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Flohmarkt, Verkäufe, Kleinanzeigen

Meine lieben Damen und Herren, ich öffne mal wieder die Türe meiner Boutique und biete ein paar Waren feil. Lager und Kleiderschrank müssen geräumt werden. Im Angebot habe ich eine instax-Sofortbildkamera von Fujifilm, eine Daunenjacke und einen Skitourenrucksack von Patagonia, Kinderkleidung von Patagonia und Woolpower sowie Wollmützen von Dale of Norway und Norrøna.

Fujifilm instax Wide 300 Sofortbildkamera

„Die konsequente Weiterentwicklung des Bestsellers Instax 210. Mit einem Bildformat von 62×99 mm bietet die Instax WIDE 300 ausreichend Platz für große Motive und große Augenblicke.“

  • Fujinon-Objektiv zur detailreichen Darstellung
  • Blitz zur optimalen Ausleuchtung
  • Bildzählwerk
  • Funktionstasten
  • Nahlinse für detailreiche Makro-Aufnahmen und Selbstportrait-Funktion
  • Stativgewinde zur Befestigung am Kamerastativ

Alle Detailinfos auf der Seite von > Fujifilm

Nahezu unbenutzt (nur zwei Filme) und absolut neuwertig! Inkl. OVP, zwei Fujifilm instax-Wide-Farbfilmkassetten je 10 Bilder (in diesem Jahr abgelaufen) und einer Khanka Transportbox.

NP: 129,- EUR (nur die Kamera!), VB: 95,- EUR (komplett inkl. Filmen und Box!)

Patagonia Down Sweater Hoody Daunenjacke

Größe: Medium, Farbe: Balkan Blue

„Perfekter Kälteschutz für fast alle Zwecke: Der klassische, leichte und winddichte Down Sweater Hoody kombiniert Ripstop-Außenmaterial aus 100% Recycling-Polyester und 800er Advanced Global Daune mit Herkunftsnachweis (von der NSF International zertifizierte Gänsedaune, um zu gewährleisten, dass sie nicht von zwangsgefütterten oder lebend gerupften Vögeln stammt).“

  • Hauptmaterial: 100% Polyester
  • Füllmaterial: 100% Daune
  • Innenmaterial: 100% Polyester
  • Materialbehandlung: DWR-imprägniert
  • Bauschkraft: 800 cuin
  • Verschluss: mit Windabdeckleiste, durchgehender Front-RV, mit Kinnschutz
  • Kapuze: verstellbar
  • Taschen: 2 RV-Seitentaschen, 1 RV-Innentasche
  • Extras: verstellbarer Saum, elastische Ärmelbündchen

Absolut neuwertig, da nur einmal kurz getragen! Alle Detailinfos auf der Seite von > Patagonia

NP: 270,- EUR, VB: 170,- EUR

Patagonia Descensionist Pack 40 Liter Skitourenrucksack

Volumen: 40 Liter, Rückenlänge: L/XL, Farbe: Black

  • Super-robustes Nylon-Cordura®, das abriebfest und dornenbeständig ist
  • Asymmetrischer Schneefang, der sich für bequemes Packen weit öffnen lässt
  • Eine Zugkordel schließt Schneefang und Deckel zugleich dicht ab
  • Ein Seiten-Reißverschluss bietet raschen Zugriff zum Hauptfach
  • Das Rückenpolster aus High-Density Schaum stabilisiert den Rucksack und stützt schwere Lasten, ist jedoch für Touren mit leichtem Gepäck auch herausnehmbar
  • Gepolsterten Hüftgurt mit elastisch gewobener Tasche
  • Mit Riemen zum Befestigen des Boards und einer diagonalen Skihalterung
  • Ösenbänder vorn zum Befestigen von Ausrüstung
  • Kompressionsriemen an den Seiten, um das Volumen dem Gepäck anzupassen
  • Reißverschluss-Deckeltasche für raschen Zugriff auf kleine Gegenstände
  • Hauptmaterial: 210-Denier Ripstop Cordura® – 86% Nylon und 14% Polyester mit PU-Beschichtung
  • Boden: 420-Denier Glattgewebe – 100% Nylon-Cordura® mit PU-Beschichtung

