Grönland – Zurück vom Inlandeis 3. September 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Expeditionen, Reisen , einen kommentar schreiben
- “Inlandeis Grönland” -
Mittlerweile bin ich aus Grönland zurück (siehe auch Blog-Eintrag vom 12. August 2010). Gemeinsam mit Johannes Lang und dem Naturfilmer Uwe Anders verbrachte ich 12 Tage auf dem Inlandeis – gute 150 Kilometer südöstlich von Kangerlussuaq in 1850 Metern Höhe. Nachdem ich ursprünglich mit Johannes eine komplette Überquerung des grönländischen Inlandeises unternehmen wollte, sind wir nun nur für einige Tage mit einem Helikopter hinauf auf das Inlandeis geflogen, um dort die Filmaufnahmen zu machen, die ansonsten im Laufe unserer Expedition gemacht werden sollten. Die grönländischen Behörden hatten uns zuvor einen Strich durch die Rechnung gemacht: zuviel Schmelzwasser wäre in diesem Sommer auf dem Eis, zu gefährlich sei es dort und daher gab es für eine Inlandeisüberquerung keine Genehmigung. Nach wochenlangem hin und her wurde es uns aber zumindest erlaubt, hinter die gefährlichen Schmelzwasserbereiche auf das Inlandeis zu fliegen, damit wenigstens der Film gerettet ist.
Aus der geplanten Woche wurden letztendlich 12 Tage, da der zur Abholung gebuchte Heli am vereinbarten Tag einen technischen Defekt hatte, der auch in den folgenden Tagen nicht behoben werden konnte. Schließlich musste erst ein anderer Helikopter aufgetrieben werden, der uns nach Tagen der Warterei vom Eis zurück in die Zivilisation flog. Zum Glück hatten wir ausreichend Lebensmittel und Brennstoff dabei. Und genügend Lesestoff! So hat Johannes in den Tagen in der weißen Weite alle Bände der Herr der Ringe Trilogie verschlungen …
Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Bildern der Tage auf dem Eis kann im StadtLandFlucht-Magazin nachgelesen werden. Dort sind zudem alle Beiträge über die Expedition Trans-Grönland 2010 zusammengefasst.
> Special: Trans-Grönland 2010
Grönland – Eine Woche Inlandeis 12. August 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Expeditionen, Reisen , 1 kommentar bisher
- “Grönland” -
Morgen fliege ich nach Grönland. Zusammen mit Johannes Lang und dem Naturfilmer Uwe Anders. Es geht nach Kangerlussuaq an der Westküste, von wo wir uns am Samstag mit einem Helikopter hinauf auf das Inlandeis befördern lassen werden. Ursprünglich wollte ich mit Johannes eine komplette Überquerung des grönländischen Inlandeises unternehmen, doch die Behörden vor Ort machten uns einen Strich durch die Rechnung: zuviel Schmelzwasser wäre in diesem Sommer auf dem Eis, zu gefährlich sei es dort und daher gab es dafür keine Genehmigung …
Aber immerhin dürfen wir nun nach wochenlangem hin und her zumindest für einige Tage auf das Inlandeis fliegen, um dort die Filmaufnahmen zu machen, die ansonsten im Laufe unserer Expedition gemacht werden sollten. Es wird nun soweit hinauf gehen, dass wir hinter die gefährlichen Schmelzwasserbereiche kommen. Und soweit, dass richtiges Inlandeisfeeling aufkommt. Nichts als Eis und Schnee in alle Himmelsrichtungen.
Retour geht es auf dem gleichen Wege. Der Heli wird uns nach einer Woche abholen und zurückfliegen nach Kangerlussuaq. Erneut hinweg über Gletschersumpf, Schmelzwasserflüsse und -seen. Ich bin schon sehr gespannt, ob sich dieser Bereich in diesem Jahr tatsächlich schlimmer präsentiert als ich es bei meinen beiden Expeditionen 2006 und 2008 erlebt habe.
Über die Expedition Trans-Grönland 2010, das Prozedere um die Genehmigung und den Filmausflug, berichten wir weiterhin in einem Special im StadtLandFlucht-Magazin.
