Suche
Suche Menü

Die Ausrüstung und Bekleidung für meine Tageswanderungen

– Ausrüstung und Bekleidung für den Wappenweg –

Zur Vorbereitung auf mein nächstes großes Foto- und Reiseprojekt #WorldWideWilderness, in dem ich ab kommendem Februar sieben abenteuerliche und herausfordende Reisen in die eisige Wildnis unternehmen werde, streue ich über den Winter immer mal wieder ausgedehnte Tageswanderungen ins Training ein. Heute möchte ich einmal kurz vorstellen, welche Ausrüstung und Bekleidung ich vorige Woche auf dem Wappenweg rund um Ennepetal und Ende Oktober auf dem Langenberger Rundweg dabei hatte.

Beide Male waren die Tage wolkig kühl mit einstelligen Temperaturen im leichten Plusbereich. Ich war jeweils von Morgengrauen bis zur Abenddämmerung (und länger) auf den Beinen und entsprechend für all das gerüstet, was sich unterwegs auf den langen Strecken ergeben könnte.

Alles von Kopf bis Fuß und von innen nach außen

Bekleidung
Fangen wir mit der Unterbuxe an. Auf beiden Touren jeweils eine ältere Boxershorts aus Merinowolle von Bergans. Am Oberkörper zwei Unterhemden übereinander. Uralte Teile von Lundhags – ebenfalls aus Merinowolle. Auf der Haut ein dünnes mit Rundhals, darüber ein etwas dickeres mit hohem RV-Kragen zur Wärmeregulierung. An den Füßen zwei Paar Socken. Dünne Liner von Smartwool gepaart mit 400ern von Woolpower – auch hier war Merinowolle erste Wahl.

Als Beinkleid diente die bequeme, leichte und schnelltrocknende Quandary Pants von Patagonia, gehalten von einem Friction Belt. Obenrum war es allein in Unterwäsche zu frisch und ich zog die Patagonia Wind Shield Weste drüber. Auf der Front bietet sie ordentlichen Wetterschutz und auf der Rückseite gute Ventilation dank luftiger Einsätze.

Für den Tag, an dem ich rund um Langenberg gelaufen bin, war etwas Niederschlag vorhergesagt, weswegen ich für den Ausflug zudem eine sehr leichte Regenjacke eingesteckt hatte, genauer das Storm Racer Jacket von Patagonia (allerdings blieb es dann doch trocken). Und weil ich mir für die Zeit auf dem Rundweg um Ennepetal nicht sicher war, ob mir die Weste mit „freien“ Armen ausreichend warm sein würde, hatte ich dort zur Sicherheit anstelle der dünnen Regenpelle – nass sollte es laut Wettterbericht nicht werden – zusätzlich den R1 TechFace Hoody dabei, eine leichte Fleece/Softshell-Jacke ebenfalls von Patagonia, die sich gut für wechselhafte Bedingungen eignet (letzten Endes war die Weste aber ausreichend).

Um in den Pausen nicht auszukühlen, war dann allerdings eine gut isolierende Schicht wichtig, die ich schnell drüberziehen konnte. Der Nano-Air Hoody von Patagonia mit seiner weichen Kunstfaserfüllung sorgte hier für Gemütlichkeit.

Auf dem Kopf trug ich bei der ersten Wanderung ein Trucker-Käppi und bei der zweiten ein Beanie. Während einheizender Aufstiege nahm ich die Mütze einfach in die Hand und setzte sie auf den zugigen Höhen und bergab wieder auf. Ein Paar Handschuhe und ein Buff hatte ich zur Sicherheit auch immer griffbereit im Rucksack, aber dafür war es nie kalt genug.

Schuhe
Hatte ich auf dem Langenberger Rundweg noch die Terrex Agravic GTX von adidas an den Füßen, mit denen ich aber nicht so wirklich zurecktkomme, setzte ich bei der Runde um Ennepetal auf den Speedcross Vario 2  GTX von Salomon, der mir bislang ein besseres Laufgefühl beschert.