Modell von 2019. Wenig genutzt, sehr guter Zustand! Video-Präsentation von Patagonia auf > YouTube

VB: 95,- EUR

Patagonia Girl’s Torrentshell Jacket

Größe: S (7-8 Jahre), Farbe: Sierra Pink

Material: H2NO Performance Standard Membran, wasserdicht und atmungsaktiv, DWR-imprägniert, 100% recycelt, 2,5-Lagen, 100% Nylon

Ausstattung: Kapuze, durchgehender Front-RV, zwei seitliche Eingrifftaschen mit Reißverschluss , eine Brusttasche, Reflektoren, regulierbare Armabschlüsse

Wenig getragen, sehr guter Zustand! Und so sieht sie aus: > Link

NP: 110,- EUR, VB: 50,- EUR

Patagonia Girls‘ Foxglenn Joggers

Größe: S (7-8 Jahre), Farbe: Geode Purple

Material: Recycling-Polyester und Elastan mit DWR-Imprägnierung

Kaum getragen, sehr guter Zustand! Alle Produktdetails auf der Seite von Patagonia > Link

NP: 50,- EUR, VB: 20,- EUR

Woolpower Kids Vest 400

Größe: 98-104, Farbe: Rot (hellblau abgesetzt)

Materialstärke: 400 g/m²
Material: 70% Merinowolle, 28% Polyamid, 2% Elasthan
Extras: durchgehender Front-RV, nahtarme Verarbeitung, Stehkragen

Ein paar kleine Gebrauchsspuren (Pilling), sonst sehr guter Zustand! Detailinfos auf der Seite von > Woolpower

NP: 75,- EUR, VB: 20,- EUR

Dale of Norway Strickmütze

Einheitsgröße, Farbe: Weiß, Anthrazit, Rot

Zwei Bommel, Wolle, Fleece im Ohrenbereich

Ungetragen, absolut neuwertig!

VB: 15,- EUR

Norrøna Crochet Stripe Beanie

Einheitsgröße, Farbe: Rot, Gelb, Pink gestreift

Wolle, Fleece im Ohrenbereich

Nahezu ungetragen, absolut neuwertig!

VB: 15,- EUR

Wer weitere Fragen hat oder an Bildern der Produkte interessiert ist, schreibt mir besten eine Mail.

Der dritte Frühling

– Spreehler Mühle –

Eine graue Wolkendecke liegt über der Landschaft. Die Temperatur nur wenige Grad über Null. Von Wuppertal-Beyenburg laufe ich durch den Wald zur Spreehler Mühle. Zwischen Bäumen versteckt sich dort ein kleiner Steinbuch. Zu Füßen der felsigen Wände schlüpfe ich in meinen Gurt, befestige daran das Klettersteigset und setze den Helm auf. Andächtig schaue ich empor, verfolge mit meinen Augen den Verlauf der Route. Dann steige ich ein, hänge die Karabiner ins Drahtseil. Abschüssige Bänder, senkrechte Aufschwünge. Schritt, Griff. Seitwärts, aufwärts. Höher und höher. Bis ich oben bin. Zurück hinab folge ich einem schmalen Pfad. Und kraxel dann erneut durch die Wand. Wieder und wieder.