> Special: Trans-Grönland 2010
3 Tage Island – Gastbeitrag im Kwerfeldein Fotografieblog 9. Juli 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Medien, Reisen , 1 kommentar bisher
Mit Kwerfeldein betreibt Martin Gommel den wohl meistgelesenen Fotografieblog Deutschlands. Fundierte, teils sehr persönliche Beiträge werden immer wieder ergänzt durch Gastartikel anderer Fotografen. Hervorzuheben ist auch die Kommentarkultur auf Kwerfeldein, die zeigt, wie sehr die Leser teilhaben und die gezeigten Bilder und geschriebenen Worte diskutieren. Da freue ich mich, heute selbst mit einem Gastbeitrag die Themenvielfalt zu bereichern.
In 3 Tage Island – Reisefotografie mit Zeitdruck berichte ich von meinen fotografischen Erlebnissen während einer kurzen Pressereise auf die Insel im Nordatlantik, die durch den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull im Frühjahr in aller Munde war. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hatte mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel.
Neben der Bergtour, die als 15-stündiges Auf und Ab für den zweiten Tag angesetzt ist, wollen wir weitere sehenswerte Orte besuchen. Stoff für eine spannende Geschichte wird es demnach reichlich geben, nur wie bei Pressereisen üblich, ist alles in einen engen Rahmen gequetscht. Zeitdruck ist aber nicht unbedingt das, was man sich als Fotograf wünscht, um gute Bilder mit nach Hause zu bringen. Tja, so ist die Situation – also versuche ich, das Beste herauszuholen.
Wie sind Eure Erfahrungen mit der Reisefotografie? Habt Ihr immer ausreichend Zeit? Oder muss es auch schon mal schnellschnell gehen?
> 3 Tage Island – Reisefotografie mit Zeitdruck
Das Boot in der Nordsee – Gastbeitrag im Blog von Olaf Bathke 22. Juni 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Medien, Reisen , einen kommentar schreiben
Im Dezember des letzten Jahres schrieb ich in einem Gastbeitrag im Blog von Olaf Bathke über die Formatfrage. Vollformat oder Halbformat? FX vs. DX – Oder der Vorteil des Halben gegenüber dem Vollen. Heute bin ich mit einem weiteren Artikel im ältesten deutschsprachigen Blog mit dem Schwerpunkt Fotografie vertreten. Doch dieses Mal ist nicht ein technischer Aspekt Inhalt des Beitrages, sondern eine Bildvorstellung.
Die Aufnahme “Das Boot in der Nordsee” entstand im Laufe einer Reise an die ostfriesische Nordseeküste in den ersten Tagen diesen Jahres. An einem der Tage fuhren wir mit der Fähre von Neßmersiel auf die Insel Baltrum, die kleinste der sieben dauerhaft bewohnten Ostfriesischen Inseln. Wie ausgestorben wirkte die Insel an diesem Januartag. Während der Rückfahrt zum Festland entstand das Bild des kleinen Bootes.
Als ich nach einer Weile aufblickte, waren wir gerade daran ein kleines Boot zu überholen, das in den Wellen der Fähre auf und ab tanzte. Mir schoss eine Bildidee in den Sinn: Das Boot und die Meereswellen in Geschwindigkeit und Harmonie vereint.
Die Fotografie ist ein Sinnbild dieses Tages auf der Insel Baltrum: Ein verschwommener Horizont, ohne Aussicht und Anhaltspunkte. Ein aufgewühltes Meer, welches den Gang der Zeit bestimmt. Und inmitten der Mensch, der sich darin behauptet.
> Das Boot in der Nordsee – Eine Bildvorstellung
Island – Bilder einer Pressereise 18. Juni 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 4kommentare
Nach dem Bericht über meine Teilnahme an einer kurzen Pressereise nach Island (siehe auch Blog-Eintrag vom 02. Juni 2010), folgen nun einige Bilder. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hatte mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, um an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel. Gemeinsam mit der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) veranstaltete 66°North bereits zum dritten Mal ein erfolgreiches Trainingsprogramm, das Teilnehmern die Gelegenheit gab, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Der Aufstieg auf den Hvannadalshnúkur im Süden des Gletschers Vatnajökull (Höhe 2110 m) war der sprichwörtliche Höhepunkt dieses Trainingsprogramms. Neben der erfolgreichen Bergtour wurden im Rahmen des Inselaufenthalts zudem ein paar weitere schöne Flecken entlang der Südküste Islands besucht.
Hier im Blog zeige ich nur eine Auswahl der Bilder – weitere gibt es auf meiner Website zu sehen. (Am schönsten lassen sich die Bilder im Vollbildmodus betrachten.)
