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Die Ausrüstung und Bekleidung für meine Tageswanderungen

– Ausrüstung und Bekleidung für den Wappenweg –

Zur Vorbereitung auf mein nächstes großes Foto- und Reiseprojekt #WorldWideWilderness, in dem ich ab kommendem Februar sieben abenteuerliche und herausfordende Reisen in die eisige Wildnis unternehmen werde, streue ich über den Winter immer mal wieder ausgedehnte Tageswanderungen ins Training ein. Heute möchte ich einmal kurz vorstellen, welche Ausrüstung und Bekleidung ich vorige Woche auf dem Wappenweg rund um Ennepetal und Ende Oktober auf dem Langenberger Rundweg dabei hatte.

Beide Male waren die Tage wolkig kühl mit einstelligen Temperaturen im leichten Plusbereich. Ich war jeweils von Morgengrauen bis zur Abenddämmerung (und länger) auf den Beinen und entsprechend für all das gerüstet, was sich unterwegs auf den langen Strecken ergeben könnte.

Alles von Kopf bis Fuß und von innen nach außen

Bekleidung
Fangen wir mit der Unterbuxe an. Auf beiden Touren jeweils eine ältere Boxershorts aus Merinowolle von Bergans. Am Oberkörper zwei Unterhemden übereinander. Uralte Teile von Lundhags – ebenfalls aus Merinowolle. Auf der Haut ein dünnes mit Rundhals, darüber ein etwas dickeres mit hohem RV-Kragen zur Wärmeregulierung. An den Füßen zwei Paar Socken. Dünne Liner von Smartwool gepaart mit 400ern von Woolpower – auch hier war Merinowolle erste Wahl.

Als Beinkleid diente die bequeme, leichte und schnelltrocknende Quandary Pants von Patagonia, gehalten von einem Friction Belt. Obenrum war es allein in Unterwäsche zu frisch und ich zog die Patagonia Wind Shield Weste drüber. Auf der Front bietet sie ordentlichen Wetterschutz und auf der Rückseite gute Ventilation dank luftiger Einsätze.

Für den Tag, an dem ich rund um Langenberg gelaufen bin, war etwas Niederschlag vorhergesagt, weswegen ich für den Ausflug zudem eine sehr leichte Regenjacke eingesteckt hatte, genauer das Storm Racer Jacket von Patagonia (allerdings blieb es dann doch trocken). Und weil ich mir für die Zeit auf dem Rundweg um Ennepetal nicht sicher war, ob mir die Weste mit „freien“ Armen ausreichend warm sein würde, hatte ich dort zur Sicherheit anstelle der dünnen Regenpelle – nass sollte es laut Wettterbericht nicht werden – zusätzlich den R1 TechFace Hoody dabei, eine leichte Fleece/Softshell-Jacke ebenfalls von Patagonia, die sich gut für wechselhafte Bedingungen eignet (letzten Endes war die Weste aber ausreichend).

Um in den Pausen nicht auszukühlen, war dann allerdings eine gut isolierende Schicht wichtig, die ich schnell drüberziehen konnte. Der Nano-Air Hoody von Patagonia mit seiner weichen Kunstfaserfüllung sorgte hier für Gemütlichkeit.

Auf dem Kopf trug ich bei der ersten Wanderung ein Trucker-Käppi und bei der zweiten ein Beanie. Während einheizender Aufstiege nahm ich die Mütze einfach in die Hand und setzte sie auf den zugigen Höhen und bergab wieder auf. Ein Paar Handschuhe und ein Buff hatte ich zur Sicherheit auch immer griffbereit im Rucksack, aber dafür war es nie kalt genug.

Schuhe
Hatte ich auf dem Langenberger Rundweg noch die Terrex Agravic GTX von adidas an den Füßen, mit denen ich aber nicht so wirklich zurecktkomme, setzte ich bei der Runde um Ennepetal auf den Speedcross Vario 2  GTX von Salomon, der mir bislang ein besseres Laufgefühl beschert.

Rucksack
Auf dem  Buckel trug ich alles in einem Patagonia Nine Trails Backpack in der 36 Liter Version mit mir rum. Den Rucksack habe ich etwas „gepimpt“, indem ich die Verstärkungen aus den Hüfgurtflossen und die Alustrebe aus der Rückenplatte entfernt habe. Dadurch trägt er sich anschmiegsamer und bequemer.