“There are only three sports: bullfighting, motor racing, and mountaineering; all the rest are merely games.” – (Ernest Hemingway)

Meine Kletterkarriere begann vor über 30 Jahren. Mit einem Schulkameraden stöberte ich mickrige Felsen an Spielplätzen auf, wir querten Bruchsteinmauern und mühten uns an Brückenpfeilern ab. Doch ich sah mich sofort zu Höherem berufen, verschlang Alpinliteratur und träumte von harten Winterbegehungen in den Alpen. Aber zuerst machte ich einen Kurs beim DAV. Lernte den Ith und die Eifel kennen, den Halbmastwurf und den Achterknoten. Die Felsen am nahen Isenberg wurden ein beliebtes Ziel. Das alte Blubberdach (6+) einer meiner schwersten Vorstiege. Es verstrichen die Jahre, während derer ich im Schulunterricht unter dem Tisch Klettermagazine las und in Freistunden zu den Wuppertaler Klettertürmen fuhr – bizarren Gebilden aus der Frühzeit künstlicher Kletteranlagen – und Ausdauer trainierte. Auch ins Boulder-Mekka Fontainebleau verschlug es mich. Und schließlich mit einem Freund gar tatsächlich ins sommerliche Hochgebirge, zur Fahrradlkante am Oberreintalturm im Wetterstein. Nur verstiegen wir uns frühzeitig in diesem Klassiker, kehrten bald um und seilten wieder ab. Ein Alpinist wurde nicht aus mir. Auch kein sonderlich guter Kletterer. Mein Verhältnis zur Senkrechten gestaltete sich zunehmend zu einer On-Off-Beziehung.

Nach einer kurzen Zeit der Abstinenz kam Ende der Neunzigerjahre allerdings das Feuer zurück. Hallenklettern war mittlerweile längst en vogue und so tummelte auch ich mich nun vermehrt an Plastikgriffen und schaffte es mit Ach und Krach irgendwie bis in den siebten Grad. Aber das war nur eine Spielwiese. Mit dem Jahrtausendwechsel drängte sich nach dem Fels das Eis in meine Träume. Gefrorene Wasserfälle wurden Ziel meiner Begierde, die ich in den Allgäuer Alpen und in Schweden zu stillen versuchte. Ich liebte es, die Hauen meiner Black Prophet Eisgeräte ins Eis zu schlagen, auf den Frontzacken der Steigeisen zu stehen und Eisschrauben zu setzen. Schnell stieg ich einfache Sachen vor und hatte mit schwedischen Freunden riesigen Spaß – trotz eisig kalter Hände und abenteuerlicher Abseilaktionen an selbstgedrehten Eissanduhren. Aber dann kam mir die Horizontale einmal mehr dazwischen und ich tauschte immer häufiger die Kletterausrüstung gegen eine Skitourenausrüstung. Zwar wurde ich jetzt rasch gut darin, mit langen Latten an den Füßen weite Strecken zurückzulegen, aber einher ebbte mein Drang wieder ab, hoch hinaus zu wollen.

Es folgte eine lange Phase, in denen ich der Kletterei nur äußerst sporadisch nachging. Mehr als ein Jahrzehnt stand sie hinter anderen Outdooraktivitäten an. Bis mich im letzten Jahr ein unstillbarer Bewegungsdrang überkam und erste Ausflüge in die Spreehler Mühle nur ein weiterer Neuanfang als Bergsportler waren. Angestachelt durch meine beiden Neffen und meine Nichte, die allesamt mit dem Bouldern begonnen hatten, wollte ich mir als alter Onkel darüber hinaus keine Blöße geben und ihnen zeigen, wie der Kletterhase läuft. Nach einem gemeinsamen Ausflug in die Wuppertaler Boulderhalle Bahnhof Blo hatte ich zwar prompt ordentlichen Muskelkater in den Unterarmen, war aber ebenfalls sofort wieder angefixt. Das war vor gut zwei Monaten und seitdem stecke ich erneut im Sog dieser Sucht namens Klettern. Ob Wupperwände oder das Dortmunder Bergwerk – so oft es geht möchte ich mich dieser Tage in die engen Kletterschuhe zwängen und mich an Routen und Bouldern probieren. Ich will es noch einmal wissen, in welche Schwierigkeitsgrade ich vordringen kann. Ob 3, 4, 5-, 5, 5+, 6-, 6 – all das klappte schon in kurzer Zeit und lässt mich weiter Blut lecken. Okay, bisher fast alles nur im Toprope, aber ich bin ja auch zum dritten Mal ein Kletteranfänger …

Dass zudem meine Frau und Tochter mit an einem Strang ziehen und sie aktuell ihren ersten Kletterfrühling erleben, während ich dessen Nummer Drei genieße, macht das Spiel mit der Schwerkraft momentan umso schöner!