Rucksack
Auf dem  Buckel trug ich alles in einem Patagonia Nine Trails Backpack in der 36 Liter Version mit mir rum. Den Rucksack habe ich etwas „gepimpt“, indem ich die Verstärkungen aus den Hüfgurtflossen und die Alustrebe aus der Rückenplatte entfernt habe. Dadurch trägt er sich anschmiegsamer und bequemer.

Essen und Trinken
Flüssigkeit ist das A und O. Für die erste Tour hatte ich zwei Liter eingepackt, für die lange 54-Kilometer-Strecke gar drei Liter. Alles heißer Tee (Apfel und Früchte). Zum Teil in einer Nalgene-Kunststoffflasche abgefüllt, die in einem passenden Isolationsbeutel von Outdoor Research steckte, der Rest in einer bzw. zwei normalen Thermoskannen.

Auch nehme ich immer ordentlich Futter mit – Hungergefühle sind nicht mein Ding. Ein Potpourri aus Bananen, Wasa Knäcke-Sandwiches, Salami-Sticks, Snack-Möhren und Balisto-Riegeln tat ihren Dienst. Dazu zur Sicherheit noch ein paar Nüsse und Cookies. So kam ich laufend gut gestärkt durch die Tage.

Fotokram
Da es leicht sein sollte, beschränkte ich mich auf eine Fujifilm X-Pro2 mit dem XF27mm Pancake. Einziges Zubehör war ein kleines GorillaPod-Stativ, das sich nahezu überall festklemmen lässt. So konnte ich mich per Selbstauslöser auch mal ins Bild rücken. Ein iPhone steckte zudem aber auch noch im Gepäck.

Sonstiges
Ich mag es nicht, bei einer Rast auf kalten Bänken festzufrieren oder mir auf nassen Baumstämmen einen feuchten Hintern zuzuziehen. Deshalb nehme ich immer ein leichtes Sitzkissen von Optimus mit. Bei der über 11 Stunden dauernden Begehung des Wappenweges musste ich schließlich das letzte Stück in völliger Dunkelheit zurücklegen. Eine Stirnlampe war also auch noch Pflicht. Hier reichte eine ältere Tikkina von Petzl aus, um ein spärliches Licht auf die Wege zu zaubern und mich sicher ans Ziel zu geleiten.

Last but not least
Blasenpflaster und Tape, wovon ich leider auch Gebrauch machen musste …

Soweit die kleine Auflistung. Happy hiking allerseits!

Alle Wander-, Trainings- und sonstigen Geschichten rund um mein Projekt #WorldWideWilderness findet Ihr in der #WasWarWann-Rubrik.

SPOT Gen3 Messenger – Ein Erfahrungsbericht

– SPOT Gen3 Messenger in Grönland –

Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir Mitte der Neunzigerjahre bei einer Solotour durch den einsamen Sarek-Nationalpark im hohen Norden Schwedens ein Ermüdungsbruch im rechten Fuß urplötzlich das Leben schwer machte. Ein Kontakt zur Außenwelt war nicht möglich, Hilfe weit weg, also lief ich – so gut es eben ging – mit schmerzverzerrtem Gesicht noch 50 Kilometer bis zum Zielort. Und selbst dann dauerte es noch ein paar Tage, bis ich eine ganze Woche nachdem es Knack gemacht hatte, zu Hause beim Arzt aufschlug und einen Gips verpasst bekam. Natürlich wurde ich zuvor gefragt, warum ich mit dem lädierten Knochen denn nicht schon früher gekommen wäre. Nun ja …

Es war eine Zeit, in der es noch keine Mobiltelefone gab. Aber selbst auf späteren „Handy-Unternehmungen“ waren diese auf abgeschiedenen Touren in die Wildnis kaum ein adequates Kommunikationsmittel, um im Fall der Fälle Hilfe herbeizuholen, denn oftmals herrscht dort einfach kein Empfang. 2005 war ich dann zum ersten Mal mit einem Satellitentelefon unterwegs, als ich im Winter versuchte, Island allein zu durchqueren und im Sommer solo über den Vatnajökull, Europas größten Gletscher, lief. Jetzt konnte ich zwar von jedem Punkt aus telefonieren, aber eine Rettung einzuleiten, wäre auch damit unter Umständen schwierig gewesen, hätte ich meine Position doch noch per Anruf oder Textnachricht durchgeben müssen. Wer weiß, ob das immer möglich gewesen wäre?