Essen und Trinken
Flüssigkeit ist das A und O. Für die erste Tour hatte ich zwei Liter eingepackt, für die lange 54-Kilometer-Strecke gar drei Liter. Alles heißer Tee (Apfel und Früchte). Zum Teil in einer Nalgene-Kunststoffflasche abgefüllt, die in einem passenden Isolationsbeutel von Outdoor Research steckte, der Rest in einer bzw. zwei normalen Thermoskannen.

Auch nehme ich immer ordentlich Futter mit – Hungergefühle sind nicht mein Ding. Ein Potpourri aus Bananen, Wasa Knäcke-Sandwiches, Salami-Sticks, Snack-Möhren und Balisto-Riegeln tat ihren Dienst. Dazu zur Sicherheit noch ein paar Nüsse und Cookies. So kam ich laufend gut gestärkt durch die Tage.

Fotokram
Da es leicht sein sollte, beschränkte ich mich auf eine Fujifilm X-Pro2 mit dem XF27mm Pancake. Einziges Zubehör war ein kleines GorillaPod-Stativ, das sich nahezu überall festklemmen lässt. So konnte ich mich per Selbstauslöser auch mal ins Bild rücken. Ein iPhone steckte zudem aber auch noch im Gepäck.

Sonstiges
Ich mag es nicht, bei einer Rast auf kalten Bänken festzufrieren oder mir auf nassen Baumstämmen einen feuchten Hintern zuzuziehen. Deshalb nehme ich immer ein leichtes Sitzkissen von Optimus mit. Bei der über 11 Stunden dauernden Begehung des Wappenweges musste ich schließlich das letzte Stück in völliger Dunkelheit zurücklegen. Eine Stirnlampe war also auch noch Pflicht. Hier reichte eine ältere Tikkina von Petzl aus, um ein spärliches Licht auf die Wege zu zaubern und mich sicher ans Ziel zu geleiten.

Last but not least
Blasenpflaster und Tape, wovon ich leider auch Gebrauch machen musste …

Soweit die kleine Auflistung. Happy hiking allerseits!

Alle Wander-, Trainings- und sonstigen Geschichten rund um mein Projekt #WorldWideWilderness findet Ihr in der #WasWarWann-Rubrik.

#WasWarWann – Folge 4

– Rund um Ennepetal –

Es war ein Kraftakt. In 11 Stunden und 10 Minuten bin ich gestern den 54 km langen Wappenweg rund um Ennepetal gewandert. Ich kenne die Strecke wie meine Westentasche, und es sollten nach der Tagestour über den Langenberger Rundweg weitere harte Trainingskilometer auf dem Weg nach Patagonien werden.

Um 07:45 Uhr machte ich mich in Schwelm am Schloss Martfeld auf den Weg, gelangte rasch zum Bahnhof Ennepetal und erklomm den Buchenberg. Allerdings bemerkte ich schon in diesem frühen Stadium eine Reiberei unter der linken Ferse. Genau an der Stelle, wo ich mir im Oktober beim Rothaarsteig-Marathon auch eine Blase eingefangen hatte. Nach anderthalb Stunden machte ich daher bereits die erste Pause. Ich stopfte eine Banane, ein paar Snack-Möhren, zwei Knäckebrote und ein Balisto in mich hinein und spülte alles mit zwei Bechern Tee hinunter. Dann widmete ich mich meinem Fuß und klebte die betroffene Stelle mit Tape ab, um die Reibung zu minimieren.