Fotourlaub und Bewegungsdrang

– Allgäuer Alpen –

Es ist mal wieder an der Zeit etwas zu bloggen. Über die Lustlosigkeit zu fotografieren und die Lust sich zu bewegen. Aber der Reihe nach …

Diesen Sommer erlebte ich auf einem Familientrip nach Norwegen eine wunderbare Zeit, wo wir uns abseits aller Touristenströme in die wilde Natur schlugen:

„Morgennebel lag über der Landschaft. Nichts war zu sehen, kein Mucks zu hören. Wir saßen auf einem Stein, schlürften Kaffee und wagten es kaum zu reden. Die Ruhe des Augenblicks war betörend.

Nur ganz langsam schaffte es die Sonne, zu den Bergen und Seen vorzudringen und die Weite in goldenes Licht zu tauchen. Nahe der Krækkjahytta hatten wir unser Zelt für drei Nächte am Drageidfjorden aufgebaut. Von hier schlenderten wir entlang des Wassers, ließen die Seele baumeln und genossen unser Dasein auf der Hardangervidda.

Dabei versuchte ich, die Stille, die überall so gegenwärtig war, mit meiner Kamera einzufangen. Bereits in Jotunheimen, wo wir von Eidsbugarden ein paar Kilometer zum Store Mjølkedalsvatnet gelaufen waren, konnte ich ein Sinnbild der herrschenden Ruhe einfangen. Jeden Tag aufs Neue breitete sich dort der See, über dem die schroffen Berge des „Heims der Riesen“ thronten, spiegelglatt vor uns aus.

Ich legte mich zwischen Wollgras auf den Boden oder kauerte in einem Fluss hinter Steinen, um ganz nah hineinzugelangen in die Natur und sie unmittelbar einzubeziehen in die Bildkompositionen.

Ähnlich erging es uns auch in Skarvheimen, wo wir einen Temperatursturz mit Regen wegstecken mussten, der am Geiteryggvatnet nach einer Umrundung des Sees über uns hereinbrach und uns in die gemütliche Geiterygghytta zu Waffeln mit saurer Sahne und Marmelade trieb.

Wir dachten an all die Tage, in denen wir einfach da waren, an Ort und Stelle, und die uns immer wieder mit dem Gefühl von Freiheit und großer Zufriedenheit beschenkten.“

Wieder zu Hause von dieser Entspannungskur war ich voller Elan. Ich legte mir einen Plan zurecht und unternahm fortan regelmäßig kleinere und größere Tageswanderungen mit steigender Dauer und Intensität. Nicht, dass ich nicht schön früher viel draußen vor der Haustüre unterwegs gewesen wäre, aber jetzt machte mir das Outdoorleben fast noch mehr Freude als je zuvor. Ich konnte kaum genug bekommen, erledigte Schreibtischarbeiten mit einer gehörigen Portion Widerwillen und sehnte mich nach jedem neuen Ausflug in die Natur.

