive Neugier verfallen?!

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