> Mehr Bilder der Reise gibt es hier zu sehen
Island, die Asche und der Hvannadalshnúkur 2. Juni 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 1 kommentar bisher
- “Über den Öræfajökull” -
Island geht es gut! Wohl die wichtigste Erkenntnis meiner kurzen Reise auf die Insel im Nordatlantik – zumindest aus der Sicht der Isländer. Es war eine der ersten Informationen, die uns mit aller Nachdrücklichkeit mitgeteilt wurde. Entgegen mancher Vermutung ist der kleine Inselstaat nicht unter der übermächtigen Aschewolke des Eyjafjallajökull verschwunden, die den Rest der Welt über Tage und Wochen niederdrückte und am Boden festhielt. Schon die Ankunft in Reykjavik gestaltete sich warm und freundlich. Sonnenschein und angenehme Frühlingstemperaturen – von Asche keine Spur. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North nahm uns, eine Gruppe europäischer und amerikanischer Journalisten, in Empfang, um uns in den folgenden drei Tagen die Firma, das Land und vor allem den höchsten Gipfel Islands näher zu bringen (siehe auch Blog-Eintrag vom 26. Mai 2010). So stand als erstes ein Besuch des Firmensitzes auf dem straffen Programm, wo wir einen Einblick in die Geschichte des 1926 gegründeten Unternehmens bekamen, das mit Seemannsbekleidung anfing und erst seit 1999 verstärkt den Outdoormarkt bedient. Bevor wir uns von dort auf den Weg gen Osten und Richtung Hvannadalshnúkur machen konnten, schaute auch noch Leifur, einer der Guides der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) vorbei. Gemeinsam mit 66°North veranstalteten die Icelandic Mountainguides ein Trainingsprogramm, welches Teilnehmern die Gelegenheit gab, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Auch wir bekamen von Leifur noch ein paar Informationen zugesteckt: Länge der Strecke, Höhe des Aufstiegs, wie wir uns zu kleiden und was wir alles mitzunehmen hätten.

- “Seljalandsfoss und ein klappriger Land Rover” -
Auf der Fahrt über die Ringstraße entlang Islands Südküste reihte sich ein Highlight ans nächste. In Sellfoss aßen wir Spínat Lasagna, bevor ein Stopp am Urri∂afoss unseren engen Zeitplan zum ersten Mal ins Stocken brachte. Es ist wohl keine leichte Aufgabe, eine Meute neugieriger Jounalisten und Fotografen unter Kontrolle zu halten. Den für 15 Minuten angesetzten Halt dehnten wir locker auf 45 aus – ein Umstand, den wir fortan bei jedem Stopp regelmäßig wiederholten. Im Hotel Rangá, einem luxuriösen Holzbau am Fluss Hólsá, gab es Kaffee mit Kuchen, der den World Pavillion Suites, thematisch gestaltet nach den sieben Kontinenten, in nichts nachstand. Auch wenn uns ein Blick auf den berühmten Berg Hekla im Norden verwehrt blieb, genossen wir in den nächsten Stunden weiterhin die Aussicht aus den Busfenstern über die zunehmend in Wolken und in Niesel eingetauchte Landschaft.
Nach einer Runde um den Seljalandsfoss, der über die ehemalige Küstenlinie in die Überschwemmungsebene des Markarfljót stürzt, kamen wir dann doch noch der Asche näher. Am Südrand des Eyjafjallajökull befindet sich das einzige Gebiet, welches auf Island unter dem Vulkanausbruch zu leiden hatte. Vor allem zwei Farmer sind betroffen, deren Grund und Boden nun von einer dicken Schicht bedeckt ist. Wir hielten kurz in einer Ecke düsterer Tristesse, fügten dem Land unsere Fußabdrücke hinzu, um alsbald weiterzufahren über Vík, Kirkjubæjarklaustur und den schwarzen Skei∂arársandur bis nach Skaftafell.