Fotourlaub in den Allgäuer Alpen

Umso willkommener die Herbstferien mit einer Reise in die Allgäuer Alpen. In Kornau am Rande von Oberstdorf hatten wir eine Ferienwohnung gemietet, von der wir jeden Tag aufbrachen in die Bergwelt. Das Wetter war herrlich und bescherte uns fast immerzu warme Temperaturen und Sonnenschein. Unterwegs zwischen Gipfeln und Graten wollte ich natürlich auch Fotos machen. Die Ausrüstung hatte ich abgespeckt – eine Fujifilm X-Pro2 samt 27er Pancake –, damit sie mir nicht im Wege war und ich sie immer griffbereit dabeihaben konnte. Also hängte ich mir die Kamera am ersten Morgen pflichtbewusst um den Hals, an dem wir mit der Gondel zur Bergstation des Nebelhorns fuhren und von dort den Rest zu Fuß über den Südgrat zum Gipfel stiegen. Doch schon hier merkte ich, wie meine fotografischen Ambitionen schwanden und ich die Berge lieber nur mit meinen Sinnen aufsaugen wollte anstatt sie laufend auch noch abzulichten. Immerhin knipste ich noch ein Bild eines stillstehenden Sesselliftes.

An den folgenden Tagen packte ich den Fotoapparat zwar noch jeden Morgen in den Rucksack, holte ihn aber unterwegs gar nicht mehr hervor. Ob der Weg hinauf zum Söllereck und von dort dem grasigen Grat folgend über den Schlappoldkopf und das Fellhorn bis zur Kanzelwand, die Tour am Heuberg entlang und vorbei an der unteren und oberen Walmendinger Alpe auf das Walmendinger Horn oder der Aufstieg auf das Hahnenköpfle mit einem kurzen Abstecher durch die Steilpassage am Hohen Ifen – alles brannte sich nur in meinem Kopf ein, wurde von mir aber nicht auf einen Chip gebannt.

Als ich dann zu einem wunderbar abenteuerlichen Soloausflug von Oberstdorf durch den Faltenbachtobel hinauf aufs Rubihorn aufbrach, nahm ich die Kamera gar nicht mehr mit. Ich wollte diesen Tag einfach nur ganz für mich haben. Und so stieg ich zuerst in weniger als zwei Stunden die über 1.000 Höhenmeter vom Talgrund zum Gipfel des Rubihorn empor, von wo aus ich den langen Kamm hinüber zum Nebelhorn in Angriff nahm. Auf diesem wohl einsamsten Aufstieg hinauf auf den so viel besuchten Aussichtsgipfel sind ein paar kleinere Kletterstellen und exponierte Passagen zu bewältigen, die meine ganze Aufmerksamkeit erforderten. Den höchsten Punkt des felsigen Gaisalphorns erreichte ich mithilfe eines herabhängenden Drahtseiles und einer über einem Abgrund emporstrebenden Leiter. Die Überschreitung des anschließenden Geißfußes war etwas einfacher und brachte kurzzeitige Erholung, bevor am Geißfußsattel der Grat über den Gundkopf auf das Nebelhorn begann. Gelegentlich wurde hier nach Handarbeit verlangt, doch faszinierende Tiefblicke auf die beiden Gaisalpseen entschädigten für alle heiklen Stellen. Ich saugte jeden Schritt, jeden Griff auf und war fast schon traurig, nach wenig mehr als vier Stunden gesamter Aufstiegszeit am Gipfel des Nebelhorns zwischen unzähligen Ausflüglern anzukommen.

Zum Abschluss unserer Herbstferienwoche besuchten wir noch einmal das Walmendinger Horn und liefen von dort zur Ochsenhofer Scharte und wanderten bei ausnahmsweise wolkig-nebligem Wetter über die Kühgund Alpe zur Fiderepasshütte und vorbei an der Inneren Kuhgeren Alpe retour zur Bergstation Kanzelwand.

Die Fotografie in dieser Zeit einmal links liegen zu lassen, war eine Wohltat. Denn kurz nach unserer Rückkehr aus den Bergen hieß es für mich, eine nächste Fotoreise zu leiten, bei der tagein tagaus das Bildermachen wieder absolute Priorität haben würde. Aber auch während der Zeit auf den Färöer-Inseln, in denen wir viele kleinere Ausflüge in Dörfer, an Steilklippen und zu Wasserfällen unternahmen, hätte ich gerne den einen oder anderen Gipfel erklommen, so ungestillt war nach wie vor mein Drang, mich auszutoben.