Frisch versorgt kam ich daraufhin ganz gut weiter. Ich durchschritt das Haspertal und tauchte ein ins Waldgebiet Ikshardt. Dort ersparte ich mir, den längsten Anstieg der ganzen Runde an einem Stück zu erklimmen und machte auf halbem Weg die nächste Rast. Wieder vertilgte ich einige Leckereien, was mich aber nur kurz davon ablenkte, das in der Zwischenzeit doch stärker gewordene Zwicken unter dem lädierten Fuß wahrzunehmen. Gut, noch war es eine erträgliche Randnotiz, aber auf dem folgenden Abschitt vorbei an der Hasper Talsperre und hinüber ins Tal der Ennepe – wo irgendwo gerade mal die Hälfte des Weges hinter mir lag – wurde die Blase, zu der sich das Zwacken mittlerweile ausgewchsen hatte, zum bestimmenden Faktor. Hinter Peddenöde und kurz vor Brauck musste ich handeln. Ich wechselte das Tape und fügte noch ein Blasenpflaster hinzu, das Druck von der Stelle nehmen sollte. Nur alles Wohlwollen kam leider zu spät. Von hier an wurde die verbleibende Strecke zu einer harten Auseinandersetzung zwischen Körper und Geist.

Abzubrechen, stand nicht zur Diskussion. Mein Wille durchzuhalten, war stärker. Ich dachte an Mark F. Twight und die Worte in seinem Buch Extreme Alpinism. „A strong will grows from suffering and being rewarded for it.“ Die Mär von Freud und Leid, das so dicht beieinander liegt, beschäftige für den Rest des Tages zunehmend meine Sinne …

„Does a strong will come from years of multihour training runs or do those runs result from a dominating will?“

Weiter immer weiter trieb ich mich im Schatten des Westenberg voran bis zur Heilenbecker Talsperre. Nochmals ließ ich mich auf eine Bank plumpsen, verdrückte Speiß und Trank. Ich beobachtete ein paar Spaziergänger, die gemütlich ihre Runden drehten. Mit steifen Gliedern rappelte ich mich wieder auf und stöhnte auf den nächsten Metern vor mich hin. Sich nach etwas Ruhe wieder an die Schmerzen zu gewöhnen, dauert immer eine Weile.

Als ich am Brebach entlang lief, setzte die Dämmerung ein. Ich war der Kühle auf den Höhenzügen entkommen und genoss im windgeschützten Tal für Momente das Draußensein in der Natur. Doch es blieb bei einem letzten Aufbäumen, bevor sich meine Schritte immer mehr verlangsamten. Am Beyenburger Stausee wurde es finster. Von hier hätte ich einen Bus nach Hause nehmen können. Aber nein, ich wollte es mal wieder schaffen. Unter dem Bilstein hielt ich ein letztes Mal an – ein letztes Mal Kraft tanken für den Schlussakt. Nur die Schwelmer Höhe galt es noch zu überwinden. In völliger Dunkelheit spendete meine Stirnlampe ein spärliches Licht. Sie erhellte vor mir gerade so viel wie nötig. Der nächste Schritt, der nächste Meter. Das war alles, was noch zählte.

Meine Beine waren verkrampft. Ich kämpfte mich die verbliebenen Steigungen hinauf nach Königsfeld und schließlich am Rande des Martfelfer Wald hinab ins Ziel. Aber noch war ich nicht Zuhause. Ohne anzuhalten und den Erfolg zu genießen qäulte ich mich zum Schwelmer Bahnhof, erwischte zum Glück rasch einen Zug zurück nach Wuppertal, nahm dort noch einen Bus, um ja so wenige weitere Meter wie möglich laufen zu müssen. Daheim im Treppenhaus ließ ich mich auf die Stufen fallen. Zog die Schuhe aus und blieb erstmal sitzen. Ich war platt. Und gezeichnet. Später entfernte ich Tape und Pflaster von Fuß und Blase und stach das blutige Biest auf. Ich humpelte durch die Wohnung. Geist und Körper waren leer.

Eigentlich hatte ich auf dem Weg ins südliche patagonische Inlandeis und zur ersten Tour meines #WorldWideWilderness-Projekts vor, im Dezember die nächsten Wanderschritte zu unternehmen. Vielleicht lasse ich diese allerdings ausfallen, absolviere vorerst nur kürzere Trainingseinheiten und gönne meinem Fuß die wohl nötige Erholung …