- “Aufstieg und Spuren in der Asche” -
Die Nacht im Hotel Skaftafell war kurz. Nur wenige Stunden bis zum frühen Morgen, der uns wolkenverhangen begrüßte. Frühstück um 4 Uhr, Aufbruch wenige Zeit später, denn um 5 sollte es losgehen auf den Hvannadalshnúkur. Am verlassenen Bauernhof Sandfell warteten 18 Mountainguides, um an diesem Tag eine große Gruppe zum Gipfel zu führen. Mehr als 150 Teilnehmer des Trainingsprogrammes teilten sich in kleinere Gruppen auf, nach Leistungsstärke sortiert, denen wir uns anschlossen. Jedes der Trüppchen bekam einen Guide, der von nun an das Tempo und die Richtung bestimmte. In langer Schlange stiegen wir über steile Geröllhänge hinauf. Nebelfeucht. Doch der Wettergott meinte es gut mit uns an diesem Tag – auf etwa 1000 Meter Höhe durchbrachen wir die Wolkendecke. Blauer Himmel und Sonnenschein tauchte die Gletscherlandschaft in ein Licht, so strahlend hell, wie man es sonst nur aus dem Flugzeug kennt, das über einem Meer aus Wolken seinem Ziel entgegen fliegt. Nun ja, wir flogen nicht, sondern stapften, von nun an angeseilt, Schritt für Schritt höher und überquerten Spalten im Eis. Stunden vergingen, bis wir den steilen Gipfelaufbau erreichten, den wir mit Steigeisen an den Füßen auch noch erklommen. Um 14 Uhr stand ich bei Windstille 2110 Meter hoch am höchsten Punkt von Europas größtem Gletscher.

- “Am Gipfel des Hvannadalshnúkur” -
Hinab ging es nicht bedeutend schneller. Man kann sagen, es zog sich. Doch beflügelt ob der gewaltigen Landschaft, des intensiven Erlebnisses, nahmen wir auch noch diese Hürde. All die Gruppen, die sich aufgemacht hatten, waren mittlerweile weit voneinander getrennt. Zu unterschiedlich die Geschwindigkeiten beim Laufen, oder die Lust stehenzubleiben und nur zu schauen. Ich gehörte einer der langsamsten Gruppen an, was mir gerade recht war, schließlich befand ich mich nicht auf der Flucht. Nach 14,5 Stunden trudelten wir wieder in Sandfell ein. Eine warme Suppe erwartete uns dort, liebevoll serviert und dankbar angenommen am Ende eines langen Tages. Auch unser Guide Gísli war müde, der nun bereits zum dritten Mal den höchsten Berg seines Landes bestiegen hatte. Doch wie für uns und die meisten seiner Landsleute war dieser Tag etwas ganz Besonderes, wird der Hvannadalshnúkur doch so oft von Wolken und Winden umtobt.

- “Die Reynisdrangar-Säulen und eine Flasche Brennivín” -
Müde in den Beinen kletterten wir anderntags wieder in den Bus. Es ging zurück nach Reykjavik. In Vík, vor dessen schwarzem Lava-Strand Reynisfjara die versteinerten “Reynisdrangar-Trolle” aus dem Wasser ragen, gab es isländische Fleischsuppe. Am Skógafoss der nächste Stopp – wieder einmal an einem der unzähligen Wasserfälle. In Þorlákshöfn nahm uns das dort ansässige Team der isländischen Rettungsgesellschaft Landsbjörg noch in Schlauchbooten mit auf’s Meer. Ein feuchter Ritt in Rettungswesten, der für etwas Adrenalin zum Ende der Reise sorgte. Viel zu schnell vergingen die Tage auf einer Insel, auf der uns weder Asche begrub, noch Brennivín, The Original Icelandic Schnapps, der auch als svarti dauði, “Schwarzer Tod”, bekannt ist, den Garaus machte.
Takk!!
> Mehr Bilder der Reise gibt es hier zu sehen
Mit 66°North auf den Hvannadalshnúkur 26. Mai 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , 1 kommentar bisher
- “Island, Foto: 66°North” -
Nach dem Fotoshooting in Nord-Norwegen in der letzten Woche (siehe auch Blog-Eintrag vom 22. Mai 2010), fliege ich morgen erneut in nordische Gefilde. Der isländische Funktionsbekleidungshersteller 66°North hat mich zusammen mit ein paar weiteren europäischen und amerikanischen Journalisten eingeladen, um an einer Besteigung des Hvannadalshnúkur teilzunehmen, des höchsten Gipfels der Insel. Gemeinsam mit der Isländischen Bergführergesellschaft (IMG) veranstaltet 66°North bereits zum dritten Mal ein erfolgreiches Trainingsprogramm, das Teilnehmern die Gelegenheit gibt, den Gipfel von Europas größtem Gletscher zu erklimmen. Bergsteiger können in diesem Programm ein unvergessliches Erlebnis und den Erwerb wertvollen Wissens auf dem Gebiet der ökologischen Verantwortung miteinander verbinden. Die beiden Unternehmen arbeiten mit vereinten Kräften daran, das Projekt als Plattform zu nutzen, um Bergsteigern die Problematik der Klimaerwärmung und ihre Folgen für die Gletscher Islands näher zu bringen. Der Aufstieg auf den Hvannadalshnúkur im Süden des Gletschers Vatnajökull (Höhe 2110 m) ist der sprichwörtliche Höhepunkt dieses Trainingsprogramms.