Flach dahin und hoch hinaus

Zurück von den Schafsinseln nahm ich daher schnell wieder Fahrt auf, drehte Runden durch die heimischen Wälder und fing auch mit Kletterei nach langer Zeit mal wieder etwas ernsthafter an, bis mich eine fiebrige Erkältung kurzerhand ausbremste. Einige Tage musste ich zähneknirschend die Füße stillhalten, erst dann konnte ich weiter meinem Bewegungsdrang frönen und selbst daheim durch Klettersteige kraxeln.

Aber wie macht Ihr das? Habt Ihr die Kamera immer dabei oder macht Ihr auch mal Fotourlaub?

Neu angerichtet – Mein Portfolio

– Möhreneintopf –

Es hatte es mal wieder bitter nötig – mein Portfolio. In allen Kategorien habe ich es aktualisiert, entschlackt und neu sortiert. Mindestens einmal im Jahr, besser zweimal, sollte diese Bildzusammenstellung – egal ob im Web, als Buch oder Ausdrucke in einer Mappe – durchgegangen und überarbeitet werden. Wer will schon altes Zeug zeigen, dass nicht der aktuellen Arbeit entspricht? Daher ist es sinnvoll, regelmäßig etwas Mühe in sein Portfolio zu stecken, und so war es für mich kürzlich an der Zeit, erneut zu Werke zu gehen und der Bildauswahl einige Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Zusammenstellung (m)eines Profils und Portfolios

Am Anfang steht immer die Frage, was man zeigen (verkaufen) möchte. Wobei sich das im Grunde recht schnell beantworten lässt: Ein Landschaftsfotograf zeigt eine Auswahl seiner besten Landschaftsfotos, ein Hochzeitsfotograf die Highlights einiger Hochzeiten und wer sich auf Porträts spezialisiert hat, wird hier die ausdrucksstärksten Bilder auswälen. Allerdings wird jemand, der das Fotografieren von Kindern und Familien anbietet, nicht nebenbei auch noch Aktfotos in seinem Portfolio zeigen. Wobei, so was soll’s tatsächlich geben … Heißt: Das was man zeigt, muss zueinander passen. In einem Bereich sollte die spätere Bildzusamenstellung ohnehin stimmig sein. Aber auch wer mehrere Genre der Fotografie bedient, tut gut darin, darauf zu achten, dass sich die Themen im besten Fall ergänzen und nicht konträr sind. So sind z. B. Reportage oder auch Editorial teils krasse Gegenteile von Werbung. Beides zu zeigen, widerspricht sich und hindert einen daran, sich mit einem klaren Profil zu präsentieren.

Nun gut, mein Portfolio ist thematisch etwas aufgefächert. Es besteht aus den Bereichen Outdoor & Expeditionen, Natur & Landschaft sowie Reise & Reportage. Hatte ich diese „Zweierblöcke“ vor Urzeiten einmal gemeinsam gezeigt, präsentiere ich sie längst geteilt. Zur besseren Übersicht und klareren Struktur. Dabei muss ich gestehen, dass die Rubrik Reportage tatsächlich schnell als „Deckmäntelchen für planloses, technisch unambitioniertes Rumgeknipse bei einem Ereignis“ dient, wie einst Martina Mettner in ihrem Buch Erfolg als Fotograf schrieb.

Die Vorauswahl

In seinem Buch Photography Q&A empfiehlt Zack Arias zur Portfolio-Erstellung alle Bilder durchzugehen, die man bisher in seinem Fotografenleben gemacht hat. Am besten die unbearbeiteten RAWs, weil einem die vor Jahren bearbeiteten Fotos heute in ihrem Look vielleicht gar nicht mehr gefallen und allein deshalb aussortiert werden, obwohl sie eine zweite Chance verdient hätten. Auch reift man mit den Jahren nicht nur als Fotograf, sondern auch als „Bild-Redakteur“ und sieht ältere Aufnahmen nach langer Zeit oft mit anderen Augen.