„Meine Wahl fiel dabei schließlich auf den SPOT Gen3 Messenger, der über das Globalstar Satellitennetz kommuniziert, welches eine nahezu weltweite Abdeckung gewährleistet.“

In den folgenden Jahren – bei der Grönland Transversale 2006 und der Expedition EISWÜSTE 2008 – hatten wir neben einem Satfon auch noch einen sogenannten PLB (Personal Locator Beacon) im Gepäck. Diese ursprünglich aus der Seefahrt stammenden Notfallsender funktionieren auf der Basis von Notfallfunkfrequenzen aus der Luftfahrt und man kann damit auf Knopfdruck ganz einfach seinen Standort übermitteln und einen Hilferuf entsenden. Nicht mehr und nicht weniger.

Bevor ich vor zwei Jahren erneut nach Grönland aufbrach, um eine Solowanderung durch das Johan Dahl Land zu unternehmen, machte ich mir Gedanken, welches Gerät ich zur Sicherheit nun am besten mitnehmen sollte. Meine Wahl fiel dabei auf den SPOT Gen3 Messenger, der über das Globalstar Satellitennetz kommuniziert, welches eine nahezu weltweite Abdeckung gewährleistet.

– SPOT Gen3 Notfallsender in Grönland –

Was bietet der SPOT-Notfallsender?

Zuerst muss der Sender unter findmespot.com registriert werden, danach kann man einen umfangreichen Service nutzen. Dabei gehen die Möglichkeiten des SPOT weit über die simple Notruf-Funktion eines PLBs hinaus, mit denen sich „nur“ eine sofortige Rettung in die Wege leiten lässt.

Mit dem handygroßen und 114 Gramm leichten SPOT-Sender kann im Ernstfall und einer lebensbedrohlichen Situation über eine gesicherte SOS-Taste natürlich ebenfalls ein Notruf abgesetzt werden. Im 5-Minuten-Rhythmus wird daraufhin fortlaufend die aktuelle GPS-Position versendet. SOS-Nachricht und Koordinaten werden von der internationalen GEOS-Notrufzentrale empfangen, die rund um die Uhr weltweit lokale Rettungskräfte alarmiert. Gleichzeitig wird ein GEOS-Mitarbeiter vorab hinterlegte Notrufkontakte über den Stand der Rettung informieren. Diese Kontaktpersonen können den Rettungskräften bei eventuellen Rückfragen zur Verfügung stehen. Auch lassen sich Vorerkrankungen oder der Bedarf an bestimmten Medikamenten bei der Einrichtung des Gerätes in einem Webformular eingeben. Wie die einzelnen Schritte der Rettungskette genau ablaufen, wird hier erklärt.

Neben der SOS-Funktion besteht weiterhin die Option, bei einem nicht-lebensbedrohlichen Notfall eine „Hilfe-Nachricht“ an Freunde, Familie oder andere zu schicken. Quasi eine abgeschwächte Form, die zeigt, dass Unterstützung von außen hilfreich wäre, es aber nicht um Leben und Tod geht. Hier können bis zu 10 Kontakte hinterlegt werden, die durch eine vorgefertigte Nachricht inklusive der momentanen GPS-Koordinaten informiert werden.