> Alle #WasWarWann-Folgen

SPOT Gen3 Messenger – Ein Erfahrungsbericht

– SPOT Gen3 Messenger in Grönland –

Ich erinnere mich noch gut daran, wie mir Mitte der Neunzigerjahre bei einer Solotour durch den einsamen Sarek-Nationalpark im hohen Norden Schwedens ein Ermüdungsbruch im rechten Fuß urplötzlich das Leben schwer machte. Ein Kontakt zur Außenwelt war nicht möglich, Hilfe weit weg, also lief ich – so gut es eben ging – mit schmerzverzerrtem Gesicht noch 50 Kilometer bis zum Zielort. Und selbst dann dauerte es noch ein paar Tage, bis ich eine ganze Woche nachdem es Knack gemacht hatte, Zuhause beim Arzt aufschlug und einen Gips verpasst bekam. Natürlich wurde ich zuvor gefragt, warum ich mit dem lädierten Knochen denn nicht schon früher gekommen wäre. Nun ja …

Es war eine Zeit, in der es noch keine Mobiltelefone gab. Aber selbst auf späteren „Handy-Unternehmungen“ waren diese auf abgeschiedenen Touren in die Wildnis kaum ein adequates Kommunikationsmittel, um im Fall der Fälle Hilfe herbeizuholen, denn oftmals herrscht dort einfach kein Empfang. 2005 war ich dann zum ersten Mal mit einem Satellitentelefon unterwegs, als ich im Winter versuchte, Island allein zu durchqueren und im Sommer solo über den Vatnajökull, Europas größten Gletscher, lief. Jetzt konnte ich zwar von jedem Punkt aus telefonieren, aber eine Rettung einzuleiten, wäre auch damit unter Umständen schwierig gewesen, hätte ich meine Position doch noch per Anruf oder Textnachricht durchgeben müssen. Wer weiß, ob das immer möglich gewesen wäre?

„Meine Wahl fiel dabei schließlich auf den SPOT Gen3 Messenger, der über das Globalstar Satellitennetz kommuniziert, welches eine nahezu weltweite Abdeckung gewährleistet.“

In den folgenden Jahren – bei der Grönland Transversale 2006 und der Expedition EISWÜSTE 2008 – hatten wir neben einem Satfon auch noch einen sogenannten PLB (Personal Locator Beacon) im Gepäck. Diese ursprünglich aus der Seefahrt stammenden Notfallsender funktionieren auf der Basis von Notfallfunkfrequenzen aus der Luftfahrt und man kann damit auf Knopfdruck ganz einfach seinen Standort übermitteln und einen Hilferuf entsenden. Nicht mehr und nicht weniger.

Bevor ich vor zwei Jahren erneut nach Grönland aufbrach, um eine Solowanderung durch das Johan Dahl Land zu unternehmen, machte ich mir Gedanken, welches Gerät ich zur Sicherheit nun am besten mitnehmen sollte. Meine Wahl fiel dabei auf den SPOT Gen3 Messenger, der über das Globalstar Satellitennetz kommuniziert, welches eine nahezu weltweite Abdeckung gewährleistet.

– SPOT Gen3 Notfallsender in Grönland –

Was bietet der SPOT-Notfallsender?

Zuerst muss der Sender unter findmespot.com registriert werden, danach kann man einen umfangreichen Service nutzen. Dabei gehen die Möglichkeiten des SPOT weit über die simple Notruf-Funktion eines PLBs hinaus, mit denen sich „nur“ eine sofortige Rettung in die Wege leiten lässt.

Mit dem handygroßen und 114 Gramm leichten SPOT-Sender kann im Ernstfall und einer lebensbedrohlichen Situation über eine gesicherte SOS-Taste natürlich ebenfalls ein Notruf abgesetzt werden. Im 5-Minuten-Rhythmus wird daraufhin fortlaufend die aktuelle GPS-Position versendet. SOS-Nachricht und Koordinaten werden von der internationalen GEOS-Notrufzentrale empfangen, die rund um die Uhr weltweit lokale Rettungskräfte alarmiert. Gleichzeitig wird ein GEOS-Mitarbeiter vorab hinterlegte Notrufkontakte über den Stand der Rettung informieren. Diese Kontaktpersonen können den Rettungskräften bei eventuellen Rückfragen zur Verfügung stehen. Auch lassen sich Vorerkrankungen oder der Bedarf an bestimmten Medikamenten bei der Einrichtung des Gerätes in einem Webformular eingeben. Wie die einzelnen Schritte der Rettungskette genau ablaufen, wird hier erklärt.