Neben der Bergtour, die als 15-stündiges Auf und Ab für den Samstag angesetzt ist, werden wir im Laufe der Fahrt von Islands Hauptstadt Reykjavik bis nach Skaftafell, am Fuße des Gletschers, zudem ein paar weitere schöne Flecken entlang der Südküste besuchen: Den imposanten Skógarfoss, die Basalthöhle Hálsanefshellir am Strand von Reynisfjara und die Reynisdrangar-Säulen, die der Legende nach entstanden, als zwei Trolle einen Dreimaster zur Küste schleppen wollten. Als die Sonne unerwartet durch die Wolken brach, erstarten die beiden zu Stein. Nach dem Tag der Gipfelbesteigung erwartet uns dann noch eine Bootstour inmitten von Eisbergen auf der Gletscherlagune Jökulsárlón.
Ein schönes Programm für einen Kurztrip auf die Insel aus Feuer und Eis. Zum Glück ist der Eyjafjallajökull müde geworden. Er schläft und erholt sich vom wochenlangen Aschespucken. Gut so – der Hvannadalshnúkur wird Abenteuer genug sein.
Zwei Tage Fotoshooting in Nord-Norwegen 22. Mai 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Allgemein, Fotografie, Reisen , einen kommentar schreiben
- “Flug nach Sørkjosen” -
Im Norden Norwegens sollte in dieser Woche noch Schnee liegen. Daher flog ich mit Michael Draksal vom Draksal Fachverlag am Dienstag in die Kommune Nordreisa, um dort einige Fotos von Georg Sichelschmidt zu machen, der gerade an einem Winterreise-Ratgeber schreibt, für den noch einige Bilder fehlen. Georg, mit dem ich 2006 das grönländische Inlandeis überquert hatte, lebt mittlerweile im norwegischen Storslett. Ein weiter Weg ist es bis dorthin. Nach stundenlanger Anreise und mehreren Flügen erreichten wir schließlich Tromsø, von wo es nur noch ein Katzensprung mit einer kleinen Dash 8 Propellermaschine bis nach Sørkjosen, einem Kaff unweit von Storslett, sein sollte. Doch der 20-minütige Flug zog sich wetterbedingt in die Länge, da heftiger Regen und Nebel eine Landung verhinderte. Zweimal setzte der Pilot dazu an, doch beide Male zog er im letzten Moment die Maschine wieder höher und startete durch. Nicht ungewöhnlich zu dieser Jahreszeit, wie uns später berichtet wurde … Also retour, zurück nach Tromsø und rein in einen Bus, den die Fluglinie Widerøe bereitstellte. Nach etwa 4 Stunden Fahrt, anstelle der 20 Minuten Flug, erreichten wir mitten in der Nacht das Reisafjord Hotel in Sørkjosen. Als ich kurz nach 1 Uhr mein Zimmer betrat, war es draußen noch immer hell.

- “Hotelzimmerausblick – 01:13 Uhr” -
Nach dem Frühstück fuhren wir mit Georgs Auto zu einem höher gelegenen Pass, wo der Schnee noch liegen sollte. Ein schmutziger Restehaufen vor dem Hotel war unserer Zuversicht auf die weiße Masse jedoch nicht zuträglich. Starke Bewölkung und die Wetteraussicht auf Regen gesellte sich unvorteilhaft hinzu. In der Höhe, und in tief hängenden Wolken, angekommen, sondierten wir die Lage. War Georg hier vor einer Woche noch bei bestem Wetter Ski gelaufen, hatte in der Zwischenzeit frühlingshaftes Tauwetter zugeschlagen und allerorts dunkle Geröll- und Erdflächen freigelegt. Dazu kam nun das triste Wetter, diese unwinterliche Stimmung. Nicht das, was wir uns noch erhofft hatten: Schnee, Aussicht, blauer Himmel … Der erste Fototag nahm keinen guten Anfang und unsere Gedanken kreisten nur um die “Bilderliste” mit all den Motiven, die wir fotografieren wollten. Unverrichteter Dinge fuhren wir zurück ins Hotel und hielten Kriegsrat. Nun galt es, das Beste aus der Situation herauszuholen.