„Es war ein beruhigendes Gefühl, den kleinen SPOT dabei zu haben. Er hat seine Sache bestens erledigt und jeden Tag war es der Familie und Freunden aufs Neue klar, dass es mir gut geht.“

Zudem bietet der SPOT die Möglichkeit – und hier unterscheidet er sich signifikant von einem PLB –, wann immer man möchte und ohne „Notfallgrund“ die aktuelle Position zu übermitteln. Der Sender verfügt dazu über eine OK-Taste. Wird diese gedrückt, schickt das Gerät eine vorab eingerichtete und formulierte Nachricht zusammen mit den GPS-Koordinaten per E-Mail und/oder SMS an eine vorher definierte Personengruppe (auch hier sind bis zu 10 Kontakte möglich). So kann man die Lieben daheim jederzeit wissen lassen, dass es einem gut geht. In Grönland habe ich jeden Abend nach dem Zeltaufbau eine solche „OK-Nachricht“ verschickt – so konnten alle danach ruhig schlafen und auch mein Ansprechpartner vor Ort wusste immer, wo ich mich gerade befand (diese Nachricht kann am Gerät selbst nicht verändert werden und wird ebenfalls über das Webformular vor Tourantritt eingegeben, was wie alle Einstellungen leicht und schnell von der Hand geht). Auch ist es möglich, die Koordinaten samt Textmessage auf Twitter und Facebook sowie einer Webseite zu veröffentlichen. Das ist ganz praktisch, um ein breites Publikum mit auf die eigene Reise zu nehmen und ihnen zu zeigen, wo man gerade so steckt. Allerdings sind ein paar meiner Statusmeldungen auf Twitter und Facebook nicht angezeigt worden … Neben dieser klassischen OK-Meldung lässt sich weiterhin noch eine „Individuelle Nachricht“ auf Knopfdruck verschicken, wodurch etwas Spielraum in der – vorformulierten – Kommunikation besteht .

Schließlich verfügt der Sender über eine Trackingfunktion. Beim SPOT Gen3 können verschiedene Trackingintervalle ausgewählt werden, die je nach Reisegeschwindigkeit – wie Wanderung oder Radtour – sinnvoll sind (2 ½-, 5-, 10-, 30- und 60-minütige Intervalle stehen zur Verfügung). Sobald diese Funktion aktiviert ist, übermittelt der SPOT ganz automatisch die aktuelle Position. Der Reiseverlauf kann so nahezu in Echtzeit über Google Maps verfolgt werden. Auch kann mit einem SPOT-Konto eine öffentlich zugängliche SPOT Shared Page angelegt werden, auf der die GPS-Standorte veröffentlicht werden können. Dieses Tracking war mir allerdings zuviel des Guten und erschien mir bei meiner Wanderung durch das Johan Dahl Land nicht nötig. Also habe ich darauf verzichtet und das Gerät nicht im Dauerbetrieb laufen lassen.

Alle diese vielfältigen Funktionen und Services lassen sich bequem und individuell online über das praktische Webformular ändern und anpassen. Man kann darüber hinaus je nach Tour unterschiedliche Profile anlegen – so werden immer die passenden Leute benachrichtigt.

Zu beachten gibt es beim SPOT Gen3 Messenger eigentlich nur zwei Dinge: Zum einen wird das Gerät mit herkömmlichen AAA 1.5V Lithium-Batterien oder Akkus betrieben. Hier gilt es darauf zu achten, diese vor jeder Tour zu ersetzen oder zumindest zu überprüfen und auch Ersatz mitzunehmen. In einem Notfall die Batterien wechseln zu müssen, sollte auf gar keinen Fall passieren! Die Nutzung der Trackingfunktion und hier besonders die kürzeren Intervalle reduzieren die mögliche Laufzeit des Geräts deutlich. Wer aber nur jeden Tag einmal seine Koordinaten samt OK-Nachricht übermittelt – wie ich es getan habe –, bei dem reicht ein Satz Batterien für eine lange Zeit. Zum anderen funktioniert der SPOT über Satelliten. Diese decken allerdings nicht alle Gebiete auf der Erde zu einhundert Prozent ab. Am Nord- und Südpol, in Zentralafrika oder Feuerland kann es mau aussehen. Wer in „exotische“ Regionen vordringt, sollte sich deshalb vorher die Abdeckungsgebiete genauer ansehen. Auch sollte bei der Nutzung eine möglichst „freie Sicht“ zum Himmel gewährleistet sein – ist diese nicht gegeben, kann es passieren, dass der SPOT eine Position und und im schlimmsten Fall einen Notruf nicht übermitteln kann.