Neben der SOS-Funktion besteht weiterhin die Option, bei einem nicht-lebensbedrohlichen Notfall eine „Hilfe-Nachricht“ an Freunde, Familie oder andere zu schicken. Quasi eine abgeschwächte Form, die zeigt, dass Unterstützung von außen hilfreich wäre, es aber nicht um Leben und Tod geht. Hier können bis zu 10 Kontakte hinterlegt werden, die durch eine vorgefertigte Nachricht inklusive der momentanen GPS-Koordinaten informiert werden.

„Es war ein beruhigendes Gefühl, den kleinen SPOT dabei zu haben. Er hat seine Sache bestens erledigt und jeden Tag war es der Familie und Freunden aufs Neue klar, dass es mir gut geht.“

Zudem bietet der SPOT die Möglichkeit – und hier unterscheidet er sich signifikant von einem PLB –, wann immer man möchte und ohne „Notfallgrund“ die aktuelle Position zu übermitteln. Der Sender verfügt dazu über eine OK-Taste. Wird diese gedrückt, schickt das Gerät eine vorab eingerichtete und formulierte Nachricht zusammen mit den GPS-Koordinaten per E-Mail und/oder SMS an eine vorher definierte Personengruppe (auch hier sind bis zu 10 Kontakte möglich). So kann man die Lieben daheim jederzeit wissen lassen, dass es einem gut geht. In Grönland habe ich jeden Abend nach dem Zeltaufbau eine solche „OK-Nachricht“ verschickt – so konnten alle danach ruhig schlafen und auch mein Ansprechpartner vor Ort wusste immer, wo ich mich gerade befand (diese Nachricht kann am Gerät selbst nicht verändert werden und wird ebenfalls über das Webformular vor Tourantritt eingegeben, was wie alle Einstellungen leicht und schnell von der Hand geht). Auch ist es möglich, die Koordinaten samt Textmessage auf Twitter und Facebook sowie einer Webseite zu veröffentlichen. Das ist ganz praktisch, um ein breites Publikum mit auf die eigene Reise zu nehmen und ihnen zu zeigen, wo man gerade so steckt. Allerdings sind ein paar meiner Statusmeldungen auf Twitter und Facebook nicht angezeigt worden … Neben dieser klassischen OK-Meldung lässt sich weiterhin noch eine „Individuelle Nachricht“ auf Knopfdruck verschicken, wodurch etwas Spielraum in der – vorformulierten – Kommunikation besteht .

Schließlich verfügt der Sender über eine Trackingfunktion. Beim SPOT Gen3 können verschiedene Trackingintervalle ausgewählt werden, die je nach Reisegeschwindigkeit – wie Wanderung oder Radtour – sinnvoll sind (2 ½-, 5-, 10-, 30- und 60-minütige Intervalle stehen zur Verfügung). Sobald diese Funktion aktiviert ist, übermittelt der SPOT ganz automatisch die aktuelle Position. Der Reiseverlauf kann so nahezu in Echtzeit über Google Maps verfolgt werden. Auch kann mit einem SPOT-Konto eine öffentlich zugängliche SPOT Shared Page angelegt werden, auf der die GPS-Standorte veröffentlicht werden können. Dieses Tracking war mir allerdings zuviel des Guten und erschien mir bei meiner Wanderung durch das Johan Dahl Land nicht nötig. Also habe ich darauf verzichtet und das Gerät nicht im Dauerbetrieb laufen lassen.

Alle diese vielfältigen Funktionen und Services lassen sich bequem und individuell online über das praktische Webformular ändern und anpassen. Man kann darüber hinaus je nach Tour unterschiedliche Profile anlegen – so werden immer die passenden Leute benachrichtigt.