- “Am Wolkenpass” -
Am späteren Nachmittag standen einige Husky-Bilder auf dem Programm. Vor den Toren Storsletts leben einige Züchter, von denen wir einen besuchten. Neben den großen, für Schlittenrennen trainierten Hunde, tummelten sich auch einige Welpen. Ich versuchte Georg mit ihnen zu fotografieren. Husky auf dem Schoss, Husky auf dem Arm, Huskies um sich herum. Der Auslöser klickte und klickte. Mal diese, mal jene Perspektive. Ein Haufen Ausschuss sammelte sich, aber auch ein paar gelungene Aufnahmen. Mit einem der großen Huskies machten wir dann noch das Bild “Pfotenkontrolle”, bei dem Georg die Pfote des Tieres auf eine Verletzung hin untersucht. So hatten wir am Ende des Tages immerhin zwei Motive der langen Liste im Kasten.

- “Hundeblick” -
Schnell war uns klar geworden, dass stimmungsvolle Winterbilder bei den herrschenden Bedingungen nicht mehr zu realisieren sind. Das umfangreiche Archivmaterial mit Bildern früherer Reisen und Expeditionen rückt daher in den Fokus. Den zweiten Fototag nutzten wir stattdessen für Aufnahmen, die Georg mit allerlei Ausrüstung, in erklärenden Posen und an einem Esstisch zeigen, denn schließlich gehört gutes Essen auf einer Wintertour auch dazu. Apropos: Der Wal, der uns zu Mittag im Hotel serviert wurde, schmeckte hervorragend … Zum Ausklang der zwei Tage Fotoshooting spazierten wir bei Nieselregen noch ein Stück am Reisafjord entlang. Schneereste berührten das Wasser, Meeresgeruch lag in der Luft.

- “Zurück nach Tromsø” -
Am Morgen des Abreisetages atmeten wir auf. Kein Nebel hüllte die Landschaft ein, kein Regen prasselte herab. Dem Flug nach Tromsø durfte also nichts im Wege stehen. Doch am Sørkjoser Flughafen belehrte man uns eines Besseren. War es nun nicht das Wetter, so war es jetzt die Aschewolke des Eyjafjallajökull, welche im hohen Norden Norwegens so tief in der Luft hing, dass sie die Flüge mit den niedrig fliegenden Propellermaschinen zunichte machte. Wieder hieß es in einen Bus zu steigen und stundenlang nach Tromsø zu fahren. Fjorde und Berge rauschten am Fenster vorbei. Dunkle Wolken wechselten sich mit Sonne und Regen ab. Von Tromsø konnten wir weiterfliegen. Nach Oslo und nach Hause. Im Gepäck ein Haufen Bilder. Und die Eindrücke eines Fotoshootings, welches nicht ganz so gelaufen war, wie es im Idealfall hätte sein sollen.
> Mehr Bilder gibt es hier zu sehen
Der Jostedalsbreen, die Spalten und die Umkehr 23. April 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Reisen , einen kommentar schreiben
- “Småttene, Jostedalsbreen, Norwegen” -
Seit Mittwoch Abend bin ich aus Norwegen zurück, wo ich gemeinsam mit Christian Müller eine Überquerung des Jostedalsbreen unternehmen wollte (siehe auch Blog-Eintrag vom 08. April 2010). Schon der Anfang der Tour gestaltete sich schwierig – nur noch wenig Schnee lag in Pollfoss, unserem Ausgangspunkt. Wir mussten die komplette Ausrüstung – die Ski und das Essen für 10 Tage, einen Pulka-Schlitten, ein Seil und vieles mehr – erst einmal in mehreren Portagen bis nach Framrusteseter schleppen. Ab da lag eine geschlossene Schneedecke und wir erreichten von nun an auf Ski und mit der Pulka im Schlepp am Raudberget vorbei und über den zugefrorenen Raudalsvatnet den Fuß der Gletscherausläufer, von dem es 700 steile Höhenmeter hinauf bis an den Rand des weitläufigen Eisplateaus ging.