Mein Fazit

Es war ein beruhigendes Gefühl, den kleinen SPOT dabei zu haben. Er hat seine Sache bestens erledigt und jeden Tag war es der Familie und Freunden aufs Neue klar, dass es mir gut geht. Allein das ist schon viel wert – der Ernstfall muss ja gar nicht eintreten. Daher kann ich allen, die in wilde Einsamkeit aufbrechen wo Hilfe fern ist, nur dazu raten, in einen Notfallsender wie den SPOT zu investieren. Und wem eine dauerhafte Anschaffung zu kostspielig ist, sollte auf jeden Fall über ein Mietgerät nachdenken!

Einzig muss man sich bewusst sein, dass diese vermeintliche Nabelschnur nur in eine Richtung funktioniert. Es besteht keinerlei Möglichkeit, über den SPOT von daheim per E-Mail oder SMS kontaktiert zu werden. Aber das muss ja auch nicht sein – denn wer will schon draußen in der Natur gestört werden?

Werbehinweis: Das Gerät wurde mir kostenlos von WeSPOT für den Zeitraum der Grönland-Reise zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.

Worn Wear – Meine Patagonia Pursuit Tights

– Patagonia Pursuit Tights –

Am heutigen Tag ist es genau 20 Jahre her, dass ich am 25. Oktober 1998 meinen ersten – und bisher auch einzigen – Marathon gelaufen bin. Genauer handelte es sich seinerzeit um den 36. Internationalen Marathonlauf in Essen. Und obwohl ich in der damaligen Vorbereitung schlampig war – man könnte gar von jugendlichem Leichtsinn sprechen, denn lange Läufe über zwei Stunden hatte ich im Training kaum unternommen – absolvierte ich die beiden Runden um den Baldeneysee beim späteren Wettkampf dennoch in einer recht zügigen Zeit von 3:43:01. Allerdings bezahlte ich meinen vorangegangenen Optimismus – einmal zuvor 23,8 km beim Nürburgringlauf sollten doch wohl reichen – mit bereits auf der Strecke sehr schmerzenden Gliedern und einem anschließenden tagelangen Muskelkater. Ob mein schnittiges Beinkleid Anteil an der durchaus noch guten Laufzeit hatte, kann ich im Nachhinein nicht beurteilen. In der Patagonia Pursuit Tights sah ich zumindest aus wie ein Schneider Wipphopp auf zwei Beinen. Sie klebte an meinen dünnen Stelzen und sorgte kaum für Angriffsfläche …

Wann ich mir die Hose genau zugelegt hatte, weiß ich auch nicht mehr. Ich trug sie nicht nur zum Laufen, sondern ebenfalls zum Radfahren unter einer kurzen Radhose, wenn es kühler war. Irgendwann in den Jahren nach dem Marathon unternahm ich bei leicht regennasser Witterung eine Ausfahrt Richtung Ennepetal. Kurz hinter Gevelsberg musste ich in spitzem Winkel ein paar Bahngleise überqueren und dort passierte es: Das Vorderrad rutschte Weg und ich zog die Textilbremse auf dem Asphalt. Ein Knie angeschlagen, die Hose durchgewetzt. Von einer Fingerkuppe tropfte Blut auf die Straße. Ich rappelte mich wieder auf und radelte kurzerhand zurück nach Hause. Es war nichts Schlimmeres passiert und ich ließ das ramponierte Kleidungsstück von meiner Mutter reparieren. Seitdem ziert die Hose ein großer Flicken.

„Das Beste, was eine Firma für Nachhaltigkeit tun kann, ist, hochwertige Produkte herzustellen, die jahrelang halten und die repariert werden können, damit man weniger kaufen muss.“ – Patagonia

In all den vergangenen Jahren gab es für mich nie einen Grund, die Pursuit Tights auszumustern und gegen ein neues Modell zu tauschen. Im Gegenteil: Mit diesem simplen Stück Stoff verbinde ich viele Geschichten, an die ich immer wieder zurückdenke, wenn ich in die Buchse schlüpfe. Daher trage ich sie immer noch, wie am letzten Samstag beim Rothaarsteig-Marathon. Auch dort verrichtete die Hose auf  der Halbmarathon-Distanz mal wieder ihren Dienst und ich preschte damit als Nordic Walker voran. Ich bin gespannt, bei welcher Rennerei und Radelei mich das Altertümchen in Zukunft noch begleiten wird – vielleicht sogar bei einem weiteren Marathon …

Habt Ihr auch Geschichten eurer Kleidung auf Lager?