Zu beachten gibt es beim SPOT Gen3 Messenger eigentlich nur zwei Dinge: Zum einen wird das Gerät mit herkömmlichen AAA 1.5V Lithium-Batterien oder Akkus betrieben. Hier gilt es darauf zu achten, diese vor jeder Tour zu ersetzen oder zumindest zu überprüfen und auch Ersatz mitzunehmen. In einem Notfall die Batterien wechseln zu müssen, sollte auf gar keinen Fall passieren! Die Nutzung der Trackingfunktion und hier besonders die kürzeren Intervalle reduzieren die mögliche Laufzeit des Geräts deutlich. Wer aber nur jeden Tag einmal seine Koordinaten samt OK-Nachricht übermittelt – wie ich es getan habe –, bei dem reicht ein Satz Batterien für eine lange Zeit. Zum anderen funktioniert der SPOT über Satelliten. Diese decken allerdings nicht alle Gebiete auf der Erde zu einhundert Prozent ab. Am Nord- und Südpol, in Zentralafrika oder Feuerland kann es mau aussehen. Wer in „exotische“ Regionen vordringt, sollte sich deshalb vorher die Abdeckungsgebiete genauer ansehen. Auch sollte bei der Nutzung eine möglichst „freie Sicht“ zum Himmel gewährleistet sein – ist diese nicht gegeben, kann es passieren, dass der SPOT eine Position und und im schlimmsten Fall einen Notruf nicht übermitteln kann.

Mein Fazit

Es war ein beruhigendes Gefühl, den kleinen SPOT dabei zu haben. Er hat seine Sache bestens erledigt und jeden Tag war es der Familie und Freunden aufs Neue klar, dass es mir gut geht. Allein das ist schon viel wert – der Ernstfall muss ja gar nicht eintreten. Daher kann ich allen, die in wilde Einsamkeit aufbrechen wo Hilfe fern ist, nur dazu raten, in einen Notfallsender wie den SPOT zu investieren. Und wem eine dauerhafte Anschaffung zu kostspielig ist, sollte auf jeden Fall über ein Mietgerät nachdenken!

Einzig muss man sich bewusst sein, dass diese vermeintliche Nabelschnur nur in eine Richtung funktioniert. Es besteht keinerlei Möglichkeit, über den SPOT von daheim per E-Mail oder SMS kontaktiert zu werden. Aber das muss ja auch nicht sein – denn wer will schon draußen in der Natur gestört werden?

Werbehinweis: Das Gerät wurde mir kostenlos von WeSPOT für den Zeitraum der Grönland-Reise zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.

#WasWarWann – Folge 2

– Am Langenberger Rundweg –

Um mich ideal auf Patagonien vorzubereiten, wo im kommenden Februar eine herausfordernde Trekkingtour auf mich wartet, werde ich über den Winter auch einige ausgedehnte Tageswanderungen ins Training einstreuen. Gute Erinnerungen habe ich da an den Langenberger Rundweg, den ich gestern mal wieder in Angriff genommen habe …

Erneut lief ich Zuhause los, durchquerte zuerst den Nordpark, passierte dann die Hatzfelder Wassertürme, gelangte schließlich ins Deilbachtal und stieß bei Schmahl am Schmalen auf den ca. 32 km langen Rundweg. Oberhalb auf der Höhe machte ich die erste Rast. Am linken Fuß spürte ich bereits die Blasen und Druckstellen, die ich mir vor gut einer Woche beim Rothaarsteig-Marathon eingefangen hatte. Die Schuhe neu geschnürt verdrängte ich das Zwicken jedoch und marschierte einfach weiter ins Felderbachtal und hinüber nach Velbert-Nierenhof. Von dort ging es steil bergauf nach Huisgen. Über die kahlen Flächen fegte ein kalter Wind, aber zum Glück blieb es bei etwa 5 Grad trocken. Ich kam bei dem tristen Wetter zügig voran und legte erst in einem Waldstück oberhalb des Asbachtals die zweite Pause ein.

Es folgte ein längeres Asphaltstück. Dann wieder Pfade und Feldwege. Am Golfplatz hinter Knollenberg änderte sich die frühere Wegführung. Da der Durchgang durch den Hof Krüdenscheid vom Besitzer gesperrt worden ist, wurde eine mehrkilometrige Umleitung eingerichtet. Neuland auf der bekannten Runde. Nach der dritten Rast nahm ich in der Nähe von Kuhlendahl prompt eine falsche Abzweigung und legte einen 10-minütigen Umweg ein, bis ich wieder auf dem richtigen Weg zurück war. Um Zeit gut zu machen, joggte ich locker ein paar Meter.