Okay, ganz so tief bin ich nicht in mein Archiv hinabgestiegen. Ich habe mich aktuell auf die Zeit rund um mein im letzten Jahr abgeschlossenes Projekt Mein Norden beschränkt. So habe ich dann alle meine Fotos nochmals durchgesehen, die ich in der Phase gemacht habe, was auch so eine ausreichende Anzahl war, die zudem ausreichend aktuell ist und auch komplett meinem aktuellen Bildstil entspricht. Dabei habe ich es mir jedoch noch etwas weiter „vereinfacht“ und Zack Arias‘ Rat missachtet. Denn ich habe mir nur die bearbeiteten Bilder vorgeknöpft und fast auch nur die, die ich bereits auf Flickr in größerer und nicht so stringenter Auswahl zeige. Während des Auswahlprozesses habe ich so gleichzeitig meine Alben auf Flickr weiter ausmisten können, da ich über Fotos gestolpert bin, die ich selbst dort heute nicht mehr zeigen möchte. Parallel zu dieser Aufräumarbeit sind alle Bilder, die mir aus den letzten Jahren gefielen, in Ordner gewandert, die ich nach den Portfolio-Rubriken benannt hatte. Dieser Akt ist zeitraubend, aber am Ende hatte ich so eine Vorauswahl für jede Kategorie getroffen, die ich nun in einem Bildverwaltungsprogramm weiter durchsehen konnte.

Steht diese erste Auswahl, tut etwas Abstand zu den eigenen Fotos gut. Und es kann passieren, dass man alle seine Fotos jetzt beschissen findet. Die Bilder, die man in seinem Portfolio gerne zeigen möchte, sind alle nicht dabei. Weil sie alle noch darauf warten, fotografiert zu werden. Hier heißt es, den Dämon zu bezwingen – es gilt mit, dem zu arbeiten, was man aktuell zu bieten hat. Alles andere ist Zukunftsmusik und sollte einen nicht abhalten, überhaupt loszulegen und ein Portfolio zu erstellen!

Die Präsentation der 25

Die 25 ist eine magische Zahl. Ein Portfolio (bzw. eine jede Rubrik) sollte nicht aus mehr als 25, maximal 30 Fotos bestehen. Schließlich heißt es, nur die wirklich besten Aufnahmen zu zeigen. Und was repräsentativ ist, sollte man selbst (vor)entscheiden und nicht dem Betrachter überlassen. Im Zweifel ist auch hier – wie so oft – weniger immer mehr.

Manche Bilder sind wie die eigenen Kinder. Die Beziehung zu ihnen ist höchst emotional. Man kann sich nicht im entferntesten vorstellen, sich jemals von ihnen zu trennen. Und doch muss es sein. Allein ist das allerdings kaum zu schaffen. Es braucht Hilfe. Einen zweiten, ungetrübten Blick. So wird leichter klar, welche Fotos ins Portfolio gehören und welche geopfert werden müssen.

Auch kann es sein, dass manche Bilder es nicht ins Portfolio schaffen, weil sie einfach „unangenehm“ herausstechen aus dem Rest und sich nicht einfügen in die finale Auswahl der Aufnahmen, mit der man sein Schaffen darstellen möchte. Sich auf diese geringe Zahl der etwa 25 runter zu kasteien, kann ein schwerer und zermürbender Prozess sein.

Eins nach dem anderen

Wenn die finale Auswahl steht, ist die Arbeit aber noch immer nicht getan. Egal ob für eine Präsentation im Web oder ein gedrucktes Portfolio – es muss eine Reihenfolge gefunden werden, die deutlich über eine „Chronologie der Ereignisse“ hinausgeht. Ein Portfolio braucht einen starken Anfang, der den Betrachter hineinzieht in die Bildstrecke und Lust macht, sich die Fotos anzusehen. Dann heißt es, einen Flow zu schaffen, der ohne zu viele Ecken und Kanten garantiert, durch die Bilder schauen zu können bis hin zu einem verheißungsvollen Ausklang. Oft drängen sich Aufmacher und Schlussbild schnell auf. Der Mittelteil hingegen bedarf häufig eines hin und her, bis die Abfolge reibungslos zusammengestellt ist. Zwischendurch Abstand gewinnen, mal eine Nacht drüber schlafen, tut auch hier wieder gut, um den Blick aufs eigene Werk fokussieren zu können.