Konzentration auf das Wesentliche

Seit März 2012 fotografiere ich mit dem X System von Fujifilm. Mein Einstieg war die X-Pro1 – die Kamera, deren Vorstellung ich so sehr entgegengefiebert hatte. Dieses Stück Technik im Retro-Look erschien mir so verlockend wie kein anderer Fotoapparat. Dabei war mein Wunsch, mit dem X System zu fotografieren, am Anfang in erster Linie aus der frustrierenden und ermüdenden Schlepperei des schweren DSLR-Geraffels geboren. Ich wollte eine Alternative mit gleich hoher Bildqualität, aber weniger Speck auf den Rippen.

Die X-Pro1 übertraf dann alle meine Erwartungen: Sie machte nicht nur hervorragende Bilder, sondern einfach auch unglaublich viel Freude! Es war bis dahin die schönste Kamera, die ich je hatte. Ein Werkzeug mit Ecken und Kanten, aber genauso geradlinig auf dem Weg zum entscheidenden Moment.

Über die Jahre nutzte ich aber auch weitere Kameramodelle  aus dem Fujifilm-Sortiment. Aus der kompakteren X-E-Serie, die ich allerdings als nicht so ergonomisch empfand wie ihre große Schwester, die X-Pro, oder die ausgewogene X-T1, mit der ich die meisten Reisen meines Fotoprojekts Mein Norden bestritten habe. Doch schließlich ist es die X-Pro2, die alle Welten für mich vereint. Die Veränderungen und Optimierungen bieten im Grunde all das, was ich mir bei Fujifilm als wichtigste Verbesserungen gegenüber ihrer Vorgängerin gewünscht hatte.

Als dann auch die X-T1 eine Nachfolgerin bekam, wurde mir immer wieder die Frage gestellt, ob man jetzt zur X-Pro2 oder doch lieber zur X-T2 greifen solle? Meine Antwort: Es kommt darauf an. Darauf, welches der beiden Topmodelle einem besser in der Hand liegt, welche Features einem besonders wichtig sind. Darauf, wie und was man fotografiert.

Unterm Strich mag ich die X-Pro2 einfach am liebsten: Nicht zuletzt hat auch sie diese Seele inne, die mich einst zu ihrer Vorgängerin greifen ließ, um meiner Fotografie einen weiteren Schub zu verleihen. Die Technik wirkt nur unterstützend auf dem Weg, die eigene Kreativität voranzutreiben.

Im Buch FUJIFILM X-PHOTOGRAPHERS – Vom Fotografieren mit dem Fujifilm X-System berichte ich auch ausführlich über meinen Liebling. Und nachdem ich eine zeitlang mit einer X-Pro2 und einer X-T2 als Backup losgezogen bin, habe ich mich mittlerweile vom T-Modell getrennt, eine zweite X-Pro2 angeschafft, um von nun an parallel und einheitlich mit zwei X-Pro-Kameras unterwegs zu sein.

Objektive – Die Qual der Wahl

Kamen während Mein Norden von Reise zu Reise noch unterschiedlichste Objektive aus dem X System von Fujifilm zum Einsatz, die zusammen einen Brennweitenbereich von 10 bis 200 Millimeter abdeckten (entsprechend 15 bis 300 mm an Kleinbild), möchte ich mir bei meinem aktuellen Fotoprojekt eine „Verdichtung“ zunutze machen und möglichst über die ganze Projektdauer nur mit wenigen Festbrennweiten fotografieren – genauer: mit drei, maximal vier Objektiven. Denn die recht enge Begrenzung bei den verwendeten Brennweiten schlägt sich auch im Bildstil wieder. Dieser wird nicht nur geprägt durch Aspekte wie Motivwahl, Ausschnitt, Lichtsetzung sowie den Moment und die Bearbeitung, sondern darüber hinaus in großem Maße durch die eingesetzten Objektive. Eine bewusste Beschränkung und eine immer wiederkehrende Nutzung bestimmter Brennweiten/Objektive können den persönlichen Stil demnach noch weiter befeuern und den Wiedererkennungswert steigern.