Mittlerweile hatte ich auf Durchhalten geschaltet. Alles flog an mir vorbei. Windrath, Nordrath. Dann war ich zurück im Deilbachtal. Noch eine vierte Pause, bevor die Dämmerung hereinbrach. Rasch wurde es immer dunkler. Die letzte Waldpassage brachte ich gerade noch im spärlichen Restlicht hinter mich, ohne die Stirnlampe bemühen zu müssen. Die finalen Kilometer trottete ich über Straßen und durch Kleingärtenanlagen.

Nach knappen 10 Stunden und 30 Minuten klingelte ich daheim an der Haustüre. Die Glieder steif, die Füße schmerzend. Die lange Strecke mit ihren zusätzlichen 1.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg hatte mal wieder ihren Tribut gefordert. Doch trotz aller Schinderei liebe ich diese ausgefüllte Zeit zwischen Morgengrauen und Abenddämmerung.

Die nächsten Wanderschritte auf dem Weg ins südliche patagonische Inlandeis und zur ersten Tour meines „#WWW“-Projekts habe ich auch schon ins Auge gefasst. Ende November lege ich noch eine Schüppe drauf und ein weiteres Mal soll dann der Wappenweg rund um Ennepetal dran glauben.

> Alle #WasWarWann-Folgen

Rund um Ennepetal – Die Bilder

– Rund um Ennepetal – Die Bilder –

Kaum einen Weg kenne ich so gut wie den Rundweg um Ennepetal. Und auch wenn ich ihn schon so häufig gelaufen bin, lockt mich diese 54 km lange Strecke doch immer wieder einmal. Zuletzt Mitte Mai gemeinsam mit Joël Wagner – zwei Tage lang wollten wir nah unserer Heimat ein kleines „Microadventure“ erleben. Hatte ich die Runde in der Vergangenheit oft in schnellem Tempo an einem Stück absolviert, sollte es dieses Mal weniger sportlich, dafür fotografischer zugehen. Joël hatte seine Leica M mit drei Festbrennweiten dabei. Ich Fujifilms X-T1 und das 23er, 56er und 10-24er.

Wir versuchten, Details am Wegesrand einzufangen. Dinge aufzuspüren, an denen ich früher oft einfach vorbei marschiert war. Oft waren wir so vertieft und krochen mit den Kameras im Anschlag gar bis in stacheligen Ilex hinein, dass darüber die Zeit wie im Flug verging und wir länger als gedacht durch Wald und Flur, an Talsperren vorbei und über manchen Berg zogen. Der Wappenweg ist ohnehin nicht zu unterschätzen – 1800 Höhenmeter wollen hinauf und wieder hinunter bewältigt werden. Aber das schreckte uns nicht. Wir stießen auf einsame Pferde und neugierige Kühe, liefen durch ein Spalier aus Ginsterbüschen und übernachteten im Zelt an einem idyllischen Bach.

An beiden Tagen waren wir jeweils zehn Stunden mit geschulterten Rucksäcken auf den Beinen und mussten schließlich mit jedem weiteren Schritt feststellen, wie sehr unsere Füße ermüdeten und der Griff zur Kamera nachließ. Die Wanderung über Stock und Stein forderte ihren Tribut, den wir aber gerne bereit waren zu zahlen, auch wenn zum Ende hin ein baldiges Ankommen fast wichtiger schien als ein weiteres Foto.

Zurück in Schwelm, dem Start- und Zielpunkt unseres kleinen Abenteuers, waren wir gleichauf zufrieden und erschöpft. Wir waren nah der eigenen Haustüre dem Alltag entflohen und eingetaucht in die Natur. Wir waren auf Entdeckungsreise gegangen. Das sollten wir öfters machen!

Nach der Wanderung hatte ich alle Bilder recht fix fertig bearbeitet und die komplette Serie unserer Zweitagestour ist bereits seit einiger Zeit zu sehen. Auf Flickr. Viel Freude damit!

Fotografisches:
Die Runde um Ennepetal habe ich mit der Fujifilm X-T1 fotografiert. Alle Aufnahmen sind das Ergebnis eines RAW-Workflows basierend auf Adobe Camera RAW und VSCO Film. Für den Analoglook sorgte bei dieser Serie der Kodak Portra 160.

> Bildergalerie Rund um Ennepetal