Zügig liefen wir von dort über den Sikilbreen und den Sygneskardbreen am Klubben vorbei bis nach Høgda, am Rande der Schlüsselstelle unserer geplanten Route gelegen – oberhalb des Lodalsbreen und gegenüber des Småttene Eisfalls, über den der Aufstieg auf das eigentliche Plateau des Jostedalsbreen führen sollte. Doch hier kam alles anders als gedacht und erwartet. Bei schönstem Wetter – Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – standen wir auf dem steilen Gletscherhang Lodalsbrekka, der hinab zum Lodalsbreen führt. Und mussten schnell einsehen, dass der Weiterweg für uns zu riskant sein würde. Der Gletscherhang war durchzogen mit Spalten, die “normalerweise” zu dieser Jahreszeit mit Schnee bedeckt sein müssten und ein recht problemloses Weiterkommen an dieser Stelle ermöglichen sollten. Doch der schneearme Winter in Norwegen machte uns nun einen Strich durch die Rechnung. Der Blick hinüber zum Småttene war noch ernüchternder. Der Eisfall, der im Sommer als nahezu unpassierbar gilt, zeigte sich auch jetzt in weiten Teilen zerrissen und zerfurcht. Ohne die tragende Schneeauflage, die einen Aufstiegsweg zum Jostedalsbreen bilden sollte.
Eine Umkehr an dieser Stelle war unumgänglich. Einen alternativen Übergang zum Jostedalsbreen gibt es hier nicht. Zwar hatten wir ein Seil und Ausrüstung zur Sicherung dabei, doch nur zu zweit erschien uns der Weg mit all dem schweren Gepäck als zu gefährlich. Eventuell in einer Dreier-Seilschaft, nur mit Rucksäcken und ohne Pulka, so hätte man es wagen können auch bei diesen Bedingungen … Aber für uns Zwei war hier Schluss. Zähneknirschend drehten wir um. Und als sich auch ein Abstieg über den nahen Erdalsbreen hinab ins Erdalen vom Gipfel der Stornosa aus betrachtet als wenig gangbar erwies, blieb nur ein langer Rückweg nach Pollfoss.
Zu allem Überfluss änderte sich das Wetter. Aus Gut wurde Schlecht und in der Nähe der Leirvasshøi mussten wir drei Tage im Zelt in einem Schneesturm am Rande der Gletscher ausharren, bis wir wieder hinab steigen konnten aus den Regionen des ewigen Eises, zum Raudalsvatnet und zurück nach Pollfoss …
Bilder der Skitour wird es bald hier und auf meiner Website zu sehen geben. Und im StadtLandFlucht-Magazin wird eine ausführliche Geschichte der missglückten Jostedalsbreen-Überquerung folgen.
Jostedalsbreen – Aufbruch ins Eis 8. April 2010
Veröffentlicht von Martin Hülle in : Expeditionen, Reisen , 4kommentare
- “Høgste Breakulen, Jostedalsbreen, Sommer 2004″ -
Schon zweimal habe ich den Jostedalsbreen in Norwegen überquert. Den größten Gletscher auf dem europäischen Festland. Beide Male im Sommer – von Skei bis ins Stordalen. Heute Abend breche ich erneut in den Norden auf, um eine weitere Skitour über den Jostedalsbreen zu unternehmen. Diesmal jedoch im ausklingenden Winter. Gemeinsam mit Christian Müller werde ich bis nach Pollfoss anreisen, wo unsere Tour beginnen soll. Vorbei an der Skridulaupbu-Hütte wollen wir von dort die Nordausläufer des Gletschers erreichen und schließlich über den Småttene auf das eigentliche Plateau des Jostedalsbreen aufsteigen. Ziel ist die Flatbrehytta – hoch oben über dem Fjærlandsfjord.
Der Wetterbericht sieht für die kommenden Tage ganz gut aus. Sogar einige sonnige Tage und Minusgrade nur in den Nächten sind vorausgesagt. Aber das Wetter kann sich dort sehr schnell ändern und wir sind für alle winterlichen Eventualitäten gerüstet.
Auch das GPS-Gerät ist mit 18 Wegpunkten gefüttert, um uns selbst bei schlechter Sicht über das Dach Norwegens zu leiten. Josten på langs – gute 65 Kilometer über das Eis des Jostedalsbreen und der angrenzenden Gletscher stehen uns bevor. Eine perfekte Vorbereitung für meine dritte Grönland-Expedition in diesem Sommer. Und eine großartige Unternehmung in sich.