Die Frage, welche Festbrennweiten ich nehmen soll, hatte ich ja bereits gestellt. Und auch eine Antwort gefunden in dem Trio aus Fujinon 16, 23 und 56 Millimeter. Vieles spricht dafür, primär mit diesen Linsen loszuziehen und damit meinen „reportageartigen“ Stil der Landschaftsfotografie weiter voranzutreiben und herauszuarbeiten.

Aber da gibt es ja noch die Alternative aus den drei kleinen Objektiven mit F2er-Anfangsblendenöffnung, die in Anlehnung an die Summicron-Reihe von Leica als „Fujicrons“ die Runde machen. Das XF23mmF2 R WR, XF35mmF2 R WR und XF50mmF2 R WR sind im Gegensatz zu den lichtstarken Glasklötzen extrem klein, leicht, mit sauschnellem Autofokus gesegnet und darüber hinaus gegen Schmutz und Feuchtigkeit abgedichtet. Für mich und meine Unternehmungen, bei denen jedes Gramm im Gepäck schwer ins Gewicht fällt, sind diese Festbrennweiten äußerst reizvoll.

Bei einem Versuch, den Vestkyststien in Dänemark zu laufen, hatte ich kürzlich nur diese drei Objektive dabei. Als weiteren Test, ob deren optische Leistung ausreichend ist, um ein großes Fotoprojekt damit zu fotografieren. Aber zu vielen Bildern kam ich leider nicht, denn ein strammer Ostwind ließ die ohnehin niedrigen Temperaturen in gefühlt frostige Minusgrade purzeln und wir suchten schnell wieder das Weite, obwohl wir doch eigentlich für alles gerüstet waren – nur nicht für sibirische Kälte …

– Strandläuferin – X-Pro2, XF23mmF2 R WR, 1/1250 Sek, f 5.6, ISO 200 –
– In der Heide – X-Pro2, XF50mmF2 R WR, 1/1600 Sek, f 2.8, ISO 200 –
– Zwischen Agger und dem Lodbjerg Fyr – X-Pro2, XF23mmF2 R WR, 1/1250 Sek, f 5.6, ISO 200 –

Ein Rückblick

Auf Island im letzten Sommer und in Norwegen im vorigen Februar war ich noch mit dem bewährten Dreigestirn aus XF16mmF1.4 R WR, XF23mmF1.4 R und XF56mmF1.2 R unterwegs. Ob Unterwegs am Langisjór zwischen grünen Hügeln und schwarzer Wüste oder bei der Nordische Momente – Lofoten Masterclass waren die Objektive wieder einmal verlässliche Begleiter mit bestechender Leistung.

Wenn sie nur nicht so schwer wären und es diese leichteren Alternativen gäbe …

– Rain Man – X-Pro2, XF16mmF1.4 R WR, 1/125 Sek, f 5.6, ISO 200 –
– Himmeltindan – X-Pro2, XF56mmF1.2 R, 1/1600 Sek, f 4, ISO 200 –

Ein Ausblick

Die Anschaffung einer zweiten X-Pro2 hatte auch den Grund, von nun an beide Kameras mit angesetztem Objektiv griffbereit in der Fototasche zu haben. Bislang habe ich immer nur einen Fotoapparat genutzt und das andere Gehäuse gut verpackt als Sicherung im Rucksack mit mir rumgeschleppt. Die Ersatzkamera konnte dann durchaus ein anderes Modell sein, aber bei einem einem Paralleleinsatz ist es erheblich sinnvoller, wenn es sich um identische Bodies handelt. Denn der Griff zu dieser oder jenen Kamera ist ja quasi nur ein Objektivwechsel, der ansonsten umständlich vorgenommen werden müsste, was auf meinen Unternehmungen vor allem bei widrigem Wetter sehr lästig sein kann.