Am Ende des ganzen Prozesses, wenn schließlich alles so gut wie fix und fertig ist, wird einem allerdings recht schonungslos vorgeführt, wo die Löcher in der eigenen Arbeit sind, wo das Portfolio mit besserem Material aufgewertet werden muss. Spätestens hier könnte man an einen Punkt gelangen und meinen, besser noch zu warten und das Portfolio erst dann zu zeigen, wenn diese fehlenden Fotos fotografiert sind. Aber das bringt nichts. Irgendwann muss Schluss sein mit dem immer fortlaufenden Arrangieren der Bilder, weil man sich nicht festlegen kann. Es kommt der Punkt, an dem sollte man über seinen eigenen Schatten springen und das Portfolio veröffentlichen. Es hinausschicken in die Welt, damit es zeigt, was man kann und wer man ist. Und natürlich ist klar, dass man die Aufnahmen, von denen man meint, dass sie noch fehlen, so schnell wie möglich macht und später ins Portfolio integriert und damit schlechtere ersetzt.

In Zack Arias‘ Worten:

„It’s never going to be perfect. It’s never going to be finished. It’s never going to be ready. If you wait until you are ready you’ll never accomplish a thing.“

Buchempfehlungen:

  • Zack Arias, Photography Q&A
  • Martina Mettner, Erfolg als Fotograf

> Mein Portfolio

Transition

– Transition #6 –

Puh, das neue Jahr, das doch gerade erst begonnen hat, ist auch schon wieder gut drei Wochen alt … Aber egal, den Jahreswechsel verbrachte ich mit Frau und Kind an der Nordsee in Ostfriesland, wo wir die frische Luft und manch salzige Meeresbrise genossen. Wir unternahmen Spaziergänge und schlenderten durch die zahlreichen Siels.

Und dabei machte ich vor allem unscharfe Bilder. Dazu in grobem Schwarz und Weiß. Oft düster obendrein. Transition nannte ich die Serie. Übergang. Es sind nicht nur Impressionen einer Zeit an der See, in der wir von einem Jahr ins nächste übergingen – Silvester und Neujahr und ein paar Tage drumherum. Es sind auch Innenansichten, eine Art von Stillstand, Distanz zwischen Gewesenem und Kommendem.

Die vergangenen zwölf Monate hielten für mich einige Überraschungen parat, auf die ich auf den ersten Blick sicherlich gerne verzichtet hätte. Geplatzte Träume – Reisen, die nicht stattfanden. Die Epilepsie – eine Erkrankung, die mich von nun an begleitet und erstmal alles auf den Kopf stellte. Aber auf den zweiten Blick auch die Möglichkeit einer Besinnung. Eines Neubeginns, der mich voranbringen soll, statt auf der Stelle zu treten. Dieses „We have to dream it all up again“ nahm bereits Fahrt auf und wird in diesem Jahr – allem Unvorhersehbarem zum Trotz – hoffentlich rasant weitergehen.

Dafür steht die Serie Transition in erster Linie. In dieser Zeit in Ostfriesland, in denen ich an das „Alte“ zurückdachte und mich auf das „Neue“ freute, verblasste das Hier und Jetzt. Entrückt und etwas nebulös lag es vor mir. Nicht direkt fassbar. Zwar da, aber kein direkter Teil von mir. Nur ein Übergang.

Let’s go!

– Transition #5 –
– Transition #9 –
– Transition #7 –
– Transition #8 –

> Bildergalerie Transition