In Dänemark hatte ich eine X-Pro2 mit dem kleinen 23er bestückt, die andere mit dem leichten 50er. Das 35er steckte zusätzlich noch in der Fototasche. So war der wichtigste Brennweitenwechsel zwischen Weitwinkel und leichtem Tele schnell durchgeführt, allein dadurch, die jeweils andere X-Pro2 in die Hand zu nehmen. Das 35er kam auf dieser Reise übrigens gar nicht zum Einsatz.

Im Mai breche ich nun nach Schottland auf, wo ich den Cape Wrath Trail laufen möchte, eine 370 km lange Wanderstrecke. Dorthin werde ich voraussichtlich eine Kombination aus dem „Top-Trio“ und den „Fujicrons“ mitnehmen. Das 23er an der einen X-Pro2 und das 50er an der anderen hat sich auf dem Vestkyststien als sehr praktisch bewährt. Klein, leicht, handlich, griffbereit. Und zu diesen schnuckeligen Linsen dann noch das lichtstarke 16er. Mehr braucht es sicherlich nicht, um alle Erlebnisse einzufangen.

Die X-Pro2 mit wenigen Festbrennweiten ist für mich die Konzentration auf das Wesentliche. Und zudem ausreichend, eine Reise nach meinen Wünschen zu dokumentieren, denn weniger ist auch hier meist mehr.

Konzentriert Ihr euch auch auf wenige Fotoausrüstung oder nehmt Ihr immer „alles“ mit? Berichtet gerne in den Kommentaren!

Flohmarkt, Kleinanzeigen, Verkäufe

Ich räume meinen Kleider- und Ausrüstungsschrank auf und biete diverse Outdoorbekleidung (Herren, Damen) und ein Zelt an. Bei Interesse einfach per E-Mail melden (weitere Infos, Bilder, usw. schicke ich dann auch gerne zu).

Alle Preise sind VB. Wenn nicht extra beschrieben, sind alle Teile in einem sehr guten bis guten Zustand.

Bergans of Norway – Bekleidung (Herren, Medium)

Fleece:
Visbretind Jacket, Medium, Farbe: Lime/Green Tea/Bright Sea Blue, NP: 200 EUR, VB: 85 EUR
(Fleece/Softshell-Hybridjacke)

Hosen:
Utne Pirate Pants, Medium, Farbe: Spring Green/Athens Blue, NP: 80 EUR, VB: 35 EUR

Utne Shorts, Medium, Farbe: Black/Bright Sea Blue, NP: 75 EUR, VB: 30 EUR

Lifestyle:
Bergans Hoodie, Medium, Farbe: Aluminium/Light Maroon, NP: 80 EUR, VB: 30 EUR

Mützen:
Birkebeiner Hat, 56, Farbe: Peacock Blue/Red, NP: 25 EUR, VB: 10 EUR

Storen Mountain Hat, Medium, Farbe: Black, NP: 70 EUR, VB: 25 EUR
(neu und unbenutzt)

Bergans of Norway – Bekleidung (Damen, Medium)

Fleece:
Ylvingen Lady Jacket, Medium (fällt größer aus), Farbe: Lime/Bright Sea Blue, NP: 85 EUR, VB: 35 EUR
(eine leichte und weiche Fleecejacke mit zwei RV-Taschen)

Lundhags – Bekleidung (Herren, Medium)

Light Bamboo L/S Shirt, Größe: Medium, Farbe: Grün/Gelb/Weiß

– Leichtes Langarm-Hemd aus einer Mischung aus Baumwolle und Bambus (55/45%)
– Zwei RV-Brusttaschen. Eine Stifttasche
– Bambusfasern sind natürlich antibakteriell, halten die Form und absorbieren Feuchtigkeit

Kaum getragen – absolut neuwertig!

VB: 20 EUR